Sitze im Bundestag

als ich die Sitzverteilung im Bundestag wieder sah, ging mir das messer in der Tasche auf:
610 Sitze!!!
Dazu (unausgesprochen ) für jeden Sitz mehrere Mitarbeiter und Helfer (Sekretäre, Schreibdamen…)
Und dazu sind sie doch nur Stimmvieh bei Abstimmungen.
Wieviel haben die USA? ca. 300?
Na, ja, ist ja auch nur eine Bananenrepublick gegen Deutschland.
Grüße
Raimund

tja Raimund…
und damit liegt die Zahl 9% unter der der letzten Leg-Periode… Aber wer sägt sich schon den Ast ab, auf dem er laviert (sorry…).
(aber trotzdem: keine Vergleiche mit den usa bitte… die innenpolitischen Verhältnisse sind, man hält es kaum für für möglich, noch kränker)

Grüsse, o

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Hi,
wo ist denn da das Problem??? Man muss sich ja nicht unbeding an den USA orientieren (is auch besser so…). Ich denke, dass es Sinn macht, wenn das Volk von einer möglichst großem Menge an Abgeordneten vertreten wird, die aber immer noch in der Lage sind Beschlüsse zu fassen. Wenn sies nicht sind, dann liegts IMHO nicht an der Anzahl.
Falls du auf die Kosten anspielst:
Das ist zwar viel was sich da summiert, aber wenn man mal guckt, was sonst ausgegeben wird ist das doch nur Kleingeld und das wie ich finde noch nicht mal schlecht investiert.
Gruß
freak

Hallo Raimund,

als ich die Sitzverteilung im Bundestag wieder sah, ging mir
das messer in der Tasche auf:
610 Sitze!!!

Es sind 603 Sitze, aber auch das ist zu viel.

Dazu (unausgesprochen ) für jeden Sitz mehrere Mitarbeiter und
Helfer (Sekretäre, Schreibdamen…)
Und dazu sind sie doch nur Stimmvieh bei Abstimmungen.
Wieviel haben die USA? ca. 300?

Repräsentantenhaus: 435 und Senat:100

Na, ja, ist ja auch nur eine Bananenrepublick gegen
Deutschland.

Was uns zu einer Bananenrepublik macht ist m.M. nach das Wahlgesetz. Uns wird immer erzählt, dass allein die Zweitstimme über die stärke der Fraktion entscheidet. Nun hat die SPD nur knapp 9.000 Stimmen mehr als die Union, aber 3 Mandate mehr. Ich habe das System der Überhangmandate verstanden, aber ich finde entweder haben wir ein Verhältniswahlrecht, oder wir sollten ganz auf Mehrheitswahlrecht umstellen.
Was haben wir über die US Wahl gelacht. Al Gore hatte mehr Stimmen und ist doch nicht Präsi geworden. Selbst wenn die Union irgendwo 10.000 Stimmen mehr bekommen hätte, hätte das an der Sitzverteilung nichts mehr geändert.

Gruß, Joe

Hallo!

Naja - Du darfst nicht vergessen, daß die Abgeordneten auch Vertreter Ihres Wahlkreises sind.

Gedanklich soll so wohl garantiert werden, daß jede Region im Bundestag gleichermaßen vertreten ist.

Soll die Zahl verkleinert werden, müssen die Wahlkreise vergrößert werden. Aber kann dann ein Politiker noch den Überblick über seinen Wahlkreis haben?

Gruß
Patrick

Ich habe das System der Überhangmandate
verstanden, aber ich finde entweder haben wir ein
Verhältniswahlrecht, oder wir sollten ganz auf
Mehrheitswahlrecht umstellen.

Hallo Jörg,

Jedes System hat irgendwo auch Schwächen. Eine der Grundideen ist, daß jeder Wahlkreis im Bundestag vertreten ist. Eine Zersplitterung in einen nicht einigungsfähigen Haufen soll vermieden werden, deshalb die 5%-Klausel. Andererseits sollen aber auch Einzelbewerber und Minderheiten eine Chance erhalten, im Bundestag präsent zu sein, deshalb die Direktmandate letztlich ganz unabhängig von Parteien.

