Hallo,
dürfte für alle die diskutieren interessant sein.
GRuss Günter
Hallo,
dürfte für alle die diskutieren interessant sein.
GRuss Günter
Arroganz und Selbstüberheblichkeit…
Hallo Günther
Soviel Arroganz und Selbstüberheblichkeit bekommt man nicht alle Tage zu sehen. Mein Bonus für Friedmann ist jedenfalls hin, endgültig!
Wieso hat er eigentlich Claqueure mitgebracht? Das war nur zu offensichtlich und wahrscheinlich notwendig…
Gruss
Max
Hallo Max
Soviel Arroganz und Selbstüberheblichkeit bekommt man nicht
alle Tage zu sehen. Mein Bonus für Friedmann ist jedenfalls
hin, endgültig!
Wieso hat er eigentlich Claqueure mitgebracht? Das war nur zu
offensichtlich und wahrscheinlich notwendig…
Stimme voll zu. Es war schon erstaunlich, wie ein Teil des Publikums Bravo schrie und wie bestellt klatschte. Es war nicht zu übersehen und zu überhören, dass das Publikum offensichtlich bestellt war.
Das Verhalten von Friedmann ist dessen Art. Ich glaube nicht, dass er in der Lage ist, sich in einer anderen Art zu zeigen. Friedmann ist eben so. Der Abend war ja so, wie erwartet, es gab nichts Neues und ich hatte eher den Eindruck, dass auch Friedmann gestern versucht hat, soweit wie möglich zu zurück zu halten. Gelungen ist es zwar nicht. Neue Aussagen hatten wir bis auf eine wohl kaum.
Wie gestern Abend Friedmann darstellte, was ich ihm aber nicht abnehme ist, dass ihn jederzeit jemand kritisieren darf, ihn jemand als arrogant und überheblich bezeichnen darf, das würde ihm nichts ausmachen. Nur wenn jemand sage, er fände den Juden Friedmann arrogant sei es antisemitisch. Dre Sophismus des Herrn Friedmann sei gesegnet.
Der Zentralrat darf kritisiert werden. Wenn aber der Zentralrat kritisiert und mit Juden in Verbindung gebracht wird, ist es antisemitisch. Man muss sich diese Argumentation auf der Zunge zergehen lassen. Folglich darf man den Zentralrat kritisieren, da man aber als antisemitisch einzustufen ist, wenn man den Zentralrat der Juden kritisiert, weil man zwangsläufig eine Interessenvertretung der Juden (der dort organisierten) kritisiert wird, darf der Zentralrat naturgemäss nicht kritisiert werden, weil man sonst antisemitisch ist.
Ich finde, der von mir bisher geschätzte Journalist Friedmann hat sich gestern selbst ein Bein gestellt. Der Jäger mit dem Gewissen gegen Deutschland findet sich plötzlich in der Rolle des Gejagten wieder.
Würde Friedmann so einstecken können, wie er selbst seit Jahren anderen massregelt und austeilt, wäre er glaubwürdiger. So hat er gestern aus meiner Sicht, trotz der bestellten Klatscher, an Glaubwürdigkeit verloren. Ein Mahnmal hat sich selbst demontiert.
Gruss Günter
Hallo Günter
Wieso hat er eigentlich Claqueure mitgebracht? Das war nur zu
offensichtlich und wahrscheinlich notwendig…
Das ist höchst unwahrscheinlich, weil die Karten zu besagten Talkshow schon Wochen vorher oft weg sind - also von vielen Talkshow-Live-Guckern gar nicht themenbezogen vorbestellt werden, sondern deshalb, weil sie halt mal selber live im Fernsehen sein wollen.
Stimme voll zu. Es war schon erstaunlich, wie ein Teil des
Publikums Bravo schrie und wie bestellt klatschte. Es war
nicht zu übersehen und zu überhören, dass das Publikum
offensichtlich bestellt war.
wie stellst Du Dir das praktisch vor?
Wie gestern Abend Friedmann darstellte, was ich ihm aber nicht
abnehme ist, dass ihn jederzeit jemand kritisieren darf, ihn
jemand als arrogant und überheblich bezeichnen darf, das würde
ihm nichts ausmachen. Nur wenn jemand sage, er fände den Juden
Friedmann arrogant sei es antisemitisch. Dre Sophismus des
Herrn Friedmann sei gesegnet.
Das mag Deine persönliche Einschätzung sein - solange Du aber keine reale Erfahrung hast, wie Friedman sich bei Kritik verhält, ist es aber auch nicht mehr als das - eben eine persönliche Einschätzung und Zuschreibung.
