Sind psychotische u. Drogenerlebnisse Humbug?

Hallo!

Ich würde gerne wissen, wie ich psychotische aber auch durch Drogen hervorgerufene Erlebnisse einordnen kann. Ist das was man erlebt alles Humbug oder kann da auch etwas Wahres dran sein. In meinem Fall handelt es sich um sexuellen Missbrauch in der Kindheit.

Sollte man solche Phantasien als Quatsch abtun oder sich vielleicht doch mehr damit beschäftigen?

Stimmt es, dass viele Schizophrene in der Kindheit missbraucht wurden? Gibt es da einen Zusammenhang?

Viele nachdenkliche Grüße
von
I

Hallo :smile:

ich bin nicht ganz sicher, was Du mit psychotischen Erlebnissen meinst. Ich weiß auch nicht genau, welche Drogen Dir welche Erlebnisse verschafft haben. Du schreibst auch nicht, ob es Dir schon vorher in dieser Hinsicht schlecht ging.

Sexueller Missbrauch in der Kindheit ist ein sehr sensibles Thema, das aber auch (leider) sehr in „Mode gekommen“ ist. Dies ist echt eine klassisch blöde Situation. Aufgrund der spärlichen Infos Deinerseits ist irgendwie eine Antwort nicht so einfach möglich, aber Dich nun darum zu bitten, genauere Infos hier zu posten, ist auch total doof.

Ich stehe vor einem ähnlichen Problem wie Du, auch wenn in meinem Fall meine Erinnerungsfetzen nicht durch Drogen oder psychotische Zustände hervorgerufen werden. Ich kann darum verstehen, wie gern Du eventuell etwas verifiziert haben möchtest oder eben auch nicht. Aber ich glaube, mit einer Pauschalisierung wäre Dir hier in keinem Fall geholfen.

Vielleicht werden Dir hier die wirklichen Fachleute etwas besser weiterhelfen können.

Gruß
Salat

Also Schizophrenie ist nicht mit Missbrauch systematisch korreliert. Menschen (bzw. Kinder)mit Behinderungen werden am meisten missbraucht. Missbrauch führt nur in seltenen Fällen zu wirklichen Verhaltensauffälligkeiten. Dabei gibt es unterschiedliche Verhaltenaufälligkeiten, je nach Alter:

0-6 Jahre: Ängstee, Alpträume, internalisierendes und sex. Verhalten
7-12 Hyperaktivesm aggressives Verhalten, sowie ebenso Ängste/Alpträume
13-18 Depressionen, Suiid, Substanzmissbrauch
Häufig sind es vielmehr konfundierende Problem, nicht der Akt an sich. Verhaltensprobleme treten besonders auf bei:
1)Nähe zum Täter (wenn einem das Opfer nahesteht ist es umso schlimmer)
2.) Alter: entgegen populärer Meinungen zeigt der missbrauch an älteren Kindern viel schlimmere Folgen als an Jüngeren
schwerer Form von miissbrauch (zum Geschlechtsverkehr gezwungen)
3) Dauer Intensität und Bedsdrohlichkeit (z. B. erzwungener Gv)
Also ich vermute, dies wurde durch die Drogen verursacht. Klingt ganz so. Als Theorie kannst Du sogar Freud nehmen, der postuliert, dass durch Drogeneinnahme das Es mehr „Macht“ besitzt und unbewusste sexuelle Wünsche ans Tagslicht kommen.

hallo klucken,

kleine ergänzung:
besonders oft werden kinder in sexuell regiden, sexualfeindlichen familien opfer von sexuellem missbrauch. habe gerade heute was darüber gelesen.

strubbel
H:open_mouth:)

Hallo,

Ich würde gerne wissen, wie ich psychotische aber auch durch
Drogen hervorgerufene Erlebnisse einordnen kann.

das, was man aktuell unter Drogen oder bei einer Psychose als Halluzination erlebt, ist als Erlebnis real. Doch diese Erlebnisse müssen sich auf keine realen Begebenheiten beziehen. Auch Erinnerungen sind schon ohne Drogen- und psychotische Einflüsse keine 1:1-Abbildungen der „wahren“ Ereignisse, sondern kommen aufgrund vielfältiger Verarbeitungsprozesse zustande. Man kann davon ausgehen, daß unter Drogen und bei einer Psychose Erinnerungen noch einmal „überarbeitet“ sind. Für Erinnerungen unter Hypnose gilt übrigens dasselbe. Daher würde ich solchen Erinnerungen nicht trauen und auf ihrer Basis keine weitreichenden Schlüsse ziehen.

Freud hatte übrigens ein ähnliches Problem. Viele seiner Patientinnen berichteten von sexuellen Erlebnissen in der Kindheit. Als Freud seinen Ärztekollegen davon berichtete, schenkten sie ihm wenig Glauben. Freud änderte seine Meinung später und ging davon aus, daß die meisten derartigen „Erlebnisse“ Phantasien seien. Heute schwingt das Pendel wieder in die andere Richtung, nämlich daß solche Erlebnisse sich doch häufiger als gedacht auf tatsächliche Begebenheiten beziehen. Auch diese Diskussion veranlaßt mich, vorsichtig mit Erinnerungen an sexuellen Mißbrauch zu sein. Es kann etwas dahinter stecken, es muß aber nicht so sein.

Gruß,

Oliver Walter

Hallo,

Was ich aus Deinem Posting ersehen kann ist dass Du eine Erfahrung gemacht hast, die Dich sehr beschäftigt. Zu Recht wenn ich die Thematik bedenke.

Je nachdem wie sehr Dich diese Erfahrung belastet wird es notwendig, sie aufzuarbeiten, und wenn Du erst mal bei der Aufarbeitung bist, stellt sich irgendwann die Frage nicht mehr ob ‚wahr‘ oder ‚nicht wahr‘.

Ich kenne die Motivation hinter der Frage nicht (ich stelle mal Vermutungen an):

  • Du machst noch keine Therapie und hast ev. Angst dich ‚zu blamieren‘?

Also niemand (kein Therapeut / Arzt / sonstwer) mit Verstand wird Dir einmal vorhalten dass alles ‚Einbildung‘ war oder den Verlauf mit ‚hoppla, Sie hatten ja doch recht‘ kommentieren.

Es geht um Dein Problem, und dieses ist für Dich real. Darum ist es Wert dass man (man=Therapeut - Fragezeichen?) sich darum kümmert.

  • Du machst eine Therapie und der Therapeut behandelt dieses Thema im Momemt nicht?

Aus eigener Erfahrung ist mir bekannt, dass psychische Stabilität unbedingt erforderlich ist, bevor man diese Thematik angehen kann, also vielleicht kümmert sich ein Arzt/Therapeut zuerst um die psychotischen Symptome und Drogen - aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Du hast Zeit, du kannst dieses Problem dann angehen wenn Du stark genug bist!

lg
M.

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