Hallo,
ich finde, dass diese Frage:
Wenn Banken und Versicherungen kaufmännische Unternehmen sind,
deren Ziel die Gewinnmaximierung ist, wie können diese
Unternehmen dann wollen, dass ich als Kunde von diesem Gewinn
etwas abbekomme?
eine ganz andere ist als diese:
Wie ist es also möglich, dass ein Bankberater oder
Versicherungsberater mich also Kunde so beraten kann, dass für
mich die maximalen Gewinne herauskommen? Besteht hier ein
Interessenkonflikt
Zur ersten Frage:
Weil sie Dein Geld brauchen, um damit zu arbeiten und für sich selbst Erträge zu generieren. Als Gegenleistung erhälst Du eine vereinbarte Vergütung, z.B. in Form von Zinsen.
Zur zweiten Frage:
Mir ist keine Bankdienstleistung bekannt, die dem Kunden „maximale Gewinne“ zusichert. Möglicherweise wird das in der Werbung suggeriert, aber in den AGBs und Verträgen dürfte dieser Begriff nirgens auftauchen.
Das ist oft nur der Wunschtraum der Kunden. Am besten noch mit minimalem Risiko. Und das nicht nur zur Weihnachtstzeit…
Bsp. Die Banken haben in diesem Jahr wieder Rekordgewinne
gemacht. Es gibt also Know How in der Bank das dies möglich
gemacht hat. Stüde dieses Know How den Kunden zur Verfügung
könnten auch diese diesen hohen Gewinne einfahren. Allerdings
wäre das auf Kosten der Bank, denn desto mehr Gewunne die Bank
abgeben muss, desto weniger bleibt ihr.
Die Banken haben ihre Gewinne in diesem Jahr größtenteils dort gemacht, wo sie letztes Jahr herbe Verluste erlitten haben und eigentlich fast alle in die Pleite geschlittert sind. Eigenhandel und Investmentbanking.
Welcher Privatkunde will diese Risiken tragen oder kann sie wenigstens einigermaßen einschätzen?
Außerdem kann jeder in solche Instrumente investieren. Fonds, Futures, Corporate Bonds und was weiß ich noch alles stehen jedermann offen und jede Bank bietet auf Nachfrage entsprechende Leistungen an. Aber ganz ehrlich: Das ist nix für den Ottonormalanleger.
Verfügen die Kundenberater überhaupt die beschriebene
Qualifikation über Kapitalanlagen oder kommt es bei den
Kundenberatern auf andere Qualifikationen an?
Bankverkäufer müssen über die Qualifikation verfügen, die ihnen vom Arbeitgeber gestellte Aufgabe zu erfüllen. Das ist aber nicht die umfängliche und unabhängige Beratung.
Wodurch verdienen die Banken und Versicherungen unser
Vertrauen?
Wenn man sich im Klaren darüber ist, dass Banken Vertriebsstellen für Finanzdienstleistungsprodukte sind, dann sollte man ihnen vertrauen können, dass sie gut über ihre Angebote informieren können. So, wie der VW-Verkäufer den Golf in- und auswendig kennen sollte.
Darüber hinaus kann man in D wohl davon ausgehen, dass bei diesen Instituten keine grundsätzliche Betrugsabsicht besteht
Schuld an Altersarmut ist, von tragischen Einzelfällen abegesehen, die Ingnoranz der Deutschen gegenüber Wissen zu Finanzthemen. Wenn ein Mann sich heute ein Auto kauft, dann kennt er alle in Frage kommenden Modelle mit Ausstattung, Motoren usw. bis ins kleinste Detail. Das Auto fährt er dann vielleicht zehn Jahre. Schließt er eine Altersversorgung ab (oder lässt es) die ihn den Rest seinen Lebens begleitet, nimmt er sich nicht die Zeit, sich ein Midnestmaß an Fachwissen anzueignen.
Darauf ist auch das Angebot der Banken und Versicherungen zugeschnitten.
Gruß vom Money-Schorsch