SMD-Löten, wie gehts genau?

Hallo
Ich kenn das SMD-Löten nicht besonders genau.
Ich finde Hilfsmittel wie Lötpaste in Spritze mit Dosiernadel, Teile werden oft mit Sekundenkleber(oder Silikon?) fixiert, es gibt Heißluftgeräte mit Schlitzdüse, anscheinend mit 2 KW Leistung.

Meine Frage:
Wo kommt die Lötpaste hin, zwischen Beinchen und Platine oder an die Stirnseite der Beinchen?
Enthält die Lötpaste auch gleich Flussmittel?
Welche Temperatur hat die Heißluft?. Gehen die Halbleite nicht kapputt, wenn sie gleich überall erwärmt werden, gibts da Tipps ?

MfG
Matthias

Hi Matthias,

Ich kenn das SMD-Löten nicht besonders genau.

Was genau möchtest du denn löten?

Ich finde Hilfsmittel wie Lötpaste in Spritze mit Dosiernadel,

Das nennt sich dispensen, wird aber nur in besonderen Fällen gemacht. Ansonsten muß man sich eine Lötpastenschablone herstellen lassen.

Teile werden oft mit Sekundenkleber(oder Silikon?) fixiert,

Grr, nein. Das sind spezielle Kleber.

Wo kommt die Lötpaste hin, zwischen Beinchen und Platine oder
an die Stirnseite der Beinchen?

Zwischen Pin und Platine.

Enthält die Lötpaste auch gleich Flussmittel?

Wie beim Lötzinn fürs Handlöten: ja.

Welche Temperatur hat die Heißluft?. Gehen die Halbleite nicht
kapputt, wenn sie gleich überall erwärmt werden, gibts da
Tipps ?

Bleifrei löten geschieht so um die 250 Grad (grob). Mit Heißluft kann man löten, will man aber eher selten. Eine gute Dosierung der Wärme ist eher schlecht. Bei zu schneller Erhitzung ergeben sich noch andere unschöne Dinge wie miserable Benetzung mit Lötzinn. Oder die Bauteile/Lot werden einfach weggeblasen.

Es gibt einfach Reflow-Kits:
http://www.reflow-kit.de/rkde/order_productchoice.html
aus dem Thread: http://www.mikrocontroller.net/topic/74438#new

Ansonsten rate ich zum Handlöten (für Hobby Zwecke) oder zu einem besseren und teureren Reflow Ofen.
Und ja, die Bauteile halten schon eine Menge aus. Ich habe zusätlich zu einem Reflow Ofen noch eine Dampfphasenlötanlage. Da werden alle Bauteile so richtig kuschelig durchgewärmt:wink:. Der Bauteilehersteller sagt jedoch in seinen Datenblättern, für welches Lötverfahren seine Teile geeignet sind. Da werden auch die Temperaturprofile mit angegeben.

mfg Ulrich

Hallo,

SMD-Bauteile sind wie der Name sagt (Surface Mount Devices), Bauteile, die auf die Oberseite der Platine gelötet werden, keine Durchsteckgehäuse (die heißen auch „through hole“).

Die SMD-Bauteile sind eigentlich nicht für das Bestücken und Löten von Hand gedacht und es funktiniert auch nicht besonders.

Für einen typischen SMD-Aufbau braucht man eine geeignete Platine, eine Schablone, die das gleiche Layout hat, wie die Platine und dort Löcher hat wo später die Lotpaste sein soll.

Dann legt man die Schablone auf die Platine, „schmiert“ oben Lotpaste drauf und druckt dann wie beim Siebdruck die Paste durch die Löcher.

Dann nimmt man die Schablone weg, und setzt die Bauteile auf die Lotpastendepots, anschließend fährt man die bestückte Platine durch einen reflow-Ofen. Das ist im Prinzip ein Förderband, das durch mehrere Ofenabteile fährt, die alle eine unterschiedliche Temperatur haben können.

Das ganze ist also für den industriellen Maßstab gedacht, da sich die benötigten Werkzeuge erst rentieren, wenn man eine außreichende Stückzahl macht. Für einen einzelnen Aufbau nicht rentabel.

Die von dir angesprochenen Hilfsmittel dienen meistens dazu, Fehler die beim automatischen Bestücken und Löten passiert sind, zu korrigieren. Also man ein einzelnes Beinchen nachzulöten, aber nicht um einen kompletten Aufbau zu machen.

