Sind ärzte überfordert?

hallo!
dies ist mal eine allgemeine frage zum thema ärzte und deren möglichkeiten und grenzen.
ich habe nämlich das gefühl, dass einige ärzte,zumindest die ärzte bei denen ich bisher war nicht verstehen , was einem fehlt, oder gar nicht versuchen es herauszufinden. oder aber sie stecken einen sofort in eine schublade unter „der will eh nur krankgeschrieben werden, um nicht arbeiten zu müssen“ oder „der tut so als hätte er etwas, um ein entsprechendes medikament zu erhalten“.
als hätten jetzt plötzlich alle menschen medizin studiert…
am empfang wird man jetzt auch schon immer gefragt:„was haben sie denn?“
na, also wenn ich DAS wüsste… dann wäre ich arzt!
oder ist es bei ärzten einfach ein so anstrengender job?
bezogen auf soo viele menschen, die jeden tag erscheinen, nur weil es ihnen schlecht geht.
das ist für einen arzt bestimmt nicht immer einfach, denn er ist ja den ganzen arbeitstag lang damit beschäftigt „probleme“ (krankheiten) zu lösen.
man versetze sich einfach mal in deren lage: es kommt ein patient herein und schildert seine beschwerden… da fallen einem arzt bestimmt sofort 100 dinge ein, wo dort das problem stecken könnte…

aber ich will meine frage hier ja nicht selber beantworten.
ich will eigentlich nur wissen, was ihr darüber denkt!

Sind Ärzte heutzutage überfordert?

Zum Teil sind die Ärzte wirklich überfordert. Die teilweise „schlechte“ Behandlung der Ärzte kommt einfach von Zeitmangel. Viele Ärzte schaffen es einfach nicht einem Patienten so viel Zeit entgegebenzubringen wie er bräuchte. Zudem habe viele niedergelassene Ärzte ja noch ihr Budget im Kopf, was also dieser „Kassenpatient“ wieder kostet und wie er das möglicherweise gewinnbringend abrechnen kann. Wobei es ganz ehrlich den niedergelassenen Ärzten nicht wirklich schlecht geht. Ich würde sagen sie sind bedingt überfordert was aber zum Großteil unserem Gesundheitssystem zuzusprechen ist.

Guten Morgen,

ich denke, dass die meisten (niedergelassenen) Ärzte wirklich ein Zeitproblem haben. Das liegt aber meiner Meinung nach eher daran, dass sie neben ihrer eigentlichen Aufgabe - der Behandlung von Patienten - einen nicht unerheblichen Verwaltungsaufwand betreiben müssen. Das fängt bei der Kassengebühr an und hört beim Qualitätsmanagment auf. Dazu kommen dann noch die obligatorischen Weiterbildungen und natürlich der Druck durch Budgetierungen.

LG Kathi

In den Forumsregeln steht, daß die Regeln der Rechtschreibung zu beachten sind.

Ich für meinen Teil finde es zu mühselig, mich durch einen unstrukturierten Text in Kleinschreibung hinduchzuwühlen.

Deshalb laß’ ich mal eine Antwort.

Hallo,

als hätten jetzt plötzlich alle menschen medizin studiert…
am empfang wird man jetzt auch schon immer gefragt:„was haben
sie denn?“
na, also wenn ich DAS wüsste… dann wäre ich arzt!

öhm, die Frage „Was haben Sie denn?“ ist eine Frage nach deinen Beschwerden. Soviel dazu.

Was die Überforderung betrifft - na ja, sicherlich, da werden die Patienten der Reihe nach durchgeschleust, der Arzt verschwindet nach der Behandlung gleich ins nächste Zimmer damit er nicht mal warten muss bis du dich wieder angezogen hast und aus der Tür raus ist - also so ist es bei meinem Hausarzt. Es ist aber nicht bei allem so.

Ich habe einen Facharzt bei dem man meinen könnte dass er wenige Patienten hat, das Wartezimmer ist niemals proppenvoll und man kommt sehr schnell dran. Aber ich denke mal es ist einfach gutes Zeitmanagement. Er ist ein sehr guter Arzt, nimmt sich sehr lange Zeit für den Patienten.

Diese Erfahrung habe ICH persönlich überwiegend bei Fachärzten gemacht. Bei Allgemeinärzten habe ich es oft erlebt dass alles zackig gehen muss. Und, ja- da kann man schon manchmal das Gefühl bekommen, abgefertigt zu werden. Ich war einmal mit sehr starken Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit bei einem eigentlich sehr lieben, kroatischen Allgemeinarzt. Und als ich meine Beschwerden geschildert habe, meinte er so „jaaa was kann man machen, nimmst du mal eine Aspirin vielleicht“

Da bin ich auch etwas ins Grübeln geraten denn dafür hätte ich keine Stunde im Wartezimmer sitzen müssen. Aber ich denke dass gerade Hausärzte vielleicht oft genervt sind, weil viele Leute, zum Beispiel ältere, jede Woche mit irgendwelchen Wehwehchen vorbei kommen weil ihnen langweilig ist.