Der Zentralrat darf kritisiert werden. Wenn aber der
Zentralrat kritisiert und mit Juden in Verbindung gebracht
wird, ist es antisemitisch.
Nein - Friedman hat in der Sendung ausführlich versucht zu erklären, was der Unterschied zwischen sachlicher Kritik und persönlicher Diffamierung und dann noch solcher mit antisemitischer Schlagseite. Nachdem es aber bei Dir immer noch nicht angekommen ist und Du mantra-mäßig weiterhin wiederholst, man dürfe Juden nicht kritisieren, weil das antisemitisch ausgelegt werde (siehe weiter unten) - hier nochmals der Link zu einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung, der das wunderbar aufdröselt:
Eine Frage der Haltung
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel5648.php
Man muss sich diese Argumentation
auf der Zunge zergehen lassen. Folglich darf man den
Zentralrat kritisieren, da man aber als antisemitisch
einzustufen ist, wenn man den Zentralrat der Juden kritisiert,
weil man zwangsläufig eine Interessenvertretung der Juden (der
dort organisierten) kritisiert wird, darf der Zentralrat
naturgemäss nicht kritisiert werden, weil man sonst
antisemitisch ist.
Nochmal: Du konstruierst hier wieder mal eine Unterstellung.
Sachliche Kritik an Juden, jüdischen Institutionen oder der Politik von Sharon ist erst einmal sachliche Kritik.
Die kannst Du sogar im vom Zentralrat herausgegebenen Blatt „Allgemeine jüdische Wochenzeitung“ immer wieder lesen.
Was im Unterschied dazu antisemitische Ausfälle sind, beschreibt der oben verlinkte Artikel.
Ich finde, der von mir bisher geschätzte Journalist Friedmann
hat sich gestern selbst ein Bein gestellt. Der Jäger mit dem
Gewissen gegen Deutschland findet sich plötzlich in der Rolle
des Gejagten wieder.
Die Wortwahl ist schon interessant und läßt tief blicken.
Würde Friedmann so einstecken können, wie er selbst seit
Jahren anderen massregelt und austeilt, wäre er glaubwürdiger.
Antisemitismus sollte man nicht einstecken - sondern offenlegen und mit sachlicher Kritik kann man sachlich umgehen.
So hat er gestern aus meiner Sicht, trotz der bestellten
Klatscher, an Glaubwürdigkeit verloren. Ein Mahnmal hat sich
selbst demontiert.
Warum brauchst Du Friedman als „Mahnmal“?
Ich kenne ihn als
aber Mahnmal? Wäre interessant mal genauer anzuschauen, wofür Juden so herhalten müssen?
Iris
mal grundsätzlich journalistisch …
Hallo Iris,
Wie gestern Abend Friedmann darstellte, was ich ihm aber nicht
abnehme ist, dass ihn jederzeit jemand kritisieren darf, ihn
jemand als arrogant und überheblich bezeichnen darf, das würde
ihm nichts ausmachen. Nur wenn jemand sage, er fände den Juden
Friedmann arrogant sei es antisemitisch. Dre Sophismus des
Herrn Friedmann sei gesegnet.Das mag Deine persönliche Einschätzung sein - solange Du aber
keine reale Erfahrung hast, wie Friedman sich bei Kritik
verhält, ist es aber auch nicht mehr als das - eben eine
persönliche Einschätzung und Zuschreibung.
Vielleicht brächte eine öffentliche Charakterisierung als Deutschlands pomadigsten Sonnstudiogänger ein Probe der Kritisierbarkeit von Michel Friedmann aufs Exempel, die den hier vertretenen Skeptikern eindrücklich werden könnte.
Eine Frage der Haltung
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel5648.php
Auszug:
Jede ehrliche Kritik, die auf Sachkenntnissen beruht, ohne von judenfeindlichen Stereotypen und Pauschalisierungen Gebrauch zu machen oder latente antisemitische Sentimente heraufbeschwören zu wollen, ist nicht, kann nicht antisemitisch sein, und ist deshalb legitim, auch in Europa, ja sogar in Deutschland.
Zitat Ende
Vor lauter Verminung durch Stereotype fällt es nur manchmal schwer, noch Worte zu finden, in denen eine kritische Intention noch ein unvermintes Plätzchen findet.