Gerhard

Hallo
Erst mal vielen Dank.
Ich habe etwas über einen Microcontroller mit integriertem EEprom(PIC…) gelesen. Da gibts auch eine Windows IDE(Assembler und C) für, Anschluß mit seriell oder USB und ich war ganz begeistert.
Im allgemeinen ist die Baugröße von SMD gegenüber normal doch enorm verringert, auch deswegen wollte ich mich informieren.
Mein Interesse ist jetzt nur hobbymäßig.
Das einzige größere Problem scheint jetzt allerdings die Lochmaske zu sein, denn die Lötflächen sind nicht rund.
Welche Dicke hat denn so eine Lötmaske?
MfG
Matthias

Welche Dicke hat denn so eine Lötmaske?

Üblicherweise Edelstahl 0.1 bis 0.15 mm dick. Nicht verwechseln mit der Lötstoppmaske, besser ist Lotpastenmaske oder SMD-Schablone.

Die Ausschnitte sollten etwas kleiner sein als die Pads, sie bestimmen zusammen mit der Dicke die aufgebrachte Lotmenge.

Gruss Reinhard

Hallo,

Erst mal vielen Dank.
Ich habe etwas über einen Microcontroller mit integriertem
EEprom(PIC…) gelesen. Da gibts auch eine Windows
IDE(Assembler und C) für, Anschluß mit seriell oder USB und
ich war ganz begeistert.
Im allgemeinen ist die Baugröße von SMD gegenüber normal doch
enorm verringert, auch deswegen wollte ich mich informieren.
Mein Interesse ist jetzt nur hobbymäßig.

Solange es nur für Hobby ist und einzelne Muster bestrifft,
lohnt es nicht, sich Pastemasken machen zu lassen und
einen Reflowlötofen zu kaufen.

Für Prototyping gibt es auch eine ganze Menge Zeugs.

Man kann SMD-Bauelemente auch sehr schön auf passende
Rasterplatinen verlöten.
http://img149.imageshack.us/img149/719/motorsteuerbo…

Für IC im alten Standardraster mit 1,27mm Pinabstand gibt es
passenden Raster-LP zu kaufen.
Farnell Best.Nr.: 1172133
http://de.farnell.com/jsp/Sockel,+K%FChlk%F6rper,+Pr…

Bei anderen Formaten ist es aber schwieriger. Entweder man
besorgt sich passenden Adpater-LP
Farnell Best.Nr.: 1172184 und Farnell Best.Nr.: 1172124
http://de.farnell.com/jsp/Sockel,+K%FChlk%F6rper,+Pr…
http://de.farnell.com/jsp/Sockel,+K%FChlk%F6rper,+Pr…

oder man behilft sich wie
z.B. hier:
http://img181.imageshack.us/img181/6838/lasersteuer1…
http://img372.imageshack.us/img372/3688/lasersteuer2…

Überhaupt ist es so, daß sich viele SMD-BE viel besser zum
Basteln eignen, als die klassischen Durchsteck-BE.
Ich empfehle für den Anfang Widerstände und Kondensatoren
in Baugröße 1206 oder auch 0805. Auch SMD-Transistoren und Dioden
sind kaum ein Problem.

IC kann man trotzdem in normalem DIL-Gehäuse benutzen, sofern
die noch verfügbar sind. Dann am besten auf Fassung setzen.

Man kann aber auch SMD-IC auf DIL ummodeln. Dafür gibts auch
fertige SMD-DIL-Adapter.

Allerdings ist ein ordentlicher elektronisch geregelter
Handlötkolben notwendig. Das Preiswerteste was es da für den
Anfang gibt ist z.B. der LS50 von Conrad.
Für die ganz winzigen Teile mit Pinabstand 0,5mm braucht man
aber noch was anders, sonst macht es keinen Spaß ;-(
http://www.howardelectronics.com/jbc/ad2950.html
Eine gute Lupe bzw. Inspektionsmikroskop sind dann aber evtl.
sehr hilfreich.

Das einzige größere Problem scheint jetzt allerdings die
Lochmaske zu sein, denn die Lötflächen sind nicht rund.

Vergiss die Pastemasken.
Prinzipiell kann man außer BGA so ziehmlich alles auch
von Hand löten. Jedenfalls ist mir noch nix untergekommen,
was ich nicht irgendwie auf die LP genagelt hätte.

Es gibt da bei Laien viel zu große Hemmnisse gegen SMD, die
IMHO unbegründet sind.
Gruß Uwi