Schöne Grüsse
Blumenkind

Na, das ist doch mal gar keine so falsche Antwort von einem Arzt.

Neben der Überforderung durch das System, die schon angesprochen wurde, und für die ich vollstes Mitgefühl habe, denn so mancher wirkliche Heiler, der auch Arzt ist, wird dadurch ganz bestimmt über die Maßen frustriert, daneben ist es aber auch ein ganz anderes System, das ärztliches Wirken begrenzt- die Standardisierung und Reglementierung in Diagnostik wie Behandlung.
Das ist starr und leblos und erfasst nur selten den Kern des Menschen, der ja meist nur krank wird, weil in der Tiefe, weit tiefer als auf der physischen Ebene etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Dafür braucht es andere Sinne, als die im Kopf und in Listen abgespeicherten Tabellen.
Wer anders auch könnte, bekommt dafür keine Zeit, oder, wer anders nicht kann, wird Schulmediziner…

Wenn sich dann ein Arzt hier über Nichteinhaltung der Regeln beschwert, statt zu antworten, dann ist das auch eine Antwort.
Nichts für ungut, ich bin keine Gegenerin der Schulmedizin, aber sie hat ihre Lücken und gerät derzeit an ihre Grenzen.Aus materiellen Gründen gerät ein rein materiell ausgerichtetes System an seine Grenzen…Es war zu erwarten, aber zurück zur Frage, ja, sie sind oft überfordert, sehr.
Aber es gibt immer noch diese Perlen von Ärzten, die wahre Heiler sind und es irgendwie schaffen, das System zu surfen.
Da hilft nur suchen!

Zahira

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danke schon mal für eure meinung!
das mit der GROßSCHREIBUNG habe ich zwar nicht wirklich verstanden, aber darauf antworte ich jetzt einfach mal nicht.
bisher überwiegt die meinung , ärzte seien überfordert.
ich sage es einfach mal: es geht hier NICHT darum ärzte schlecht zu machen. wenn jemand eine gute meinung über seinen arzt hat, möchte ich natürlich auch diese ansicht gerne als antwort hier eingetragen haben.
ich kenne z.b. einen physiopraktiker (ich glaube dass man das so nennt)
der ist sehr gut. man muss zwar schon morgens um 05:00 vor der tür stehen, um gegen 07:00 eingelassen zu werden, um entsprechend einen frühen termin zu beckommen, da es dort keine wochenplanung zu geben scheint. es wird quasi der behandelt, der auch da ist. und nicht so wie bei anderen, wo man im wartezimmer sitzt, sich natürlich schon angemeldet hat, aber trotzdem alle anderen , die viel später erschienen sind, trotzdem noch vor einem drankommen.
wie bereits angemerkt , liegt das warscheinlich am zeitmanagement.
ärzte müssen ja heutzutage nicht NUR"" behandeln… sie müssen auch berechnen (€) und planen wer zu welcher zeit und wie eilig es ist…

ich war auch schon ein mal im krankenhaus (weil sonntag) wegen eines unfalles mit meinem motorrad. ich bin mit ca 120 kmh von der straße abgekommen und gegen ein verkehrsschild geprallt. dachte es könnte vieleicht ein angeknackstes schienenbein sein, also vieleicht mal röntgen oder so.
aber nein!
die schwester an der aufnahme hat sich das angesehen, und meinte nur : „das ist ja schon verschorft.“
ja, kein wunder, wenn man nachts bewußtlos an der straße liegt und es erst am nächsten tag ins krankenhaus schafft…
naja, ich durfte dann noch 4 stunden im aufenthaltsraum warten, bis mir die lust vergangen ist, und ich mich nach hause geschleppt habe (samt motorrad ca 200kg)

fazit: ich vertraue den Ärzten nicht mehr!

die äußeren Umstände - für Ärzte immer schlimmer
Hallo!

Wobei es ganz ehrlich den niedergelassenen Ärzten nicht wirklich
schlecht geht

Solange ein Arzt z.B. für einen Hausbesuch nachts eine lächerliche Bezahlung bekommt, solange er sich zwangsläufig mit viel Verwaltungsaufwand beschäftigen muss, um seinen „Laden am Rennen“ zu halten, wird es immer weniger Zeit für die Patienten geben.

