Sind Drucknekrosen immer schmerzhaft?

Liebe Experten,

vor einigen Tagen eröffnete mir mein Zahnarzt, zwei meiner Weisheitszähne (nicht durchgebrochen, bin 28) müßten raus. Begründung: sie liegen ziemlich schräg und daher liegt wohl eine Seite des Zahns an der Wurzel des letzten Backenzahns. Der Arzt erklärte mir, der 8er könnte auf die Wurzel drücken und so Drucknekrosen auslösen, dann wären beide Zähne hin. Das will ich natürlich keinesfalls!

Andererseits will ich die OP auch nur, wenn es wirklich unbedingt sein muß. Die 8er liegen sehr tief im Kiefer und direkt am N. Mandibularis, dazu habe ich heute immernoch Alpträume von einem furchtbaren Zahnarztbesuch vor 20 Jahren, und allein der Gedanke an so einen Eingriff - Vollnarkose kann ich mir nicht leisten - macht mich panisch. Mein ZA meinte auch gleich, daß er die Zähne lieber nicht selbst entfernen wolle, sondern mich an die MKG überweisen würde. Das finde ich zwar einerseits beruhigend (immerhin will er sich offenbar nicht bereichern und empfiehlt die Entfernung nur deswegen, außerdem ist mir das lieber als eine „ich-kann-alles-Einstellung“), andererseits läßt es mich aber auch nicht an einen supereinfachen nix-gemerkt Eingriff glauben.

Ich merke von den Weisheitszähnen überhaupt nichts und frage mich, ob es nicht sehr wehtun würde, wenn der Zahn auf die Wurzel drücken würde - immerhin sind Zahnwurzeln doch sehr schmerzempfindlich, oder?
Oder ist es möglich, daß der 8er die 7er Wurzel auffrißt, ohne daß ich das bemerke bis es zu spät ist?

Vielen Dank fürs Lesen und für Meinungen!
L.Weipert

Oder ist es möglich, daß der 8er die 7er Wurzel auffrißt, ohne
daß ich das bemerke bis es zu spät ist?

Vielen Dank fürs Lesen und für Meinungen!
L.Weipert

Servus,

es stimmt - ich hatte in 34 Praxisjahren einen Fall, wo die hintere Wurzel des 7ers unter der Wirkung der 8er Krone (der Zahn lag buchstäblich ‚auf dem Bauch‘) eine tiefe Resorption zeigte. Der Patient hatte Zahnweh, weil der Defekt irgendwann zu tief geworden war. Dieser Fall hat mir damals gezeigt, daß Röntgenaufnahmen alles zeigen - wenn man weiß, was das bedeutet, was man sieht.

Kann man aus Röntgenaufnahmen, die in einer Ebene geschossen wurden, sicher sagen, daß ein Zahn den anderen ‚anfrißt‘?

Selten bis nie.

Sollte man einen Zahn - nach Risikoabwägung - herausnehmen, der schon seit zwanzig Jahren beschwerdefrei an der selben Stelle liegt?

Nur dann, wenn eine Amazonasexpedition-, ein Aufenthalt auf dem ISS-, oder ein Umsiedeln in die Bundesrepublik Deutschland :wink:)) geplant ist.

Es gibt ja heute Tomographen, die ein hinreichend genaues 3dimensionales Bild vom Kiefer liefern. Die Implantologen sind da ziemlich froh darüber, weil es ihnen hilft, an schützenswerten Strukturen vorbeizubohren. Nur - so ein Bild kostet - ich weiß leider nicht wieviel.

Ich würde mich höchstens dann an den Zahn heranmachen, wenn

  • Beschwerden auftreten
  • ein Zahnersatz geplant wäre, der sich auf den 7er verlassen muß
  • eine Röntgenaufnahme zweifelsfrei eine bedrohliche Beziehung zwischen 8er und 7er zeigen würde. Weder Einzelaufnahmen in einer Ebene, noch ein normales ‚Orthopantomogramm‘ erfüllen dieses Kriterium.

BTW. Was auch immer etwas weiterhilft, ist eine zweite Meinung unter Verwendung der selben Unterlagen.

HIH

Kai