Sinnlichkeit

Habe dies mal, quasie zum Abschied, ins Philosophiebrett im
Cycosmos gepostet. Es interessieren mich wirklich Eure
(keinesfalls n u r Experten-) Meinungen dazu:

Kopie

" Geht es Euch auch so:
Man möchte es manchmal all diesen Selbstgerechten
in die Ohren kreischen: DAS LEBEN IST SCHÖN.
Wie viele Menschen könnten viel lebendiger sein?
Aber sie geben sich bürokratisch, distanziert,
wagen einfach gar nichts und belächeln uns
Träumer.
Dabei träumen wir gar nicht.
Wozu hat man denn Augen, Ohren, Sinne???
Ich möchte manchmal sein wie Alexis Sorbas. Aber nein,
ein wbl. Alexis Sorbas, hahahahaha, verkümmern
unsere Sinne langsam? Was meint ihr? Haben wir
überhaupt noch eine Chance, sinnlich zu leben? Ich
jedenfalls kann mich nur an wenige Menschen
sinnlich wenden, nur „Kopfdenken“ zählt noch
heutzutage. Und ich habe für mich mit Erschrecken
feststellen müssen, dass ich auf dem besten Weg
bin, genauso zu werden, wenn ich es nicht längst
schon bin.
d."

irgendwann weicht der Glaube daran dass diese Welt schön ist den negativen Erfahrungen die der Mensch machen muss, dies geht mir genauso.

irgendwann weicht der Glaube daran dass diese Welt schön ist
den negativen Erfahrungen die der Mensch machen muss, dies
geht mir genauso.

Aber wenn wir versuchen, selbst in den „negativen“ Dingen, das
Schöne rauszufiltern? Z.B. die Erfahrungen, die uns dadurch gegeben werden und wozu sie uns nützen können, ist das dann nicht eher positiv?

h.d.

manche Erfahrungen ziehen nur sehr wenig positives aber sehr viel negatives mit sich

der Verlust einer geliebten Person

der Verlust der Arbeitsstelle etc.

Wenn ich mich nicht irre ist das chinesische oder Japanische Wort für Verlust dasselbe wie für Chance aber wer weiss.

ansonsten um die positiven Seiten des Lebens zu sehen

einfach mal abschalten, das Leben aus einem anderen Blickwinkel betrachten etc.

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There’s a time
Moin Dilarah,

Haben wir
: überhaupt noch eine Chance, sinnlich zu leben? Ich
: jedenfalls kann mich nur an wenige Menschen
: sinnlich wenden, nur „Kopfdenken“ zählt noch
: heutzutage.

Es gibt Zeiten, zum Tanzen, es gibt Zeiten zum Träumen, es gibt Zeitem zum Handeln und es gibt Zeiten zum Denken…

Und wer unterscheiden kann, wann was angebracht ist, der ist mMn schonmal auf dem richtige Weg. Seine Sinne braucht man jedoch bei allem.

Gruss
Marion

…das man nicht ausschließlich sinnlich leben kann…aber
trotzdem…!

*wütendaufstampf*…:wink:)))

Es gibt Zeiten, zum Tanzen, es gibt Zeiten zum Träumen, es
gibt Zeitem zum Handeln und es gibt Zeiten zum Denken…

…und manchmal passiert dies alles zu EINER Zeit.

Und wer unterscheiden kann, wann was angebracht ist, der ist
mMn schonmal auf dem richtige Weg. Seine Sinne braucht man
jedoch bei allem.

GENAU - das scheinen aber viele zu vergessen…leider.

Herzliche Grüße
H.-D.

Hallo Dilarah,

unsere Zeit ist voll von ersehnter oder erlebter Sinnlichkeit:

  • Pizzageruch aus dem Küchenfenster des Eckrestaurants. Da kann man beobachten, wie die Leute voll Vorfreude ins Lokal gehen.
  • Straßenmusikanten. Es bleiben immer Leute stehen und hören zu
  • so kitschig oder zu bunt kann kein Schaufenster dekoriert sein, dass es nicht doch Neugierige anzieht
  • mit den eigenen Kindern schmusen und kuscheln
  • eine heiße Tasse Tee, egal wie kalt oder warm es einem ist, die braucht man, wenn einem nicht nur äußerlich fröstelt. Das kennst du doch auch: „magst Du eine Tasse Tee oder Kaffee mit mir trinken?“ Im Sinne, komm, wir machen es uns jetzt gemütlich.
  • Biberbettwäsche, wenn die kalte Jahreszeit losgeht
    usw…
    Mensch bleibt Mensch, egal wie kühl und distanziert er sich gibt. Aber mit unseren 5 Sinne haben wir alle die gleichen Bedürfnisse.

einen behaglichen Abend wünscht Dir die
Claudia

Du hast sicher Recht - die natürliche Sensibilität sollte
man sich erhalten. Aber irgendwie klappt bei mir nur, wenn
ich zudem eine Seite züchte, die sich gegen weniger sensible
Menschen durchsetzen kann und ihren offensichtlichen Drang
meine vermeintliche Schwäche auszunutzen.

