Sinus Pilonidalis heilt nicht ganz zu

Hallo alle zusammen,

ich habe nun im letzten Jahr im Herbst eine Op wegen meiner oben genannten Geschichte, Sinus Pilonidails, gehabt. Alles lief gut und meine Wunde wurde zum Teil (in der Ritze, weiß nicht wie ich es besser ausdrücken soll) genäht. Nach einer Woche stand dann die zweite Op an, da sich die Wunde unter den Nähten entzündet hatte. Es wurde eine Wunderevision durchgeführt und ab da wurde die Wunde offen gelassen und alles fing an zu heilen.
Kurz vor Weihnachten vor alles zu geheilt, doch 2 Wochen später ging die Wunde wieder ein kleines Stück in der Ritze auf. Meine Ärztin stellte fest, dass in der Ritze eine kleine Verhärtung vorzufinden war und verschrieb mir Antibotika (Ciproflexacin), da sie eine Entzündung vermutet, die die Wundheilung störte. Das bisschen harte ist auch weg gegangen, doch irgendwie ist nun fast meine ganze Wunde in der Ritze wieder aufgegangen, aber nur in der Ritze nicht darüber, dort ist alles fest und gut, bis auf eine doofe Narbe, verheilt!
Das Problem ist, dass ich in 2-3 Monaten in den Urlaub will und mindestens einen Monat vorher meine Ruhe haben will, doch irgendwie heilt meine Wunde nicht ganz zu. Ich spüle sie täglich und tue täglich die Salbe „Hametum“ darauf. Die Wunde sieht auch sehr sauber aus und sie ist eigentlich nicht breit und auch nicht tief, vielleicht 2-3mm ! Mein Arzt meinte wenigstens, dass er sich das noch 3-4 Wochen angucken wollte und mich sonst zum plastischen Chirurgen überweisen will, da er denkt das es irgendwie zu schnell zugeheilt ist und der Rest jetzt nicht mehr will.

Was sagt ihr dazu? Könnt ihr mir einen Rat geben, damit es schnell zu wächst? Ich habe keine Schmerzen!

Danke. :wink:

Hallo Domingo,

was du berichtest, ist leider keine Rarität, sondern kommt immer wieder vor. Beim Sinus pilonidalis kann es sich um mehrere Fistelgänge handeln, die u.U. bei der Op. nicht vollständig ausgeräumt worden sind. Zum anderen ist auf Grund der anatomischen Situation die Wunddheilung erschwert und deshalb oft verzögert.
Es ist Sache des Operateurs zu prüfen, ob Fistelgänge zurückgeblieben sind, die noch ausgeräumt werden müssen, oder nur eine verzögerte Heilung vorliegt, die man geduldig ertragen muss.

Ich halte es nicht für richtig, Hametumsalbe zu verwenden. Nässende Wunden werden mit feuchten Kompressen bedeckt. Salbe verhindert den Abfluss des Wundsekrets.

Gruß
Montanus

Hallo Domingo,

im letzen Jahr habe ich mal einen englischen Bericht im Fernsehen gesehen. Er war sehr interessant, wenn auch etwas eklig.

In diesem Bericht haben die Ärzte in einem Krankenhaus u.a.einen Diabetispatienten mit chronisch offenen Beinen mit Maden behandelt.
Die Maden haben wohl die Eigenschaft, dass sie nur das befallene und nicht das gesunde Fleisch „befallen“. Beim Verzehr des „fauligen“ Gewebes setzen sie durch ihren Speichel ein Enzym frei, welches die Wunde verschliesst.
Nach, ich meine 2 Tagen, wurde der "Verband gewechselt und erneuert. Nach einiger Zeit waren die Wunden, auch für Laien offensichtlich, fast geschlossen.
In den Fällen, von denen in dem Bericht gezeigten Patienten, waren alle Behandlungen erfolgreich.

Das hört sich eklig an, scheint aber sehr wirkungsvoll zu sein. Die Patienten haben alle berichtet, das es nur etwas kitzelte, aber sich der Ekel eigentlich nur in ihrem Kopf abgespielt hat.

Ich möchte jetzt keine Diskussion über diese Form der Behandlung lostreten, aber die alternative Behandlung mit Blutegeln kam auch erst nicht so gut an, hat sich aber auch in der Schulmedizin etabliert.

