Skileiterprobleme

Liebe Leutè

Klar - ich bin Lehrerin, aber eben auf der Oberstufe (16-20 J.) und da sind die „Kinder“ mit denen ich zu tun habe schon ziemlich gross. Mit kleineren Kindern (7-10 J.) habe ich praktisch null Erfahrung. Jetzt sieht es aber so aus, dass ich in drei Wochen als Skileiter/lehrer an einem Skilager teilnehmen werde. Darauf freue ich mich ja auch ganz doll, aber ich wollte Euch jetzt mal fragen, was ihr mir so an guten Ideen zum abkupfern und nachmachen hättet. Gerade ihr als Eltern: Was erwartet ihr, dass Euer Kind im Skilager lernt?

Ich nehme alles gerne an konstruktiven Tipps: Einen pädagogisch mehr oder weniger wertvollen habe ich schon bekommen. Wenn ein Kind Heimweh (ich weiss, eine typische Schweizerkrankheit)kriegt sog. „Heimwehpillen“ (=gut getarnte Smarties) mitnehmen und dem betroffenen Kind verteilen. Ich weiss, damit „gewöhnt“ man das Kind daran, bei jedem Wehwechen eine Tablette einzuwerfen, aber als Notfall ist das doch angebracht, oder findet ihr nicht?

Also: Was habt ihr mir für Anregungen mitzugeben, damit diese Woche ein voller Erfolg für mich UND die Kinder wird?

Lieber Gruss,

Semiramis

Hallo,

Ich sammle mal ein paar spontane Ideen…

  • Regeln vereinbaren (Zeichen für’s Treffen, abmelden wenn…, keiner macht alleine…usw.)
  • Tagesablauf besprechen (damit sie wissen wann sie was machen)
  • vor größeren Touren noch mal an die Toilette erinnern
  • es geht hauptsächlich um Spaß und nicht ums perfekte Skifahren, daher kein Drill und nicht so viel Wert auf das Lernen legen - Zeitdruck, Stress und Lernen müssen die Kids schon außerhalb der Ferien genug
  • ein offenes Ohr für die kleinen Sorgen haben
  • Rituale einführen (z.B. kurze Erzählrunde vorm Schlafengehen) diese sind vor allem für die kleinen Kids wichtig
  • ich denke, dass die Eltern Sicherheit erwarten - man kann es zwar auch übertreiben, aber Sicherheit kann nie schaden
  • gehe immer davon aus, dass die Kids manche Dinge noch nie gesehen haben (Skilift, Skier…) und eine verständliche Einweisung brauchen (im Lift nicht schaukeln, wie sitzen die Skier richtig…)

Vertraue deinem Gefühl!

Viel Spaß!

Gruß
Tato

Hallo zurück!

  • Regeln vereinbaren (Zeichen für’s Treffen, abmelden wenn…,
    keiner macht alleine…usw.)

Das muss ich sowieso, das ist so vorgegeben. Wahrscheinlich wird sogar verlangt, dass die Kids mir hinterherfahren müssen, weil sie noch jung sind. Ein wenig „Sorgen“ bereitet mir, dass es einen so grossen Altersunterschied gibt. Mit 7 ist ein Kind halt noch wirklich ein Kind, mit 10/11 allerdings schon ein wenig grösser (ich weiss, wahrscheinlich auch noch kein „echter“ Teenie, aber trotzdem bereits etwas reifer)

  • Tagesablauf besprechen (damit sie wissen wann sie was
    machen)

Das ist eine gute Idee - je nachdem wieviel wir mit den anderen drei Skigruppen zusammen machen(müssen)können wir immer wieder Fixpunkte vereinbaren falls eines der Kinder mal verloren geht.

  • vor größeren Touren noch mal an die Toilette erinnern

Ja, das habe ich auch schon gehört und vor allem, dass ich sie fragen soll, ob sie das Ticket haben. Das musste ich allerdings bei den 16-20 jährigen auch machen, also werde ich auch an die Toilette denken können :wink:

  • es geht hauptsächlich um Spaß und nicht ums perfekte
    Skifahren, daher kein Drill und nicht so viel Wert auf das
    Lernen legen - Zeitdruck, Stress und Lernen müssen die Kids
    schon außerhalb der Ferien genug

Das Problem dabei ist, dass wir hier in der Schweiz einige Auflagen erfüllen müssen um für ein Skilager einen gewissen Betrag vom Staat zu erhalten, damit es nicht allzu teuer wird. Klar, ich will unbedingt Spass reinbringen - aber wie? Hast du oder vielleicht sonst jemand eine Idee, wie man den Kiddies das Skifahren mit Spass etwas näher bringt? Gewisse Übungen muss ich mit ihnen ja wohl machen, aber ich werde natürlich versuchen auch Spiele zu machen.

