Hallo,
ja, das war auch schon vor 25 Jahren bekannt. 
Wenn ich Dich damals schon gekannt hätte, hättest Du mir die äußerst schwere Entscheidung ja abnehmen können, ob ich ihn unmittelbar nach der Geburt gegen Hirnhautentzündung impfen lassen sollte oder nicht mit der Aussicht, es frühestens erst nach dem 6. Monat zu wissen, ob sie erfolgreich war bzw. (viel schlimmer) schädliche Nachwirkungen haben wird. Impfungen sind ja kein Kinderspiel, gelle?
Das ist die eine „Kiste“
Nun bin ich aber momentan gerade wieder schwanger, im 7.
Monat. Und da wurde ich auf die Möglichkeit des Einfrierens
von Nabelschnurblut (also Stammzellen) aufmerksam gemacht. In
diesem Zusammenhang habe ich viel gelesen, und es ging eben
auch um das Phänomen des Neugeborenenblutes, das noch
keinerlei Abwehrstoffe enthält, weshalb es ja so
wertvoll, weil praktisch universell bei wirklich jedem
Empfänger einsetzbar ist.
Hm, aber Abstoßungsreaktionen kann es doch schon hervorrufen?
Nein, Nabelschnurblut eben nicht. Deshalb sind die wohl alle so scharf drauf. Wenn Du Leukämie hast, ist das als einziges bei wirklich jedem Kranken, welcher Blutgruppe etc. auch immer, anwendbar.
Oder ist das Problem „Rhesus-positves Kind und Rhesus-negative
Mutter“ nicht mehr so erklärt, dass da solche Reaktionen
ablaufen?
Dieses Problem ist nur relevant, wenn die Mutter und der Vater die gleiche Blutgruppe haben. DANN spielt es eine Rolle, welchen Rhesusfaktor die Mutter hat. Ist sie Rhesusfaktor positiv, wird heutzutage prophylaktisch bei jeder ungeraden Schwangerschaft das Blut ausgetauscht. DIESE Info liegt allerdings wirklich fünf Jahre zurück. Da gibt es vielleicht mittlerweile besser Methoden. Ist die Mutter negativ, ist es völlig egal.
Im Übrigen sprachen wir aber ja wohl über Allergien im Zusammenhang mit Stillen, oder?
Keine Abwehrstoffe aber bedeutet eben auch, dass bei
beispielsweise Fütterung (also nicht dem Stillen) das
Immunsystem nicht nur keine Abwehrreaktionen zeigen kann, es
entwickelt auch gar keine!
Es entwickelt sich aber. Und wenn es während der Entwicklung
z.B. der allergenhaltigen Kuhmilch ausgesetzt ist, dann kann
es leichter eine spätere Milchallergie (andere Allergene
beliebig einsetzen) entwickeln, weil eben die Reaktion auf das
Allergen schon sehr früh "einprogrammiert wurde.
Diese Art Allergie entwickelt das Kind aber, egal ob es gestillt worden ist oder nicht. Oder? Und wie erklärst Du Dir dann den Erfolg der Hyposensibilisierungsverfahren? Der Rückschluss, dass ein Aussetzen mit einem Nahrungsmittel eine Allergie darauf zur Folge hat, erscheint mir aber irgendwie abenteuerlich. Aber ich gebe zu, dass ich da nicht den hundertprozentigen Durchblick habe.
DIE Argumente, die ich schon alle gehört habe (denn als junge Mutter mischt sich leider wirklich jeder in solche Dinge ein), waren meistens so allgemein und dann auf Nachfragen schlecht bis widerlegbar erklärt, wie halt diese Aussage, langes Stillen wirke Allergien vor. Und SO einfach ist das eben scheinbar doch nicht.
Ich habe ja meinen Sohn auch ein halbes Jahr voll gestillt, und trotzdem kämpft er mit Kontaktallergien. Gerade bei diesen Neurodermitisgeschichten aber konnten bislang keinerlei echte Zusammenhänge zum Stillverhalten bewiesen werden. Wenn doch, und ich habe es überlesen, kläre mich bitte auf. Oder vielleicht weißt Du ja Mittel und Wege, wie ich meinem Sohn den permanenten Juckreiz und mir den Geldbeutel wegen des teuren Allergikerwaschmittels erleichtern kann. *verzweifelt*
Es geht also gerade nicht um die Reaktionen im Säuglingsalter
sondern um die spätere Neigung.
Das verstehe ich jetzt aber irgendwie nicht…
Passt es mit der o.g. Info besser?
Tja, ein ziemlich weites Feld.
Was mich aufbringt, ist das ewig schlechte Gewissen, das einem gemacht wird mit dem Stillen. Und dann will man konkrete Dinge hören und bekommt sie leider nicht ;-(
Aber ich danke Dir trotzdem für Deine detaillierten Ausführungen.
Liebe Grüße
Jana