Der Sachkenntnisvorbehalt für die Zulassung von Kritik ist dagegen eine autoritäre Professorenmarotte. Welche Sache diejenige ist, die zum Streitgegenstand Kenntnis gebietet, entscheidet nicht der Kritisierte, sondern das Publikum oder das Experiment. Der Kritisierte kann beim Publikum mangelhafte oder verfehlte Sachkenntnis des Kritikers reklamieren, er ist aber keinesfalls eine Zulassungsinstanz, die je nach seiner (parteilichen) „Sachkenntniswürdigung“ eine Kritik ins politische Abseits stellen darf. Das war eine Bemerkung auf der Ebene des gesellschaftlichen und diskursiven Fortkommens rund um 1968.
Und was eine „ehrliche“ Kritik hier soll, zieht mir nun wirklich die Schuhe aus. Es ist doch gerade das antisemitische Stereotyp, das gegenüber jeder formalen Kritik erst mal eine mystische Ehrlichkeitsprüfung veranstaltet, um dann auf solche Befunde wie „zersetzend“ „kalt“, „rein verstandesmäßig“ etc. zu kommen. Von welchem Bildungsgut hat denn der Herr Professor da genossen? Was wäre denn eine nichtstereotype Antinomie zu „ehrlich“; was darf es denn sein?
Ich mag es manchmal gern „kalt“ und „rein verstandesmäßig“, wenn mir alles zu klebrig und verquast ist. Bin ich dann „unehrlich“? Und warum sollte es mich scheren, wo es mich sonst nicht schert, wenn ich irgendeinen nichtjüdischen Quadratschädel in Grund und Boden polemisiere? Weil als nächstes Kaliber der Antisemitismusvorwurf kommt, wenn das Thema ein jüdisches?
Nein, das kann es doch wohl nicht sein und das sollte es auch doch wohl nicht sein.
Soviel ‚68 müsste es doch auch bei den „Jeckes“ gegeben haben oder müsste wenigstens mobilisierbar sein, wenn man sich über die „Süddeutsche“ verbreiten möchte .
Doch weiter zum Text am Kernanliegen:
Wo ist der „Kritikanlass“ der nicht, in verallgemeinerter Form, bei irgendwem auch Gegenstand eines antisemitischen Ressentiments wäre? Gibt es eine abschließende und verbindliche Übersicht über die „stereotypisierten“ Zuschreibungen, deren Bedienung als Förderung „antisemitischer Ressentiments“ zu vermeiden ist? Ich fände es sehr hilfreich, wenn es eine solche Liste gäbe. Das mit dem Sonnenstudio, vermute ich mal, wäre wohl unkritisch, aber das mit der Pomade könnte doch schon im Grenzbereich sein. Bestimmt hat irgendein antisemitischer Naturlockenfanatiker um die Jahrhundertwende mal behauptet, man erkenne „Pressejuden“ und „Justizjuden“ und namentlich eine „besonders gefährliche“ Schnittmenge der beiden Gruppen, an einer exzessiven Verwendung von Pomade.
Ob sich das herausfinden lässt?
Weiter im Text, Zitat:
Woran erkennt man jedoch den Antisemitenwolf im Israel-Kritiker- Schafspelz?
Eben an den Assoziationen, die der Kritiker heraufbeschwört, an den von ihm gewählten Angriffszielen und nicht zuletzt an seiner eigentlichen Absicht. Erstens geht es um die Assoziationswelt des Israel-Kritikers. Die Sprache ist ja die Mutter aller Assoziationen: Werden Shylock, Judas oder Der Stürmer im Zusammenhang mit dem Thema Israel erwähnt, wird hinter dem deutschen Juden der Auslandsisraeli vermutet, wird von „Auge-um-Auge“- Mentalität oder von Deutschen vs. Juden gesprochen, werden der stereotype „reiche Jude“, der „Kosmopolit“ oder das „Weltjudentum“ in die Diskussion hineingezogen; kommt in der Karikatur die „jüdische“ Nase oder der Hinweis auf Ritualmord zum Vorschein – dann befindet man sich bereits im Bereich des Antisemitismus, weit über die legitime Sharon- oder Israel-Kritik hinaus.
Zitat Ende.
Die „eigentliche Absicht“ ist ein schwer objektivierbarer Gegenstand. Über meine Absichten habe ich in meinem Leben schon die abenteuerlichsten Vermutungen gehört. Auf Mutmaßungen über meine Absichten hin werde ich niemandem ein politisches Qualifizierungsrecht für meine Meinung einräumen. Wo kämen wir denn da hin, dass ist ja peinlicher, als bei einer Zivildienstverfahrensanhörung aus den frühen 60-ger Jahren!
