Sind Antidepressiva alle nur Placebsos?

Wirkstoff Amitriptylin = ein altes Mittel
wiegesagt - ich spreche von den neueren, moderneren, insbesondere den Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern.

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Buchempfehlung
Hi MGM,

in dem Buch von Joachim Bauer „Das Gedächtnis des Körpers“ ist nicht nur beschrieben, wie sich die Depression körperlich (und geistig) äußert sondern auch, wie sich die Medikamente auf das psychische und physische Erleben auswirken.

Er beschreibt,welche Vorgänge eine Depression im Körper auslöst und ebenso, welche Wirkung Medikamente auf ebendiese haben.

Kann ich dir nur empfehlen.
Falls mich die Muse küsst, lese ich nochmal quer und schreibe dir etwas mehr dazu.

Liebe Grüße,
jeanne

Seroxat
Hallo!

Das war’s bei mir. s.u.

Grüße
kernig

Ja, gut, das würde ich schon zu den neueren rechnen. Aber jeder Mensch reagiert eben auch speziell auf ein Medikament. Man muss einfach schauen, was einem bekommt und was nicht.

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Hi
Parallel dazu empfehle ich mal den Klassiker von BENKERT und HIPPIUS uber Psychopharmakologie.
Gruß,
Branden

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Bedingung
Hallo!
Da geb ich Dir recht.

Dazu braucht man aber einen Arzt, der einem auch glaubt, ob es einem bekommt oder nicht. Und niemanden, der die Nebenwirkungen kleinredet oder als Symptom eines psychisch Kranken abtut.

Grüße
kernig

Dazu braucht man aber einen Arzt, der einem auch glaubt, ob es
einem bekommt oder nicht. Und niemanden, der die
Nebenwirkungen kleinredet oder als Symptom eines psychisch
Kranken abtut.

Ntürlich. Das sollte selbstverständlich sein. In praxi ist dann wohl nur das Problem, dass es zuweilen schwer zu beurteilen ist, ob der Arzt etwas herunterspielt oder kleinredet oder der Patient etwas hypochondrisch wahrnimmt oder aufbläst.
Gruß,
Branden

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Negative Gedankenmuster
Hi, MGM

noch ne kleine Ergänzung:

Wie werden denn in einer Therapie eigentlich die negativen
Gedankenmuster ersetzt bzw. durch positive gesunde ersetzt?

Bin kein Psychologe, lediglich interessierter Laie. Also, liefere ich hier nur ein paar Denkanstöße für Dich. Geht vielleicht auch eher in die philosophische Richtung:

Gehen wir mal von Folgendem aus:

Es gibt die Realität und es gibt die Interpretation dieser Realität durch uns Menschen.
(ist jetzt etwas vereinfacht. Man könnte auch trefflich darüber streiten, ob es überhaupt eine objektive Realität gibt. Aber lassen wir das mal beiseite)

Menschen mit Depressionen oder ganz allg. Menschen mit psychischen Problemen, pflegen eine sehr negative und eine für sie selbst sehr nachteilige Interpretation der Wirklichkeit (natürlich ohne, dass ihnen das bewußt ist! Sie bemerken es nicht). Tatsache ist, dass die Interpretation dieser Wirklichkeit in den meisten Fällen viel viel negativer ausfällt, als die Wirklichkeit dieser Menschen eigentlich ist. Und diese unangemessene Sichtweise der Wirklichkeit, wird im Rahmen einer Therapie zu korrigieren versucht.

Der Witz bei der Sache ist: Man kann die Realität auch unangemessen positiv interpretieren. Der große Unterschied: In diesem Fall geht es einem nicht schlecht, sondern verdammt gut. Das dieses gute Gefühl letztlich objektiv nicht begründet ist, spielt keine Rolle. Man merkt es ja nicht.

Beispiel: Beim Schlendern durch die Fußgängerzone begegnet man einer sehr attraktiven Frau. Man blickt beim Vorübergehen in ihre Richtung und sie lächelt einen an. Man freut sich den ganzen Tag und ist einfach gut drauf.
Was ist aber, wenn diese Dame nur deshalb gelächelt hat, weil sie zufällig gerade an ein witziges Erlebnis vom Vortag dachte und nicht wegen einem selbst gelächelt hat???

Es ist egal. Das Ergebnis ist das gleiche. Man freut sich, weil man denkt, die Dame fand einen sympatisch. Eine eindeutige Fehlinterpretation, aber eine positive!

Umgekehrt funktioniert das leider genau so gut, bzw. schlecht.