Wenn ich in Deiner Lage wäre, würde ich glaube ich alles ausprobieren, Hauptsache es hilft.

Gute Besserung
Sabine

Hallo,

es ist ein Unterschied, ob man eine nach außen breit offene Wunde z.B. am Bein behandelt oder eine Wunde zwischen den Pobacken, wo Haut auf Haut liegt. Ob eine Madenbehandlung für letztere Situation geeignet ist und deshalb empfohlen werden kann, sollte erst abgeklärt werden, eh man sich auf diesen per TV aufgenommenen Vorschlag einlässt.

Montanus

Guten Tag,

so also, was ich ja nur so komisch finde ist, dass die Wunde schon zu war, aber jetzt nicht mehr zu gehen will. Also seit 1-2 Wochen ist kein Fortschritt zu erkennen, aber wie gesagt es tut nicht weh usw. Das der Chirurg etwas vergessen hat schließe ich mal aus, da sie bei mir doch sehr weiträumig geschnitten haben und ich auch 5 Fistelgänge hatte, welche eigentlich alle entfernt wurden. Bei der Wundrevision, haben sie dann nochmal etwas weiter ausgeschnitten, sodass ich es für höchst unwahrscheinlich halte, dass dort ein Fistelgang übrig geblieben ist. Sie haben ja auch bis zum Steißbein runter ausgeschnitten. Außerdem war ja schonmal alles zu und ich glaube das würde ja nicht passieren, wenn dort noch ein Fistelgang wäre.

Also mein Arzt meinte wenigstens, dass es am Anfang ein bisschen aufgegangen ist, da dort diese Verhärtung (Entzündung säße), welche ich nun mit Antibiotika entfernen konnte. Er meinte, dass es bei mir zu schnell zugewachsen sei und sich deshalb ein Hohlraum gebildet hat in welchem noch eine Entzündung vorlag, welche nun beseitigt wurde. Er meint, dass die Wunde deshalb wieder aufgegangen ist, damit sie irgendwie besser Atmen kann und Wundsekret absondern kann.

Aber komischerweise nehme ich die Antibiotika schon seit fast einem Monat und es will nicht weiter zugehen. Ich verstehe das nicht. Muss vllt. erstmal der Hohlraum zuwachsen, bevor das Gewebe darüber zuwachsen kann? Ich mache auch kein Sport wie wie vom Arzt verordnet, sondern fahre nur langsam zur Arbeitsstelle mit dem Rad.

Ich hoffe ihr könnt mir mit dieser etwas noch erweiterten Ausführung helfen. Danke.

Hallo,

es ist ein Irrtum zu glauben, ein schon einmal vorhandener Wundverschluss sei bei einem verbliebenen Fistelrest unmöglich. Doch spricht deine jetzt ausführlichere Darstellung dafür, dass nunmehr alle Gänge ausgeräumt worden sind.

Ich möchte wiederholen, dass Salbenbehandlung bei nässenden Wunden fehl am Platze ist. Feuchte Mull-Kompressen oder Wundgazen dienen dem Abfluss des Sekrets, Salben verhindern das. Zur Befeuchtung kann man Serasept verwenden. Eine Wundreinigung mit Wasser (Handdusche )und die sorgfältige Pflege der Wundumgebung sind ebenso wichtig wie die Wundbehandlung selbst.

Dass das Radfahren gut ist, bezweifele ich.

Gruß
Montanus

Guten Tag,

mhh also soll ich die Salbe besser weglassen, richtig?
Darf ich denn aber noch zusätzlich, wie ich es immer gemacht habe, Octenisept leicht draufsprühen? Das soll zur Desinfektion dienen.

Wegen deinen Kompressen nochmal. Ich hatte, solange meine Wunde noch tiefer war immer Kompressen dadrinne, doch nachdem keine mehr reingepasst hat, habe ich nur noch so eine Saugkompresse, welche ich über meinen After lege, da die Wunde eigentlich auch kaum nässt. Ist das ok?

Die Wunde sondert aber von Tag zu Tag weniger, ich sag mal, Schleim (Wundheilsekret ??)ab. Ist das gut
oder schlecht?