Ich wäre vorsichtig mit Bausch-und-Bogen-Patentvorschlägen. Das bisherige System ist doch wahrhaft nicht schlecht. Im übrigen gab es bisher noch keine Umkehr der Mehrheitsverhältnisse aufgrund von Überhangmandaten.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Jedes System hat irgendwo auch Schwächen. Eine der Grundideen
ist, daß jeder Wahlkreis im Bundestag vertreten ist. Eine
Zersplitterung in einen nicht einigungsfähigen Haufen soll
vermieden werden, deshalb die 5%-Klausel. Andererseits sollen
aber auch Einzelbewerber und Minderheiten eine Chance
erhalten, im Bundestag präsent zu sein, deshalb die
Direktmandate letztlich ganz unabhängig von Parteien.

und diese Schwächen will ich aufzeigen.

Ich wäre vorsichtig mit Bausch-und-Bogen-Patentvorschlägen.
Das bisherige System ist doch wahrhaft nicht schlecht. Im
übrigen gab es bisher noch keine Umkehr der
Mehrheitsverhältnisse aufgrund von Überhangmandaten.

Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass es in manchen Ländern sogenannte Ausgleichsmandate git, die das Missverhältnis durch Überhangmandate ausgleichen sollen.
Jedenfall sugeriert die Sitzverteilung im 15.BT, dass die SPD deutlich stärker ist als die Union und das ist nicht der Wählerwille.

Viele Grüße, Joe

1994 gabs 12 Überhangmandate für die CDU
Halle Jörg,

die Union hat ihre Mehrheit 1994 nur durch 12 Überhangmandate bekommen und das Verhltnis war damals 341 zu 331. Ohne diese Überhangmandate hätte die Union keine Mehrheit im dt. Bundestag gehabt, sondern hätte die Wahl verloren.
Hast Du das damals auch als ungerecht empfunden? Oder schreist Du nur, weil die Überhangmandate diesmal auf der „falschen“ Seite sind.

Gruß
Michael

Hallo Jörg,

Jedenfall sugeriert die Sitzverteilung im 15.BT, dass die SPD
deutlich stärker ist als die Union und das ist nicht der
Wählerwille.

Überhangmandate bekommt ein Kandidat nicht wegen, sondern trotz seiner Parteizugehörigkeit. Die von Dir angesprochene Problematik entsteht erst durch den Fraktionszwang.

Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Michael,

die Union hat ihre Mehrheit 1994 nur durch 12 Überhangmandate
bekommen und das Verhltnis war damals 341 zu 331. Ohne diese
Überhangmandate hätte die Union keine Mehrheit im dt.
Bundestag gehabt, sondern hätte die Wahl verloren.
Hast Du das damals auch als ungerecht empfunden?

Ja.

Oder schreist
Du nur, weil die Überhangmandate diesmal auf der „falschen“
Seite sind.

Was wäre die Alternative gewesen? Rot/Rot/Grün?
So gesehen haben die Überhangmandate schlimmeres verhindert.

Gruß, Joe

Hallo Wolfgang,

Überhangmandate bekommt ein Kandidat nicht wegen, sondern
trotz seiner Parteizugehörigkeit. Die von Dir angesprochene
Problematik entsteht erst durch den Fraktionszwang.

das ist aber seeehr theoretisch.
Also sind die 299 direkten und X Überhänger anders als ihre Listenkollegen? Ich weiss doch vorher nicht ob mein direkter nicht zum Überhänger wird.

Praktisch gibt es aber den Fraktionszwang und das ist auch gut so.
Die wichtige Zweitstimme sollte die Fraktionsstärke bestimmen. Mir ist doch egal ob Herr Meier oder Frau Müller meine Interessen durchsetzt. Sei ehrlich, geht es Dir nicht genau so?

Gruß, Joe

Oder schreist
Du nur, weil die Überhangmandate diesmal auf der „falschen“
Seite sind.

Was wäre die Alternative gewesen? Rot/Rot/Grün?
So gesehen haben die Überhangmandate schlimmeres verhindert.

Diesen Satz dazu von Dir darf man, denke ich, als eindeutige Zustimmung zur obenstehenden Vermutung ansehen…

Schade, selbst disqualifiziert.

Doc.

Hallo Doc,

Oder schreist
Du nur, weil die Überhangmandate diesmal auf der „falschen“
Seite sind.

Was wäre die Alternative gewesen? Rot/Rot/Grün?
So gesehen haben die Überhangmandate schlimmeres verhindert.

