Hi,
ich bin bei den Simpsons auf zwei Wörter gestossen mit denen ich nichts anfangen kann; das eine ist „Topotraktor“, und das andere „melbafiziert“.
Google konnte mir dabei nicht wirklich helfen, ich kann nur den groben Kontext erzählen:
Homer fragt Lisa, was sie da tue. Sie meint daraufhin sie macht bei einem wissenschaftlichen Preisauschreiben mit bei dem man einen „Topotraktor“ (?) gewinnen kann. Darauf antwortet Homer, was sie denn mit einem Traktor wolle.
Ich schätze mal es handelt sich um irgendein wissenschaftliches Gerät?
Marge macht das Frühstück und die Pausenbrote für die Kinder.
Marge: Hier ist dein Toast, Maggie, ich hab ihn selbst _melbafiziert_. Oh, Lisa, ich hab die alten Zeitungen gefunden für dein Geschichtsreferat…
Ich schätze „Melba“ könnte ein Markenname sein?
Wer weiss was…?!
mfg
Matze
Du liebe Zeit! Was findest du denn für Sachen.
Topotraktor? Vielleicht eine Zusammensetzung aus topography + tractor, also Topografie und „Zuggerät“?
Und melbafiziert? Heißen nicht diese Frischhaltebeutel „Melba“? Vielleicht hat Marge im Original so etwas wie „I Saran-wrapped it myself“, also „ich habe es selbst in Plastik verpackt“ von sich gegeben? Saran wrap, so heißt in den USA die Frischhaltefolie.
Oder sie hat einen Pfirsich Melba draufgepackt 
Schöne Grüße
Petra
Hi Matze,
Homer fragt Lisa, was sie da tue. Sie meint daraufhin sie
macht bei einem wissenschaftlichen Preisauschreiben mit bei
dem man einen „Topotraktor“ (?) gewinnen kann. Darauf
antwortet Homer, was sie denn mit einem Traktor wolle.
Ich schätze mal es handelt sich um irgendein
wissenschaftliches Gerät?
ist wohl eine üble Übersetzung. Ich vermute, im Original heisst es ‚top attractor‘. Was ein Attraktor ist, kann ich Dir nicht erklären - da fragst Du besser im Physikbrett nach oder schaust schnell bei Wikipedia rein. Jedenfalls kann man so etwas nicht in einem Preisausschreiben gewinnen - passt aber schon zu Lisas Lektüre. Etwas mehr hätte der Gag vielleicht noch mit einem ‚strange attractor‘ hergegeben. Für das Simpson-Publikum ohne Hochschulabschluss aber hat man dann wohl doch mit dem ‚top attractor‘ eine weitere Wortspielebene ins Spiel gebracht - das könnte man in etwa als ‚Hauptattraktion‘ übersetzen. Jedenfalls versteht Homer nur ‚Traktor‘ - halt der running gag mit dem intellektuellen Gefälle zwischen Daddy (Sicherheitsingenieur im Atomkraftwerk) und Töchterchen, das gerade mal eingeschult wurde.
Marge macht das Frühstück und die Pausenbrote für die Kinder.
Marge: Hier ist dein Toast, Maggie, ich hab ihn selbst
_melbafiziert_. Oh, Lisa, ich hab die alten Zeitungen gefunden
für dein Geschichtsreferat…
Ich schätze „Melba“ könnte ein Markenname sein?
Nope. Höchstens der von Helen Porter Armstrong, die man nach ihrer Heimatstadt Melbourne die ‚Melba‘ nannte. Um das zu verstehen, muss man sich etwas mit den Feinheiten nordamerikanischer Frühstückskultur und nordamerikanischen Diätenwahnsinns auskennen. Der ‚Toast Melba‘ ist angeblich eine Erfindung der o.e. Opernsängerin, der Escoffier den sehr viel bekannteren (und kulinarisch mindestens ebenso bedeutenderen) ‚Pêche Melba‘ widmete. Einen Toast ‚melbafiziert‘ man wie folgt: man nehme eine Scheibe Brot, toaste sie leicht und halbiere dann die Scheibe auf umständlichmöglichste Art und Weise, so dass man zwei Scheiben erhält, die nun allerdings nur noch halb so dick sind sind. Diese toaste man nun in einem zweiten Gang fertig.