Der wesentliche Unterschied zwischen positiven und glücklichen Menschen und depressiven Menschen liegt meiner Meinung nach in einer grundsätzlich unterschiedlichen Art und Weise, wie die Realität wahrgenommen wird.(Die Ursachen dafür können sehr vielschichtig sein)

Hab mal irgendwo den schlauen Satz gelesen „Die Realität können wir nicht verändern, sehr wohl aber die Art und Weise ihrer Interpretation.“

Wenn Du mal durch Deine Krise durch bist, und Deine jetzige Situation rückblickend betrachtest, wird es Dir wie Schuppen von den Augen fallen.

Alles Gute, Rolo

mfg

Hi,

hab was vergessen:

Letztlich geht es bei einer Therapie also darum, dem Betroffenen eine andere Brille aufzusetzen, bzw. zu erreichen, dass er sich selbst eine andere Brille aufsetzt und die Welt mit anderen Augen sieht. Die Wahrnehmung dieser Person soll positiv verändert werden. Um nichts anderes geht es. Schwer genug.

Die Wege und Methoden, wie dies erreicht werden kann, sind sehr unterschiedlich. Viele Wege führen nach Rom, wie es so schön heißt. Medikamente gehören aber wohl auch dazu, weil diese bestimmte biochemische Prozesse, die im menschlichen Gehirn für die Wahrnehmung zuständig sind, entsprechend beeinflussen.

Kenne mich bei Medikamenten nicht so gut aus, aber wichtig ist vor allem, dass diese Mittelchen nicht nur die Symptome kurieren, sondern die Ursachen angehen.

Tschö, Rolo

danke Rolo
dein Text war sehr schön und aufmunternt formuliert.
genau deiner Meinung bin ich auch.Die meisten Sachen die ich als Problem sehe sind eigetnlich nur in meinem Kopf zum Problem geworden.Es sind meist nur irgendwelche Spässe oder Sprüche ohne eine schlechte Absicht.

Das Problem ist leider das ich ja in so einem Zustand alles negativ sehe und in allem das negative auch suche .Habe leider eine blöde Angewohnheit , ich bin im Internet sehr oft am Recherchieren in Foren und allen Möglichen Seiten.Und von diesen Seiten bleibt meistens mehr negatves eigentlich fast nur negatives hängen als positives.

Wenn ich zum Beispiel irgwo lese das bestimmte Personen erfolglos Medikamente genommen haben oder Therapien gemacht haben und es nichts gebracht hat dann beziehe ich solche Sachen sofort auf mich sinke leider noch tiefer werde noch hoffnungsloser.

Ich frage mich immer wie der Therapeut genau vorgehen wird und wie so eine Therapie eigetnlich aussieht, also wie man diese Betrachtugnsweise von der Realität ändert.

lg
MGM

es sind beruhigende wirkstoffe drinen aber du musst selber auch etwas dazu beitragen
denn ich nehme auch antidepressiva und dachte mir vorehr mein leben hat keinen sinn mehr und lag nur im bett aber jetzt probeir ich einfach leben und die tabletten unterstützen mich
ein mann der eine fußverletzung hat muss elebr wieder gehen lernen die hoffnung haben und immer wieder probieren aber er hat die krüken zur stütze
genau so ist mes bei dir auch

Du bist selbst das beste Antidepressiva
Hi, MGM,

ja, das ist normal. Wenn man in einer negativen Stimmung ist, interpretiert man Eindrücke und Informationen etc. immer auch negativ und wird dann noch negativer. Selektive Wahrnehmung ist eine klassiche Ursache für eine sich selbst erfüllende Prophezeihung.

Irgendwie muss man es schaffen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und auf andere Gedanken zu kommen, bzw. gedanklich in eine andere Welt einzutauchen. Schau Dir dann doch einfach ne DVD an, die dir gefällt oder geh Joggen, etc. Ewiges Grübeln über sich und das Leben ist ein Garant für noch miesere Laune. Man kann psychische Verstimmungen nicht intellektuell lösen.

Mit der Wahrnehmung, v.a. mit der Selbstwahrnehmung ist das so eine Sache.

