Hi,
Ich streite nicht ab, dass das vor 20 Jahren noch anders war,
und man sich als niedergelassener (Fach)Arzt noch einen
goldenen Hintern verdienen konnte.
Heute sieht das anders aus! Ganz anders.
ach komm, natürlich gibt es die von Dir beschriebenen Fälle, allerdings gibt es noch genügend Ärzte die immer noch sehr gut verdienen. Es gibt nach wie vor noch Ärzte, die Ferienwohnungen auf Mallorca haben (niedergelassene Ärzte einer Kleinstadt), die sich teure Urlaube leisten können etc.
Und auch der Arbeitstag eines Arztes hat nur 24 Stunden!
Das ist richtig, aber deshalb können Ärzte trotzdem einfühlsamer sein:
Meine Schwiegermutter erkrankte an einem Gehirntumor. Die Art des Arztes ihr das schonend beizubringen war folgende:
Tür zum Krankenzimmer wurde aufgemacht, Arzt stellt sich mitten in den Raum: „Wer ist den Frau X?“ (4-Bett Zimmer) Z: „Das bin ich“. Arzt: „Guten Tag, sie haben einen Gehirntumor, der ist nicht operabel, um den Tumor zu bestimmen werden wir sie in die Uniklinik verlegen, dort wird Ihnen alles weitere erklärt.“ Arzt dreht sich um und geht wieder.
Einzelfall? Nein:
Nach der Chemo wurde Schwiegermutter entlassen. Zwei Tage nach ihrer Entlassung hatte sie starke Schmerzen in beiden Beinen. Durch die Krankheit hatte sie gewisse Probleme, manche Dinge zu erfassen. Sie hat dann im KH angerufen und dort ihre Beschwerden geschildert. Die „nette“ Ärztin hat ihr dann mitgeteilt, daß das Wadenkrämpe wären, sie solle doch jemanden ins KH schicken (Samstag), sie würde Novalgintropfen für sie hinterlegen. Ich habe mit Engelszungen auf meine Schwiegermutter eingeredet, sie möge sich doch untersuchen lassen, sie hat sich geweigert wie ein sturer Esel, schließlich hat ihr die Ärztin ja erklärt es wären nur Wadenkrämpfe. Auf der Station angekommen, wollte ich mit der Ärztin sprechen, diese war aber nicht mehr erreichbar. Auf meine Frage wer denn die Verantwortung übernehme falls es doch keine Wadenkrämpfe wären, antwortete mir der Krankenpfleger „der Hausarzt“.
Am Montag mußte meine Schwiegermutter mit Atemnot wieder ins KH eingewiesen werden. Die „Wadenkrämpfe“ hatten sich als Thrombosen herausgestellt, die bereits zu einer massiven Lungenembolie geführt hatten, sodaß sie ca. 2 Wochen lang in ein künstliches Koma versetzt werden mußten und wir nächtelang an ihrem Bett saßen, weil sie jeden Moment zu sterben drohte.
Von der Ärztin (war auf dieser Station beschäftigt) haben wir nie eine Entschuldigung gehört. Wahrscheinlich war es ihr wurscht ob meine Schwiegermutter an dieser Lugnenembolie stirbt oder ein paar Monate später an ihrem Tumor.
Für uns Angehörige war es aber furchtbar. Meine Schwiegermutter wurde durch die Embolie weit zurückgeworfen. Der Tumor konnte nicht mehr behandelt werden, alles was sie vor der Embolie mühsam wieder erlernt hatte, war weg. Die Monate, die ihr noch blieben waren alles andere als schön…
Gruß
Tina