Macht natürlich heutzutage kein Schwein mehr und schon gar keine amerikanische Hausfrau - schließlich kann man auch Toastbrot in dünneren Scheiben kaufen … Dass Marge den Toast ihrer Kinder selbst ‚melbafiziert‘ ist natürlich symptomatisch für ihren neurotischen (und von niemandem wahrgenommenen geschweige denn honorierten) Kampf um den Titel der perfekten Mutter und Hausfrau …
Freundliche Grüße,
Ralf
Original?
Hi Matze!
ich bin bei den Simpsons auf zwei Wörter gestossen mit denen
ich nichts anfangen kann; das eine ist „Topotraktor“, und das
andere „melbafiziert“.
Stell’ doch auch den Originaltext hier 'rein!
Gruss,
klaus
Hi!
ich bin bei den Simpsons auf zwei Wörter gestossen mit denen
ich nichts anfangen kann; das eine ist „Topotraktor“, und das
andere „melbafiziert“.
Da hab ich was gefunden:
http://uloc.nerdtank.org/cgi-bin/wiki.pl?Barts/7F08
Überhaupt, die Übersetzungen sind teilweise haarsträubend.
Auf der oben genannten Seite werden einige Folgen „analysiert“.
Es ist aber auch sehr schwierig, eine angemessene Übersetzung zu liefern. Da muß man das Herkunftsland schon genau kennen. Grade bei den Simpsons gibts ja unmengen an Anspielungen, die man in Deutschland einfach nicht verstehen kann, wenn man die USA nur aus den Nachrichten kennt. 
Noch ein Link aus der Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ivar_Combrinck
Von da aus kommst Du auch auf andere Seiten, die sich mit der Synchronisation der Simpsons befassen.
Scheenen!
Markus
kleiner Zusatz
wohl doch mit dem ‚top attractor‘ eine weitere Wortspielebene
ins Spiel gebracht - das könnte man in etwa als
‚Hauptattraktion‘ übersetzen.
‚top attractor‘ = ‚hervorragender Köder‘ - Anglerausdruck …
Ist ja aber mittlerweile geklärt, dass es im Original ‚protractor‘ heisst.
Freundliche Grüße,
Ralf
Hi Mausi,
also das mit dem „attractor“, find ich leider nicht, aber hier ist das original mit „melbafiziert“…
Marge bustles about the kitchen, making breakfast for her family. She
fries eggs, pours orange juice, makes the kids lunches, serves waffles,
and microwaves some toast.
Marge: Here’s your toast, Maggie! I melbafied it myself.
[Lisa walks in] Oh, Lisa, honey, I tracked down those old newspapers for your history project.
mfg
Matze
Hoi Markus,
endlich konnte diese lebenswichtige Frage geklärt werden, vielen Dank :o)
*
Matze
Auch hi,
Überhaupt, die Übersetzungen sind teilweise haarsträubend.
Dem kann ich nur aus tiefsten Herzen zustimmen. Hab’s gestern wieder festgestellt, als im Vorspann (Bart schreibt auf die Tafel) „Boys’ room“ mit „Jungszimmer“ übersetzt wurde. *andenkopfschlag*
Gruß
Murmeltier
1 „Gefällt mir“
Simpson - komische Übersetzungen allgemein
Hallo,
weils mir grad gestern aufgefallen ist und ich
einen kleineren Schreikrampf hatte.
Im Vorspann, Tafelszene.
Bart schreibt auf Englisch:
The boys’ room is not a water fun park.
Übersetzung:
Das Jungenzimmer ist ein Wasserpark.
AAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRRRGHHHHHHHHHHHH
Das hat dann nichts mehr mit schwerverständlichem amerikanischen
Slang zu tun, sondern mit der Unfähigkeit der Übersetzer
(die mir bei Simpsons immer, immer wieder auffällt).