Gruss
Enno

" Geht es Euch auch so:
Man möchte es manchmal all diesen Selbstgerechten
in die Ohren kreischen: DAS LEBEN IST SCHÖN.
Wie viele Menschen könnten viel lebendiger sein?
Aber sie geben sich bürokratisch, distanziert,
wagen einfach gar nichts und belächeln uns
Träumer.
Dabei träumen wir gar nicht.
Wozu hat man denn Augen, Ohren, Sinne???
Ich möchte manchmal sein wie Alexis Sorbas. Aber nein,
ein wbl. Alexis Sorbas, hahahahaha, verkümmern
unsere Sinne langsam? Was meint ihr? Haben wir
überhaupt noch eine Chance, sinnlich zu leben? Ich
jedenfalls kann mich nur an wenige Menschen
sinnlich wenden, nur „Kopfdenken“ zählt noch
heutzutage. Und ich habe für mich mit Erschrecken
feststellen müssen, dass ich auf dem besten Weg
bin, genauso zu werden, wenn ich es nicht längst
schon bin.
d."

Hallo Claudia,

wie schön ist es, dass es noch solche Menschen gibt.
Danke und Dir eine schöne „kalte“ gemütliche Zeit.
:wink:
d.

Hallo Enno,

Aber irgendwie klappt bei mir nur, wenn

ich zudem eine Seite züchte, die sich gegen weniger sensible
Menschen durchsetzen kann und ihren offensichtlichen Drang
meine vermeintliche Schwäche auszunutzen.

Züchten…genau das richtige Wort. Wir züchten in uns das,

was wir vielleicht gar nicht wollen.
Dennoch tun mir diese Menschen leid, die ihren Lebensinhalt
nur darin sehen, vermeintliche Schwächen, wie Du sagst (die
durchaus Deine Stärken sein können) aufzudecken. Sie wissen
es nicht besser. Und genau diese Selbstgerechten meinte ich.
Aber das klingt jetzt wohl zu abgehoben…
Herzl. Grüße
H.-D.

nützliche Sinnlichkeit
Hallo Enno,

so sehe ich das auch:

Du hast sicher Recht - die natürliche Sensibilität sollte
man sich erhalten. Aber irgendwie klappt bei mir nur, wenn
ich zudem eine Seite züchte, die sich gegen weniger sensible
Menschen durchsetzen kann und ihren offensichtlichen Drang
meine vermeintliche Schwäche auszunutzen.

Es gibt Menschen, die probieren bei einem aus, wann der Geduldsfaden reißt, als ob sie bei der Art von Freundlichkeit Unbehagen empfinden, oder um Grenzen kennen zu lernen oder warum auch immer. Und selber ist man verwirrt, weil eigentlich bis dahin für ein deutliches Wort oder Geste gar keine Notwendigkeit bestand.

Leider bin ich so ein Sensibelchen mit allem Wohl und Wehe, manchmal mehr als mir lieb ist. Das ist halt so. Auf der anderen Seite habe ich festgestellt, dass meine Sensibilität wie ein zusätzliches Meßgerät ist - sowas ist ja nie schlecht :wink:
Ich habe schon manche „Gefahren“ empfinden können, bevor ich sie richtig wahrgenommen (gesehen oder gehört) habe.
So bin ich für mich zu dem Schluß gekommen, dass ich mein „Zusatzgerät“ nicht einmotten werde, mir also meine Sensibilität aufrecht erhalte, aber ich kann die Rauheit meines Umfeldes nicht wegleugnen, und sich nur darüber zu beklagen, hilft mir auch nicht, so dass ich mir (wie von Dir oben beschrieben) eine widerstandsfähige Seite gegen Unfreundlichkeiten angezüchtet habe.
Sinnlichkeit als Eigennutz, sozusagen.

