o schlichtes „Verhören“/Fehlinterpretieren, wie beim erstmaligen Hören eines Fremdwortes (z.B. it. bibite (Getränke) als „Wie bitte“ )
o illusionäre Verkennung, z.B. Hintergrundgeräusche werden zum „Raunen“, ein Busch bei schlechter Beleuchtung zum Mensch.
o Halluzination
unterschiedliche Abschnitte eines Kontinuums (*) ? Sozusagen von der „korrekten“ Sinneswahrnehmung zu Wahrnehmungen, die keinen realen Bezug mehr haben (also autonom ohne entsprechende Sinnesreize einhergehen). Die Enden des Kontinuums sind bewußt offengelassen, da evtl. der von O. Sacks beschriebene Fall reinpassen würde, wo jmd. Dinge nicht mehr in ihrer Gesamtheit erkennt, sondern nur noch deren „Einzelteile“.
Wenn das der Fall ist, welche Rolle spielt dabei Dopamin ? Oder konkreter - steigert Dopamin die Abstraktion/Unschärfe beim Matching von Sinneseindrücken mit memorisierten/mentalen Modell ?
Gruss
Enno
(*) Genauer müßte das natürlich heißen: Gibt es ein Erklärungsmodell, bei dem solche Fehler unterschiedliche Abschnitte eines Kontinuums sind.
Alle Angaben ohne Gewähr:
es gibt keine „richtigen“ Sinneseindrücke; unser Gehirn (und die Organe die es benutzt um mit der Aussenwelt in Kontakt zu treten) sind auf bestimmte Signale abgestimmt - d.h. unsere Sinnesorgane „suchen“ nach z.b. Gesichtern, Wörtern, …
Es werden sozusagen an die Umwelt spezifische Fragen gestellt und nicht die wirklich vorhandenen Informationen analysiert.
Daher hört man auch bei rückwärts laufenden Schallplatten verborgene Nachrichten; unser Gehirn erkennt einen Rhythmus und vermutet Sprache dahinter.
Zu den Halluzinationen: die werden vom Gehirn selbst erzeugt; kann man auch bei (fast) jedem auslösen wenn man sie in einen „sensory deprivation tank“ legt in dem so gut wie alle sensorischen Informationen ausgeschaltet werden.
Das Gehirn fängt dann an sich selbst Informationen zu senden die als echte visuelle Eindrücke wahrgenommen werden.
Ob Dopamin einen Einfluss auf solche Vorgänge hat kann ich nicht sagen.
Dein Hirn nimmt Muster wahr und keine diskreten Informationen.
Du kennst vielleicht diese Texte, bei denen nur der erste und letzte Buchstabe des Wortes auf der richtigen Position steht. Trotzdem kannst Du den Text meist problemlos lesen.
Genauso versucht Dein Hirn Eindrücke mit bekannten Mustern abzugleichen. Gibt es keines, das in den üblichen Varianzen passt, wird das genommen, daß am ähnlichsten ist.
Speziell bei optischen Täuschungen kann man das schön demonstrienen.
Leider hab ich keinen guten URL dazu.
Genauso versucht Dein Hirn Eindrücke mit bekannten Mustern
abzugleichen. Gibt es keines, das in den üblichen Varianzen
passt, wird das genommen, daß am ähnlichsten ist.
ja genau das meinte ich mit Abstraktion/„Unschärfe“ beim Matching. Die Frage ist (in Deiner Sprache), ob sich alle skizzierten Formen der Wahrnehmung nur durch die Varianzen unterscheiden, wobei z.B. die Halluzination irgendwo im Bereich übertrieben große Varianz anzusiedeln wäre . Und die Varianzen wiederrum vordergründig durch den Dopaminlevel festgelegt sind.
Hallo,
das Modell beschreibt den Vorgang der Wahrnehmung detaillierter und „riecht“ ein bisschen nach einem Modell, daß ich dem Bereich der KI bzw. Kognitionswissenschaften kenne. Dort ist es aber als ein Wechselspiel zwischen Signalen/Reizen, deren Verarbeitung (z.B. als Mittel der Grobklassifikation des Gesamtbildes) und den Lenken der Sensoren zum gezielteren Abtasten von Details des Bildes beschrieben. Geht Dein „Befragen der Umwelt“ in diese Richtung ?
Komplizierte Frage. )
Unsere Sinnesorgane nehmen nur ein sehr begrenztes Spektrum war, d.h. Licht eines eng begrenzten Frequenzbereichs, … - aus diesem Grund können wir auch nur nach bestimmten Sachen Ausschau halten - auf diese Art und Weise sortieren wir unsere Umwelt also schon vor.
Radioaktivität können wir nicht wahrnehmen - also „suchen“ (= fragen) wir danach auch nicht.
Tschüss
Matthias
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