Ruf mal einen Schlüssel-Notdienst…DAS kostet Geld!

Es gibt mittlerweile Ärzte, die sich mit ihrer Praxis nur mühsam über Wasser halten können, einige geben ganz auf.

Ich streite nicht ab, dass das vor 20 Jahren noch anders war, und man sich als niedergelassener (Fach)Arzt noch einen goldenen Hintern verdienen konnte.

Heute sieht das anders aus! Ganz anders.

Und auch der Arbeitstag eines Arztes hat nur 24 Stunden!

Angelika

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naja, ich durfte dann noch 4 stunden im aufenthaltsraum warten, bis
mir die lust vergangen ist, und ich mich nach hause geschleppt habe
(samt motorrad ca 200kg)

Das wäre wohl mit einem gebrochenen Bein nicht möglich gewesen…keine Lust auf Krankenhaus und Röntgen - da fällt mir nichts mehr ein!

Entweder brauchst Du Hilfe, oder aber nicht. Wohl Letzteres.

Übrigens zur Schrift: es ist unhöflich, anderen Menschen schwer lesbare, unstrukturierte Texte hinzuwerfen.
Und noch unhöflicher, sich über Anmerkungen darüber im Sinne von „na klar, da spricht ein Arzt, das passt ins Bild“ zu mokieren.

Angelika

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Und noch unhöflicher, sich über Anmerkungen darüber im Sinne
von „na klar, da spricht ein Arzt, das passt ins Bild“ zu
mokieren.

Das hat nicht er getan, das war ich.
Und das meine ich genau so, wie ich es geschrieben habe.
In aller Differenziertheit und Anerkennung dessen, dass es auch ganz wunderbare Ärzte gibt, die unter großen Widrigkeiten großartige Arbeit leisten.

Zahira

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Hi,

Ich streite nicht ab, dass das vor 20 Jahren noch anders war,
und man sich als niedergelassener (Fach)Arzt noch einen
goldenen Hintern verdienen konnte.

Heute sieht das anders aus! Ganz anders.

ach komm, natürlich gibt es die von Dir beschriebenen Fälle, allerdings gibt es noch genügend Ärzte die immer noch sehr gut verdienen. Es gibt nach wie vor noch Ärzte, die Ferienwohnungen auf Mallorca haben (niedergelassene Ärzte einer Kleinstadt), die sich teure Urlaube leisten können etc.

Und auch der Arbeitstag eines Arztes hat nur 24 Stunden!

Das ist richtig, aber deshalb können Ärzte trotzdem einfühlsamer sein:

Meine Schwiegermutter erkrankte an einem Gehirntumor. Die Art des Arztes ihr das schonend beizubringen war folgende:

Tür zum Krankenzimmer wurde aufgemacht, Arzt stellt sich mitten in den Raum: „Wer ist den Frau X?“ (4-Bett Zimmer) Z: „Das bin ich“. Arzt: „Guten Tag, sie haben einen Gehirntumor, der ist nicht operabel, um den Tumor zu bestimmen werden wir sie in die Uniklinik verlegen, dort wird Ihnen alles weitere erklärt.“ Arzt dreht sich um und geht wieder.

Einzelfall? Nein:

Nach der Chemo wurde Schwiegermutter entlassen. Zwei Tage nach ihrer Entlassung hatte sie starke Schmerzen in beiden Beinen. Durch die Krankheit hatte sie gewisse Probleme, manche Dinge zu erfassen. Sie hat dann im KH angerufen und dort ihre Beschwerden geschildert. Die „nette“ Ärztin hat ihr dann mitgeteilt, daß das Wadenkrämpe wären, sie solle doch jemanden ins KH schicken (Samstag), sie würde Novalgintropfen für sie hinterlegen. Ich habe mit Engelszungen auf meine Schwiegermutter eingeredet, sie möge sich doch untersuchen lassen, sie hat sich geweigert wie ein sturer Esel, schließlich hat ihr die Ärztin ja erklärt es wären nur Wadenkrämpfe. Auf der Station angekommen, wollte ich mit der Ärztin sprechen, diese war aber nicht mehr erreichbar. Auf meine Frage wer denn die Verantwortung übernehme falls es doch keine Wadenkrämpfe wären, antwortete mir der Krankenpfleger „der Hausarzt“.

Am Montag mußte meine Schwiegermutter mit Atemnot wieder ins KH eingewiesen werden. Die „Wadenkrämpfe“ hatten sich als Thrombosen herausgestellt, die bereits zu einer massiven Lungenembolie geführt hatten, sodaß sie ca. 2 Wochen lang in ein künstliches Koma versetzt werden mußten und wir nächtelang an ihrem Bett saßen, weil sie jeden Moment zu sterben drohte.

