Hallo.
Der visuelle Kanal wurde vom Menschen eigentlich schon immer bevorzugt.
In den letzten Jahrzehnten wird diese Präferenz jedoch in fast schon perverser Art zunehmend bedient.
Vor allem natürlich durch das Fernsehen.
Schon kleine Kinder verbringen Stunden vor der Flimmerkiste, Nachrichten ohne entsprechende Bilder werden nicht mehr aufgenommen usw. usf. Der Chat, in dem man sich lautlos, auf einem optischen Umweg unterhält.
Vorlesen, Erzählen, Zuhören, das alles wird mehr und mehr verdrängt.
Man merkt das besonders deutlich hier im Internet, statt eines Kommentars, oder einer entsprechenden Antwort, die ja präzises Denken erfordern würden, wird kurzerhand ein Link zu einem Bild oder einem Filmchen gesetzt, fertig.
Irgendwann werden wir wieder eine Bildersprache haben, ähnlich den alten Ägyptern, nur ungleich komplizierter und ohne entsprechende Geräte nicht mehr auszuüben.
Ich empfehle das gute alte Radio, Nachrichten, die „nur“ erzählt werden, Fußballspiele, an denen man nur durch die Beschreibung des Reporters teilnimmt, Hörspiele…
Das alles hat einen ganz eigenen Reiz. Für manch einen mag es allerdings erhebliche Schwierigkeiten machen, etwa ein Hörspiel überhaupt aufzunehmen.
Die warme Sommernacht, die man allein und ohne Ablenkung im Freien verbringt, in der man, mit zunehmender Dunkelheit ganz „Ohr“ wird, das ist dann schon purer Luxus. Und Luxus gibt’s nun mal nicht für alle.
(Man kann natürlich auch jemand zum Kuscheln mitnehmen, wenn er/sie nur Schweigen kann.)
Gruß, Nemo.