Ich habe ein unglaublich schlechtes Gewissen und ärgere mich über mich selber.
Nur kann ich damit nicht aufhören,mich zu ärgern.
Ich habe eigentlich Urlaub und würde diesen zu gerne genießen,nur geht es nicht weil ich immer wieder über die Situation nachdenken muss.
Situation war die, dass es im Krankenhaus eine Reanimation gab.
Es waren Kolleginnen vor Ort, die schon die Herzdruckmassage ausübten und beatmeten, Die Ärzte waren auch vor Ort.
Ich kam später dazu .
Ich ging sogleich zum Notfallkoffer und der Arzt wollte eine Braunüle.
Die gab ich ihn sofort.
Erst da sah ich WER dort reanimiert wurde und ich war schockiert.
Ein Patient,der sich im Bad fertig machte für zu Hause.
Er sollte entlassen werden.
Das,was passierte,war sein Schicksal,denn er war sehr schwer Herzkrank.
Er wußte dies und wußte auch dass er irgendwann tot umfallen würde.
Nur hofften wir alle,das es zu Hause passiert.
Ich war so schockiert.
Der Arzt verlangte dann nach Adrenalin.
Ich weiß,dass man Adrenalin verdünnt aufzieht.
Ich zog es aber unverdünnt auf und wollte es gerade rüber reichen als meine Kollegin mir zurief,ich solle verdünnen.
Ohja…toll…ich fühlte mich als wenn ich versagt hätte.
Im eifer des gefechts murmelte sie etwas wie,dass ich sowas doch wissen müßte.
Ohja,DAS müßte ich wissen…und ich wußte es auch.
Aber nein,indem Moment fiel es mir nicht ein.
Der Patient verstarb,aber es lag nciht an mir,sondern er war zu schwer krank.
Nur habe ich ein irres schlechtes gewissen,weil ich in einem Moment in dem es von mir erwartet wurde, nciht richtig gehandelt habe.
Und das ärgert mich ohne ende.
Ich muss dazu sagen,dass ich lange zu hause war und erst jetzt wieder im Arbeitsleben stehe(wegen Kinder usw so lange zu Hause)
meine letzte Reanimation war 8 jahre her.
Wie kann ich mein schlechtes gewissen lsowerden?
Meine Kollegin sprach nciht weiter drüber,alles war wie immer.
Aber ich leide.
Hat jemand nen Tipp?
Steiger ich mich in etwas hinein?
was da passiert ist, ist nicht deine Schuld. Im Grunde genommen weißt du das auch, wie ja aus deinem Text herauszulesen ist. Dennoch machst du dich nun verrückt. Das ist, denke ich, bis zu einem gewissen Grad normal, so sind wir Menschen eben.
Beispiel: Als ich so 13 oder 14 war wurde vor meinen Augen ein Kätzchen überfahren. Es war noch total klein, vielleicht höchstens 12 Wochen alt. Ich stand am Straßenrand und sah das Kleine da auf der Straße sitzen, wollte es von da weg jagen. Das Auto, das um die Kurve kam war aber schneller. Danach fühlte ich mich wie ein Totalversager. Klar, ich konnte nichts tun, denn wäre ich auf die Straße gelaufen, dann wären die Katze und ich jetzt tot. Dennoch. Ich fühlte mich schuldig und dachte, was wäre wenn ich dies getan hätte, oder das, oder jenes? Hätte der Unfall verhindert werden können? Oder nicht, oder vielleicht doch…?
Sicher grübelst du jetzt auch die ganze Zeit über die Situation, die dir passiert ist nach, aber es bringt nichts. Es macht dich nur fertig, denn deine Gedanken werden nicht zu einem sinnvollen Ergebnis kommen sondern sich nur immer wieder im Kreis drehen.
Also hör auf! Jeder Außenstehende, der das Ganze objektiver betrachten kann als du, wird dir das hier sagen:
Du bist nicht schuld. Der Patient hatte keine Chance. Und wenn du das Adrenalin noch so schnell verdünnt hättest. Er wäre trotzdem gestorben. Klingt hart, aber seine Zeit war abgelaufen.
vielleicht gelingt es dir, das Ganze von der anderen Seite zu betrachten: Du hast das verdammte Glück gehabt, einen (im Fall des Falles schwerwiegenden) Fehler zu machen, ohne dass du damit Schaden angerichtet hast.