  • ein offenes Ohr für die kleinen Sorgen haben

Aber klar doch, und wenn das auf der Piste passiert, möglichst auch alle anderen Kinder miteinbeziehen um die Gruppenmoral etwas zu stärken, hab ich mir gedacht.

  • Rituale einführen (z.B. kurze Erzählrunde vorm
    Schlafengehen) diese sind vor allem für die kleinen Kids
    wichtig

Auch das finde ich eine ganz tolle Idee - aber wie krieg ich das beim Oberchef durch? Na, irgendwie werde ichs schon schaffen. Auf jeden Fall einen Versuch wert.

  • ich denke, dass die Eltern Sicherheit erwarten - man kann es
    zwar auch übertreiben, aber Sicherheit kann nie schaden
  • gehe immer davon aus, dass die Kids manche Dinge noch nie
    gesehen haben (Skilift, Skier…) und eine verständliche
    Einweisung brauchen (im Lift nicht schaukeln, wie sitzen die
    Skier richtig…)

Klar, dafür ist bis zu einem gewissen Mass auch wirklich gesorgt: die Kinder müssen einen Helm tragen und die Skileiter sind ausgebildet und haben eine Prüfung abgelegt. Möglicherweise gibt es tatsächlich blutige Anfänger, aber Skilift und Skier haben wohl schon alle mal zu Gesicht bekommen.

Vertraue deinem Gefühl!

Danke vielmals für die Tipps! Werde auch versuchen meinem Gefühl zu horchen :smile:

Ebenfalls ein lieber Gruss,

Semiramis

Hallo Semiramis,

Das muss ich sowieso, das ist so vorgegeben. Wahrscheinlich
wird sogar verlangt, dass die Kids mir hinterherfahren müssen,
weil sie noch jung sind.

Diese Bemerkung irritiert mich etwas, weil ich mich
frage, ob du fuer deinen „Job“ ausgebildet worden bist.
Unten schreibst du ja. Okay, muesst ihr wissen.

Ich schreib dir einfach mal, wie mein erste Skiferien als
Skilehrer liefen.

Ich hatte die 6-8jaehrigen.
Ich habe mehr Zeit auf Toiletten zugebracht, als auf der
Piste.
Du gehst mit allen auf die Toilette. Du kannst nicht
einige draussen lassen, denn du musst sie ja alle beaufsichtigen.
Du wirst den einigen von den Kleineren beim Anziehen helfen
muessen, besonders beim Helm und den Handschuhen.
Wenn ihr dann wieder im Schnee seid, wirst du einigen helfen
muessen, ihre Ski anzuziehen (Schnee unter den Schuhen usw.).
Wenn dann alle wieder abfahrtsbereit sind, muss bestimmt
irgendeiner wieder auf’s Klo. Ganze Uebung von vorne.

Die Gruppen hatten alle einen Namen: Skihaserl, Pistensaeue (das
waren die groesseren), Schneekanonen. Ich war fuer Demokratie:
wir hiessen Panzerknacker.
Die erfahreneren Skilehrer hatten ihre Kids durchnummeriert.
Wenn die zusammenstanden ging das: „Durchzaehlen!“ und 1…2
…3…5…6…-„Halt! Die vier fehlt!! Wo isse?!“ und dann
waren die organisiert.
Ich fand das scheusslich und war mehr fuer Demokratie.
Wir standen da. „Michael … Petra… Florian … ehhh… ehhh…
Fabian … ehhh … wer fehlt…?“ „Die Susanne.“ „Nein, ich bin
da!“ … „Aber es fehlt jemand…“

Ich bin fast immer ohne Handschuhe gefahren. Weil die Kinder
immer eiskalte Haende hatten. Und ich ihnen dann meine vor-
gewaermten Handschuhe gegeben habe. Die der Kleinen konnte
ich aber nicht anziehen (zu klein), sondern stopfte sie unter
meine Jacke, bis sie warm waren. Dann bekam ich meine zurueck,
fuer fuenf Minuten. Komisch, dass mir das bei -17 Grad nichts
ausgemacht hat, sonst bin ich immer erfroren.

