Hallo, wer-weiss-wasler!
Hab da gleich noch ne Frage.
Sollte man über problematische Ereignisse sprechen um sie zu verarbeiten oder lieber schweigen, damit sie sich nicht zu sehr ins Gehirn einprägen? Das passiert nämlich, wenn man viel über ein Problem spricht.
Das war zumindest die Begründung meines Psychiaters, warum er mich nicht mehr auf meine sex. Missbrauchsphantasien ansprechen möchte. Das kommt wohl ganz auf das Gegenüber an, ob dieser das für sinnvoll erachtet, darüber zu sprechen oder nicht. Er eben nicht. Andere Ereignisse, die mich gestresst haben und wohl meine schizophrenen Schübe hervorgerufen haben, werden auch nicht besprochen.
Was meint ihr dazu. Reden oder totschweigen? Was findet ihr sinnvoller?
Liebe Grüße
Kerstin
Hallo Kerstin,
ich denke das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ich bin vor 2 Jahren operiert worden und ich habe ungefähr mit jedem darüber gesprochen der es hören oder nicht hören wollte (sorry nachträglich an die Betroffenen) obwohl das sonst eigentlich nicht meine Art ist. Mir hat es geholfen, meine Angst zu bewältigen.
Wenn es Dich bedrückt und Du das Bedürfnis hast, Dir was von der Seele zu reden, warum nicht?
Mmmh, ja, andererseits kann man sich sicher auch Probleme herbeireden oder ihnen durchs häufige Bereden mehr Raum zugestehen als nötig ist.
Würdest Du denn lieber reden oder schweigen???
Ach, ich fürchte, meine Gedanken helfen Dir auch nicht weiter 
VG,
Birgit
Hallo Kerstin,
in aller Kürze: Reden ist allemal besser als Schweigen.
Es ist zwar unter Umständen auch problematisch, aber auch das kann man nur durch Reden über die Problematik korregieren.
Deine Titulierung von Missbrauchsphantasien als Phantasien kann natürlich irrtümlích sein, aber sie muss es nicht sein.
Wenn du von schizophrenen Schüben redest, ist medikamentöse Behandlung allerdings in der Regel Voraussetzung für das Gespräch, weil ohne Medikamente das Gespräch in diesem Fall nicht sinnvoll ist.
Also: Zuerst Medikament, dann Gespräch - aber Schweigen ist in der Regel nicht sinnvoll - es sei denn, der behandelnde Arzt möchte dich loswerden.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hallo Kerstin
Sollte man über problematische Ereignisse sprechen um sie zu
verarbeiten oder lieber schweigen, damit sie sich nicht zu
sehr ins Gehirn einprägen? Das passiert nämlich, wenn man viel
über ein Problem spricht.
Da hängt es sowieso rum, da im Gehirn, und selbst wenn es nicht dauernd bewußt ist, hängts da eben trotzdem und wirkt.
Also grundsätzlich ist ein Drüber-Sprechen, wie in den meisten Therapien, richtiug, aber -wie meine Vorrednerin auch schon schrieb- nicht immer.
Bei Psychosen, wie z.B. der Schizophrenie, kann so eine „talking cure“, so ein intensives darüber Sprechen, auch kontraindiziert sein, also nicht der wahre Jakob.
Es geht also wieder einmal um die verschiedenen Mensxchen, die insegsamt betrachtet, verschiedene „Krankheits-Schwerpunkte“ haben und daher tut dem einen was gut, was dem andern noch lange nicht gut tut. Ein Herzkranker muss aufpassen, wenn er ein Hustenmittel nimmt, das die Bronchialgefäße erweitert, weil dasselbe Mittel die Blutgefäße am Herzen verengen kann. Jemand mit einer schizophrenen Erkrankung kann durch intensive psychoanalytische Behandlung labilisiert werden: das heißt, alles kommt hoch und bringt einen unter Umständen erstmal nochm mehr durcheinander.
Insofern mach erstmal das, was Dein Psychiater zur Zeit rät.
Gruß, Branden
Das war zumindest die Begründung meines Psychiaters, warum er
mich nicht mehr auf meine sex. Missbrauchsphantasien
ansprechen möchte. Das kommt wohl ganz auf das Gegenüber an,
ob dieser das für sinnvoll erachtet, darüber zu sprechen oder
nicht. Er eben nicht. Andere Ereignisse, die mich gestresst
haben und wohl meine schizophrenen Schübe hervorgerufen haben,
werden auch nicht besprochen.