Am besten liste ich nochmal auf, was ich alles zur Wundversorgung mache:

Nach jedem Stuhlgang und/oder einmal am Tag dusche ich meine Wunde aus, also halte den Duschstrahl in meine Wunde, natürlich nicht ganz aufgedreht. Einmal am Tag wechsle ich meine Saugkompresse, die Wunde wird mit einer Mullkompresse ausgewischt, damit der oben genannte Schleim wegkommt (ist das gut den zu entfernen??) und danach wird die Wunde leicht mit Octenisept eingesprüht. Was sagt ihr zur Wundversorgung so ok?

Aber hat jemand nun vielleicht eine Ahnung, warum meine Wunde nicht ganz zu will oder warum sie aufgegangen ist? Mein Arzt meinte auch, dass die Wunde in der Region sehr stark unter Spannung stehe und das es deshalb normal sei, dass sie manchmal wieder aufgehe. Was sagt ihr dazu?

Danke. :wink:

Hallo Domingo,

keine Salbe mehr. Saugkompresse und Octenisept ok.
Die nachlassende Sekretion spricht dafür, dass die Wunde heilt.
Alle übrigen Maßnahmen sind sicherlich richtig.

Die verzögerte Wundheilung und, dass die Wunde wieder aufgegangen ist, kann mit der ungünstigen anatomischen Situation zusammenhängen.

Alle guten Wünsche für eine endgültige Heilung.

Montanus

Guten Tag Montanus,

vielen Dank für Ihre bisherige Hilfe, Sie haben mir eindeutig weiter geholfen. Ich habe aber noch zwei letzte Fragen.
Ich habe noch das Problem, dass wenn ich mir die Wunde zu dolle (Druck) auswische, dass ich oben in der Ritze eine Stelle habe die dann immer anfängt zu bluten. Ist das ein Problem oder auch „normal“?

Meine zweite Frage ist, was kann man denn zur Vorbeugung machen, denn ich habe gelesen, dass die Krankheit bei vielen Leuten wiederkommt. Die Krankheit wird ja anscheinend durch Haare in der Region ausgelöst, also würde eine Haarentfernung und eine weitere Sauberhaltung vorbeugend wirken?
Die Haarentfernung wäre bestimmt auch besser mit einer Haarentfernungscreme anstatt mit dem Rasierer, da man mit dem ja wieder die Haut reizt, richtig?

Gruss Domingo2010

Hallo Domingo2010,

das dürfte der obere Wundrand sein, der bei zu heftiger Reinigung oberflächlich aufreißt. Vielleicht hilft dagegen schon eine vorsichtigere Säuberung. Ich würde den oberen Rand (nicht die ganze Wunde!) nach der Reinigung mit etwas Heilsalbe bedecken.

Die Haarentfernung ist sicherlich richtig, aber es genügt meist nicht das Rasieren. Wenn die Haarentfernungscreme die Haarwurzel mit erfasst, dann ist sie gut. Tut sie das? Andernfalls wird die Epilation mittel Laser empfohlen.

Gruß
Montanus

Guten Tag,

danke schonmal für Ihre weiteren Informationen. Ich weiß leider nicht ob eine Enthaarungscreme die Wurzeln erfasst, aber sonst soll ich die mir wirklich besser weglasern lassen?

Was sagen Sie überhaupt zu der Äußerung von meinem Arzt, dass er mich, wenn es in 3-4 Wochen noch nicht zu ist, zum plastischen Chirurgen überweisen will, damit der das zumacht? Ich denke eine Wunde muss von alleine zugehen, sonst hat das einen Grund wenn sie es nicht tut.

Danke. :wink:

Hallo Domingo,

es gibt leider Wunden, die aus verschiedenen Gründen sehr schlecht oder gar nicht heilen. In solchen Fällen ist der sekundäre Wundverschluß mit einem Hautlappen nicht so ungewöhnlich. Wieweit das nun bei deiner Wunde zutrifft, lässt sich per Distanz nicht beurteilen. Das kann nur der behandelnde Arzt sagen.

Zum Weglasern der Haarwurzeln: Ich denke, du solltest erst mal abwarten, bis deine Wunde verschlossen ist. Bist du stark behaart?

Gruß
Montanus

Guten Tag,

danke nochmal für Ihre Hilfe. Bezüglich Ihrer Frage: Ja es ist mir klar, dass ich mit dem Lasern warten muss, bis alles zu ist und ja ich bin in dem Bereich leider sehr stark beharrt. Komischerweise aber nirgendwo sonst.

Danke.:wink: