Kennt sich jemand damit aus? Wurde grad bei mir diagnostiziert und ich hab jetzt viel zu viele Horrorgeschichten im Internet gefunden, denen ich nicht glauben will! Von wegen 4 mal operiert schon, kommt immer wieder, heilt nicht ab, offene Wunden…HILFE!
Hi Susanne,
Nun ja, unangenehme Sache, das - aber so horrormässig ist’s dann auch wieder nicht.
Es ist offenbar leider bei ca. 10% der Fälle eine zweite OP notwendig, bei der es dann auch meistens bleibt. Viermal halte ich für übertriebene Panikmache bzw. Einzelfälle.
Wenn die Wunde offen verheilt, ist das Risiko einer erneuten OP m.W. geringer, insofern sollte man die längere Abheilungszeit in Kauf nehmen. Ca. 4 bis 6 Wochen, das kann man überleben.
Allerdings würd ich mir einen Spezialisten dafür suchen, - für ein Wald- und Wiesenkrankenhaus wär’s mir dann doch zu riskant. Evtl. ein Proktologe?
Noch Fragen? Mail mich einfach an.
Grüße, Simon
Danke für deine Antwort, das hört sich ja schon besser an. Allerdings kann ich mir unter „offener Heilung“ immernoch nur furchtbare Sachen vorstellen…Mein Arzt hat mir erstmal Bäder und Creme und Puder verschrieben, wobei ich grad gelesen hab, dass das Methoden von vorgestern sind und es eigentlich immer zu einer OP kommt…
Hallo Susanne,
Offene Heilung funktioniert wie folgt:
Die Fistel mit hoffentlich allem drum und dran wird operativ angegangen und entfernt. Dabei ist der Patient mindestens mit Spinalanästhesie versorgt, wenn nicht in Vollnarkose.
Danach Blutstillung mit Kompressen, die in die Wunde eingebracht werden. Sieht auch irgendwie zunächst sehr ungewohnt und irgendwie komisch aus, wenn da eine offene Wunde ist, die einfach so „in der Gegend“ steht, ohne genäht/verbunden zu sein.
Im folgenden granuliert die Wunde von unten zu. Es bildet sich neues Gewebe, wichtig dabei die „Reihenfolge“: zuerst muss es ganz unten wachsen, später kommt das neue Gewebe stück für Stück weiter, und irgendwann schliesst sich die Haut wieder.
Wichtig dabei: die Wunde muss öfters (bis hin zu mehrmals täglich) mittels Wasserstrahl (Dusche) ausgewaschen werden, damit nichts verklebt. Wenn nämlich die Wundränder verkleben und aneinanderwachsen, können Verhalte entstehen - d.h. quasi „Inseln“, um die herum das Gewebe wieder intakt ist - bei der „Insel“ selbst fehlt’s quasi noch, und das heilt dann auch nicht so schnell (vielmehr: bildet evtl. neuen Fistelgang).
Nach Auswaschen kommen wieder Kompressen rein, damit verkleben verhindert wird.
Und regelmässige Arztkontrolle (mehrmals wöchentlich) ist dabei natürlich auch wichtig. Das kann man aber dann wieder beim Hausarzt oder einem allgemeinen Chirurgen machen.
Bäder (mit Kamille) sind gut für die Wundheilung, im Vor-OP-Stadium wird’ allerdings weniger bringen. Creme (Jodhaltig?) bringt’s auch nur bedingt, nötig wär’s offenbar nicht.
An OP führt leider kein Weg vorbei, wenn man das Ding loswerden will. Je früher, desto besser!
Hmmm, alles klar? Oder hab ich mich zu umständlich ausgedrückt? Anderfalls bist du hiermit zum Nachfragen ermuntert 
Grüße, Simon