Skills Development

Hallo!

Ich habe eine Frage, deren Beantwortung nach eurem persönlichen Ermessen mir sehr zur Selbstfindung dienen könnte. Ich weiß nicht, ob sie bei Schule und Universität an der richtigen Stelle ist, es hat zumindest viel mit Bildung und Ausbildung zu tun. Sollte das nicht der Fall sein, verschiebt es, bitte.
Hier also mein Anliegen: Ich bin 20, hab mein Abi mit 1,6 in Thüringen abgelegt und mach gerade meinen Zivi. Es geht auf die Uni zu und ich bin gerade bei der Auswahl mehrerer Hochschulen im Kreis Köln-Bonn. Ich beschäftige mich in meiner Freizeit größtenteils mit Lernen, d.h. ich habe fast keine Freunde, keine zeitraubenden Hobbies und widme mich deshalb größtenteils meiner Bildung. Das erfüllt mich auch sehr, aber bei diesem ganzen Streben kommt mir immer wieder die Frage an, wie andere Leute das so machen. Es gibt ja diese Diskussion um Young Professionals und eben Leute, die in meinem Alter schon ne ganze Menge erreicht haben, weil sie einfach ein ganzes Stück eher gestartet sind. Ich lebe so erst seit rund zwei Jahren. Meine Fähigkeiten liegen in den Bereichen Sprachen, Psychologie, Philosophie und Literatur. Vorrangig beschäftige ich mich zurzeit aber mit Mathematik und Informatik.
Um das Ganze mal zu konkretisieren: Wie lernt ihr? Wann und wie seid ihr zu Experten geworden? Und: Welche Ziele verfolgt ihr im Bezug auf eure persönliche Bildung?
Vielen Dank schonmal,
Chris

Hi Chris!

Mir gehts ähnlich wie dir, ich habe eigentlich kein Leben und konzentriere mich aufs Lernen.

Ich habe schon allehand angerissen, früher Chemie als Hauptfach, dann Deutsch und Geschichte LK aber Biologie als 1-er Fach, jetzt studiere ich Sinologie und Religionswissenschaft.
Ich habe mich als Kind sehr für Märchen, später für Sagen, dann für Okkultismus und Mythologie, immer mehr auch für Psychologie und Soziologie interessiert. Daraus erwuchs dann der Wunsch etwas mit Religionen zu forschen und durch einen Glücksfall (in dem jahr wo ich anfangen wollte zu studieren wurde RelWiss auf der Uni Bochum eingeführt) kann ich jetzt das studieren, was mir am meisten Spaß macht.
Sinologie studiere ich für meine Zukunft.
Als Sinologin werde ich wohl kaum was werden aber es gibt mir das nötige Backgroundwissen um Geschäftsbeziehungen in oder nach China zu begründen und dann etwas eigenes zu starten.

lg
Kate

Hallo Chris!

Es gibt ja diese Diskussion um Young Professionals und eben Leute,
die in meinem Alter schon ne ganze Menge erreicht haben…

Mit 20 Lenzen kann man das Abitur oder eine gewerbliche Lehre absolviert haben. Wer sehr früh dran ist, kann schon das eine oder andere Hochschulsemester hinter sich haben, aber mehr geht nicht. Mit 20 Jahren kann sich im Sport oder in der Musik schon viel ereignet haben, manche jungen Leute dieses Alters wurden vermutlich unfreiwillig Vater/Mutter, aber außerhalb der genannten Bereiche kann beruflich fast nichts passiert sein.

Wann und wie seid ihr zu Experten geworden?

Was auch immer ein Experte oder ein „Young Professional“ sein soll, mit 20 Jahren spielt sich allenfalls im Bereich von Fehleinschätzungen etwas ab. Vertiefte Kenntnisse in Teilbereichen und ein bißchen Überblick, um Sinnvolles mit den Kenntnissen anzufangen, brauchen mehr Zeit.

Und: Welche Ziele verfolgt ihr im Bezug auf eure persönliche Bildung?

