Skulpturen und Mode

Als Restauratorenlehrling bearbeite ich eine kleine Heilige Dorothea (vermutlich um 1510). Von der Kleidung her könnte sie viel älter sein (Goldenes Gewand, Mieder, Wespentaille … kein S-Schwung mehr (also doch eher Renaissance), … besser wäre natürlich ein Bild.) Mir geht es aber um die Kleidung, weshalb wurden fast nach 200 Jahre die gleichen Kleidungen an Skulpturen ausgeschnitzt, während das 13- und 14 Jhd. für seine Modevielfalt bekannt ist (welcher sich sicherlich auch in Bildern, und im Alltag wiederfindet).

Kann gerne auch ne bild, wo ein Stellen… wenn jemand eine Antworten hat.

Hallo Peter,

Als Restauratorenlehrling bearbeite ich eine kleine Heilige
Dorothea (vermutlich um 1510). Von der Kleidung her könnte sie
viel älter sein (Goldenes Gewand, Mieder, Wespentaille …
kein S-Schwung mehr (also doch eher Renaissance), … besser
wäre natürlich ein Bild.) Mir geht es aber um die Kleidung,
weshalb wurden fast nach 200 Jahre die gleichen Kleidungen an
Skulpturen ausgeschnitzt, während das 13- und 14 Jhd. für
seine Modevielfalt bekannt ist (welcher sich sicherlich auch
in Bildern, und im Alltag wiederfindet).

hm, hm, hm.
Erstens - Du bist meines Erachtens im falschen Brett.
Hier geht es eher um tagesaktuelle Mode, denn um kunsthistorische.
(Frag mal den Moderator, ob er Deine Anfrage verschiebt)

zweitens - ohne Bild ist es tatsächlich sehr, sehr schwierig.

drittens: Kunstfälschungen sind keine Erfindung des 20. oder des 19. Jahrhunderts. Bekannt ist die Affäre Michelangelo, der als noch junger Künstler durchaus versucht hat, eine von ihm gestalteten Marmorfigur durch Eingraben in der Erde künstlich auf Antike zu altern.

Nicht vergessen darf man auch, dass manchem Alter eine Figur kaputt ging (Brand, Holzwurm, was weiß ich - Diebstahl) und die Gemeinde „wieder genauso eine Figur haben“ wollte.
Vielleicht ist Dein Pflegling schlicht ein frommer, aber späterer Ersatz

Wenn Du Restauratorlehrling bist, solltest Du doch einen Ausbilder in der Nähe haben.
Es wäre also zunächst mal kein allzu unlösbares Problem, via Jahresringdatierung des Holzes auf das tatsächlich Alter der Figur zu kommen.
Dein Ausbilder kann Dir sicher viel merh als ich dazu sagen, wie man das macht.

Zweitens gibt es jede Menge gut bebilderter Kunstlexika, meist in der Bibliotheken von Museen, Kunsthistorischen Instituten etc., in denen Du dem Stil des Holzschnitzers nachspüren kannst.
Mit beiden Kriterien zusammen, evtl. mit dem Besitznachweisen der Skulptur kriegt man vielleicht heraus, warum die Heilige gerade so geschnitzt wurde, wie sie wurde.

Drittens ist das mit Mode in der Renaissance und später so eine Sache. Der Kölner Dom wurde erst im 19. Jh fertig, ist aber Gotik.
In Italien trug man schon längst „Renaissancekleider“, als man in Deutschland noch tiefer im Mittelalter steckte. Vergleiche mal, was Dürers Mutter trug mit einer gleichzeitigen Fürstin aus Ferrara (oder Dürer selbst auf seinen verschiedenen Selbstportraits)

Das ganze Thema ist viel zu komplex, um Dir einen Königsweg dafür aufzeigen zu können

Kann gerne auch ne bild, wo ein Stellen… wenn jemand eine
Antworten hat.

viele grüße
Geli

hallo Peter,

Als Restauratorenlehrling bearbeite ich eine kleine Heilige
Dorothea (vermutlich um 1510). Von der Kleidung her könnte sie
viel älter sein (Goldenes Gewand, Mieder, Wespentaille …
kein S-Schwung mehr (also doch eher Renaissance),

die beginnt um 1420 in Italien, 1510 ist in Süddeutschland Renaissance.
Fassung und Schnitzerei müssen nicht gleichzeitig sein wie du weißt.

Mir geht es aber um die Kleidung,
weshalb wurden fast nach 200 Jahre die gleichen Kleidungen an
Skulpturen ausgeschnitzt,

Es begegnen uns immer wieder Skulpturen, die stilistisch an früheren Gestaltungsmerkmalen orientiert sind. Das ist besonders häufig zu beobachten, wenn die Arbeit von einem „einfachen Schnitzer“ geschaffen ist. Nur die Arbeiten von großen Schnitzern sind aktuell und „modisch“ orientiert und können auch der Zeit vorauseilend gestaltet sein.
Ebenfalls eine Rolle spielt, ob die Arbeit aus dem italienischen oder deutschen Raum stammt, da gibt es stilistische Zeitverschiebungen.

während das 13- und 14 Jhd. für
seine Modevielfalt bekannt ist (welcher sich sicherlich auch
in Bildern, und im Alltag wiederfindet).

Da sind eher weich fallende Gewänder bekannt.

Sehr hilfreich ist es Figuren im Museum aus der Nähe betrachten zu können.
Für deine Ausbildung viel Erfolg!
Gruss Marga

Kann gerne auch ne bild, wo ein Stellen… wenn jemand eine
Antworten hat.