Signaltheorie - Systemeigenschaften

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe bisher die Tipps und Hilfen in diesem Board nur passiv wahrgenommen. Insofern Danke für alle bisherigen Hilfen, die mir hier geboten wurden. Als neu angemeldetes Mitglied helfe ich natürlich gerne auch weiter, soweit ich das in meinen Themengebieten kann…

Nun aber zu meinem Problem. Es geht um eine Aufgabenstellung aus dem Bereich Signalverarbeitung, Signaltheorie:

Es sei ein einfaches System gegeben:

Eingangssignal:

x(t)

Ausgangssignal:

y(t) = e<sup>0.1*t</sup>\*x(t)

Nun sollen Linearität, Zeitvarianz, Kausalität und Stabilität ermittelt werden.

Mein Lösungsansatz:

  1. Linearität

Homogenitätsbedingung:

y(a\*x) = a\*y(x)

[also: egal zu welchem Zeitpunkt das Signal verstärkt wird, das Ergebnis wird immer gleich bleiben.]

sei also

 x<sub>1</sub>(t) = a \* x(t) -\> y<sub>1</sub>(t) = e<sup>0.1*t</sup> \* [a \* x(t)] 

(entspricht y(a*x))

e<sup>0.1*t</sup> \* [a \* x(t)] = a\*e<sup>0.1*t</sup>\*x(t) = a\*y(t)

(entspricht a*y(x))

Additivitätsbedingung:

y(x<sub>1</sub> + x<sub>2</sub>) = y(x<sub>1</sub>) + y(x<sub>2</sub>)

[also: egal zu welchem Zeitpunkt zwei Signal zusammengeführt/aufaddiert werden, das Ergebnis bleibt immer dasselbe]

sei

x(t) = x<sub>1</sub>(t) + x<sub>2</sub>(t)

-\> y<sub>1+2</sub>(t) = e<sup>0.1*t</sup>\*x<sub>1+2</sub>(t) = e<sup>0.1*t</sup>(x<sub>1</sub>(t) + x<sub>2</sub>(t))

entspricht

y(x<sub>1</sub> + x<sub>2</sub>)

->

e<sup>0.1*t</sup>(x<sub>1</sub>(t) + x<sub>2</sub>(t)) = e<sup>0.1*t</sup>\*x<sub>1</sub>(t) + e<sup>0.1*t</sup>\*x<sub>2</sub>(t) = y<sub>1</sub>(t) + y<sub>2</sub>(t)

entspricht

y(x<sub>1</sub>) + y(x<sub>2</sub>)

Damit ist das System also linear.

  1. Zeitvarianz

Bei Erregung mit einer Sprungfunktion zeigt sich, das das System an jedem beliebigen Zeitpunkt immer gleich reagiert:

Sei

x<sub>1</sub>(t) = x(t-t<sub>0</sub>) \* s(t-t<sub>0</sub>) (wobei s die Sprungfunktion sein soll, also: s(t) = 0 für t = 0)

-\> y<sub>1</sub>(t) = e<sup>0.1*t</sup> \* x(t-t<sub>0</sub>)\*s(t-t<sub>0</sub>)

Damit ist das System also ZeitINvariant.

  1. Kausalität:

Für eine Überprüfung der Kausalität ist die Annahme der Sprungfunktion hinreichend. Jede anderes Eingangssignal ruft hinsichtlich der Kausalität dasselbe Ergebnis hervor:

Sei also

x(t) = 0 für t dann gilt für die Systemreaktion immer:



    -\> y = e<sup>0.1*t</sup>\* 0 = 0 für t 
    
    Dasselbe gilt auch umgekehrt, damit ist das Sytem kausal.
    
    4. Stabilität:
    
    Stabilitätsbedingung: 
    
        |x(t)| |y(t)| 
        
        
        
            Sei also |x(t) |y(t)| = |e<sup>0.1*t</sup>| \* |x(t)| !
            
            Da der erste Betrag nach dem Gleichheitszeichen unbeschränkt ist und der zweite Anteil beschränkt ist der Ausdruck nach dem Gleichheitszeichen unbeschränkt und erfüllt damit nicht die Stabilitätsbedingungen. Egal was für N gilt, M wird nie erfüllt sein.
            
            
            So, das war also mein Lösungsansatz. Meine Frage an Euch wäre jetzt: ist das schlüssig und vor allem: ist das alles so korrekt?
            
            
            Vielen Dank im Voraus
            
            
            Grüsse
            
            
            karton

Hi,

soweit ich mich an meine Vorlesung zur Systemtheorie erinnere und das beurteilen kann ist Dein Lösungsansatz schlüssig. Denke auch, dass es korrekt ist.

Gruß,
Ferdi

Und schon mal viel Spaß am/im/mit dem Board :wink:

Hallo,
bevor Du mit dem Rechnen anfängst, solltest Du das Ergebnis schon kennen.

Überleg Dir also zuerst, was das für ein System ist. Was a)bei einem Sinus und b)einem Sprung als Eingangsfunktion hinten rauskommt. Alle Systeme, die Dir während des Studiums begegnen, sollten so einfach sein, dass das klappt. Und später musst Du eh’ messen oder gar das System selber synthetisieren (wobei Du die einzelnen Blöcke kennst).
Gruß
loderunner