Es kann immer nur Etappen geben, ohne je ein endgültiges Ziel zu erreichen. Vermutlich gilt für jedes Sachgebiet, daß sich mit vertieftem Zugang der Blick auf ein immer größeres Feld weitet, das man noch nicht durchdrungen hat. Schließlich kann man ein und dasselbe Feld/Wissensgebiet auch noch von verschiedenen Seiten angehen und wird das vermeintlich Altbekannte aus dem neuen Blickwinkel ganz neu entdecken. So kann man sich etwa der Musik von der künstlerischen Seite, aber auch von der physikalisch-mathematischen Seite nähern. Damit ist das Feld längst nicht erschöpfend beackert, es gibt noch etliche weitere Seiten mit neuen Sichtweisen. Du kommst nie an ein endgültiges Bildungsziel, solange Du neugierig bleibst.

Die Ansprüche, die Du an Dich selbst zu stellen scheinst, sind realitätsfern. Deinem Posting entnehme ich ein Defizit an sozialen Kontakten. Wenn Du Dich ohne Freunde und ohne soziale Kontakte verkriechst, ist das Deiner persönlichen Entwicklung ziemlich sicher abträglich.

Gruß
Wolfgang

Hallo!

Um das Ganze mal zu konkretisieren: Wie lernt ihr?

Normalerweise liegend auf meinem Hochbett lohne Laptop. Da werden die Fachinhalte gelernt. Das ganze drum herum hat zweite Priorität für mich…

Und: Welche Ziele verfolgt
ihr im Bezug auf eure persönliche Bildung?

Mhmm, ich will Sachen lernen, die mich persönlich besonders interessieren. Darunter und auch zusätzlich Dinge, die einem den Zugang zur Forschungsliteratur ebnen. Ich will deneben Kenntnisse erwerben, die für weitere Praktika und Auslandsaufenthalte sinnvoll sind, also z.B. Fachpraktika oder Sprachkurse belegen.
Zumindest in dem Bereich wo ich bin, muss man lernen, „wie der Hase läuft“. So früh wie möglich in Forschungsgruppen aktiv werden und sich in kleinen Lerngruppen aus Topstudenten gegenseitig zu guten Leistungen bringen. Ich will meine Verbindungen aufbauen und pflegen. Für mich bedeutet das intensiven Kontakt zu einzelnen Instituten und Profesoren und gleichzeitig den Versuch, im Gespräch mit höheren Semestern oder Angestellten die Beziehungen und Arbeitsfelder der Institute herauszufinden. (Über welche Sachen forschen die Profs, welcher Prof arbeitet oft mit diesem und jenem zusammen, wie ist die Atmosphäre in den Arbeitskreisen, was für Techniken werden bevorzugt benutzt, publizieren die oft, sind sie liquide…) Auf Kongressen die überregional wichtigen Organisationen kennenlernen…
Und natürlich GANZ WICHTIG!!!
Auch mal Freizeit machen. An der Uni kann man so viele unglaublich interessante Menschen treffen… Man muss Aktivitäten haben, die einem echte Erholung bieten um etwas für sein Seelenheil zu tun. Du musst z.B. nicht auf jede Party gehen. Es gibt genügend Studenten, die das auch nicht tun, aber Du musst etwas machen, das dir persönlich gefällt. Normalerweise findet man an der Uni immer Gleichgesinnte, auch da im Zuge der Umstellung von Schule und eigenständigem Wohnen eine bedeutend größere Individualität der Studenten entsteht. Im Studium wird jeder schwere Phasen durchmachen, wichtig ist aber diese zu meistern, besonders mit Durchhaltevermögen. Um tiefe Krisen durchzustehen braucht man Rückhalt bei Freunden, sonst brennt man aus. Letztenendes streben ja einige sowas wie eine Lebenspartnerschaft an und dafür muss auch der Partner erstmal gefunden werden. Da sollte man schon deutlich extracurriculare Aktivitäten haben. Das sehen auch spätere Arbeitgeber oft gern. Wer Hobbys und eine feste Partnerschaft hat, der steht fest im Leben und kommt auch beruflich nicht so schnell in eine Krise bzw. überwindet diese leichter

Vielleicht kannst Du ja mit meinen Gedanken was anfangen. Natürlich bin ich noch grün, aber das ist so etwa mein Programm geworden um in irgendwas vielleicht mal Experte werden zu können, nachdem ich mich intensiv mit mir selbst beschäftigt habe und von einigen Wissenschaftlern/Mentoren beraten worden bin.

