Hi, 
Ich beschäftige mich in meiner
Freizeit größtenteils mit Lernen, d.h. ich habe fast keine
Freunde, keine zeitraubenden Hobbies und widme mich deshalb
größtenteils meiner Bildung. Das erfüllt mich auch sehr, aber
bei diesem ganzen Streben kommt mir immer wieder die Frage an,
wie andere Leute das so machen.
Freut mich, wenn dir bloßes Lernen so viel Freude macht. Wie muss man sich das vorstellen? Sitzt du den ganzen Tag am Schreibtisch über deinen Büchern?
Wie lernt ihr?
Wie lerne ich? Das kommt drauf an, was ich lerne.
Für Klausuren lerne ich aufm Sofa, mit nem Ordner auf dem Schoß. Hausarbeiten sind etwas aufwendiger, mit ca. 1-2 Wochen Informationssuche und Lesezeit und 1-2 Tagen zum Schreiben.
Ansonsten lerne ich gut beim „Abgucken“, praktische Beispiele und danach am besten nochmal ne Erklärung warum und wieso und weshalb das jetzt so gelaufen ist und nicht anders.
Ich lerne, indem ich darüber nachdenke, was bei mir falsch/gut gelaufen ist und wie ich es das nächste Mal besser machen kann.
Ich lerne, indem ich mich mit Freunden und Bekannten austausche, Kritik annehme und Ratschlägen folge. Manchmal klappt’s, manchmal nicht.
Ich lerne, indem ich Risiken auf mich nehme (ist gar nicht so dramatisch, wie sich das jetzt liest) und in der Praxis versuche das umzusetzen, was ich gelernt und theoretisch ausgetüftelt habe. Wie gesagt, manchmal klappt’s, manchmal nicht. *grins* Daraus lernt man auch wieder.
Wann und
wie seid ihr zu Experten geworden?
Ob ich eine Expertin bin weiss ich nicht. Mir wurde von meinen Profs angeraten doch eine Stelle bei der Regierung anzutreten und dort in der Lehrplanentwicklung zu arbeiten, als Expertin auf meinem Gebiet. Die Unterstützung wäre da, und es würde gut zu meiner Abschlussarbeit passen. Aber mal ernsthaft…wo wäre denn da der Spass? *lol*
Und: Welche Ziele verfolgt
ihr im Bezug auf eure persönliche Bildung?
Derzeit verfolge ich das Ziel zu lernen, wie ich Schüler der 3.-9. Klassen unter Kontrolle halten kann. Das ist leichter gesagt als getan. Kein Buch der Welt beschützt mich vor fliegenden Stühlen, schreienden Schülern, Beleidigungen etc. Da hilft keine noch so hübsche Idee aus nem Theoriebuch. Alleine und nur mit Bücherwissen bewaffnet würde ich dem wirklich nicht begegnen wollen. Stattdessen hab ich Freunde, die mir Tipps geben, mich unterstützen, und meine eigene praktische Erfahrung, wie ich solche Situationen verhindern/handhaben kann.
Das entgültige Ziel soll natürlich sein, dass ich eine effektive und gute Lehrerin werde.
Ohne Ruhe in der Klasse kann ich doch mein ach so weitreichendes Wissen nicht ans Kind bringen. *grins* Was danach wird, werden wir noch früh genug sehen.
Es muss nicht immer alles in geraden Bahnen laufen. Man muss nicht alles können oder wissen. Wichtig ist, dass man mit sich selbst und seiner Wahl zufrieden ist. Ändern kann man immer was, wenn dem nicht so ist. Man lernt sein Leben lang, das lässt sich nur durch größte Anstrengung verhindern. Und um dir nun auch den Rat meiner Mama zu geben: „Mach, dass du unter Menschen kommst. Nur in der Bude hocken tut keinem gut.“
Viel Erfolg bei der Studienwahl,
Kel