Hi Leute!
Was haltet Ihr von der Geschichte, wonach ein gewisser Herr
… (ich hab den Namen schon wieder vergessen!) beweisen kann,
Heribert Illig kann gar nichts beweisen, er lebt nur davon das diejenigen die seine Bücher lesen, noch weniger Ahnung von der Materie haben als er selbst.
Otto III wollte angeblich seine Herrschaft zu einer Zeit um
1000 (göttliches Zeitalter?) antreten, lebte dafür aber viel
zu früh.
Als ob ein nun wie auch immer gearteter Gott nicht wüsste welches Jahr wir haben. Oder ein König der damaligen Zeit überhaupt die Macht gehabt hätte so etwas zu veranlassen.
Also wurden bei der Berechnung des Kalenders
irgendwelche Fehler gemacht,
es wurden keine Fehler gemacht, außer von Illig selbst
Illigs Hauptfehler leitet sich wohl vom Irrtum her das sich die Gregorianische Kalenderreform auf Julius Caesar bezog, das ist allerdings nie der Fall gewesen. Wirft man nämlich einen genauen Blick auf die „inter gravissimas“, das Dokument der Gregorianischen Reform. War es Gregors Absicht, die Frühlings- Tag- und Nachtgleiche wieder auf jenen Frühlingstag des Kalenders, wie er zur Zeit des Konzils von Nicea im Jahr 325 war, zu verlegen.
Link zur Inter Gravissimas http://www.nabkal.de/intergrav.html
Wie sich leicht errechnen lässt, ergibt die Diskrepanz zwischen der Julianischen Kalenderformel und dem wirklichem Erdenlauf in den 1258 Jahren zwischen Nicäa (325) und 1583 tatsächlich ca. 10 Tage.
1583 - 325 = 1258
365,25 x 1258 = 459484,5
365.2422 x 1258 = 459474,69
459484,5 - 459474,69 = 9,81 Tage
Andere Nationen führten die Kalenderreform aber auch zu anderen Zeitpunkten durch. Hier der entsprechende Abschnitt der englischen Umstellung 1752 (nun waren schon 11 Tage aufgelaufen):
„…And whereas the Calendar now in Use throughout all his Majesty’s *British* Dominions, commonly called *The Julian Calendar*, hath been discovered to be erroneous, by means whereof the Vernal or Spring Equinox, which at the Time of the General Council of *Nice* [i.e. Nicaea] in the Year of our Lord 325, happened on or about the 21st Day of *March*, now happens on the 9th or 10th Day of the same Month; and the said Error is still increasing, and if not remedied, …“
1752 - 325 = 1427
365,25 x 1427 = 521211,75
365.2422 x 1427 = 521200,62
521211,75 - 521200,62 = 11,13 Tage
Wie man mit Hilfe moderner Astronomie Programme berechnen kann war der Frühlingsbeginn damals, beim Konzil zu Nicäa, tatsächlich am 21. März.
Auch ergeben sich zusätzliche Probleme, wenn man von einer Phantomzeit ausgeht.
So müsste Mohammed 614 gestorben sein, ein Jahrzehnt bevor er an den Arbeiten zum Koran begann und 18 Jahre vor seinem Offiziellen Tod (jedenfalls nach dem Datum das in den Geschichtsbüchern steht), oder er lebte noch im Jahr 929. Die Phantom Zeit übersieht das rassante Wachstum des Islams. Erst ist es 614 und Mohammed ist nichts weiter als ein Händler in Arabien, dann auf einmal ist es 911, und Mohammed’s Ideen haben sich vom Atlantik bist nach Zentral-Asien ausgebreitet. Auf einmal herrschen Araber in Persien und Ägypten, und haben Teile von Spanien besetzt. Der Felsendom auf dem Jerusalemer Tempelberg wurde etwa 669-692 vom Kalifen Abd al-Malik (685-705) erbaut.
Dazu kommen auch die ganzen anderen historischen Daten die hätten erfunden werden müssen, etwa
Alfred der Große (eigentlich Aelfred), angelsächsischer König von Wessex (871-899) und sein Sohn Edward, erster König des vereinten Englands. (Beide nicht gerade Unwesentlich für die Geschichte Englands)
60 Päpste
18 Erzbischöfe von Canterbury.
Etliche Synoden und Konzile.
Der Ikonoklasmus im Oströmischen Reich inklusive der ganzen Streitschriften zum Thema.
die chinesische Tang Dynastie (618-907)
usw usw.
Ein paar Schlachten:
• 627, Schlacht bei Ninive, Oströmer besiegen die Sassaniden
• 636, Schlacht am Jarmuk, Araber besiegen die Oströmer
• 636, Schlacht von Kadesia, Araber besiegen Sassaniden
• 642, Schlacht bei Nehawend, Araber besiegen die Sassaniden
• 680, Schlacht von Kerbela, Sunniten besiegen Schiiten
• 685, Schlacht bei Dunnichen Mere (England), Pikten besiegen Angeln
• 687, Schlacht bei Tertry (Frankenreich), Hausmeier Pippin II. besiegt König Theuderich III.
• 711, Schlacht am Rio Guadalete, Araber besiegen die Westgoten
• 722, Schlacht von Covadonga, Asturier besiegen Araber
• 732, Oktober Schlacht von Tours und Poitiers (Frankenreich), Franken besiegen Araber
• 740, Schlacht bei Akroinon, Byzanz besiegt die Araber und wird zum Sperriegel Europas: die arabische Expansion richtet sich fortan nach Westen
• 751, Schlacht am Talas, die Araber besiegen die Chinesen in Zentralasien
• 772 - 804, Sächsischer Krieg
• 778, Schlacht bei Roncesvalles (Frankreich), Araber besiegen Franken
• 798, Schlacht bei Bornhöved, Abodriten gegen Sachsen
• 811, 26. Juli, Schlacht von Pliska, Bulgaren gegen Byzantinisches Reich
• 813, 22. Juni, Schlacht von Adrianopel (813) oder Schlacht von Versinikia, Bulgaren gegen Byzantinisches Reich
• 841, 25. Juni, Schlacht von Fontenoy, Brüderkampf im Frankenreich
• 863, Schlacht von Poson, Byzantiner besiegen die Araber unter Omar von Melitene
• 866, 15. September, Schlacht von Brissarthe, Franken gegen Bretonen und Skandinavier
• 907 - 970, Ungarnkriege
• 907, 5./6. Juli, Schlacht von Pressburg, Ungarn besiegen Bayern
(Quelle Wikipedia)
Dann ist da noch der Halleysche Komet:
historische Aufzeichnungen von ihm gibt es seit 240 v. Chr.
Dazu chinesische von 684, 760, und 837. Die 837 Annäherung war eine der nahsten und hellsten überhaupt. Das alles ohne das die Chinesen eine Ahnung hatten das der Komet einen Zyklus von 76 Jahren besitzt.
Dazu kommen dann noch einige Sonnenfinsternisse und seltene Sternkonstellationen.
Nunja das alles zu erfinden und unter einem Hut zu bringen hätte mehr Aufwand bedeutet als die Zeit wirklich zu erleben.
Gruß
Armin