Je nach Liftart ist man immer damit beschaeftigt, seine
Gruppe bei erwachsenen Liftfahrern, die allein anstehen,
unterzubringen. Zumindest darauf achten, wer mit wem
im Sessellift sitzt, sonst kann es gefaehrlich werden.
Meist hat man mindestens ein Kind, dass einem wie ein
Klotz am Bein haengt und nicht von der Seite weicht.
Wenn man Pech hat, deren zwei, die dann auch noch aufeinander
eifersuechtig sind.

Meist hab frueher geschlafen, als die Kinder.
Ich musste auch jeden Abend eine Runde fuer die Skilehrer
ausgeben (wir hatten eine Regel: die Gruppe, die als letzte
am Bus/am Haus ankommt --> Skilehrer gibt Runde aus; war
immer ich.)

Ich fuhr mit dieser Gruppe 10 Tage lang Pflugbogen.
Am letzten Tag wollte meine Kniescheibe nicht mehr und
sprang aus dem Gelenk --> Akia, Gips fuer 8 Wochen.
Sehr fidel. Ich schreib das nur noch als Warnung:
man weiss ja nie.

Meine wichtigste Erfahrung fuer die naechsten Male waren:
relativ strenge Organisation (kenn ich inzwischen
auch von den Pfadfindern), auf Skiern ist das noch
wichtiger als sonst bei Kindergruppen. Das hat nichts
mit Herzlichkeit und so weiter zu tun. Aber auf der
Piste bist (auch) fuer die koerperliche Sicherheit der
Kids verantwortlich.

Noch ein letzter Tipp: sei sicher, dass du alle ansteckenden
Kinderkrankheiten vorher hattest. Ich sage das nicht
leichthin, Windpocken mit 20 sind scheusslich.
Achja, die einzige Stelle, an der ich keine Narben davon getragen
habe, ist am rechten Bein. Da war naemlich der Gips
(siehe oben). Obwohl man auch mit Stricknadeln recht
gut kratzen kann, zumindest probiert man es.

Viel Spass

Elke

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Hi Elke

Erstmal möchte ich dir wirklich herzlich danken für die sehr lebensnahe Beschreibung. Aber ich darf ein wenig entwarnen: darauf bin ich vorbereitet. Den Tipp mit der strengen Organisation habe ich auch mit auf den Weg bekommen. Das Schlimmste aber sei, dass man selber nicht jammern dürfe. Allen Kinderlein tun die Füsschen, der Rücken, das Bein, der Kopf, die Hände (beliebiges ankreuzen, mehrere Antworten sind möglich) weh und jammern dir die Ohren voll und obwohl du selbst fast kurz vorm Löffel abgeben bist, darfst du keinen Ton von dir geben… :smile:

Das muss ich sowieso, das ist so vorgegeben. Wahrscheinlich
wird sogar verlangt, dass die Kids mir hinterherfahren müssen,
weil sie noch jung sind.

Diese Bemerkung irritiert mich etwas, weil ich mich
frage, ob du fuer deinen „Job“ ausgebildet worden bist.
Unten schreibst du ja. Okay, muesst ihr wissen.

Ich bin im SKIFAHREN ausgebildet, nicht im Kindererziehen. Wie gesagt, mit „grossen“ habe ich Erfahrung, aber mit so „kleinen“ eben weniger. Als ich noch jünger war habe ich mal für zwei Wochen in einem Kinderhort gearbeitet und ab und zu mal Babysitting gemacht, aber sonst… Wahrscheinlich habe ich mich etwas unklar ausgedrückt. Ich könnte dir jedes kleinste Detail erklären, wie und weshalb und wo der Ski wann wo warum und wie in welchem Schnee greift, DAS ist meine Ausbildung. Ich bin Ski-, aber leider nicht Unterstufenlehrerin. Darauf wird in der Ausbildung nämlich keinen Satz verschwendet.