Es gibt z. B. Typen, die sehen echt Kacke aus und sind richtig hohl, aber super selbstbewußt im Anquatscjem von Frauen und es gibt gutaussehende und intelligente Männer, die sich nicht trauen, eine Frau anzusprechen.
(natürlich gibt es auch Deppen, die wissen, dass sie Deppen sind und es gibt tolle Typen, denen das auch klar ist)

Mir ist bei Deinen Postings noch aufgefallen, dass Du Dich sehr für Antidepressiva und deren Wirkung interessierst. Das ist verständlich. Du suchst die schnelle Lösung und Du suchst sie außerhalb von Dir, weil Du Dich selbst für Deine Probleme verurteilst und Dir deshalb eine Lösung aus eigener Kraft nicht zutraust. (Der Mörder kann nicht gleichzeitig auch der Staatsanwalt sein) So ist es aber nicht. Du hast eigentlich keine Probleme, Du bewertest bestimmte Begebenheiten nur nachteilig für Dich. Du leidest ein Urteilen über Dich und die Welt, die DU SELBST gefällt hast. Fälle andere Urteile! Nur Du kannst das.

LG Rolo

ja du hast recht es sind wirklich urteile die ich über mich und über sachen gefällt habe die gesagt wurden.

aber leider hat sich das schon autmatisiert und es läuft ab ohne das ich es merke.
die tabletten sollen eine Stütze sein damit die weitere psychotherapie besser ansetzten kann da ich im moment eh alles schwarz sehe ist es etwas schwerer

das ausbrechen aus dem teufelskreis ist der wichtigste und gleichzeitig auch der schwerste punkt.
ich denke es geht auch darum diesen engativen kreislauf in einen positiven zu verändern

Andere Gedanken
Guten Morgen,

das, was ich Dir so geschrieben habe, ist „nur“ meine private Ansicht. Ich bin wie gesagt, kein Experte. Bitte vergiß das nicht.

Wenn das alles so leicht zu lösen wäre, gäbe es keine Psychologen mehr. Andererseits gibt es auch sehr viele Menschen, die keine depressiven Verstimmungen haben.

Was mir noch wichtig erscheint:

Beschäftige Dich nicht allzusehr mit Deinen Problemchen, sonst kommst Du immer tiefer in die Suppe.

Lenke Dich ab, triff Dich mit Freunden, geh ins Kino, treibe Sport, trete einem Verein bei, sammle Briefmarken, etc. Was auch immer.

Du mußt raus aus dieser Endlos-Gedanken-Grübel-Schleife, die schon morgens nach dem Aufwachen beginnt und die dann den ganzen Tag bestimmt.

Du darfst Dich andererseits aber auch nicht zu sehr unter Druck setzen dabei, sonst ist das auch wieder nicht gut.

Du selbst und nur Du selbst, bist der Schmied Deines Glückes. Ob Du die Realität in bunten Farben siehst oder pechschwarz, es bist immer Du, der das tut.

Es gibt kein Schicksal, dem man ohnmächtig ausgeliefert ist. Das ist nur eine Ausrede, um die Lösung nicht bei sich selbst suchen zu müssen.

LG Rolo

Weisst du was das von dir angesprochene Thema mit den negativen Gedankenmustern habe ich selbst schonmal erlebt.

Als es mir an einem Tag richtig schlecht ging da hab ich mich mal mit meinem Vater unterhalten und ihne gefragt warum er sich übernichts einen Kopf macht.Er meinte zu mir das er versucht aus jedem Problem oder Sache etwas positives zu sehen , aber jetzt nicht inder Form alles rosa zu sehen sondern in einem realistischen Bezug, denn wie du ja schon gesagt hast sind die meisten Dinge überhaupt nicht so negativ wie man sie sieht.

Wie gesagt hatten wir uns unterhalten und ich habe ihm einige Sachen genannt die mir die ganze Zeit im Kopf rumschwirren und wir haben gemeinsam versucht positive Sachen darauszuholen und zu sehen.
Und dieses Gespräch hat bei mir bewirkt das ich mich in den nächsten 4 Tagen richtig gut gefühlt habe .Diese Sackgassen in meinem Kopf waren irgwie gelöst es war wie ein Antidepressivum .Da ich zu den Problemen in meinem Kopf etwas positives entgegenzusetzen hatte blieben sie auch nicht mehr in meinem Kopf hängen und ich fühlte mich auch nicht so schlecht.
Aber nach ca.4 Tagen bin ich ins alte Grübeln wieder reingefallen weil es sich wahrscheinlich automatisert hat ich denke ich muss das einfach üben bis es genauso ein kreislauf wird.
Leider ist es schwer das alleine zu schaffen ,deshalb brauche ich jemanden der mich begleitet bis ich quasi alleine wieder gehen kann.

Ich versuche alle 2-3 Tage Sport zu machen und versuche mich auch so oft wie möglich draussen an der frishcen Luft aufzuhalten aber man muss einfach seine Blickrichtung ändern so wie du es gesagt hast.

mfg

Probleme sind relativ
Hi,

hier ist nochmal die alte Labertasche :smile:

Mir fallen immer wieder ein paar Sachen ein. Hier noch zwei Punkte.

