So ein Käse?

Gestern hat mir meine Mitbewohnerin erzählt, wenn ich eine Milch
ungeöffnet lange genug stehen lasse, wird sie erst ein dicker Klumpen
und schließlich Käse. Wir machen unseren eigenen Käse, hat sie gesagt.
Das muß ein schlechter Scherz sein, dachte ich, sah dann aber doch,
dass sie es ernst meint.

Wie sehr kann sich so eine Milchpackung aufblähen? Soll ich einschreiten
und die Dinger entschärfen, solange noch niemand verletzt wurde oder haben
wir bald leckeren Käse im Überfluß?

Hallo Patrick;

Gestern hat mir meine Mitbewohnerin erzählt, wenn ich eine
Milch
ungeöffnet lange genug stehen lasse, wird sie erst ein dicker
Klumpen
und schließlich Käse. Wir machen unseren eigenen Käse, hat sie
gesagt.

Hm, ich hatte in meinem Wohnheimzimmer Milch über das Verfallsadatum stehen, da war es immer schön warm und so, aber getan hat sich nichts. Meinte sie Vollmich, die normalerweise gekühlt werden muss?

Das muß ein schlechter Scherz sein, dachte ich, sah dann aber
doch,
dass sie es ernst meint.

Auch probiert den Käse? :wink:

Wie sehr kann sich so eine Milchpackung aufblähen? Soll ich
einschreiten
und die Dinger entschärfen, solange noch niemand verletzt
wurde oder haben
wir bald leckeren Käse im Überfluß?

Ich weiß nicht, aber die Bakterien werden ja auch Luft brauchen, oder? Muss man da nicht irgendwie belüften? *hm*
Naja, interessiert mich jetzt auch, also hoffe ich, dass bald jemand wirklich Wissendes antwortet…

Grüße,

A:stuck_out_tongue::smile:

P.S.: Wieso fragts Du nicht Deine Mitbewohnerin und erhellst uns? *fg*

Hallo Patrick,

eine Art Käse schon, aber lecker gar nicht.

Die Milch vergärt unkontrolliert, meistens mit einem deutlichen Buttersäurestich und außer der gewünschten Gärung noch anderen Zersetzungsprozessen. Was nicht passiert ist:

  • Schaffung des richtigen Milieus bzw. Zugabe der richtigen Stämme von Säurebildnern
  • Abseihen der Molke zum richtigen Zeitpunkt
  • Reifung des gewonnenen Frischkäses unter den richtigen Bedingungen

Was beim unkontrollierten Stehenlassen herauskommt, wird bloß selten zu größeren Schwierigkeiten im Magen- Darmtrakt führen, Vergiftungen kann man fast ausschließen. Aber ein ordentlicher Durchputzer wäre keine große Überraschung.

Der Druck, der bei dem Gärungsprozess entsteht, kann kaum zu einer mechanisch gefährlichen Explosion führen, aber immerhin zu einer Riesensauerei. Von der Hartnäckigkeit eines ordentlichen Buttersäurearomas hast Du sicherlich schon gehört…

Schöne Grüße

MM

Absoluter Käse!
Um Käse herzustellen benötigt man Lab, mit dem die Eiweiße der Milch verkettet und damit verfestigt werden. Dieses Lab wird aus Kälbermägen hergestellt und fliegt nicht in der Luft rum.
Für den Quatsch, den Deine Mitbewohnerin erzählt hat sollte man ihr glatt eine H-Milch ins Bett giessen (aber nur wenn Dein Zimmer weit genug entfernt ist oder Du lieber eine andere Mitbewohnerin haben möchtest :wink:)
MfG
Hindu

Frischkäse
Hallo,

wenn man wirklich reine Milch hat (saure H-Milch ist zum
kot… und auch pasteurisierte Milch taugt dazu kaum),
kann man diese richtig schön sauer werden lassen.
Wenn das ganze schön „dick“ geworden ist, tut man das Ganze
dann in ein Tuch und trennt damit Molke und den „dick“ gewordenen Rest (gut auspressen).
So hat man prima Quark in reinster Form (leicht krümmelig).
-> kann man auch „Frischkäse“ nennen.

Den Quark kann man nun mit frischer Milch wieder etwas
anrühren und z.B. mit Kräutern, Salz, Pfeffer würzten
oder auch süß mit Marmelade, Zucker und frischen Früchten
zubereiten.

Aus dem Quark kann man Käse machen, wenn man eine heeignete
Schimmelkultur ansetzt und das entsprechend der Käsesorte
richtig lagert und behandelt. Aber das ist dann schon eine
etwas schwierigere Sache mit einigen Problemen.

Gruß Uwi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Absoluter Käse relativiert…
Hallo Hindu,

das ist mit Verlaub bloß die halbe Wahrheit.

Labsäuerung ist eine von drei Möglichkeiten auf dem Weg von Milch zu Käse.

  • Quark und die daraus durch Entwässerung und Reifung gewonnenen Käse (Harzer, aber auch die Feta-Familie gehören dazu) brauchen kein Lab. Die Milch wird hier „dickgelegt“ und vergärt unter Einfluss der überall vorhandenen Bakterien. Diese Form der Säuerung ist das, was beim „Vergessen“ von Milch im Kühlschrank oder besser außerhalb rauskommt, und ein einziges Mal (es handelte sich um Milch in Glasflaschen, möglicherweise ist hier ein Einfluss auf das Milieu gegeben) habe ich aus „verdorbener“ Milch tatsächlich als Zufallsprodukt eine Art milden Feta erhalten.

  • Labsäuerung (mit Naturlab aus Kälbermagen, aber viel häufiger mit synthetischem Lab) ist der Standard bei Hartkäsen und halbfesten Käsen.

  • Selten gibt es immer noch Säuerung mit nicht synthetischen pflanzlichen Zutaten (>> Labkraut, Bockshornklee).

Näheres bei Selma Lagerlöf, „Nils Holgerssohn“: Es gibt immer noch eine dritte Möglichkeit…

Schöne Grüße

MM

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wenn man wirklich reine Milch hat (saure H-Milch ist zum
kot… und auch pasteurisierte Milch taugt dazu kaum),
kann man diese richtig schön sauer werden lassen.
Wenn das ganze schön „dick“ geworden ist,

…kann man das auch schon essen. Dickmilch hat meine Mutter früher immer gemacht. Aus „richtiger“ Milch, in Schalen - Porzellan oder Steingut - füllen, warm stehenlassen, wenn sie dann „dick“ geworden ist, mit Zucker drüber oder Beeren drauf verspeisen. Sehr erfrischend.

Quark hat sie auch gemacht - ich erinnere mich, das hat übel gerochen.

Und aus sauer gewordener Schlagsahne kann man Butter machen.

Grüße,
Eva