Wen Herr Zimmermann meint, der in irgendwelchen israelkritischen Zusammenhängen von „Shylock, Judas oder Der Stürmer“ spricht, ist mir aus neuerer Zeit nicht vorstellbar. Sind Altkatholiken gemeint? Ich fühle mich da als Teil der betreffenden, von einem Abgleiten ins rechtsextreme Milieu „gefährdeten“ Öffentlichkeit in Deutschland nicht besonders präzise adressiert, was eine, wie ich finde, nicht nur stereotypferne Kritik ist, die geradezu um ein „mehr“ an „Versiertheit“ in der Adressierung der Öffentlichkeit ansucht, was glaube ich, einem Stereotyp dann allerdings entsprechen würde. Ich sage in diesem Fall ausdrücklich: Mehr Mut zum Stereotyp bitteschön, aus Gründen der Verständlichkeit halber!
Der „Auslandsisraeli“; nun ja, hat er einen Doppelpass oder nicht? Und wenn ja, stempelt dann die Offenbarwerdung dieser Tatsache denjenigen, der sie benennt, zum „Antisemiten“?
Dabei, um diesen heiklen Punkt noch etwas zu elaborieren, geht es ja nur in ganz abenteuerlichen Zusammenhängen darum, ob jemand sich als „Auslandsstaatsbürger“ irgendeines Staates in Deutschland betätigt. Viel praktischer ist die Frage, ob jemand, dem ich geschäftlich vertrauen müsste, vielleicht eine Fluchtburg in der Hinterhand hat, in die er sich vor gerichtlicher Belangung verkrümeln kann. Dabei ist es völlig egal ob die Fluchburg zum Doppelpass Israel heißt, irgendeine Bananenrepublik oder ein Gastarbeiterherkunftsland ist. Ich möchte die Frage der Gerichtsstandsbarkeit meiner internationalen Geschäftspartner wirklich völlig frei von irgendwelchen Spezialaufregungen über die „antisemitische Stereotype vom Auslandsisraeli“ erörtern können.
Stattdessen verbreitet sich der Herr Professor über das Risiko der Juden im Jahr 2002 irgendwelcher Ritualmordvorlieben verdächtigt werden zu können. Bei Grundstücksrückübertragungsstreitigkeiten in Lemberg vielleicht, aber doch wohl nicht bei der Leserschaft der „Süddeutschen“. Ich denke wir haben hier „modernen Antisemitismus“!
Zitat:
Zweitens geht es um die Gruppe, gegen die die Kritik geäußert wird: Wenn es sich nicht um den spezifischen Politiker (israelischen oder auch deutschen) oder um die spezifische Organisation (auch wenn sie „Jüdischer Weltkongress“ heißt) handelt, sondern um den vermeintlichen Vertreter „des“ Judentums oder „der“ Juden, wenn nicht an israelische, sondern an jüdische Charakteristika gedacht wird – sind wir bereits beim Antisemitismus angelangt.
Zitat Ende.
Wieder das „denken“; wie kann wer wissen, was gedacht wird? Ich höre noch meinen autoritären Pauker schreien: „Was denken Sie sich eigentlich?“. Was ist denn, wenn ich mir denke, dass Herr Scharon oder sonst wer, da nicht nur Platz schafft für Israelis, die es schon sind, wenn er Olivenbäume ausreisen lasst, sondern für Leute, die es erst noch werden sollen? Was ist denn, wenn ich denke, der macht das vielleicht auch für Juden aus Frankreich oder Argentinien? Wenn ich das „denke“, ist schon alles antisemitisch, was ich im weiteren sage? Was ist, wenn ich Anhaltspunkte für den Verdacht sehe, dass Herr Scharon oder sonst wer so rabiat mit den Palästinensern umspringt, um der Einwanderung aus anderen („weißen!“) Ländern nach Israel den Weg zu ebnen durch die Aussicht auf ein Flecken Land, auf dem vorher noch jemand gelebt hat, der glatt ein Terrorist hätte sein können? Wenn ich diese Frage erhebe, eine Frage die Tag täglich mit Leidenschaft in der israelischen Öffentlichkeit diskutiert wird, dann arbeite ich dem Antisemitismus zu? Aber wenn ich doch nur das gleiche Frage, wie Politiker und Zeitungen in Israel und mich damit mich als „Antisemiten“ oute, was sind oder machen denn dann die Politiker und Zeitungsmacher in Israel, wenn sie dasselbe fragen, wie ich? Ich aber nicht sie sind Erzeuger von Antisemitismus, wenn wir das gleiche tun? Sorry, aber das wäre keine Gesprächsgrundlage. Es ist ein Gefühl von Ungleichbahndlung, nicht das selbe sagen zu dürfen, was man in (fast) jedem Weltspiel und jedem Auslandsjournal die isrealische Opposiotion z.B. sagen hören kann. Daher kommt viel von dem bösen Blut, dass die Leute beleidigt sind, weil sich in ihrem Mund was zu Sprengstoff zusammenballen soll, was innerisraelisch die ganze Zeit Debattenstoff ist (und worauf man durch simples Nachdenken im übrigen ja auch kommen kann) .