Dennoch bin ich davon überzeugt, dass es unter uns mehr Sensibilität gibt, als wir glauben, und dass sie, aus Angst vor Mißbrauch der anderen, selten eingesetzt wird. Sensibilität läßt sich wie den Geist oder den Körper trainieren, und ist bei jedem Menschen anders ausgeprägt.
Manchmal glaube ich, dass hinter den Fassaden von besonders streng und kontrolliert wirkenden Menschen, eine kleingehaltene Empfindsamkeit steckt, die erst in der Freizeit zum Ausdruck kommt. Ich denke an die Hobbygärtner, die mit viel Mühe Blumen züchten - unser dicke Nachbar, ein bärbeißiger Typ, der mit sehr viel Zartheit sich um seine Rosen kümmert. Er mag halt Blumen lieber als Menschen, dem muß man Rechnung tragen.

viele Grüße
Claudia

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Hallo Dilarah :smile:,

du hast schon Recht mit deiner Beobachtung.
Du kannst resignieren und nichts machen, du kannst dir aber auch ganz bewusst deine Sinnlichkeit (wieder)erwecken und fördern.
Nicht nur träumen, sondern achtsam sein und deine Sinne ‚arbeiten‘ lassen. Ich sag jetzt mal einfach „du“ und dabei denke ich an uns alle…:smile:
Das fängt schon morgens an beim duschen, wenn du deine Haut spürst, das warme Wasser…dann beim Sonnenaufgang, Wolkentreiben am Himmel, Vögelgezwitscher, Kinderlachen, wohlriechenden Kaffee, frisches Brot essen, das Gefühl von Seide auf deine Haut, ein lächeln von deinem Geschäftspartner, ein Kuss von deinem Mann so richtig bewusst genossen, ein Sonnenstrahl auf deiner Haut, ein Windhauch in deinem Haar, das „geplapper“ von deinem Kind, schöne Musik, aufgewirbelte Blätter auf die Strasse, ich kann dir noch eine elenlange Liste schreiben…wenn du achtsam bist, dann entgeht deinen Sinnen nichts und das macht das Leben einfach viel schöner.

Liebe Grüsse,
Maja

p.s. scheint bei euch auch die Sonne?

Hallo Maja,

wenn du achtsam bist, dann entgeht deinen
Sinnen nichts und das macht das Leben einfach viel schöner.

Genauso, also bleiben wir alle schön achtsam und lassen die
Spötter spotten. Danke für den schönen Artikel und…

p.s. scheint bei euch auch die Sonne?

…leider nicht…aber wenns draußen richtig ungemütlich neblig ist, ist es drinnen umso gemütlicher…:wink:

Einen schönen 2. Advent wünscht
h.-d.

Liebe Dilarah,

ich lese Deinen Artikel jetzt schon zum x-ten Mal und finde nicht die Worte, die ich bräuchte, um darauf zu antworten.
Nur soviel: ich glaube manchmal in der falschen Welt zu sein und es macht mich sehr traurig, wenn ich wehrlos (?) dabei zusehe, wie mir die Ideale und Vorstellungen früherer Tage entfliehen…

Grüße
Hyltox

…dann sollten wir uns schleunigst neue Ideale und eine neue Sicht der Dinge zulegen!!!

Es schmerzt oft, Veränderungen wie Du schreibst, wehrlos hinzunehmen, aber ich glaube, man ist nicht wehrlos. Ich kämpfe
immerzu um alles mögliche, die richtige Einstellung hab ich auch n o c h nicht so ganz gefunden, immer scheint irgendwas nicht zu
stimmen. Aber allein auf dem Weg zu mir zu sein, macht mich
sinnlicher, liebevoller und ich mag mich und meine Umwelt einfach viel mehr, als je zuvor.
Was nützt es denn auch, an unerreichbaren Idealen festzuhalten?
Das macht wahrlich traurig und enttäuscht.
Ich wünsch Dir alles Gute auf Deinem Weg.

Dilarah

Hej Dilarah!

*dichglücklichanlächl*
ich denk mein leben ist schön :smile:
immer wieder versuchen leute, mir das auszureden. mein leben ist voller schwieriger situationen, die mit vollem ernst gemeistert werden sollten.
ach, und wenn ich auch einen ganzen tag lang umsonst gerackert hab, mich abgemüht und geplagt hab, so spring ich trotzdem in der (in wien seltsamerweise oberirdischen) UBahn, auf um einen wunderschönen Regenbogen gebührend zu bewundern. Was kümmert mich, was andere Leute darüber denken, wenn ich einen kleinen Freudenschrei ausstoß und ein bissl herumhüpf.
Laß doch die anderen herumbürokratisieren und leb dein leben so wie du es willst. und das is dann ansteckend für die anderen :wink:

LiGrü
Igelchen

Kopf ist auch wichtig.
Hi Heidi,

bin vielleicht zu kopflastig? *grins*…

Und möchte deshalb zunächst einen Lanze für den Kopf und dein Hirn brechen. Oder viel besser: gegen auch dein Gegeneinanderstellen von Kopf und Sinnlichkeit. Ohne deinen Kopf könntest du deine Sinne nämlich gar nicht wahrnehmen. Meine ich. Ich lebe auf jedenfall sehr gut mit meinem Kopf :wink:…aber ich komme vom Thema ab:

Glücklich sein sind Momente. Ich will das erstmal niemand unterstellen, der anders lebt und vielleicht nicht seine glücklichsten Momente mit mir teilt, dass er diese Momente nicht hat und genießen kann [z.B. einen Finanzbeamten oder einen Vermögensberater erlebe ich wahrscheinlich eher distanziert und berufsmäßig und wenig träumerisch, das heißt ja aber nicht, dass die Jungs abends nich zu Hause sitzen und und bei Verdi anfangen zu heulen]…von daher solltest du vielleicht mal die Beine und die Seele baumeln lassen und anderen etwas mehr zugestehen als nur ihre professionelle Fassade dir gegenüber.

