Hallo,
Eine neue Skype-Version z.B. kann ganz ungewollt bereits dazu
führen, dass die Attacke nicht mehr funktioniert.
Darum braucht man das Abkommen.
Der Sinn von Side-Channel Attacken ist ja gerade, dass man
Informationen von außerhalb des Kryptosystems nutzt, die oft
auf Seiteneffekten wie z.B. Stromverbrauch aufbauen.
Man nutzt Informationen von außerhalb. In diesem Falle Zugriff auf die jeweils verwendeten Schlüssel, wie es in dem von Dir angeführten Paper beschrieben wird.
Dazu
braucht man aber logischerweise kein Abkommen mit Skype, um
das durchzuführen. Außerdem braucht der Geheimdienst meist
physischen Zugriff auf deinen PC und zumindest sicherlich
elektronischen Zugriff darauf, d.h. er muss zumindest ein
Programm bei dir laufen haben.
Genau. Skype liefert die Schnittstelle und das Programm gleich mit. Siehe z.B. die „third party Spyware“, die ich Dir verlinkt habe.
Wenn er das hat, dann braucht
er aber auch gar nicht mehr deinen Skype-Client angreifen,
weil er kann dann Tastatur- und Mikrofon-Daten einfach so
auslesen, bevor du sie über Skype verschlüsselt verschickst.
Das fällt u.U. auf. Skype-Daten erwartest Du als Skype Nutzer aber.
Der Sinn des ganzen würde sich mir dann etwas entziehen.
Und: Auf Side-Channel Attacken sind gerade freie Algorithmen
anfälliger, weil man ja genau weiß, welche Berechnungen sie
wann durchführen und man so den Zusammenhang zwischen
Rechenzeit, Stromverbrauch und den verarbeiteten Daten
wesentlich einfacher nachvollziehen kann, als wenn man den
Quelltext nicht hat und gar nicht weiß, was das Programm
gerade berechnet.
Also side channel Attacken über Stromverbrauch und andere mehr esoterische Methoden meine ich hier nicht.
Wenn Skype ein Abkommen mit Nachrichtendiensten hat, was ja
gar nicht so unwahrscheinlich sein mag, dann würde das doch
ganz anders aussehen. Zentrales Element bei Skype ist der
Authentifzierungs-Server. Wenn Skype einem Nachrichtendienst
Zugang zu den versandten Daten eines Teilnehmers verschaffen
will, dann könnten Sie einfach durch eine vom
Authentifzierungsserver signierte Nachricht an deinen
Skype-Client diesen zum Verschicken des privaten
RSA-Schlüssels oder des symmetrischen Session-Keys
veranlassen.
Bei der Kommunikation zwischen zwei Partnern gibt es eben gerade keine zentrale Skype-Komponente (siehe der von Dir verlinkte Artikel). Die Schlüssel werden zwischen den beiden Partnern direkt vereinbart. Daher braucht man eben diese, wenn man zuhören möchte.
Der Aufwand ist dafür sehr gering, das ganze ist zuverlässig,
die Daten können zentral abgefangen werden und der
Geheimdienst braucht dann weder elektronischen noch physischen
Zugriff auf den Rechner direkt.
Die Sache hat nur einen Haken: Es gibt keine Zentrale zum Daten abfangen.
Gruß
Fritze