Weiter Zitat:
Und drittens und vielleicht noch wichtiger: Auf die Absicht kommt es an. Ein und derselbe Satz oder Ausdruck kann unterschiedliche Intentionen haben. Sogar Vergleiche mit dem Nationalsozialismus erhalten so eine unterschiedliche Bedeutung: Ein Vergleich kann auf die Unterschiede abzielen, er kann als Mahnung dienen, er kann aber auch eine Verharmlosung oder Relativierung des Nationalsozialismus beabsichtigen oder eine Delegitimierung des Judentums. Ob ein Israel-Kritiker eine antisemitische Absicht hat, kann man meist nur indirekt erfahren, wenn man die Denkweise des Kritikers oder die Adressaten dieser Vergleiche und historischen Anspielungen kennt.
Zitat Ende.
Wieder die Absicht, wieder ein Interpretationsvorbehalt von etwas nicht objektivierbarem; reklamiert, nicht etwa für das Publikum, sondern für eine Debattenpartei. Und im übrigen lerne ich, dass ich wohl sagen darf, dass die israelischen Armeemethoden sich von Nazimethoden unterscheiden und zwar dahingehend, dass die Nazimethoden schlimmer als die israelischen waren. Das wäre ja schon mal was.
Also meine Absicht wäre folgende: Ich möchte es mal mit der „Mahnung“ versuchen. Bei hagalil.com gab es eine Überschrift: Kein IDF-Massaker in Jenin. Der Link führte zu einem englischsprachigen Bericht, in dem sehr naturalistisch die außergesetzliche Tötung von 52 palästinensischen Zivilpersonen durch die IDF geschildert wird. Wir erfahren also davon, das eine außergesetzlichen Tötung von 52 Menschen durch israelisches Staatspersonal dem Organ hagalil.com deren Lektüre, du empfiehlst, eine Klarstellung wert ist, dass es sich keinesfalls um ein Massaker handle. Ausgezeichnet. Nur, wo bleibt die Differenz zu den Nazimethoden? Glaubt hagalil.com die Nazis haben jemals 52 Menschen getötet und dann von einem Massaker gesprochen? Ich glaube, das wird schwierig mit den Differenzen. Nicht wegen der Nazimethoden, auch nicht wegen der Antiseminten, sondern, weil immerhin schon 52 außergesetzlich getötete Zivilisten ein „Kein Massaker!“ als Überschrift hergeben.
Also, dass soll jetzt eine Mahnung sein. Man kann mit der Qualifizierung von hagalil.com „Kein Massaker!“ konform gehen, auch ohne ein ausgewachsener Nazi zu sein. Aber ein unverkrampftes Verhältnis zur „Repressalie im Bandenkampf“ sollte man vielleicht schon mitbringen, um hagalil.com in dieser Qualifizierung der Ereignisse von Jenin folgen zu können.
Um es einmal „rabulistisch durchzupointieren“: Es nährt nicht Antisemitismus was da propagandistisch geleistet wurde, man muss Antisemit sein, um es goutieren zu können, allerdings Antisemit nicht im Sinne der sozialwissenschaftlichen Antisemitismustheorien, sondern Antisemit in einem brutal-dummen völlig untheoretischen Sinne, dass man es nämlich in Ordnung findet, auf 52 außergesetzlich von Armeepersonal getötete Semiten zu blicken. Man wird nicht zum Antisemiten, man muss nur tote Semiten für die besten Semiten halten, um hagalil.com in seinem Jubel „Kein Massaker!“ folgen zu können! Das sollte eine Mahnung gewesen sein, dass sich nicht die Zielgruppe von hagalil.com so sehr in Deutschland auf die paar rohen primitiven Antisemiten, verenge, wo es doch von modernen tückischen Antisemiten nur so wimmelt!
So, wieder beruhigt, weiter im Text: Zitat:
Können die Juden nicht selbst Antisemitismus schüren?
