Siezen oder duzen?

Liebe alle,

ich habe vor einiger Zeit einen Job als studentische Hilfskraft in einer AG eines größeren Unternehmens (d. h. in der Forschung) bekommen. Gestern erhielt ich eine Mail von einer zukünftigen Kollegin, die ich bis dato (im Rahmen von E-Mails zu Bewerbungsgesprächen) immer nur mit „Sehr geehrte Frau XXX“ angesprochen habe. Sie will einen Einarbeitungstermin für nächste Woche vereinbaren (da beginne ich meinen Job).

In ihrer Mail duzt sie mich, spricht mich mit Vornamen an und unterschreibt auch mit ihrem Vornamen.

Nun bin ich mir unsicher, ob es in Ordnung wäre, sie mit „Hallo/Liebe (Vorname)“ anzuschreiben (weil sie ja mit diesem unterzeichnet hat) und sie zurück zu duzen.

Ich habe vorhin probehalber einen Entwurf verfasst und Anredepronomen muss ich tatsächlich sogar keine verwenden; bleibt somit noch die Frage bezüglich der Anrede.

Was würdet ihr machen?

Vielen Dank!

Ja, wenn sie als deine „Vorgesetzte“ oder Altgesellin oder wie auch immer das Verhältnis ist, dich duzt, darfst du das selbstverständlich auch.

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Alles klar, vielen Dank!

Und sie ist sozusagen „normale“ Mitarbeiterin, nicht die Projektleiterin, aber trotzdem wahrscheinlich etwas höher gestellt als ich, da ich ja „nur“ studentische Mitarbeiterin (wenn auch im Masterstudium) bin :slight_smile:

Ja, gut :slight_smile:
Wenn es dort so üblich ist, sollte man sich auf jeden Fall anpassen.

(„Wir duzen uns hier alle!“ – „Schön für Sie.“)

Ungefragt duzen geht jedoch auch im Jahre 2024 gar nicht!

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Das stimmt, vielen Dank für die Antwort. Aber da sie mich geduzt hat und mit ihrem Vornamen unterschrieben hat, ist es in diesem Fall in Ordnung, sie mit ihrem Vornamen anzuschreiben etc., richtig?

*etc., richtig (weil es dort so üblich ist)?

Yep - wer mich mit ‚du‘ anspricht/-schreibt und mit Vornamen unterschreibt bietet mir quasi das Du an. Das kann ich annehmen oder auch nicht.

In unserer Firma gibt es dazu eine Regel. Wer kein Problem damit hat geduzt zu werden, zeigte dies mit #gerneperdu in der Signatur oder im Telefonstatus - das fand ich gut, weil das doch einiges an Unsicherheiten gerade bei den Älteren (die alle mit ‚Sie im Job‘ aufgewachsen sind) herausgenommen hat :slightly_smiling_face:

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Hallo Hexerl, vielen Dank für die Antwort, Du hast mir sehr geholfen! Dann mache ich es so, dass ich „Hallo/Liebe (Vorname)“ schreibe und duze, wenn ich Anredepronomen verwende :slight_smile:

Die Regelung ist wirklich toll! Das würde mir auch einige Unsicherheiten nehmen, ich mache mir über solche Dinge viele Gedanken, haha :slight_smile:

Bei uns im Vorschungsinstitut dutzten sich alle, egal ob Institutleiter oder Reinemachefrau. Den Leuten, die Man sietzte wurde damit gezeigt, sie sollen lieber Abstand halten, weil nicht so gut geschätzt.

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Ich kannte mal einen, der hat als Bauhelfer in verschiedenen Firmen gearbeitet, z.B. in Dachdeckerfirmen, Zimmereien, Gerüstbau - dort sind die Sitten etwas anders als in einer Keramiktöpferei oder Floristik.

Der Typ bestand allen Ernstes darauf , von seinen Kollegen gesiezt zu werden und wunderte sich dann, dass sie ihn stets hochleben ließen.

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Es kommt halt eben auf die Umgangsformen der jeweiligen Branche und das Arbeitsklima an.

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Da lobe ich mir die Eisenbahn: Da wird grundsätzlich geduzt, egal, ob ich es mit einem Kollegen der eigenen oder einer anderen Firma oder dem Fahrdienstleiter oder dem Mitarbeiter in der Betriebszentrale zu tun habe.

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Wir hatten gerade in der Firma eine Umfrage zum Thema, bei der auch das Du im Bewerbungsprozess aufkam. Geht m.E. gar nicht. Ich habe es allerdings mehrfach erlebt, dass man in Firmen, in denen das Du üblich ist, in genau dem Moment zum Du gewechselt ist, in dem klar war, dass man zusammen kommt. D.h. mit der Aussage, dass man einen Vertrag angeboten bekommt, wurde vom Gegenüber das Du als „im Hause üblich“ angeboten. Dieses Vorhaben fand dann auch in der Umfrage bei uns Zustimmung, und bei deinem Fall scheint es ähnlich gelagert zu sein. Nur blöd, wenn man unvorbereitet einfach so ein Schreiben bekommt, und das Thema zuvor nicht persönlich angesprochen wurde.

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Kommunikation ist wichtiger als alles andere.

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Vielen Dank für Deine Antwort! Also ist es in Ordnung, wenn ich meine Ansprechpartnerin nun mit ihrem Vornamen anspreche? Das Du/Anredepronomen muss ich in dieser speziellen Mail, die ich senden muss, ja (zum Glück) nicht verwenden

Ich denke aber auch, dass es in meinem Falle/in meiner AG so üblich ist; ich habe dem Projektleiter nach meiner Zusage eine E-Mail gesendet (mit „Sehr geehrter Herr Dr. …“) und er unterschrieb in seiner Antwort ebenso mit seinem Vornamen („Klasse! Max“)… Scheint also wirklich im Team üblich zu sein und ich muss mir eigentlich keine Gedanken bei meinem Vorgehen machen.

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Wenn sie dich duzt, würde ich sie auch duzen, da sie das anscheinend bevorzugt, denn sonst hätte sie das nicht gemacht. Und in vielen Firmen gilt eben ohnehin das professionelle Du. Das bekommst Du dann schon mit.

Einen Vorgesetzten würde ich nur duzen, wenn er Dir das anbietet.