Von der Ärztin (war auf dieser Station beschäftigt) haben wir nie eine Entschuldigung gehört. Wahrscheinlich war es ihr wurscht ob meine Schwiegermutter an dieser Lugnenembolie stirbt oder ein paar Monate später an ihrem Tumor.

Für uns Angehörige war es aber furchtbar. Meine Schwiegermutter wurde durch die Embolie weit zurückgeworfen. Der Tumor konnte nicht mehr behandelt werden, alles was sie vor der Embolie mühsam wieder erlernt hatte, war weg. Die Monate, die ihr noch blieben waren alles andere als schön…

Gruß
Tina

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Moin!

Entschuldigung, Du hast Recht.
Nicht der UP hat das geschrieben, sondern ich habe es aus einem Deiner Texte entnommen.

Angelika

Hallo!

Das, was Du schreibst, ist wirklich schlimm.
So sollte niemand behandelt werden, ganz egal ob im Krankenhaus, einer Praxis oder - mal weg vom Medizinischen - überhaupt im Leben.

Aber zeigen nicht grade Deine Beispiele, wie es in Deutschland um die Arbeit der (Krankenhaus)Ärzte bestellt ist?

Nach Doppelschichten mit Rufbereitschaft (nicht nur einem) Patienten solche belastenden, schlimmen Diagnosen mitzuteilen, während bergeweise Schriftverkehr wartet, und noch weitere 40 Patienten auf die Visite.

Ich bin mir ganz sicher, dass nicht ein einziger Arzt diese Umstände gut heißen würde. Keiner!
Wir selbst haben es auch erlebt, dass meiner damals 50-jährigen Freundin mit Ovarial-Carcinom eine Bluttransfusion mit dem Kommentar gegeben wurde „was das wieder kostet, und bei Ihnen bringt das eh nichts mehr“.

Warum wohl wandern so viele junge Ärzte ins Ausland ab?

Weil die Arbeitsbedingungen anderswo erheblich humaner sind. Wir müssen uns in D leider darauf vorbereiten, dass es noch schlimmer wird und wir froh sein können, wenn uns der Arzt überhaupt noch verstehen kann.

Angelika

Hallo Angelika,

ich mag das so nicht gelten lassen. Überarbeitung hin oder her, für eine solche Diagnose muß sich ein Arzt Zeit nehmen, die in der Uniklinik, die ja nun weit größer ist, haben das ja auch gemacht.

Und die Ärztin die das Novalgin herausgab, arbeitet auf einer Krebsstation. Die können i. d. R ihre Arbeiten gut planen, da gibt es wenig Notfälle. Und gerade sie hätte ja wissen müssen, daß nach einer Chemo mit Bestrahlung, Nebenwirkungen in Form von Thrombosen auftreten können.

Gruß
Tina

Hallo Tina!

Ärzte sind auch nur Menschen, und Fehler treten - so schlimm es auch im medizinischen Bereich ist - auf.

Ich persönlich finde es unwürdig, wie mit Kranken z.T. umgegangen wird, doch sprichst man mit den Ärzten in ihrer Freizeit, kommt die Hilflosigkeit ganz deutlich rüber.

Und auch die Ausweglosigkeit in unserem total kranken Gesundheitssystem mit den „blutigen Entlassungen“ nach OPs, der unmenschliche Umgang mit Todkranken, die stundenlangen Wartezeiten für Patienten in den Notaufnahmen.

Sind Ärzte selbst Patienten, dann geht es ihnen auch nicht unbedingt besser, grade so im Bekanntenkreis erlebt.

Wir werden leider nichts daran ändern können, sollten es aber immer wieder versuchen.

Angelika

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Hi Angelika,

Du hast in einigen Teilen ja recht. Trotzdem wäre es wohl das Mindeste gewesen, daß sich die Ärztin, die Medikamente herausgibt ohne den Patienten zu sehen, entschuldigte hätte. Mal abgesehen davon, daß es eigentlich ein Ärztefehler ist, den sie begangen hatte.

Meine Schwiegermutter hat sich durch die Chemo gekämpft um noch ein paar lebenswerte Monate zu haben, nach der Embolie ging es ihr schlechter wie vor der Chemo.

Wir haben auch nie etwas gegen diese Ärztin unternommen, den Ärger wollten wir uns nicht antun, auch deshalb wäre eine Entschuldigung angebracht gewesen.

Dieses KH genießt aber auch bei den umliegenden Ärzten nicht den allerbesten Ruf…

Gruß
Tina