Das Ereignis wird dir sicherlich in Erinnerung bleiben - und du wirst niemals wieder Adrenalin pur aufziehen, wenn vielleicht niemand da ist, um dich zu korrigieren. Du bist gewarnt, dass dir die Routine in den letzten acht Jahren offenbar ein wenig abhanden gekommen ist und du wirst dich darauf einstellen und zukünftig konzentriert bei der Sache sein.
Du hast - um es ein wenig melodramatisch auszudrücken - sowas wie eine neue Chance gekriegt, zukünftig wieder Leben zu retten und sie nicht zu gefährden.
hallo
ja , da laufen die Gedanken Amok und Mensch leidet u.U. Und je nach persönlicher Verfassung endlos. Da ist es gut, wenn man z.B. in einer Supervision
diese Gedanken auf Wahrheit prüfen kann und sie dann -nach richtigem Verständnis- wieder ziehen lassen kann.
Ich kann dir da ein sehr gutes „Werkzeug“ empfehlen. Vielleicht nutzt du deinen Urlaub?*smile - du kannst, auch beruflich, nur davon profitieren
alles Gute und eine hilfreiche work iq13
hier ein link zum „schlechtes Gewissen Heilmittel“
Ich gebe dir eine Seite, wo der Inhalt gut beschrieben ist – in deutsch - .Ich glaube, die Bücher sind dort verlinkt, ansonsten siehe Ama***
so.ich hoffe,dass der link jetzt funkzioniert und dass nicht allzuviele tippfehler meinen text hier verunstalten *smile ohne Sicht ist es doch schwer - meinen screenreadder wieder haben will*schmoll…
hallo Jule
ja da kann ich dir nur zustimmen - ich hätte es kaum besser sagen können… Wieder einer deiner hervorragenden Beiträge.
da gibts einen -Stern - Gruß iq13
Der Arzt verlangte dann nach Adrenalin.
Ich weiß,dass man Adrenalin verdünnt aufzieht.
Ich zog es aber unverdünnt auf und wollte es gerade rüber
wenn man bei Wiki unter Adrenalin nachliest, findet man u.a.:
„Dosierung [Bearbeiten]
Adrenalin wird als Lösung intravenös verabreicht. Typischerweise ist die Konzentration in einer Ampulle 1 mg/ml (auch als Adrenalinlösung 1:1.000 oder Adrenalinlösung 0,1 %ig bezeichnet).
Vor Verwendung wird meist 1:10 mit 0,9 % Natriumchloridlösung verdünnt (dann als Adrenalinlösung 1:10.000 oder Adrenalinlösung 0,01 %ig bezeichnet).
Die Reanimationsdosis beträgt 1 mg alle 3–5 Minuten[14]. Bei der endobronchalen Anwendung (veraltet) wird meist 3:10 mit 0,9 % Natriumchloridlösung verdünnt.“
Es heißt also bei Wiki: „Vor Verwendung wird meist 1:10 mit 0,9 % Natriumchloridlösung verdünnt …“.
Nach diesem „meist“ ist vielleicht auch die Anwendung der 1mg/ml Ampulle möglich.
Der behandelnde Arzt hat ja letztlich die Verantwortung und hätte sofort gesehen, daß es die Originallösung war. Er hätte gleich verdünntes Adrenalin verlangen können.
Du schreibst auch:
Ich ging sogleich zum Notfallkoffer und der Arzt wollte eine
Braunüle.
Ist es möglich, in diesem „Notfallkoffer“ gleich die Verdünnung vorrätig zu halten, wenn es schon notwendig sein sollte diese unbedingt einzusetzen?
Falls gegen die Verdünnung als lagerfähige Standardrezeptur nicht schwerwiegende Einwände vorliegen, erachte ich es als Mangel, im Notfallkoffer überhaupt Ampullen mit 1 mg/ml zu lagern.
Wenn dich der Arzt nicht angesprochen hat, wird er dem Vorgang keine allzu große Bedeutung beigemessen haben.
