Letztens habe ich die Nadel aus meinem Vergaser gebaut, weil ich mir das Plätzchen angucken wollte. Dann setzte ich alles wieder zusammen und die S51 lief nur noch auf Vollgas, nach 6mal wieder zusammen und auseinader bauen habe ich dann einen Profi gefragt, der hat die Platte dann um eine Markierung verschoben und alles war wieder ok. Das Gaspedal hatte wieder Spannung und ansonsten ging auch wieder alles.
Wie kann es sein, dass so ein winzigstes Verschieben vom Plättchen solche Auswirkungen hat, kann mir das einer erklären?
Die Nadel is konisch, daher auch die Unterschiede, je nach Kerbe, wo das Plättchen drin is. Hängt die Nadel höher, bleibt mehr vom Querschnitt der Nadeldüse (2,15 mm) offen. Je nach Motor und Einstellung ist es erforderlich, dass die Nadel eine Kerbe nach oben oder nach unten gesetzt werden muss, um die optimale Leistung zu erreichen.
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Wie kann es sein, dass so ein winzigstes Verschieben vom
Plättchen solche Auswirkungen hat, kann mir das einer
erklären?
Das lag nicht nur daran. Das Verstellen der Nadel in der Position kann kein Vollgas verursachen. Da war die Nadel wahrscheinlich nicht in der Düse und dadurch hing der Schieber in Position Vollgas.
Das lag nicht nur daran. Das Verstellen der Nadel in der
Position kann kein Vollgas verursachen. Da war die Nadel
wahrscheinlich nicht in der Düse und dadurch hing der Schieber
in Position Vollgas.
Das merk ich doch, wenn der Schieber nich „flutscht“…
Beim 16N1-X reguliert man mit der Anschlagschraube ja auch gleichzeitig das Standgas, beim 16N3-X is der Nippel (die Führung fürn Schieber) fest im Gehäuse eingegossen. Und selbst, wenn die Nadel aufem Rand vonner Nadeldüse aufstaucht, merk ich das, da die Kappe, wenn überhaupt, nur mir erhöhtem Kraftaufwand zuzuschrauben is…
wenn Du die Nadel eine Kerbe höher hängst, dann läuft der Motor fetter, eine Kerbe tiefer und der Motor läuft magerer. Diese Verstellung wirkt vor allem auf den Teillastbereich. Bei Vollgas ist die Nadel so weit oben, das die Hauptdüse ganz oder fast ganz (je nach Vergaserbauart) offen ist, weshalb die Nadelhöhe keine oder fast keine Auswirkung hat.
Da die Luftmenge immer gleich bleibt, wird mit zu fettem Gemisch nur Qualm, Mehrverbrauch und schlechter Motorlauf erzeugt. Bei zu magerem Gemisch gibt es Zündaussetzer und Überhitzung, evtl Schmelzperlen zwischen den Zündkerzenelektroden (zu niedriger Wärmewert). Das die ganze Sache nur in einem sehr engen Bereich funktioniert, hast Du ja mitbekommen. Bei früheren Rennmotoren mit Vergaser ist die Einstellung
noch viel filigraner. Da gab es Tabellen, für die Vergasereinstellung (Nadeleinstellung und Düsengrösen) in Abhängigkeit von Aussentemperatur und Luftdruck.
Eine Änderung beim (Simson-)Vergaser wäre evtl erforderlich, wenn anstelle des Serienluftfilters ein Sportluftfilter mit weniger Luftwiderstand eingesetzt wird.