Diesen Satz dazu von Dir darf man, denke ich, als eindeutige
Zustimmung zur obenstehenden Vermutung ansehen…

Schade, selbst disqualifiziert.

mein klares JA zu dem Satz, dass ich es nicht richtig finde hast Du leider unterschlagen.
Der zweite Satz war eine kleine Provokation, für die ich mich in aller Form bei Dir entschuldige.

Gruß, Joe

Hi!

Was uns zu einer Bananenrepublik macht ist m.M. nach das
Wahlgesetz. Uns wird immer erzählt, dass allein die
Zweitstimme über die stärke der Fraktion entscheidet. Nun hat
die SPD nur knapp 9.000 Stimmen mehr als die Union, aber 3
Mandate mehr. Ich habe das System der Überhangmandate
verstanden, aber ich finde entweder haben wir ein
Verhältniswahlrecht, oder wir sollten ganz auf
Mehrheitswahlrecht umstellen.

Wie sähe denn dann die Verteilung im Bundestag aus?

Mehrheitswahlrecht:
Sitze: 299
SPD = 171 Sitze ( = 57,2 % der Sitze )
CDU/CSU = 125 Sitze ( = 41,8 % der Sitze )
GRÜNE = 1 Sitz ( = 0,3 % der Sitze )
FDP = 0 Sitze ( = 0,0 % der Sitze )
PDS = 2 Sitze ( = 0,7 % der Sitze )

Was auffällt:
Die SPD liegt mit der Anzahl der Direktkandidaten weit über dem prozentualen Anteil ihrer Erststimmen (41,9 %; CDU 41,1 %). Hingegen sind 11,4 % der Wähler (Summe aus FDP und GRÜNE) mit nur einem Vertreter im Parlament, während die PDS mit 4,3 % Erststimmenanteil auf Bundesebene zwei Parlamentarier hat.

Also anderes System - Verhältniswahlrecht durch Zweitstimme:
Sitze: 299 (wirklich?)
SPD = 38,5 %
CDU/CSU = 38,5 %
GRÜNE = 8,6 %
FDP = 7,4 %

Sitzverteilung:
SPD = 115 Sitze
CDU/CSU = 115 Sitze
GRÜNE = 26 Sitze
FDP = 22 Sitze

Macht in toto 278 Sitze (wg. 5-%-Hürde). Verteilen wir die restlichen 21 Sitze weiter oder fallen die jetzt flach? Wenn im gleichen Verhältnis weiterverteilt wird, dann ergibt das:

SPD = 123 Sitze
CDU/CSU = 123 Sitze
GRÜNE = 28 Sitze
FDP = 24 Sitze

Summe = 298
Bleibt immer noch einer übrig. Den kriegt die Partei mit den meisten Stimmen (SPD = 124 Sitze)

Also:
SPD = 124 Sitze
CDU/CSU = 123 Sitze
GRÜNE = 28 Sitze
FDP = 24 Sitze

Sieht auf den erste Blick gut aus. Nachteil: welcher Politiker welcher Partei hat jetzt noch eine Bindung an ‚seinen Wahlkreis‘? Wo gibt es noch eine direkte Beziehung zwischen Bürgern und seinem Politiker? Wen kann man bei lokalen Problemen im Bundestag direkt kontaktieren?

Also ich halte unser Wahlsystem durchaus für fair und praktikabel.

Grüße
Heinrich

Falsch!

Summe = 298
Bleibt immer noch einer übrig. Den kriegt die Partei mit den
meisten Stimmen (SPD = 124 Sitze)

Nach dem Verfahren das in Deutschland angewendet wird bekommt nicht die Partei mit den meisten Stimmen das überzählige Mandat sondern die Partei mit der größten Nachkommazahl der ihr zustehenden Sitze (Verfahren der größten Reste nach Hare-Niemeyer)

Grüße

Bernd

hallo ok,
dass bei den Amis einiges im Argen liegt, hat man schon bei der letzten Wahl mitbekommen.
Ich wollte auch nicht sagen, dass es bei denen besser ist. Nein, es war nur die größe des Staates als Vergleich gemeint.
Deutschland ist ja nur 1/10 so groß (oder noch kleiner?) wie die USA. Und die können ihren Staat mit der Hälfte der Politker regieren.
Ok, ist auch ein anderes System. Dort ist der direkte Bezug zur Bevölkerung der Senator der einzelnen Mitgliedstaaten (oder?) und die wählen die Regierung.
Grüße
Raimund

Hi!