„Der Arzt verlangte dann nach Adrenalin“ und du hast es ihm gegeben. Eine Verdünnung oder keine, liegt letztlich in seinem Ermessen.
wenn bei der Reanimation kein Defibrilator zum Einsatz kommt, dann weiss der Arzt mit welcher Pumpe er es hier zu tun hat. Das Adrenalin ist in einem solchen Fall eher Formsache. Um eben nichts unversucht zu lassen, egal wie dünn die Chance noch ist. In dem Fall also zur Beruhigung aller anwesenden Gewissen. Weshalb auch der Arzt das unverdünnte Adrenalin nicht moniert hat. Es hätte keinen Unterschied bedeutet.
Hallo!
Ich mutmaße jetzt mal:
Es geht gar nicht um den Patienten oder darum, dass er gestorben ist. Es geht auch nicht darum ob es einen Unterschied gemacht hätte Adrenalin unverdünnt zu spritzen. Eigentlich geht es darum, dass du erlebt hast in einer Notsituation in der du selbst auch emotional betroffen bist (weil du den Patienten kanntest und geschockt warst, ihn plötzlich so zu sehen), nicht ganz richtig reagiert zu haben.
Ich kann verstehen, dass das ein sehr bedrohliches Erlebnis für dich ist, zumal es in deinem Beruf gerade darum geht in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und richtig zu handeln.
Aber: Du kannst aus dieser Situation lernen.
Positiv ist, dass du dich scheinbar sehr gut in Menschen einfühlen kannst, was für mein Verständnis fast das Wichtigste in Pflegeberufen ist. Das heißt, ie Tatsache, dass dich der nahende Tod dieses Mannes so betroffen gemacht hat, ist etwas, dass dich zu einer sehr qualifizierten Person macht.
Zudem weißt du jetzt, dass diese Betroffenheit ablenkend ist für dich. Daher kannst du zukünftig solche Situationen in denen du merkst, dass es dich emotional betroffen macht entweder meiden (falls möglich), oder einfach im Bewusstsein weiterarbeiten, dass du jetzt doppelt aufpassen und dich doppelt konzentrieren musst.
Du konntest diese Erfahrung in einer Situation machen, in der ein Fehler keine Folgen hatten, denn der Tod des Mannes war nicht deine Schuld.
Es sagt sich leicht, aber du solltest dankbar sein, diese Erfahrung jetzt gemacht zu haben und nicht in einer Situation in der es tatsächlich um Leben und Tod geht, weißt du was ich meine?
Zweifle nicht an dir. Du machst deinen Job mit großem Engagement, also bestimmt gut. Es ist ok, jeder macht mal Fehler.
Dass dich der Vorfall betroffen macht ist klar, aber geh dadurch nicht in Rückzug, sondern versuche daraus zu lernen und gehe vielleicht in Supervision, wenn du merkst, dass es dich nicht mehr loslässt.
ich bin auf jeden Fall froh, dass es Menschen wie Dich in unserem Land gibt.
Menschen die in solchen Situationen alles versuchen, um ein Menschenleben zu retten - selbst bei der Gefahr, dass auch ´mal etwas schief läuft.
Ich könnte diesen Job nicht machen. Meinen Respekt habt ihr alle mal …
so wie du das schreibst, scheint mir deine Äußerung von wenig Sachkenntnis geprägt (nicht defibrillierbarer Rhythmus etc.). Das wird die Ursprungsposterin wissen, aber nicht alle anderen, die deinen Artikel hier lesen.
Zum eigentlichen Thema: es ist ja kein Fehler passiert, sondern ein Fehler wurde im Ansatz verhindert. Man hat was gelernt, den Patienten hätte man offenbar ohnehin nicht retten können - Kommt leider vor, aber damit muss man leben können. Schön, wenn das Team nach erfolgloser Reanimation Zeit hat, ein paar Minuten beisammenzusitzen, einen Kaffee zu trinken und ein paar Worte miteinander zu reden, ist aber nicht immer der Fall. Kopf hoch! Beim nächsten mal wirds besser laufen, bis dahin: Megacode-Training, bis alle Abläufe wieder wie im Schlaf sitzen.