Ich habe mehr Zeit auf Toiletten zugebracht, als auf der
Piste.
Du gehst mit allen auf die Toilette. Du kannst nicht
einige draussen lassen, denn du musst sie ja alle
beaufsichtigen.

Argh - wenigstens kenn ich in dem Skiort glaub ich nun auch ALLE Toiletten… :smile:

Ich bin fast immer ohne Handschuhe gefahren. Weil die Kinder
immer eiskalte Haende hatten. Und ich ihnen dann meine vor-
gewaermten Handschuhe gegeben habe. Die der Kleinen konnte
ich aber nicht anziehen (zu klein), sondern stopfte sie unter
meine Jacke, bis sie warm waren. Dann bekam ich meine
zurueck,
fuer fuenf Minuten. Komisch, dass mir das bei -17 Grad nichts
ausgemacht hat, sonst bin ich immer erfroren.

Doppelargh - werde gleich mal zwei Paar Handschuhe bereitlegen… :smile:

Je nach Liftart ist man immer damit beschaeftigt, seine
Gruppe bei erwachsenen Liftfahrern, die allein anstehen,
unterzubringen. Zumindest darauf achten, wer mit wem
im Sessellift sitzt, sonst kann es gefaehrlich werden.

Schlimm bei uns ist, dass viele Gebiete fast völlig auf Sessellifte umgestellt haben und die Kinder heut zu Tage kaum mehr am Bügel fahren können. Na DAS wird ein Gaudi! :smile:

Meist hat man mindestens ein Kind, dass einem wie ein
Klotz am Bein haengt und nicht von der Seite weicht.
Wenn man Pech hat, deren zwei, die dann auch noch aufeinander
eifersuechtig sind.

Juhuuu! Ich freu mich schon :smile: Endlich jemand, der mich lieb hat. LOL

Meist hab frueher geschlafen, als die Kinder.

Na DAS wird bei mir wohl genau gleich sein!

Ich fuhr mit dieser Gruppe 10 Tage lang Pflugbogen.
Am letzten Tag wollte meine Kniescheibe nicht mehr und
sprang aus dem Gelenk --> Akia, Gips fuer 8 Wochen.
Sehr fidel. Ich schreib das nur noch als Warnung:
man weiss ja nie.

Aua! :smile: Ich mach mit den Kiddies in dem Fall zur Abwechslung dann mal ein wenig Walzern oder Einbeinskifahren nach den drei ersten Skitagen… :smiley: (Die armen Kinder!)

Noch ein letzter Tipp: sei sicher, dass du alle ansteckenden
Kinderkrankheiten vorher hattest.

Ja, die hatte ich - obwohl dagegen geimpft - alle. Sonst kann ich meine Zeit dann ja auch mit Tee ausschenken verbringen, wenn alle kränkeln :smile:

Danke nochmals für deine wirklich lustigen Erfahrungen - wenns was spannendes zu erzählen gibt, dann werd ich das dann bei den Plaudereien posten.

Lieber Gruss,

Semiramis

Hallo Semiramis,

Ich schreib dir einfach mal, wie mein erste Skiferien als
Skilehrer liefen.

Ich bin zwar keine Skilehrerin, aber ich schreibe trotzdem mal wieder meine Gedanken dazu auf…

Die erfahreneren Skilehrer hatten ihre Kids durchnummeriert.

Das finde ich nicht so schön. Ich würde keine Nummer sein wollen.
Vielleicht könnt ihr Patenschaften bilden? Also immer zwei Kinder zusammen. Dann brauchst du nur fragen (sofern nicht alle da sind), wer seinen Partner vermisst. Und sie können sich gegenseitig beim Helm und mit den Handschuhen helfen.

Gruß
Tato

Hallo,

Klar, ich will unbedingt Spass reinbringen - aber wie?

Kein Wettlauf mit der Zeit, Gruppe nach Erfahrungen und Können sortieren, Kids ermuntern (ist so kalt, ich kann das nicht, ist so schwer, ist so anstrengend), kleine Spiele zwischendurch, Technik bildlich verdeutlichen (nicht: „ihr macht so hin und her“)

Hast du oder vielleicht sonst jemand eine Idee, wie man den Kiddies
das Skifahren mit Spass etwas näher bringt?