Ich glaube übrigends nicht, dass die Sinne verkümmern, aber unsere Jobs sind oft wenig sinnlich und deshalb gibt es vielleicht auch so viele Extremsportler, die jobmäßig am PC sitzen und nichts „sinnlich erfassbares“ mehr schaffen. Geht mir immer mal wieder so. Ich schreibe (wirtschafts) journalistische Texte. Nicht wirklich sinnlich:wink:…manchmal beneide ich Schreiner. Die haben nachher einen Stuhl in der Hand und können sich draufsetzen, am Holz riechen , drüber fahren…Bei mir stehen halt auf dem Bildschirm Informationstexte. Naja. Ich spiele mit dem Gedanken nächstes Jahr hobbymäßig töpfern anzufangen. Klingt vielleicht blöd und banal für dich, sind aber meine Überlegungen, wie ich einen „sinnlichen“ Ausgleich schaffen kann…*grins*

überhaupt noch eine Chance, sinnlich zu leben? Ich
jedenfalls kann mich nur an wenige Menschen
sinnlich wenden, nur „Kopfdenken“ zählt noch
heutzutage. Und ich habe für mich mit Erschrecken
feststellen müssen, dass ich auf dem besten Weg
bin, genauso zu werden, wenn ich es nicht längst
schon bin.

Was meinst du mit „sinnlich wenden“ an andere Menschen?

beste Grüße,

barbara

Hi Barbara,

Ohne deinen Kopf könntest du deine Sinne nämlich gar nicht wahrnehmen.

Selbstverständlich. Und auch sonst kann ich Deinen Aussagen
weitgehend folgen…:wink:)
Aber gerade weil wir eingespannt, angespannt etc. sind, sollten
wir besser auf Momente achten, bzw. schöne Momente intensiver
leben, als es viele Menschen tun.

Was meinst du mit „sinnlich wenden“ an andere Menschen?

Z.B. Du lächelst einen fremden Menschen auf der Straße an und
erntest entweder ein Lächeln zurück, hierzulande schaust Du aber eher in ein verständnisloses Gesicht.
Oder Du versuchst einem Kollegen, der völlig gestreßt ist, auf einen Regenbogen, von mir aus auch nur ne Wolke, aufmerksam zu machen und wirst nur belächelt in dem Sinne von, die hat
Probleme, oder nichts zu tun.
Die Liste könnte man endlos fortführen. Solche Dinge ärgern mich
maßlos. Und dabei merkt man dann, dass sich die anfänglich gute Laune in Frustation umwandelt. Dies wiederum nicht zuzulassen,
erfordert eine Menge Energie, die man anders besser verwenden könnte.

Herzl. Gruß
H.-D.

Hej Igel,

Was kümmert mich, was andere Leute darüber denken, wenn ich einen kleinen Freudenschrei ausstoß und ein bissl herumhüpf.

*seufz* beneidenswert…dabei mach ich mir auch aus wenig was, aber wenn, kanns mir schon den Tag verderben.

Nur *lacht* warum nennst Du Dich IGEL??? Der hat doch den berühmten Stachelpanzer.

LG
Dilarah

Igel
Hej Dilarah

Nur *lacht* warum nennst Du Dich IGEL??? Der hat doch den
berühmten Stachelpanzer.

Igel…
-sind stachelig, ein bisschen seltsam, man muss schon vorsichtig sein, wenn man sich ihnen nähert.
-sind scheu, vorsichtig und rollen sich im notfall zu einer stachelkugel zusammen, kann dir bei mir auch schon mal passieren.
-sind neugierig und (meiner meinung nach) ziemlich intelligent…
-haben wunderschöne braune augen
-sind furchtbar verfressen und schmatzen ganz laut beim essen
-sind (am bauch) wunderbar weich und kuschelig
-sind vom aussterben bedroht, müssen beschützt werden

sind wunderbare tiere - oberflächlich betrachtet stachelig und abweisend, aber wenn man sie genauer kennt… einfach liebenswert…

Liebe Grüße
vom   ,
Igel