Nein. Aber auch Juden können dazu beitragen, dass latente Antisemiten sich ‘outen’. Ohne das bereits vorhandene antisemitische Vorurteil hätten das Wort oder die Tat eines Juden nicht die auf Juden bezogene Reaktion heraufbeschworen. Wenn zum Beispiel jemand sowohl jüdisch als auch pro- israelisch, Parteimitglied, Medienmensch etc. ist und gerade wegen seines Jüdischseins angegriffen wird – ist wahrscheinlich Antisemitismus im Spiel.
Very good point. Es gibt eine Logik, nach der das so geht, wonach es Juden unmöglich ist, Antisemitismus zu schüren. Diese Logik funktioniert ungefähr analog zu der Berechtigung, mit der man sagen kann, dass es für eine Frau unmöglich ist, eine Vergewaltigung zu schüren. Wird eine Frau vergewaltigt, so fällt die alleinige Täterschaft auf den Vergewaltiger, und er kann sich nicht zu seinem Verbrechen „geschürt“ vorkommen. Nun kann es aber auch nicht sein, dass Juden nichts falsch machen können. Wäre das der Fall, müssten sie sich ständig absprechen und würden das Stereotyp von der Weltverschwörung bedienen, was sie natürlich vermeiden, um es den Antisemiten nicht so leicht zu machen, die das ja behaupten. Also machen Juden auch was falsch. Müssen sie ja, so wie sie im Meinungsstreit auch untereinander engagiert sind. Das antisemitische Stereotyp vom „zersetzenden jüdischen Hader“ liegt bedrohlich in der Luft, wir aber erst bedient, sobald ein Nichtjude darauf hinweisen sollte. Deswegen will ich das hier besser mal lassen. Aber was ist, wenn ich den Hinweis auf den Judenzank brauche, um die Behauptung von der Weltverschwörung zu wiederlegen? Da habe ich dann Pech. Da muss ich mich im Kampf gegen den Antisemitismus opfern und selbst den moralischen Scheiterhaufen erklimmen und selbst zum Antisemiten werden. Am besten selbst noch anzünden, damit es nicht so aussieht, als verlangten die Juden Menschenopfer. Dann wäre noch ein Klischee bedient und das wollen wir ja alle nicht.
Lauschen wir weiter dem Herrn Professor: Zitat:
Heute ist Auschwitz aus den Köpfen nicht mehr wegzudenken. Auschwitz macht viele Juden zu Paranoikern.
Erklärt das auch die israelische Überreaktion beim eigentlichen oder vermeintlichen Antisemitismus?
Nur teilweise. Für die israelische Politik der letzten 25 Jahre gilt jeder Hinweis auf Antisemitismus, ob in Nahost oder Europa, als Bestätigung der im Zionismus verbreiteten Vermutung, dass der Antisemitismus allgegenwärtig und ewig ist und Israel deshalb vom Nachdenken über seine Ideologie und Politik – gegenüber Palästinensern, israelischen Arabern, linken „Verrätern“ etc. – freigestellt sei. Versteht man die Welt so, ist in den eigenen Augen alles, was Israel tut, legitim, quasi das Vorbeugen eines neuen Auschwitz. Kurz: Der gegenwärtige Antisemitismus dient just jener israelischen Politik, die ehrliche Israel-Kritiker verurteilen.
Zitat Ende.
Das ist aber eine geniale Konstruktion: Juden können keinen Antisemitismus schüren, der Antisemitismus aber arbeitet Scharon zu, wenn man die Welt so versteht, dass Antisemitismus allgegenwärtig und ewig ist. Da wüsste ich eine Lösung: Hören wir einfach auf, davon auszugehen, dass Antisemitismus allgegenwärtig und ewig ist. Dann braucht kein Jude mehr, auch ein Sharon nicht, sich von kritischer Selbstüberprüfung freizustellen. Dann braucht man nicht „Kein Massaker!“ über einen Bericht zu schreiben, den man nur unter Selbstfreistellung von elementarsten Bedenken so betiteln kann. Hoffentlich hat diese „Selbstfreistellung“ wenigstens weh getan in der Redaktion. Wie ich so etwas wünschen kann? Täte ich es nicht, müsste ich die Redaktion für gewissenlos halten (a la Goebbel: „gewissenlose Pressejuden“) und das wäre ja wieder die Bedienung eines Stereotyps und das wollen wir doch nicht. Also, von mir aus kann das die letzte Zumutung gewesen sein.