NB: auch Slang, Werbesprache etc. kann man rauskriegen.
Man muss nicht alles wissen, nur wissen, wie man sich helfen
kann.
Gruß
Elke
Hi Murmeltier,
hab’s grad auch geschrieben und dann dein Posting gelesen.
Wir verstehen uns!
Gruß
Elke
Hi Elke,
hab’s grad auch geschrieben und dann dein Posting gelesen.
Wir verstehen uns!
Oh ja! Apropos, dann warst Du das wohl, die ich bis hierher hab’ schreien hören! ;o)
Gruß
Murmeltier
etwas off topic
Hallo Elke (und alle anderen, die’s interessiert),
hier gibt’s eine garantiert synchronfreie Seite mit Barts „Tafelsprüchen“:
http://www.snpp.com/guides/chalkboard.openings.html
Meine Lieblingssprüche:
Fridays are not „pants optional“
A belch is not an oral report
I will only provide a urine sample when asked
A burp in a jar is not a science project
SpongeBob is not a contraceptive
Poking a dead raccoon is not research
Gruß
Murmeltier
1 „Gefällt mir“
Hallo Elke!
Im Vorspann, Tafelszene.
Bart schreibt auf Englisch:
The boys’ room is not a water fun park.
Übersetzung:
Das Jungenzimmer ist ein Wasserpark.
AAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRRRGHHHHHHHHHHHH
Das ist natürlich ein ganz grober Schnitzer, sowas sollte man mit ganz gewöhnlichen Schulkenntnissen korrekt übersetzen können.
Das hat dann nichts mehr mit schwerverständlichem
amerikanischen
Slang zu tun, sondern mit der Unfähigkeit der Übersetzer
(die mir bei Simpsons immer, immer wieder auffällt).
NB: auch Slang, Werbesprache etc. kann man rauskriegen.
Man muss nicht alles wissen, nur wissen, wie man sich helfen
kann.
Gut, als Übersetzer ja. Die sollten schon ihre Quellen haben. Kennst Du zufälligerweise eine gute Adresse/Buch/sonstwas, mit der man auch ungewöhnliche Ausdrücke übersetzen kann? Ich brauche das nicht häufig, aber ab und an, wenn man wieder vor einem Text sitzt, kommt man mit einem normalen Wörterbuch und mit Leo nicht weiter…
Dangöö schon mal!
Scheenen!
Markus
P.S.: I saw nothing unusual in the teacher’s lounge
Hallo Marcus,
Das ist natürlich ein ganz grober Schnitzer, sowas sollte man
mit ganz gewöhnlichen Schulkenntnissen korrekt übersetzen
können.
Eben.
Gut, als Übersetzer ja. Die sollten schon ihre Quellen haben.
Eben, eben.
Kennst Du zufälligerweise eine gute Adresse/Buch/sonstwas, mit
der man auch ungewöhnliche Ausdrücke übersetzen kann?
Nein. Weil gerade aus dem Grund, dass es sowas nicht
wirklich geben kann, Übersetzungsprogramme so schlecht
sind. Weil es immer auf den Kontext ankommt.
Wenn ich auf Ausdrücke stoße, die ich nicht einsortieren
kann, dann helfen am besten immer noch Paralleltexte,
also Texte, die ähnliches beschreiben, die aus dem gleichen
Fachgebiet stammen, aus der gleichen geographischen Gegend.
Und wenn das versagt, muss man sich Menschen suchen (auch
mal über Werweisswas
), die vielleicht in der Richtung
denken.
Sorry, dass ich da keinen universalen Geheimtipp habe.
Gruß
Elke
Grammar is not a time of waste
Ein Hoch aufs Murmeltier!
Nochmal hallo,
…und gestern gab’s wieder einen Schreikrampf meinerseits.
Diese „Genies“ haben doch tatsächlich „wedgies“ mit „Stöckelschuhe“ übersetzt. Aaaaaaaaarghhhhhhh! Sowas kann einem doch jeder Muttersprachler innerhalb kürzester Zeit erklären (oder vormachen, hmpf!).
Viele Grüße
Murmeltier