VG, Stefan

Hallo Chris,

Es geht auf
die Uni zu und ich bin gerade bei der Auswahl mehrerer
Hochschulen im Kreis Köln-Bonn.

Ähm, ich kenn mich ja gerade mit den Hochschulen im Kreis Köln-Bonn gar nicht so besonders gut aus, aber ich erinnere mich aus der Zeit meiner Bewerbungen, dass da irgendwelche Bewerbungsfristen Mitte/Ende März abliefen. Mach Dich da vielleicht nochmal schlau, ob das auch in Deinem Fall gilt.

Ich beschäftige mich in meiner
Freizeit größtenteils mit Lernen, d.h. ich habe fast keine
Freunde, keine zeitraubenden Hobbies und widme mich deshalb
größtenteils meiner Bildung. Das erfüllt mich auch sehr, aber
bei diesem ganzen Streben kommt mir immer wieder die Frage an,
wie andere Leute das so machen.

Wenn ich ehrlich bin: so war ich nie :wink: Lernen tue ich immer dann, wenn entweder granatenmässiger Druck auf mir lastet (die klassische Nacht vor der Lateinklausur) oder wenn mich ein Thema interessiert.

Ich lebe so erst seit rund zwei Jahren.

Ganz ehrlich drängt sich mir beim Lesen Deines Postings aber eine Frage auf: wo willst Du hin? Klar, nicht geographisch betrachtet, sondern mehr wo und wie Du Dich in 10 Jahren siehst? Als berühmter Mathematiker der die dreieinhalbmillardenste Stelle von Pi errechnet hat und dafür nach Stockholm eingeladen wird? Als „Yuppie“ mit 5 eigenen Firmen, 28 Sekretärinnen davon 17 schwanger von Dir und 100 Millionen Euro auf dem Konto? Als hochdotierter Zahnarzt? Als Hausmann mit 7 Kindern? Als armer, freischaffender Künstler bzw. Segellehrer in der Karibik?

Wann und
wie seid ihr zu Experten geworden?

Durch Gespräche und Diskussion mit klugen Leuten, ausprobieren und Fehler machen. Mit Büchern im stillen Kämmerlein hab ich allenfalls ein paar Grundlagen geschaffen, dass die schlauen und mehr-wissenden Leute überhaupt mit mir geredet haben *fg*

Und: Welche Ziele verfolgt
ihr im Bezug auf eure persönliche Bildung?

Das verstehe ich nicht ganz. Ich muss ehrlich sagen, dass ich gelegentlich dazu tendiere irgendwelche beeindruckend klingenden Zettelchen zu sammeln :wink:
Inzwischen habe ich aber gelernt, dass die Leute deren Meinung mir wichtig ist, genau diejenigen sind, die sehen was ich kann und sich einen feuchten Dreck darum scheren was für Sachen auf irgendwelchen dieser Zettel stehen.

Hilft Dir das irgendwie weiter?

*wink*

Petzi

Hallo Chris,

Ähm, ich kenn mich ja gerade mit den Hochschulen im Kreis
Köln-Bonn gar nicht so besonders gut aus, aber ich erinnere
mich aus der Zeit meiner Bewerbungen, dass da irgendwelche
Bewerbungsfristen Mitte/Ende März abliefen.

Jetzt mach du mich auch noch verrückt :smile:. Nein, ich hab das schon zwanzig mal überprüft, Bewerbungsfristen sind meist bis Ende Mai, aber danke für deine Sorge.

Ich beschäftige mich in meiner Freizeit größtenteils mit Lernen…

Wenn ich ehrlich bin: so war ich nie :wink: Lernen tue ich immer
dann, wenn entweder granatenmässiger Druck auf mir lastet (die
klassische Nacht vor der Lateinklausur) oder wenn mich ein
Thema interessiert.

Naja, ich mach mir den Druck meist selbst. Ich fühl mich nicht gut, wenn ich nicht irgendwas sinnvolles getan hab, sprich gelernt o.ä.

Ich lebe so erst seit rund zwei Jahren.

Ganz ehrlich drängt sich mir beim Lesen Deines Postings aber
eine Frage auf: wo willst Du hin?

