und erstmal Vorsicht an die, die den Film nicht kennen: Spoiler Gefahr
ich habe mir vor kurzem den J-Horrorfilm Kairo oder auch Pulse angesehen, da ich öfters gelesen habe wie gruselig der sein soll.
Einige Szenen waren tatsächlich schaurig und der Film schien zunächst auch sehr gut zu sein, aber ich habe iregendwie Null Sinn in der Handlung gesehen oder es nicht verstanden. Vielleicht kann mich ja hier jemand aufklären.
Wieso zum Teufel haben sich die Leute nun alle umgebracht oder sich einfach so aufgelöst? Sollte ich das verstwehen oder gabs da gar keine Erklärung? Wenn der Tod doch ewige Einsamkeit ist, sollten die Menschen doch gar nicht sterben wollen…
und wieso sind plötzlich alle Menschen weg am Ende? Und was hat das Internet mit der Handlung nun zu tun.
der ganze Film wirkt für mich wie eine komplett sinnfreie aneinanderreihung von Ereignissen. Wenn jemand da mehr verstanden hat wäre es schön das zu wissen, dann könnte ich den film sogar noch gut finden
Horrorfilme oder sonstige Vetreter des trivialen Kinos dienen dazu, mit dem Unterhaltungsbedürfnis des Publikums Geld zu verdienen, das ist der einzige Sinn. Welche Art von Sinn suchst Du da noch?
Oj das ist mir ja schon klar das da nichts Tiefsinniges dahinter steckt. Darum ging es mir nicht.
Nur sogar in Filmen wie Hills Have Eyes und dieses Texas Massaker, gibt es eine Handlung die irgendwie mehr oder weniger sinnvoll aufgebaut ist und man evtl noch erfährt warum die Bösen töten oder MEnschen sterben.
Aber in diesem Film (Pulse) habe ich absolut nicht verstanden worum es da ging… Menschen begehen Selbstmord, lösen sich in Luft auf und aus dem Internet kommen Geister. Ich wollte einach nur wissen, ob es irgendwo in diesem Film eine Erklärung dafür gibt, wieso da etwas passiert. Da es für mich einfach nur schien als ob eine Szene nach der anderen komlett ohne Zusammenhang abläuft.
Ich hoffe du verstehst jetzt was ich will… einfach nur wissen ob es da einen logischen Handlungsstrang gibt den ich vielleicht übersehen oder nicht verstanden habe.
Ach und J-Horrorfilm = Japanischer Horrorfilm. Habs nur vermerkt, da es auch ein Hollywood-Remake des Originals gibt und es mir eben um das jap. Original ging.
das ist die etwas andere asiatische im Allgemeinen und japanische bzw. koreanische Horrorfilmrezeption, nichts weiter. Gibt tausende Beispiele davon. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich als ganz glühend eiferner Fan des Horrorfilms zwar, denne aber doch eine halbwegs durchgehende Handlung bevorzuge, aber so sind halt die Geschmäcker verschieden.
Das hat man unter anderem schon sehr schön bei „The Grudge“ gesehen, spätestens im Sequel ging es ausschliesslich um eine Aneinanderreihung von weitestgehend furchtbar gruseligen und fatalistisch-düsteren Szenen. Nur sehr mühsam für Europäer nachzuvollziehen. Sehr seltsam, sehr eigenartig für unsereiner. Auch die absolute Bösartigkeit und Angriffs- bzw. Mordlust der asiatischen Gespenster ist hier recht gewöhnungsbedürftig (aber *CUT!CUT!CUT!* anderes Thema, ach, da könnt ich stundenlang drüber erzählen )
Du hast das ganz richtig gesehen. „Kairo“ hat keine Handlung im westlichen Sinne. Sieh es einfach als ein entsetzlich düsteres, trost- und hoffnungsloses, halbwegs abstraktes Gemälde oder eine Symphonie des Grauens an. Kann man mögen, muss man aber nicht. Ich hab da auch manchmal so meine Problemchen mit.
Kennst du übrigens den japanischen Streifen, in dem sich die ganze Welt, das ganze Universum allmählich unaufhaltsam in eine unendliche Spirale dreht? Sehr schön. Sehr Splatter, wie alle Menschen nach und nach in allen eklig anatomischen EInzelheiten allesamt zu irren Zöpfen gezwirbelt werden im Endeffekt (hab den Namen leider vergessen). Der ist schon wieder so derbe abstrus, dass er mir wieder ziemlich gefällt.
Danke erstmal für deine ausführliche Antwort. Also wenn ich mich an Grudge zurückerinnere , muss ich sagen du hast recht. Scheinbar ist das die Art des japanischen Horrors. Bevor ich Pulse gesehen habe, habe ich einige Kritiken darüber gelesen. Dass es da um Tod und Einsamkeit geht, die Ängste der Menchen etc. Deswegen habe ich wohl etwas mehr erwartet als ich dann gesehen habe. Na dann nehme ich das so hin, dass es keine logische Handlung gab und fühl mich nicht ganz so dumm
Den Film den du beschrieben hast kenne ich übrigens nicht, aber das klingt als ob die Japaner schon sehr düstere Vorstellungen/Phantasien haben. Ist wohl doch nicht so mein Genre
Aha und Danke
Aha - Du suchst also keinen Sinn, sondern nur eine durchschaubare Handlung, eine Art Inhalt.
Da kann ich nicht helfen, weil ich den Film nicht kenne.
Danke - für die Begriffserklärung (Sch…-Anglizismen, aber Du kannst ja nichts dafür )
Danke - für die Begriffserklärung ( Sch…-Anglizismen , aber Du
kannst ja nichts dafür )
auch ich bin kein Freund des exzessiven Gebrauch von Buzzwords *g*. Aber ebenso wie bei dem kleinen Wörtchen „Stress“ ist doch der „Spoiler“ ein Ausdruck, der in dieser Präzision keine deutsche Entsprechung hat, die kürzer als allermindestens ein ganzer Hauptsatz ist.
Oder wie würdest du das nennen? Störer? Ende-vom-Film-Verrat?
ich kenne weder den film, noch will ich so genau wissen worum es geht.
aber ich komme mit den kritiken des filmdienstes immer gut zurecht und entdecke auch nach dem sehen eines filmes dort manchmal den einen oder anderen hinweis . . .
Kurzkritik:
Junge Leute stoßen auf eine mysteriöse Website, die einen schwarzen Raum offeriert und zur Begegnung mit Geistern einlädt. Das Programm schlägt seine User in Bann, sodass sie nicht merken, dass sie selbst zu dem unheimlichen Internet-Angebot mutieren und aus dem wahren Leben verschwinden. Der subtile Horrorfilm kommt weitgehend ohne Spezialeffekte und Blutströme aus und geht dennoch unter die Haut, weil er Einsamkeit und Todessehnsucht in der Gesellschaft zu zentralen Themen des Horrors macht. Die nahezu bewegungslose Kamera und der nervenaufreibende Soundtrack, der mitunter abrupt abbricht, um die Stille bedrohlich wirken zu lassen, verstärken die Wirkung.
Text zuletzt geändert am 02-02-2007