Signal- und Alarmtöne der Geräte auf einer Intensivstation

Für eine Darstellung suche ich die Töne, also die Signal und -Alarmtöne der Geräte auf einer Intensivstation, am besten getrennt voneinander.
Also die Töne des Überwachungsmonitors (für die Standardwerte, Kreislauf, O2 usw.), des Beatmungsgerätes, des Dialysegerätes, der künstlichen Ernährung, der Infusionsgeräte.
Trotz intensiver Suche habe ich den Weiten des Webs nichts gefunden. Ich wäre dankbar, wenn jemand weiterhelfen könnte.

Hallo,

als ich das letzte Mal zu Besuch auf einer Intensivstation war, war es sehr ruhig. Da piepste es nicht wie im Film. Wozu auch? Dem Patienten hilft es nicht und die Besucher und Angestellten nervt es nur auf die Dauer.

Grüße
Pierre

Wenn Dich an die üblichen, verdächtigen Hersteller der Geräte wie z.B. Dräger, Siemens und co. Ramses 90.

Servus,

ergänzend zu der Einlassung von @Pierre:

Als ich vor ungefähr hundert Jahren knapp zwei Jahre lang auf einem KTW saß, hatte ich (damals gab es fast keine NAW und nur wenige RTW) ab und zu auch unmittelbar mit Notfällen zu tun. Ich darf Dir berichten, dass die Kameraden von der Berufsfeuerwehr am Funktisch wussten, was sie taten, wenn sie bei Meldung eines Herznotfalls von einem KTW oder RTW grundsätzlich (solange die vitalen Funktionen erhalten waren oder wurden) die Anweisung gaben: 'Rotkreuz Be-Ess Fünnef, fahren Sie ohne !" (zu ergänzen nach Geschmack: ‚Alarm‘ oder ‚Sonderrechte‘). Bei den damals zwei Braunschweiger NAW Florian 10-51 und Florian 10-52 durften sie diese Anweisung nicht geben, weil die beiden NAW immer mit Sonderrechten fahren mussten. Da war aber immer ein Toubib an Bord, der diese Anweisung ohne Tonbanddokumentation auch direkt an den Fahrer geben konnte.

Kurzer Sinn: Auf einer Intensivstation muss alles möglichst ruhig sein. Jedes Quietschen, Pfeifen, Jaulen, Piepsen, Trillern usw., wie es in der Schwarzwaldklinik und manchmal auch im Tatort oder Polizeiruf 110 vorkommt, kann einem Herzpatienten im akuten Zustand vollends hinüberhelfen, ist deswegen tunlichst zu vermeiden. Alarmsignale machen Angst, und bei Herz- und Lungennotfällen ist Angst das, was man am allerwenigsten brauchen kann.

Akustische Alarmsignale gibt es allenfalls ‚backstage‘ in den Räumen, in denen irgendwelches Bereitschaftspersonal sich die Nächte z.B. vor dem Fernseher um die Ohren haut. Dort sind sie sinnvoll, weil man auf ein akustisches Signal leicht konditionieren kann - so wie Du vielleicht morgens vom Wecker, ist davon die OP-Mannschaft innerhalb von fünf Sekunden hellwach, Adrenalin bis unterm Scheitel und Aufmerksamkeit 100 Pro. Beliebt sind in diesem Zusammenhang anhaltende, hohe Pfeiftöne, weil diese nicht bloß wach, sondern auch den weiteren Aufenthalt auf der Couch ziemlich unangenehm machen. Zwischen dieser Couch und dem OP sind aber ein paar Räume, dort hört man nichts mehr davon.

Schöne Grüße

MM

1 Like

@Pierre @Aprilfisch
Ich habe monatelang meinen Lebenspartner auf einer Intensivstation (einer angeblich sehr guten Herzklinik) betreut, fast täglich von morgens bis abends, manchmal auch nachts. Ich kann Euch versichern, dass die o.g. Signaltöne rund um die Uhr liefen, in unterschiedlichen, hohen und tiefen Frequenzen und mit sehr hohen Dezibel.

Servus,

kannst Du bitte konkretisieren, wann und wo

gewesen ist, wie dort die Räume aufgeteilt waren und wo genau der Lärm veranstaltet wurde?

Die Zeit, in denen ich vollkommen ruhige Intensivstationen kennen gelernt habe, liegt wie beschrieben schon eine Weile zurück - es war 1981/82 und geht um die damaligen Intensivstationen der städtischen Kliniken I Holwedestr. und II Salzdahlumer Str.

Schöne Grüße

MM

Auch wenn ich nicht angesprochen war: bei mir war das das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) Ende 2014.

Ergänzung:
ich habe mich gerade mit einer mir gut vertrauten Krankenschwester ausgetauscht. Sie kennt aus ihrer Arbeit Geräte, bei denen man „Alarmgrenzen“ einstellen kann. Dann kann man die „Standard-Töne“ wie z.B. Herzschlag stumm schalten. Sie hat das immer so gemacht. Wer mal in einer Intensivstation mit 4 „piepsenden Patienten“ arbeiten musste, wisse wie nervig das sei.