Tja, ich will schon nach oben. Das ist jetzt ziemlich abstrakt, aber mir geht es halt darum, viel zu erreichen. Ich hab bis jetzt noch keine konkrete Vorstellung davon, das wird sich ergeben, ich will bloß immer bestens drauf vorbereitet sein.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich
gelegentlich dazu tendiere irgendwelche beeindruckend
klingenden Zettelchen zu sammeln :wink:

Bin auch grad dabei. Hier mal ein Zertifikat der VHS oder da eins der IHK…

Danke Petzi, hat mir schon geholfen. Einerseits zeigt mir das, was du schreibst und was die anderen schreiben, dass ich mich wirklich ein wenig zwanghaft verhalte, andererseits geht es mir nicht allein so (Hi Kate). Vor allem in der Schule wird einem viel eingetrichtert, dass man es nur schafft, wenn man wirklich was drauf hat, das meiste ist aber wahrscheinlich nur Überkompensation von krankem Ego.
Letztendlich wollte ich ja nur wissen, wie es euch so geht und wie ihr so lebt. Zeitweise verliert man solche Sachen in unserer individualisierten Welt einfach aus dem Blick.
Also, vielen Dank, ich weiß jetzt mehr.

Hallo Chris

Ich bin 20, hab mein Abi mit 1,6 in
Thüringen abgelegt und mach gerade meinen Zivi.

Na, was will man mehr - das sind doch schon mal phantastische Grundvoraussetzungen.
Ich hab auch mit 20 Abi gemacht, hatte das Glück, in Berlin zu leben und also damals weder Wehrdienst noch Zivildienst absolvieren zu müssen (goldene Zeiten!), hatte das Pech, dass mir eine humorlose Lehrerin eine 6 im Abi verpasst hat, was meinen Durchschnitt zwei volle Noten über deinen gelüpft hat, mich aber nicht ahielt, mich an der FU Berlin einzuschreben, wo ich zunächst eine Art tour d’horizon durch die Geisteswissenschaften mit Schwerpunjkt Psychologie machte, um dann endlich irgendwann Medizin zu studieren. Außer erhebliche Zeit hat mich das Geisteswissenschaftliche aber nix gekostet, sondern im Gegenteil eher gefördert. Ich las damals von Nietzsche bis Wilhelm Reich, von Buddha bis Sartre allen möglichen Stoff und spelte abends in den einschlägigen Clubs mit meiner Gitarre Folk und Blues, was immerhin Geld und geiles feed-back brachte. Die Musi hab ich bis heute beibehalten neben meiner Praxisarbeit und meiner großen Familie.
Insgesamt würde ich sagen, dass ich anfangs ein bissel viel Zeit für zuviele Sachen verbraucht habe und dass ich erst so etwa mit 40 richtig gelernt habe, Prioritäten zu setzen, was geade heutzutage so ziemlich das wichtigste Lernziel sein dürfte; aber im großen und ganzen wars und ist es gut.
Zusammenfassend kann ich also behaupten: Sich bereichern und befrchten lassen durch das Leben und seine schönen Nebenwege, aber gleichzeitig rechtzeitig lernen, Prioritäten zu setzen nach dem Motto: Was KANN ich wirklich gut (Talente), was WILL ich wirklich (Neigungen), was ist in dieser Gesellschaft für mich MÖGLICH (Realität).
Es grüßt Dich
Branden

Hallo Chris,

Ich beschäftige mich in meiner
Freizeit größtenteils mit Lernen, d.h. ich habe fast keine
Freunde, keine zeitraubenden Hobbies und widme mich deshalb
größtenteils meiner Bildung.

da scheinst Du ein gewisses Missverständnis zu haben, was „Bildung“ heißt. Bildung heißt für mich z.B. nicht „Anhäufung von Wissen“, sondern Erwerb von einer Reihe von Fähigkeiten, zu denen das Wissen wohl auch gehört, aber auch die Fähigkeit, sich mit anderen über erworbenes Wissen auszutauschen. Ohne Freunde usw. dürfte dies schwer zu üben sein.

Meine Fähigkeiten liegen in den Bereichen Sprachen,
Psychologie, Philosophie und Literatur.

Fähigkeiten oder Interessen?

Vorrangig beschäftige
ich mich zurzeit aber mit Mathematik und Informatik.

Als Kontrastprogramm?

Um das Ganze mal zu konkretisieren: Wie lernt ihr? Wann und
wie seid ihr zu Experten geworden? Und: Welche Ziele verfolgt
ihr im Bezug auf eure persönliche Bildung?