Was meint ihr dazu. Reden oder totschweigen? Was findet ihr
sinnvoller?
Liebe Grüße
Kerstin
Jemand mit einer schizophrenen Erkrankung kann durch intensive psychoanalytische Behandlung labilisiert werden: das heißt, alles kommt hoch und bringt einen unter Umständen erstmal nochm mehr
so geschehen vor ein paar wochen bei einer bekannten. sie hatte über jahre schizophrene züge die sich im laufe der zeit verstärkten. dann hat sie sich endlich in therapie begeben und sich vier wochen später erhängt. mein gedanke war auch, das evt. durch konkretisieren ihrer probleme seitens des therapeuten oder des behandelten arztes ihr zuviel auf einmal bewußt geworden ist.
vg,
susanne
Hallo Kerstin!
Bist Du eventuell mit Deinen Problemen an einen Verhaltenstherapeuten geraten? Die beschäftigen sich nämlich gerade nicht mit den Hintergründen (z.B. Traumatisierungen), sondern versuchen, die aktuelle Situation/Befindlichkeit des Patienten durch Verhaltensänderung zu verbessern.
Mir ist es genau umgekehrt passiert, indem der versehentlich aufgesuchte Verhaltenstherapeut sich nicht zuständig fühlte und mich (wegen unerträglicher Angstzustände) zu einem analytischen Psychologen schickte.
Davon abgesehen frage ich mich, wie ein Psychiater ernsthaft davon abraten kann, belastende Dinge zu besprechen, alleine schon, um den Druck loszuwerden, der sich durch oft jahrelanges Schweigen aufgebaut hat … Wo bist Du da nur hingeraten???
Alles Gute jedenfalls!
Isabell
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Isabell,
es kann sein, daß in Deinem Fall das so herausgekommen ist. Und tatsächlich ist es auch so, daß Verhaltenstherapeutinnen und -therapeuten die aktuelle Situation zu verändern suchen (aber nicht nur durch Verhaltensänderung). Dazu ist es erforderlich, die Bedingungen, die zu Entstehung und Aufrechterhaltung der jetzigen Situation führ(t)en, herauszuarbeiten. Deshalb kann ich dem Satz nicht so stehen lassen, daß sich Verhaltenstherapeutinnen und -therapeuten nicht mit den „Hintergründen“ beschäftigen.
Grüße,
Oliver Walter
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Hallo, wer-weiss-wasler!
CAVE ! VORSICHT ! ATTENCION !
wie sagte Eugen so schön ?
zwei dinge sind des doktors not -
der patient ist gesund,
oder er ist tot.
darum hält er auf das er lebe,
uns immer in der schwebe.
ohne dich zu kennen, versuchsmal mit gesundem menschenverstand.
erledigen mußt du deine hausaufgaben ohne hin immer alleine.
der mann im weissen kittel hat nur rezepte - aber ob dir das schmeckt und ob du das wirklich kochen möchtest.?
überleg dir was du willst - und dann tu es !
(das es ausnahmen gibt ist mir schon klar - bist du eine ?)
t.
PS.: such dir einen netten jungen mann und wechsele mal deine bibliothek. es gibt so tolle bücher ! und filme.
think positiv !
t.
PPS.: postits im bad am spiegel. super sache!
schreib drauf was du möchtest. lies es jeden morgen. und abend. und dazwischen.
ich fühl mich gut !
ich bin stark !
am samstag verführ ich meinen freund.
oder auch nicht.
aber motivier dich positiv !!!
self fullfilling profecie !
das ist alles.
nur tun mußt du es halt. DU
Hab da gleich noch ne Frage.
Sollte man über problematische Ereignisse sprechen um sie zu
verarbeiten oder lieber schweigen, damit sie sich nicht zu
sehr ins Gehirn einprägen? Das passiert nämlich, wenn man viel
über ein Problem spricht.
Das war zumindest die Begründung meines Psychiaters, warum er
mich nicht mehr auf meine sex. Missbrauchsphantasien
ansprechen möchte. Das kommt wohl ganz auf das Gegenüber an,
ob dieser das für sinnvoll erachtet, darüber zu sprechen oder
nicht. Er eben nicht. Andere Ereignisse, die mich gestresst
haben und wohl meine schizophrenen Schübe hervorgerufen haben,
werden auch nicht besprochen.
Was meint ihr dazu. Reden oder totschweigen? Was findet ihr
sinnvoller?
Liebe Grüße
Kerstin