Hallo
Ich möchte meine Diplomarbeit über den Materialfluss im Industriebetrieb xy schreiben. Die aktuelle Situation im Betrieb ist dass Stapler auf Zuruf eine Maschine mit Teile beliefert oder die Teile zum Lager oder zu einer anderen Maschine abtransportieren.
Ich möchte dies gerne über ein Staplerleitsystem regeln. Staplerleitsystem bedeutet dass jeder Stapler über eine Zentralle informiert wird wo seine nächste Station ist.
Wir reden hier von einer Abteilung mit ca. 30 Maschinen (Testphase).
Jetzt wollte ich fragen ob es kompliziert ist die Ist-Situation und Soll-Situation zu simmulieren und welche Software hierfür geeignet wäre.
Es ist nicht nötig die Produktionsschritte usw. darzustellen sondern lediglich die An- und Abfahrten an den Maschinen.
Ziel sollte es sein die Veränderung bezüglich DLZ, Anzahl Stapler usw. angeben zu können.
Um hier eine Antwort geben zu können die dir wirklich weiterhilft solltest du zuerst einmal klarstellen ob du eine „fertige“ Softwarelösung einsetzen möchtest oder ob du diese Simulation selbst „bauen“ willst. Wen du das weisst ist zu klären ob du die Daten eines echten SLS verwenden kannst/willst oder ob du rein fiktive Fahraufträge simulieren willst.
Es gibt sehr Leistungsfähige 3D-Simulationssysteme die auf Basis vergangener Daten und Parametrierung zukünftige Abläufe visuell Darstellen.
Egal wie, ein solches fertiges System ist relativ teuer, eines selbst zu bauen relativ kompliziert - beides weil die dahinterstehende Logik des Staplerleitsystems meistens doch recht komplex ist. Hier werden Fahrwege optimiert, Eilaufträge priorisiert, Fahrverbote für bestimmte Staplertypen beachtet, Qualifikation der Staplerfahrer berücksichtigt etc.
Ich bin mir fast sicher du befindest dich noch in der Anfangsphase deines Projektes…du solltest die zuerst einmal die Arbeitsweise des eingesetzten Staplerleitsystems als Basis deiner Simulation genau anschauen. Erst wenn du weißt welche Parameter gesetzt werden können, kannst du entscheiden ob du die Simulation vielleicht selbst mit einer 3D-Software wie Blender erstellst oder ob du professionelle Hilfe in Anspruch nimmst und dafür die geforderten Honorare zahlen kannst.
Ich kann am Montag noch mal nachschauen…wir hatten erst kürzlich Kontakt zu einem Anbieter von Lager- und materialflusssimulationen…ich komm nur grad nicht mehr auf den Namen *grml*…
ich hatte bisher nur mit Staplerleitsystemen in Verbindung mit einer Lagerverwaltungssystem zu tun, d.h. das Leitsystem war ein Modul des LVS. Insofern kann ich leider keine Tipps zu eigenstaendigen Loesungen geben. Bei google gibt es aber einige Treffer und im Rahmen eines Beratungsprojektes hatte ich auch schon mal Kontakt mit einem Anbieter. Ist aber lange her und ich erinnere mich auch nicht an den Namen.
Die Simulationen der Ist- und der Soll-Situation wird in der Regel von den Anbietern selbst vorgenommen. Die Simulation ist insofern also das Vertriebstool, mit dem Einspar- und Verbesserungspotentiale berechnet werden. Vielleicht hilft ja die Nachfrage bei den Anbietern, wie genau diese Vorgehen. Wenn die Anbieter eine Aussicht auf Umsatz haben (wenn nicht, kann man ja so tun als ob ) sind diese sicherlich hilfsbereit.
Kompliziert ist die Simulation also, wenn man diese selbst vornehmen muss. In Zusammenarbeit mit den entsprechenden Firmen, sollte das aber - mit den Entsprechenden Daten - kein Problem sein.
Erfahrungen mit Simulationssoftware habe ich leider nicht. In einem Betrieb mit etwa 110 Maschinen hab ich das „Steuerproblem“ anno 1988 mit farbigen Karten gelöst, die über der Maschine hochgezogen wurden. Je eine Farbe für
Rohmaterialnachschub
Verpackungsnachschub
Volle Palette an Lager
Als ich im Fertigwarenlager eine Infrarotverbindung an einen Steuerrechner installiert und in Betrieb genommen hatte, wurde die Steuerung an die Stapler in der Fertigung auch auf Infrarotverbindung umgestellt und die o.a. Signale via Leitrechner übermitttelt. An den Hallensäulen im Nahbereich der Maschinen wurden einfache Terminals installiert, wo zunächst die Anforderungen (s.o.) ausgewählt wurden. Die kamen in dem Leitrechner in eine sequenzielle Tabelle. Meldete ein Stapler eine Fahrt als erledigt, so suchte die einfache „Steuersoftware“ in den nächsten Anforderungen nach der räumlich nächsten Adresse. Dieser Suchvorgang, also die Auswahl des nächsten Fahrbefehls, wurde in der Praxis noch etwas „aufgemotzt“ um möglichst optimal zu funktionieren. Eine Simulation war nicht wirklich erforderlich. Anhand der statistisch ermittelten Transportleistung im Betrieb wurde mit einer entsprechenden Anzahl Stapler begonnen, die im Zuge der o.a. Anpassung etwas reduziert werden konnte, weil Stillstandzeiten und Leerfahrten minimiert wurden.
Im nächsten Schritt wurden über die bereits installierten Terminals von den Maschinen Rückmeldungen zu Fertigungsaufträgen erfasst bzw. aus den o.a. Steuerinformationen abgeleitet um Rückmeldungen an das ERP-System zu generieren.