Ich habe schon viel Lernen hinter mir (logisch, auch viel Lebenszeit). Meine Erfahrung geht eher in die Richtung, dass bloßes Pauken wenig zum eigenen Lebenserfolg beiträgt, da hier zuwenig die Anwendung zum Zuge kommt.

Lernen kannst Du (solltest Du) auch in späteren Lebensjahren noch, daher sieh zu, dass Du auch raus kommst, Leute triffst, übst, Dich in „der bösen Welt“ zu behaupten, meinetwegen engagier Dich ehrenamtlich für ein Ziel, das es Dir wert zu sein scheint. Alles Bücherwissen dieser Welt kann diese Erfahrungen nicht ersetzen.

Gruß, Karin
die sich gerade wieder zum Lernen neben dem Beruf aufmacht

Zusammenfassend kann ich also behaupten: Sich bereichern und
befrchten lassen durch das Leben und seine schönen Nebenwege,
aber gleichzeitig rechtzeitig lernen, Prioritäten zu setzen
nach dem Motto: Was KANN ich wirklich gut (Talente), was WILL
ich wirklich (Neigungen), was ist in dieser Gesellschaft für
mich MÖGLICH (Realität).

Hundertprozentige Zustimmung!!
Da kann und möchte ich nichts mehr zufügen…

Show

Hi, :smile:

Ich beschäftige mich in meiner
Freizeit größtenteils mit Lernen, d.h. ich habe fast keine
Freunde, keine zeitraubenden Hobbies und widme mich deshalb
größtenteils meiner Bildung. Das erfüllt mich auch sehr, aber
bei diesem ganzen Streben kommt mir immer wieder die Frage an,
wie andere Leute das so machen.

Freut mich, wenn dir bloßes Lernen so viel Freude macht. Wie muss man sich das vorstellen? Sitzt du den ganzen Tag am Schreibtisch über deinen Büchern?

Wie lernt ihr?

Wie lerne ich? Das kommt drauf an, was ich lerne.
Für Klausuren lerne ich aufm Sofa, mit nem Ordner auf dem Schoß. Hausarbeiten sind etwas aufwendiger, mit ca. 1-2 Wochen Informationssuche und Lesezeit und 1-2 Tagen zum Schreiben.
Ansonsten lerne ich gut beim „Abgucken“, praktische Beispiele und danach am besten nochmal ne Erklärung warum und wieso und weshalb das jetzt so gelaufen ist und nicht anders.
Ich lerne, indem ich darüber nachdenke, was bei mir falsch/gut gelaufen ist und wie ich es das nächste Mal besser machen kann.
Ich lerne, indem ich mich mit Freunden und Bekannten austausche, Kritik annehme und Ratschlägen folge. Manchmal klappt’s, manchmal nicht.
Ich lerne, indem ich Risiken auf mich nehme (ist gar nicht so dramatisch, wie sich das jetzt liest) und in der Praxis versuche das umzusetzen, was ich gelernt und theoretisch ausgetüftelt habe. Wie gesagt, manchmal klappt’s, manchmal nicht. *grins* Daraus lernt man auch wieder.

Wann und
wie seid ihr zu Experten geworden?

Ob ich eine Expertin bin weiss ich nicht. Mir wurde von meinen Profs angeraten doch eine Stelle bei der Regierung anzutreten und dort in der Lehrplanentwicklung zu arbeiten, als Expertin auf meinem Gebiet. Die Unterstützung wäre da, und es würde gut zu meiner Abschlussarbeit passen. Aber mal ernsthaft…wo wäre denn da der Spass? *lol*

Und: Welche Ziele verfolgt
ihr im Bezug auf eure persönliche Bildung?

Derzeit verfolge ich das Ziel zu lernen, wie ich Schüler der 3.-9. Klassen unter Kontrolle halten kann. Das ist leichter gesagt als getan. Kein Buch der Welt beschützt mich vor fliegenden Stühlen, schreienden Schülern, Beleidigungen etc. Da hilft keine noch so hübsche Idee aus nem Theoriebuch. Alleine und nur mit Bücherwissen bewaffnet würde ich dem wirklich nicht begegnen wollen. Stattdessen hab ich Freunde, die mir Tipps geben, mich unterstützen, und meine eigene praktische Erfahrung, wie ich solche Situationen verhindern/handhaben kann.
Das entgültige Ziel soll natürlich sein, dass ich eine effektive und gute Lehrerin werde. :smile: Ohne Ruhe in der Klasse kann ich doch mein ach so weitreichendes Wissen nicht ans Kind bringen. *grins* Was danach wird, werden wir noch früh genug sehen.