Entminen wir das Gelände. Ersparen wir es uns, die intellektuelle Ödnis von Stereotypen zu verletzenden Diffamierungen in unseren Köpfen anzuspitzen. Lasst uns doch lachen über das alberne Bild einer von überlappenden Stereotypen überwucherten Landschaft der Begriffe. Wozu gibt es denn den jüdischen Humor, wenn nicht dazu, sich aus Verstrickungen von Absurdität zu befreien?
Und wenn heute Antisemiten verkünden: „Die Juden sind ihr eigenes Unglück!“ und nicht mehr „Die Juden sind unser Unglück!“ dann bin ich dafür, einen Trick anzuwenden und ihnen einfach die Resonanz zu verweigern. Und einfach zu beweisen, dass die Juden es schlichtweg ablehnen, ihr Unglück zu sein und deswegen auch die süße Falle einer „Selbstfreistellung“ von Überprüfungen des eigenen Handeln einfach meiden und zum Ausgleich sich das „Stereotyp“ vom „kühl nachdenkenden“ „nüchtern abwägenden“ und „überlegen kalkulierenden“ Juden einfach hemmungslos gönnen.
Michel Friedmann hat bis zu dem Punkt, an dem er zeigt, dass abwertende Voreingenommenheiten alles kaputt machen können, eine überwältigende Mehrheit in jedem Fernsehpublikum für sich;
erst wenn er anfängt, jede Torheit, jede Ungenauigkeit und jede Fragwürdigkeit zu einem gefährlichen Angriff, zu einem mächtigen Sammelruf zu „adeln“ dann schmilzt die Zustimmung und verziehen sich die Minen. Dann kriegen die Leute Angst, dass ihnen als nächstes was angekreidet wird und sie in der Ecke stehen. Diese Angst, selbst in die Ecke gestellt zu werden, ohne zu kapieren, warum überhaupt, ist es doch, die den Möllemann für einige Leute so aussehen lässt, als „traue der sich was“ (Haider-Spruch). Blanke Minderwertigkeitskomplexe in imaginierten Wortgefechten sind es doch, die den Leuten Bammel machen. Selbst der letzte Möllemannmittelständler würde lieber mit einer Firma in Israel ein anspruchsvolles Geschäft abwickeln, als sich mit einer barocken arabischen Importbürokratie halbtot zu ärgern und sich hinterher von einem Verbandslobbyisten die Auskunft zu erkaufen, er habe wohl nicht die richtigen Verbindungen gehabt.
So siehts doch aus.
Der „offensive Mann“ Michel Friedmann hat ja recht, dass er letzten Endes auch für andere Minderheiten ficht und er sich für jeden mit seiner Position mit einsetzt, der als Minderheit diffamierend attackiert wird. Für ein Lehrstück ist das ganze gut. Um zu zeigen, wie Sprache funktioniert. Doch wir können nicht darauf bauen, dass es alle sofort kapieren und ab jetzt jede Stereotypüberlappung versuchen werden, sauber auseinander zufalten. Das geht so schnell nicht. Wir sollten es verstehen zu würdigen, dass die Klugen und Sensiblen durch dieses Lehrstück zahlreicher und aufmerksamer geworden sind und uns von dem kümmerlichen Anblick der anderen nicht davon abhalten lassen, ein paar Minenfelder zu räumen, deren Landschaften begrifflich sonst nicht mehr passierbar sind.
Ich finde, der von mir bisher geschätzte Journalist Friedmann
hat sich gestern selbst ein Bein gestellt. Der Jäger mit dem
Gewissen gegen Deutschland findet sich plötzlich in der Rolle
des Gejagten wieder.Die Wortwahl ist schon interessant und lässt tief blicken.
Ich finde diese Wortwahl lässt auch bei völliger Durchschauung nur flach blicken, weil es dem Gedanken selbst an Tiefe mangelt. Muss das Stereotyp vom „jüdischen Esprit“ hier jetzt schon von Nichtjuden beigesteuert werden?
Würde Friedmann so einstecken können, wie er selbst seit
Jahren anderen massregelt und austeilt, wäre er glaubwürdiger.Antisemitismus sollte man nicht einstecken - sondern
offenlegen und mit sachlicher Kritik kann man sachlich
umgehen.
Manchmal muss man Dummheit offen legen. Wenn beim offen legen herauskommt das etwas so absurd ist, dass man es durchdacht nicht meinen kann, dann sollte man das auch sagen und nicht dem ganzen einen Stahlhelm überstülpen und sagen, dass es wenigstens „antisemitsch“ ist.
