Sinngemäßer Spruch auf Deutsch gesucht

Hallo Deutsch-Kundigen,

Auf Spanisch gibt es ein Spruch der sagt:
„Quien roba a un ladrón tiene mil años de perdón“
was übersetzt bedeutet:
„Wer einem Dieb klaut, wird es ihm 1.000 Jahre lang verziehen.“

So einen Spruch verwendet man, wenn man etwas genommen hat (egal welchen Wert) und man denkt, dass derjenige, der das sein Eigentum nannte, nicht auf eine rechtmäßige Art erworben hatte.

Beispiel:
Der Film „The Sting“ („Der Clou“) von R. Redford und P. Newman:
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Clou
„Der Clou (Originaltitel: The Sting) erzählt die Geschichte zweier Trickbetrüger, die einen raffinierten Plan entwickeln, um sich an einem Mafia-Boss zu rächen, der einen gemeinsamen Freund ermorden ließ. Mittels eines falschen Wettbüros soll der Gangsterchef um einen großen Betrag erleichtert werden.“

Da könnte man sagen: Den Hauptganöven wird es 1000 Jahre lang ihren Überfall verziehen. Oder auf Spanisch: „Los personajes de Paul y Robert tienen mil años de perdón“.

Es gibt durchaus ernstere Fälle, wo das ebenfalls verwendet werden kann. z.B. Es gibt (leider immer wieder) Wirtschaftsbetrüger, die viele Menschen im Regen stehen lassen, weil er sie aufs übelste belogen und betrogen hat (ich denke zB. an dieser US-Bürger, an dessen Name ich mich jetzt nicht erinnern kann, die viele Menschen um Millionen betrogen hat durch denen die Weltwirtschaftskrise begann). Wenn man schaffen könnte, dieser Mann um ein größeres Betrag zu „erleichtern“, würde man dieses Spruch verwenden können.

Ich möchte aber betonen, dass das „geklaute“ Gut nicht unbedingt käuflich sein, noch einen materiellen Wert haben muss.

Wer kann mir bitte einen Pendant-Spruch dazu auf Deutsch sagen? Wie würde dieses lauten?

Schon jetzt vielen Dank!

Schöne Grüße,
Helena

Hallo, Helena,

Auf Spanisch gibt es ein Spruch der sagt:
„Quien roba a un ladrón tiene mil años de perdón“
was übersetzt bedeutet:
„Wer einem Dieb klaut, wird es ihm 1.000 Jahre lang
verziehen.“

Wer einen Betrüger betrügt und einen Dieb bestiehlt, erlangt für hundert Jahre Ablass.

http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Betrüger (Nr. 11)

Gruß
Kreszenz

Hallo helena,

sinngemäß kenne ich den als geflügeltes Wort eigentlich nur auf englisch von dem unsterblichen W. C. Fields: „You Can’t Cheat An Honest Man“.

Zu deutsch wörtlich: Einen Ehrenmann kann man nicht betrügen.

Nicht ganz dasselbe, aber im übertragenen Sinn eine ähnliche Bedeutung.

Gruß

Annie

Hallo Deutsch-Kundigen,

Auf Spanisch gibt es ein Spruch der sagt:
„Quien roba a un ladrón tiene mil años de perdón“
was übersetzt bedeutet:
„Wer einem Dieb klaut, wird es ihm 1.000 Jahre lang
verziehen.“

So einen Spruch verwendet man, wenn man etwas genommen hat
(egal welchen Wert) und man denkt, dass derjenige, der das
sein Eigentum nannte, nicht auf eine rechtmäßige Art erworben
hatte.

ich kenne jiddisch: „a ganew fun a ganew is poter“
(wer einen ganoven bestiehlt, geht frei aus. / A ganef fun a ganef is potter. It’s no crime to steal from a thief)

in originalem deutsch kenne ich nichts entsprechendes. in der umgangssprache hört man scherzhaft schon in ähnlicher, aber nicht gleicher weise: „ich habs genommen, damits niemand klaut“. der grundsatz „eigentum ist diebstahl“ ist keine allgemeine erkenntnis des deutschen, sondern stammt vom anarchisten proudhon (afaik). in der liste der redewendungen des deutschen in wiktionary (http://de.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:smiley:eutsch/Red…) finde ich unter den suchbegriffen „eigentum“, „besitz“, „dieb“, „stehlen“ nichts vergleichbares.

ich fürchte sehr, dass sich die deutsche sprache der erkenntnis, man könne von einem dieb moralisch gerechtfertigt „stehlen“ / nehmen, verschlossen hat!

m.

hi,
in wanders sprichwörterlexikon (online unter http://www.zeno.org/Wander-1867) hab ich unter dem stichwort „Betrüger“ doch noch 2 sachen gefunden, allerdings beide mit bezug auf französisches:

_Wer einen Betrüger betrügt und einen Dieb bestiehlt, erlangt für hundert Jahre Ablass.

Einen Betrüger zu betrügen macht Vergnügen._
hth
m.

ich fürchte sehr, dass sich die deutsche sprache der
erkenntnis, man könne von einem dieb moralisch gerechtfertigt
„stehlen“ / nehmen, verschlossen hat!

Hallo,
das koennte daran liegen, dass man praktisch jeden Herrschaftsbesitz als Diebesgut sehen koennte.

Vielleicht wird man in Aufrufen der Bauernkriege fuendig. Aber die haben wohl nicht so viel geschrieben.

Gruss
PW

wie man sieht: doch nicht von Adel.

VIELEN HERZLCIHEN DANK AN…
Hallo Michael, Polweiler, Kreszentia und Awful Annie,

Vielen herzlichen Dank für Euren antworten. Sie haben mir sehr weiter geholfen.

Bei Michael fand ich irgendwie lustig (im sinne von ironisch) als er schrieb: „ich fürchte sehr, dass sich die deutsche sprache der erkenntnis, man könne von einem dieb moralisch gerechtfertigt „stehlen“ / nehmen, verschlossen hat!“ besonders als er das mit der jiddische Sprache verglich…

Und das würde mir irgendwie im Beitrag von Polweiler bestätigt: „das koennte daran liegen, dass man praktisch jeden Herrschaftsbesitz als Diebesgut sehen koennte.“

Allerdings sind Sprüche idR sehr alt und nicht unbedingt auf ein einziges Land verbunden (zB. die meisten Sprüche, die ich kenne, sind ebenfalls in (fast ganz) Amerika bekannt und dort ebenfalls benutzt).

Also, nochmals vielen Dank und einen schönen Gruß,
Helena