Ich hab Dir ja geschrieben, dass die Lösung von psychischen Verstimmungen nicht leicht sei, sonst gäbe es ja keine Psychologen.

Das stimmt aus meiner Sicht nur bedingt, denn die Lösung der negativen Denkmuster ist deshalb so schwierig, weil der Betroffene selbst das Naheliegende nicht erkennt, nämlich, dass er seine Realität nur positiver bewerten müßte und dass der Schlüssel beim Betroffenen selbst liegt.

Der Psychologe leistet lediglich Hilfe zur Selbsthilfe. Er schließt die Lücke, die der Betroffene selbst nicht schließen kann, weil er die Lösung nicht erkennt.

Warum haben denn viele Menschen KEINE psychischen Probleme? Glaubst Du wirklich, dass es denen allen einfach besser geht, als Dir? Bestimmt nicht! Sie sehen die Welt einfach durch eine freundlichere Brille.

Und nochwas. Probleme sind relativ. Beispiel:

Stelle Dir mal rein theoretisch vor, es gäbe in Deutschland einen schlimmen und grausamen Bürgerkrieg.
Man wäre sich seines Lebens nicht mehr sicher. Überall plündernde und gewalttätige Banden, brennende Häuser und Autos, Schießereien in den Straßen, Lebensmittelnot, Krankheit, Elend, etc.
Dein Vater wäre von ein paar bewaffneten Männern geschlagen und verschleppt worden und Du wüßtest nicht, wo er ist, wie es ihm geht oder ob er überhaupt noch lebt und ob Du ihn jemals wieder sehen wirst…

Und jetzt vergleiche dieses Szenario einmal mit Deine Problemen, die Dich aktuell beschäftigen und worüber Du Dir den ganzen Tag den Kopf zerbrichst…

Merkst Du, wie harmlos und sympatisch Deine jetzigen Probleme auf einmal werden?

Verstehe mich bitte nicht falsch: Ich will Dir natürlich nicht zu nahe treten und ich weiß auch nicht im einzelnen, was Du für Probleme hast, etc. Vielleicht ist Dir ja auch etwas ganz ganz Schreckliches zugestoßen…Ich habe nur versucht, Deine Wahrnehmung etwas zu korrigieren.

In den letzten Jahrzehnten haben psychische Erkrankungen (z. B. Depressionen, etc) stark zugenommen.

Meiner Meinung nach liegt das vor allem auch daran, dass die Menschen in unseren Breiten immer mehr Freizeit haben. Viele wissen mit dieser Freizeit nicht umzugehen und langweilen sich. Dann fangen sie an zu Grübeln und sich Probleme einzureden, die es eingentlich gar nicht gibt.
Unterforderung ist meiner Meinung nach auch ein Auslöser von Depressionen. Die Wohlstandsgesellschaft bringt auch Nachteile mit sich.

Hast Du das schon mal so gesehen?

LG Rolo

ich war auch eher der mensch der fast den ganzen tag am pc in seinem Zimmer saß.
in der ersten Therapiestunde habenn wir mit dem therapeuten vereinbart das der laptop aus dem zimmer kommt und das ich mich mehr bewege.
das fällt mir jetzt im moment natürlich erstmal sehr schwer.

eine freundin von mir war auch bei einer therapie nach einem suzidversuch .
Ich hab sie immer weider gefragt wie sich alles für sie entwickelt hat und wie die therapie verlief.natürlich ist sowas bei jedem anders aber eine Sache die sie mir nannte ist der Punkt den du auch erwähnt hast.Sie sagte der Therapeut hat sie nicht aus den Problemen rausgeholt er hat ihr nur am Anfang geholfen ihre Sicht zu ändern und gehen musste sie danach alleine.

ich habe schoneinmal Antidepressiva genommen , nämlich dieselben die ich jetzt vor einigen Tagen wieder angefangen habe (Paroxetin).Sie hatten mir vor einigen Jahren sehr gut geholfen und damals hatte ich auch gemerkt das ich depressionen habe und nicht das das einfach mein charakcter sei.Das blöde war nur das ich damals nur die Tabletten genommen habe und diese eigentlich nicht das Denken im eigetnlichen ändern.Man fühlt sich zwar besser aber nach dem absetzen fiel ich wieder in die alten Gewohnheiten zurück da die Denkmuster ja immer noch die selben waren.

Und jetzt werde ich beides kombinieren habe die Therapie ganz neu angefangen und die Tabletten auch vor ein paar Tagen angefangen.