Ich finde, die Aufdeckung von Absurdität sollte Vorrang vor einer Aufdeckung von Skandalösität haben. Weil ein Unfug als Absurdität schneller erledigt ist, denn als Skandal und man dann mehr Zeit für wichtigeres hat. Dies halte ich für eine Erkenntnis von Salomonischem Rang. Bittte zum hagalil.com weitersagen.
So hat er gestern aus meiner Sicht, trotz der bestellten
Klatscher, an Glaubwürdigkeit verloren. Ein Mahnmal hat sich
selbst demontiert.Warum brauchst Du Friedman als „Mahnmal“?
Als Mahnmal halte ich ihn auch für ungeeignet, weil man ihn nur dosiert erträgt. Im Titel seiner Sendung warnt er ja vor sich selbst; die meisten Sendungen sollten das auch tun. Er ist ein Warnmelder, dem man ja auch gerne zuhört, wenn was los ist. Nur soll er halt nicht immer von so drastischem behaupten, das es überall los sei. Er sollte als Warnmelder nicht ins vagabundieren kommen.
Ich kenne ihn als
- Mitglied des Zentralrats
- CDU-Politiker
- Talkmaster
- Mitglied im Gemeindevorstand von Frankfurt
- derzeitigen Vorsitzenden des ECJC (einer Dachorganisation
jüdischer Gemeinden in Deutschland)
und ich ihn noch Pomadenbenutzer, Sonnenbankpromoter und Mahninstanz. Soviel Zeit muss sein.
Mehr Mut zum besseren Stereotyp,
Räumung von absurden Überlappungen,
Begriffe sauber, souverän und nachvollziehbar hegen
bei weniger Professoralität und weniger Panik wünscht sich
Thomas
P.S. Jetzt ist der Jenin-Bericht nicht mehr da, jedenfalls nicht mehr da wo ich ihn fand. Dafür beanstandet hagalil.com, dass der olle Böhme auf Friedmanns Honorar i.S.v. raffgier.-stereotyp angespielt hat. Das macht er bei anderen auch, er hat so schlechte Manieren. Es als hagalil-Berichterstatter zu beanstanden, dass er es bei Friedmann macht, bedeutet, das Judentum von Friedmann zu benutzen, um ihm eine Sonderanteilnahme unter all den vielen Angeraunzten angedeihen zu lassen, in deren Genuss Nichtjuden nicht kommen, wenn sie von Böhme angepflaumt werden. Friedmann muss dafür gar nicht extra sensibel sein, (was er auch zurecht bestreitet, zu sein) er kommt in den Genuss eines journalistischen Zuspruchsreflexes, der ihn, wie ich finde, anstößiger noch als Böhme, als Jude in Anspruch nimmt, und zum Opfer drapiert. Angenommen der Berichterstatter würde dem Friedmann das Honorar neiden, was ja menschlich und journalistisch sehr normal wäre, dann muss er das verdrängen und zeigen, dass da ein semantischer Anschlag über das Raffgier-Stereotyp gelaufen ist, anstatt mal die Frage nach dem Verhältnis von Prominenz, Substanz und Honorar journalistische sauber bearbeiten zu können.
Hallo Iris
und Du meinst, dass gerade Moschee Zimmermann der Mann ist, der dieses Thema so erklären kann.
Ausser von Herrn Leyendecker lese ich von der Südd. dank ihre Farbe nichts.
GRuss Günter
hallo Iris,
Herr Von Moshe Zimmermann schreibt hier eine hervorragende Abhandlung zum Thema Antisemitismus… nur in einem widerspreche ich ihm: die meisten Kritiker Israels meinen mitnichten die Bevölkerung und schon gar nicht „alle Juden“.
Hier wird nur die derzeitige Regierungspolitik und deren Verteter kritisiert…teils massiv, teil nur sanft. Klar, einige Gehirnamputierte gibt es immer, die sagen „die Juden“.
Das wäre dann wirklich Antisemitismus.
Ich kann mich aber nicht erinnern, dass hier im Forum irgend einer „die Juden“ sagte. Es ging immer um Sharon und seine Machtpolitik, seine Unbeugsamkeit und seine deutlich zur Show gestellte Verachtung der Palästinenser.
Damit ist aber nie die Bevölkerung von Israel gemeint. …Oder gar „die Juden“
Dass das Handeln einer Persönlichkeit wie Friedmann sehr wohl bei , und jetzt verwende ich Worte von Zimmermann: latente Antisemiten in Rage bringt, das ist nicht von der Hand zu weisen. Insofern hat Möllemann nun mal Recht. Und mehr hat er nicht gesagt. Alles andere wird in seine Worte hineingedeutet.
Grüße
Raimund