Ich bin noch nie Ski gefahren, daher kann ich das nicht wirklich sagen…

Möglicherweise gibt es tatsächlich blutige Anfänger, aber
Skilift und Skier haben wohl schon alle mal zu Gesicht
bekommen.

Gesehen ja, aber wie geht das? Was muss ich beachten? Wie heißt das? Bedenke, dass auch Kinder dabei sein können, die noch nicht einmal einen Teelöffel von einem Esslöffel unterscheiden können - erwarte also nicht, dass sie wissen, wie man sich in einem Skilift verhält, wie man Skier richtig transportiert (ich schleife sie auf dem Boden hinter mir her und haue beim umdrehen alle anderen mit meinen Skiern um) usw.

Danke vielmals für die Tipps!

Bitte…

LG
Tato

hi Tato,

Das finde ich nicht so schön. Ich würde keine Nummer sein
wollen.

Schoen fand ich das auch nicht. Aber Tatsache war, dass
das bei den anderne funktioniert hat, und meine immer
als Sauhaufen herumstanden. Natuerlich gibt’s andere
Methoden. Ich wollte darauf hinweisen, dass man als Skilehrer
(wegen dem Sicherheitsaspekt) eher auf der autoritaeren
Seite irren soll als auf der lockeren.

Vielleicht könnt ihr Patenschaften bilden? Also immer zwei
Kinder zusammen. Dann brauchst du nur fragen (sofern nicht
alle da sind), wer seinen Partner vermisst. Und sie können
sich gegenseitig beim Helm und mit den Handschuhen helfen.

Hast du schon mal einen 6jaehrigen gesehen, der einen
Skihelm unten zu pfriemeln soll - egal ob am eigenen Hals
oder an dem des Partners. Mit - wahlweise - dicken
Handschuhen oder halb abgestorbenen Fingern …

Im Schnee sieht vieles anders aus.

Gruesse
Elke

Hi Semiramis,

Das
Schlimmste aber sei, dass man selber nicht jammern dürfe.

Meine Erfahrung: du hast 1. keine Zeit dazu bzw. abends
bei den anderen hoert dir keiner zu, 2. du wirst dich so
auf die Kinder konzentrieren, dass dir Sachen wirklich
kaum was ausmachen (deshalb meine Erwaehnung der -17 Grad:
wenn ich frueher allein skigefahren bin, hatte ich immer
kalte Haende und jammerte, als Kinderskilehrer merkte ich
das ueberhaupt nicht).

Das muss ich sowieso, das ist so vorgegeben. Wahrscheinlich
wird sogar verlangt, dass die Kids mir hinterherfahren müssen,
weil sie noch jung sind.

Diese Bemerkung irritiert mich etwas, weil ich mich
frage, ob du fuer deinen „Job“ ausgebildet worden bist.
Unten schreibst du ja. Okay, muesst ihr wissen.

Ich bin im SKIFAHREN ausgebildet, nicht im Kindererziehen.

Das hab ich verstanden. Aber die Bemerkung mit dem „hinter-
herfahren“ hat mich irritiert. Denn das ist, was hauptsaechlich
passiert. Nur so kannst du sie mehr oder weniger unter Kontrolle
halten, nur so siehst du schnell ob einer fehlt (abzaehlen - sind
alle 10 da, weiterfahren). So wenig wie ueblich rumstehen
lassen, das macht mueder als fahren. Erwachsenen kannst du
was erklaeren, Kinder lernen beim Machen (learning by doing).
Statt „Aussenski belasten“, Bewegungsspiele ausdenken, dafuer
gibt’s Anleitungen (–>spezialisierter Buchhandel).

Noch eine Anekdote: wir fahren ohne Stoecke. Arme ausgebreitet
und immer zum Talski lehnen -> wir sind Flieger. Ich: „Ich bin
die groesste und dickste von uns. Ich bin ein Jumbo!“ und fahre
los, schoene Boegelchen. Kleiner Mistkerl faehrt im Schuss durch:
Haende vor sich: „Ich bin eine Stukka, knattattattatttatattt …“
Arrgh!!

