Sind Krankheiten zweierlei schädlich?

Hallo an alle!

Es ist ja inzwischen kein Geheimnis mehr, dass an jeder Ecke Daten über uns gesammelt werden. Sei es welche Sorte Kaffee wir morgens bevorzugen, welche Kleidung wir wo kaufen oder auch in welchem Land wir unseren Urlaub verbringen. Leider gilt das auch für Sachen, welche wir meist nicht steuern können und einfach passieren - Krankheiten.

Die Folge von ernsteren Diagnosen können auch noch nach Jahrzehnten zu tragen kommen und einem das Leben noch schwerer, als es ohnehin schon wäre, machen: Versicherungen erhöhen die Beiträge, verweigern Leistungen gänzlich oder wimmeln einen schon vor Vertragsabschluss ab; Bewerbungen bei staatlichen Einrichtungen braucht man gar nicht erst abschicken; bestehende Arbeitsverhältnisse können gefährdet werden etc. Es droht der soziale Abstieg.

Bei meinem Hausarzt stehen bisher nur kleinere Krankheiten (Knochenbrüche, Grippen, Erkältungen usw) in meiner Akte. Nichts um das ich mir Sorgen machen müsste.
Was wäre allerdings, wenn ich jetzt eine ernst zu nehmende Krankheit hätte? Eine, die meinen Geist betrifft? Mit der Psyche ist nicht zu spaßen. Ein klarer Kopf ist in der heutigen rasanten und kurzlebigen Welt wichtiger denn je. Man muss in der Lage sein, alles, jederzeit, in größten Mengen, für jedermann, in der höchstmöglichen Qualität, mit einem Lächeln, an jedem x-beliebigen Ort, unter egal welchen Umständen zu bewerkstelligen. Und das alles hat man am besten schon gestern erledigt, damit man sich heute schon um die Arbeit von übermorgen kümmern kann.

Ich bin mit Anfang 20 noch ziemlich jung und möchte natürlich verhindern in wenigen Jahren schon ein sog. Burnout zu erleben. Und obwohl es beruflich derzeit kaum besser laufen könnte, fühle ich mich bereits jetzt schon sehr schlecht - mehr möchte ich vorerst nicht dazu sagen.

Erkennt ihr das Dilemma in dem ich mich befinde?

Auf der einen Seite ist der Wunsch gesund zu bleiben und wieder festen Halt zu finden sehr groß. Auf der anderen Seite kann einem genau das zum Verhängnis werden und richtige Mauern im Leben und der Karriere aufbauen.

Ich habe auch schon vor einiger Zeit angefangen mit Sport wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Es hat allerdings bis heute keine Erfolge gebracht.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

Danke,
Frank.

Hallo Frank,

Ein klarer Kopf ist in der
heutigen rasanten und kurzlebigen Welt wichtiger denn je. Man
muss in der Lage sein, alles, jederzeit, in größten Mengen,
für jedermann, in der höchstmöglichen Qualität, mit einem
Lächeln, an jedem x-beliebigen Ort, unter egal welchen
Umständen zu bewerkstelligen. Und das alles hat man am besten
schon gestern erledigt, damit man sich heute schon um die
Arbeit von übermorgen kümmern kann.

Ich bin mit Anfang 20 noch ziemlich jung und möchte natürlich
verhindern in wenigen Jahren schon ein sog. Burnout zu
erleben. Und obwohl es beruflich derzeit kaum besser laufen
könnte, fühle ich mich bereits jetzt schon sehr schlecht -
mehr möchte ich vorerst nicht dazu sagen.

wenn ich diese beiden Absätze lese, lese ich bereits eine beginnende Überforderung heraus.
Wie ich den 1. Absatz interpretiere, forderst du von dir selbst zu viel.
STOPP!!
Setz dich hin und denke IN RUHE und STILLE darüber nach, ob dein Job wirklich so viel von dir fordert, oder ob du es bist, der glaubt, wirklich so viel leisten zu müssen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Paretoprinzip

Und zum anderen reicht es, wenn du die Arbeit von Übermorgen auch erst übermorgen erledigst. Zum einen hat sich bis dahin vieles schon von selbst erledigt oder du hast zwischenzeitilich Informationen bekommen, die die Arbeit /Entscheidung erleichtern oder in eine völlig andere Richtung lenken…

Wenn du dich ein bißchen mit Zeit- und Arbeitsmanagement beschäftigst, wirst du sehen, daß es nicht darum geht viel zu schaffen, sondern das richtige und wichtige zu erledigen und nicht mehr.

Grüße
miamei

hi,

einerseits sind deine gedanken vernünftig, weil man nicht übersehen kann, dass eine psychiatrische diagnose in der eigenen krankenakte tatsächlich nachteile hat, z.b. bei der berufsunfähigkeitsvericherung, die einen dann i.d.R. nicht aufnimmt.
auch arbeitgeber sind schon dabei, krankendaten für einstellungsverfahren heranzuziehen… also ist tatsächlich eine psychiatrische diagnose nicht ohne wichtigkeit und eventuell mit einer negativen stigmatisierung verbunden.

andererseits scheinen deine überlegungen auch übertrieben negativ! sie erwecken beim lesen den eindruck von einer bei dir vorherrschenden einstellung a la „die welt ist schlecht, unfair und hält mit sicherheit übelste überraschungen bereit“, was eine sehr negativistische haltung ist, die einen sebst psychisch runterziehen, gar irgendwann krank machen kann.

neben der tatsache, dass das leben in der tat ungerecht ist, muss man aber in deutschland von bestehenden datenschutzgesetzen ausgehen, die auch vorwiegend funktionieren. von einer behandlung beim psychotherapeuten erfährt niemand ausser die krankenkasse. und der inhalt der behandlung bleibt ausschliesslich -gesetzlich geschützt!- bei patient und therapeut, sogar das gutachterverfahren läuft anonym ab (dabei stellt der therapeut einem gutachter schriftlich den fall dar und schreibt dabei nur vom „patienten“).

und: spätestens wenn es dir so schlecht geht, dass du hilfe brauchst, ist es dir egal, ob nachteile entstehen könnten, weil der nachteil einer nicht-behandlung der größte wäre.

schwerverdiener zahlen übringens bei psychotherapeuten nicht selten bar, um die von dir gestellten aspekte auszuschliessen, aber das ist meiner ansicht nach kein wirklicher vorteil, nur glück, dass man die wahl hat.