Also scheinen beide Antworten richtig zu sein: es gibt keine Töne / es piept unentwegt. Je nach dem, was das Personal einstellt.

Nachdem wir uns einmal im Kreis gedreht haben, bleibt die Ausgangsfrage:

Servus,

wobei für diese maßgeblich sein dürfte

d.h. es geht wohl um die Töne, die das angepeilte Publikum mit „Intensivstation“ verbindet, so wie es eben das Piepen aus Tatort und Schwarzwaldklinik kennt.

D.h. ein Piepen mit einer Frequenz in der Gegend von 50 - 70 / min, das für „Herz“ steht, und eine Folge von zwei rauschenden Geräuschen, die einander jeweils durch einen Klick in der Frequenz von etwa 30/min unterbrochen ablösen und für „Atmung“ stehen - natürlich klingt kein Beatmungsgerät so, aber es geht ja darum, was der Zuschauer / -hörer damit anfängt. Außerdem ein ziemlich durchdringend schnarrendes Geräusch ziemlich niedriger Frequenz (soll über das Zwerchfell wahrgenommen werden, damit es sich unangenehm anfühlt), das für „Alarm“ steht, und wenn man es ganz dramatisch haben will, noch eines, das ungefähr klingt wie ein um 1 Oktave höher gesetzter ABC-Alarm, das für „Dr. Eichhorn ist in Ohnmacht gefallen“ oder sowas steht.

Sind glaube ich keine sehr schweren Aufgaben für einen Synthesizer.

Schöne Grüße

MM

@Aprilfisch Danke für deine Mühe, aber es geht mir gerade nicht darum, mit einem Synthesizer ein Piepen wie es ein Publikum aus der Schwarzwaldklinik kennt, nachzuahmen, sondern die reale Situation möglichst orginalgetreu darzustellen. Das heißt z.B. sollen auch die Alarmtöne des Beamtungsgerätes so klingen wie sie waren.
Vielleicht findet sich hier z.B. eine Pflegekraft auf einer Intensivstation welche die Töne ggf. einfach aufnehmen kann.

Ich hatte damals mehrmals vergeblich darum gebeten, dass die Töne (zumindest nachts) abgestellt oder wenigstens leiser gestellt werden. (Da die „Überwachung“ durch die Pflegekräfte tatsächlich ja außerhalb des Raumes „Backstage“ erfolgte und zudem die Töne bei geschlossener Tür draußen gar nicht zu hören waren).
Die Antworten waren, dass dies technisch nicht möglich sei oder „die Leute hier auf der Intensivstation andere Probleme“ hätten. Aber dies ist ein anderes Thema…

Es geht auch nicht darum irgendwem einen Vorwurf zu machen sondern um die möglichst originaltreue Darstellung.
Also zusammenfassend nochmal bräuchte ich die Signal und Alarmtöne der

  • Standardwerte wie Herzfrequenz, O2 usw. (wobei diese tatsächlich meistens
    lautlos waren, bis auf die Sauerstoffmessung, die öfter mal nicht funktionierte)
  • des Beamtungsgerätes (meldeten sich oft, in unregelmäßigen Abständen in
    sehr hohem Dezibelbereich).
  • der Magensonde
  • der Infusionsgeräte (meldeten sich häufiger wenn eine Infusion ausgetauscht
    werden musste, auch in sehr hohem Dezibelbereich, die Signaltöne konnten
    dann bis zu 15 Minuten gehen)
  • des Dialysegerätes

Vielen Dank an jeden der hilft…aber auch an jeden, der sich darüber Gedanken macht

Hallo Human,
so leicht wird das wohl nichts. Denn auf einer Intensivstation geht es im Allgemeinen sehr ruhig zu, auch von den Geräten her. Ich bin mal auf einer Intensivstation langsam wach geworden und lag auch schon mal auf einer Überwachungsstation, da piept eigentlich kaum was. Es sei denn du kaust, wie ich beim langsamen Aufwachen auf dem Schlauch herum, der in deinem Mund steckt. Oder du vergisst das Atmen, dann kommt die Stimme der Schwester: „Das Atmen nicht vergessen.“. Eine Intensivstation dient dazu den Patienten permanent zu überwachen und im Notfall ganz schnell handeln zu können. Außerdem benötigen intensiv behandelte Patienten absolute Ruhe, damit eine Genesung gewährleistet sein kann. Deshalb dürfen sogar Familienangehörige nicht auf die Intensivstation. Es gibt aber auch Ausnahmen.
Wenn du diese Piepstöne für was auch immer brauchst, dann schau doch mal bei Youtoube nach.

Liebe Sonja,
danke für deine Mühe. Leider stimmt deine Darstellung absolut nicht mit meinen Erfahrungen, die ich monatelang machen musste, überein.
Aber es freut mich, dass es bei Dir so war.

Viele Grüße
Michael