Zur Ausbildung: Wir wurden damals in zwei Gruppen geteilt,
die wirklich guten Fahrer und die nicht-ganz-so-guten. Wir
letzteren wurden zu Kinderskilehrern gemacht --> wir haben
viel besser gelernt, wie man Skifahren beibringen kann, die
anderen konnten zwar besser wedeln (das war damals noch die
Kroenung; womit ich nun mein Alter verraten habe *fg), aber
hatten Schwierigkeiten mit Pflugbogen und Kurzschwingen usw.

Je nach Liftart ist man immer damit beschaeftigt, seine
Gruppe bei erwachsenen Liftfahrern, die allein anstehen,
unterzubringen. Zumindest darauf achten, wer mit wem
im Sessellift sitzt, sonst kann es gefaehrlich werden.

Schlimm bei uns ist, dass viele Gebiete fast völlig auf
Sessellifte umgestellt haben und die Kinder heut zu Tage kaum
mehr am Bügel fahren können. Na DAS wird ein Gaudi! :smile:

Ach ja: Buegellift. Bei wirklich Kleinen immer damit rechnen,
dass einer rausfaellt. Deshalb faehrst du immer als Letzte.
Trainier sie drauf, dass du sie u.U. auf halber Strecke zwischen
deinen Beinen aufsammeln kannst (wenn da nicht sowieso jemand
steht). Und wenn’s geht keine Buegellifte, die durch Waldstuecke
fuehren. Und denen eintrimmen, dass sie immer
auf dich warten muessen, und nie allein fahren duerfen, auch wenn
du auf halber Hoehe ausgestiegen bist, um ein verirrtes Schaf nach
unten zu geleiten und neu auffahren musst (dich dann brutal vor-
draengen und nicht noch mal hinten anstellen).

Aua! :smile: Ich mach mit den Kiddies in dem Fall zur Abwechslung
dann mal ein wenig Walzern oder Einbeinskifahren nach den drei
ersten Skitagen… :smiley: (Die armen Kinder!)

Die Kniescheibe ist bei mir uebrigens dann beim Hochlaufen
bei der Vorbereitung zum Abschiedsrennen rausgeflogen (Graetsch-
schritt, *schuettel* wenn ich nur dran denke).

Ja, die hatte ich - obwohl dagegen geimpft - alle. Sonst kann
ich meine Zeit dann ja auch mit Tee ausschenken verbringen,
wenn alle kränkeln :smile:

Die haben nicht gekraenkelt, auf der Freizeit war niemand
krank - nur ansteckend!

Danke nochmals für deine wirklich lustigen Erfahrungen - wenns
was spannendes zu erzählen gibt, dann werd ich das dann bei
den Plaudereien posten.

Ja bitte mach das. DAnn kann sich die Schadenfreude verteilen.

auch liebe Gruesse
Elke

Liebe Leutè

Hallo!

Gerade ihr als
Eltern: Was erwartet ihr, dass Euer Kind im Skilager lernt?

Natürlich die Grundbegriffe des Skifahrens, und das Sich-Selber-Helfen in unerwarteten Situationen (selbst wieder auf die Beine kommen zum Beispiel).

Ich nehme alles gerne an konstruktiven Tipps
Lieber Gruss,

Beobachtungen vom Trip meiner 7-jährigen Tochter (ich war zwar auch da, aber tagsüber beim Langlaufen): Gib ihnen genug zu essen. Der Skilehrer hatte die Taschen voll mit Müsli-Riegeln, Landjägern und so Zeugs. Ungesund, ja, aber bei der ungewohnten Kälte und der vielen frischen Luft „fressen“ die Kleinen unglaubliche Mengen, alle 2 Stunden. Mehrmals am Tag wurde Limo ausgegeben, pro Kind (Schulanfängeralter) verschwand da mindestens 1/2 Flasche. Ich hätte zwar lauwarmen Früchtetee gewählt, aber es gab Limo…

Die etwas größeren Kinder sollten sich beim Klogehen, Handschuhe anziehen, Lift etc. immer um eines der kleineren kümmern. Das hat aber nicht geklappt: Entweder das größere Kind hat sich so um das kleinere gekümmert, dass es selbst nicht viel gelernt hat, oder es hat sich schlicht (und verständlich, eigentlich) geweigert.

Semiramis

Gruß auch von mir, allerdings absoluter Nichtpädagoge
Claudia