Es muss nicht immer alles in geraden Bahnen laufen. Man muss nicht alles können oder wissen. Wichtig ist, dass man mit sich selbst und seiner Wahl zufrieden ist. Ändern kann man immer was, wenn dem nicht so ist. Man lernt sein Leben lang, das lässt sich nur durch größte Anstrengung verhindern. Und um dir nun auch den Rat meiner Mama zu geben: „Mach, dass du unter Menschen kommst. Nur in der Bude hocken tut keinem gut.“

Viel Erfolg bei der Studienwahl,
Kel

Hallo Chris,

es wurde ja schon das eine oder andere zu deinem Thread gebracht, jetzt will ich auch mal noch meine Meinung dazu kundtun:

Um das Ganze mal zu konkretisieren: Wie lernt ihr?

Ich denke, lernen ist etwas sehr persönliches und individuelles. Es hat wenig Sinn, andere nach ihrem Lernstil zu befragen. Viel wichtiger ist es zu wissen, was einen selber veranlasst, am besten zu lernen. Ein paar Ideen, was ich damit meine:

  1. Biorhythmus : Ich bin eine wahre Nachteule. So hab ich 90% meiner Diplomarbeit spät nachts geschrieben. Also ganz konträr zum „normalen“ Lernrhythmus - aber für mich hats einwandfrei funktioniert.

  2. Grund/Ursache des Lernens : Jeder hat seinen eigenen Trigger, der einen dazu veranlasst, etwas zu lernen. Ich für meinen Teil, möchte ganz gern wissen, was es mir später bring, wenn ich es kann. Wie ich das gelernte anwenden kann. Um deinen Typ rauszufinden, gibt es u.a. den sog. 4MAT-Lernstile-Test. Hier kannst du das mal ausprobieren:
    https://www.career-tools.net/tools/4mat.php

  3. VAKOG-Typ : VAKOG steht für den Wahrnehmungstyp, d.h. wie wir am leichtesten lernen: Wenn wir etwas sehen (visuell), etwas hören (auditiv), etwas nachmachen können (kinästhetisch) oder seltener aber auch möglich etwas mit Geruch (olfaktorisch) oder Geschmack (gustatorisch) verbinden können. Ich bin sehr stark visuell ausgeprägt, wenn ich z.B. neue Wörter lerne, mach ich mir eine Skizze und beschrifte die Gegenstände darauf. Damit du dahinter kommst, welcher Typ du bist, gibts hier ein paar Anregungen:
    http://www.nlp-insider.com/nlp-e-mail-training/lekti…
    Es gibt dazu auch einen Test unter:
    http://www.kik-seminare.at/experimente/vakog.htm
    Da steht zwar, er sei momentan nicht auswertbar, es ist allerdings schon sehr richtungsweisend, wie oft man einen bestimmten Kanal ausgewählt hat.

Es gibt sicherlich noch vieles mehr, was man hier anführen könnte, wie die richtige Lernumgebung oder Geräuschkulisse , aber die werden ja eh in den meisten Lernhilfen erwähnt.

Wann und wie seid ihr zu Experten geworden?

Ich finde, den Begriff Experte sollte man immer relativ beurteilen: Im Vergleich zu wem? Wichtiger finde ich es, das Gelernte in einen Kontext zu bringen, mit anderen Themen zu vernetzen, und vor allem auch mit anderen Personen zu vernetzen. Wie sagte Einstein einst: Fortschritt ist der Austausch von Wissen.

Welche Ziele verfolgt
ihr im Bezug auf eure persönliche Bildung?

Meine persönliche Lernerfahrung ist, dass Bildung alleine nicht alles ist. Es braucht einen harmonischen Ausgleich dazu. Lass dir das von jemanden sagen, der die letzten 10 Jahre nur gepowert habe und irgendwann fordert das seinen Tribut.

In diesem Sinne: Viel Erfolg und ganz ganz wichtig: Viel Spass!

Karin