Baybawütösterreiz die zweite…
Servus Otto,
also
Servus Herbert,
ich kenne auch jemanden mit doppelter Staatsbürgerschaft:
Deutsche und österreichische.
) nun ja, da sehe ich nun wahrlich keine Hinderungsgründe.
Wie sagte Madonna in einem Interview? „Nein, ich war noch nie
in
Deutschland, nur in Österreich. Besonders haben mir Wien und
München gefallen“
)
hihi, sie hat wohl ähnliche Geographiezensuren gehabt wie ich 
Nö, das gilt nicht, für mich sind Österreicher Südbayern. Ihr
mögt uns Bayern wohl als Nordösterreicher ansehen. Auch in
Ordnung. Ließe sich geschichtlich sogar rechtfertigen.
Also, weiter unten habe ich mit Mathias über Baybawütösterreiz geblödelt. Sollten wir hier oben nicht etwas ernter bleiben? Ich denke nicht.
Diese willkürliche Grenzziehung zwischen Deutschland und
Österreich, die ich HEUTE als unnatürlich ansehe, stammt ja
aus
Bismarcks Kleindeutscher Lösung, weil er im Deutschen Reich
zwar
gerne die Ostmark gehabt hätte, nicht aber die slavischen
Völker
im Osten und Süden, auch nicht die Italiener. Ich glaube, Ihr,
in Eurer heutigen Konfiguratin, zusammen mit den Ungarn, wäret
ihm recht willkommen gewesen. Aber damals wart Ihr halt ein
Multi-Kulti-Imperium, das auseinanderbrechen mußte.
Da bin ich nicht Deiner Meinung. Daß Österreich-Ungarn damals zusammengebrochen ist, ist meiner Meinung der Engstirnigkeit der damaligen Führungsschicht im allgemeinen, und der des Kaisers im besonderen zuzuschreiben. Die Lösung wäre die Gleichberechtigung der Völker und die Einführung der Demokratie nach dem Muster von GB gewesen. Dann gebe es Österreich-Ungarn-Tschechien-Slowakei-Kroatien-Slowenien-Serbien noch immer und Hitler hätte keine Chance gehabt. (Zumindest bei uns). Die Frau des Kaisers hat das gut erkannt. Nur für das Aussprechen des Landesnamens hätte man sich einen Urlaubstag nehmen müssen.
Hitler hat
Euch dann als deutschen Reststaat vorgefunden, der erst die
Großdeutsche Lösung erlaubte.
Hitler wär verzweifelt, und wir hätten unsere Ruh’ gehabt.
Ich persönlich sehe in unseren unterschiedlichen Pässen und
Währungen keinen Grund, Österreicher und Österreicherinnen
anders zu sehen als Bewohner von Hamburg oder Berlin. Wir
teilen
alles: Sprache, Geschichte, Kultur, Traditionen. Also gehören
wir zusammen.
Traditionen? Naja, mich bringen keine 10 Hunde aufs Oktoberfest. Da geh ich lieber zum Heurigen. Und Sprache? Ich bin ja der Meinung, daß nichtmal die Nord- und Südniederösterreicher die gleiche Sprache sprechen, von selbe gar keine Rede. Und, die Mehlspeisen kannst ab Passau nimmer essen.
Aber mit dem Staat bin ich einverstanden. Mathias und ich haben da schon über einen Staatsnamen nachgedacht: Baybawütösterreiz, oder Österrayern. Oder Österbayernreich? Sogar den Sitz des Gerichtshofes haben wir ausgehandelt.
Was ist eigentlich schlimm daran? Ich meine, außer daß er in
beiden Ländern wählen kann?
Ich sprach nicht von schlimm.
Dich hab ich ja auch nicht gemeint…
Die Argumentation stimmt ja auch, solange man als Staatsbürger
nur an Rechte und nicht an Pflichten denkt. Aber wir dürfen
nicht nur in Schönwetterperioden denken. Gelegentlich gibt es
Regen und Winter.
Pflichten? Regen? Winter? Bin ich nicht einverstanden.
Also, nimm mein Beispiel des Menschen mit deutschem,
kroatischem, bosnischem und serbischem Paß. Nehmen wir an, der
Krieg bricht wieder los. Mit 4 Staatsbürgerschaften wird er zu
4
Armeen eingezogen. Jetzt hat er die Wahl, in welchen 3 Staaten
er fahnenflüchtig werden soll, in mindestens 2 davon kann er
standesrechtlich erschossen werden. Also, ich finde, daß die
Bibel schon recht hat, daß man nicht zwei Herren dienen kann.
Loyalitätsprobleme wären das Mindeste, wenn man die Sache auch
nur halbwegs ernst nimmt.
Uäh, der Arme, von der Seite hab ich das noch gar nicht gesehen.
Aber: Zeig mir einen Menschen mit mindestens 4 Staatsbürgerschaften und ich zeige Dir einen Pazifisten. Solche Leute machen wir dann zu Präsidenten, und dannn haben wir vom Krieg a Ruah!
Dafür kenne ich auch jemanden, der war 30 Jahre staatenlos. Er
stammt aus Polen, hatte deutschsprachige Eltern, zog es vor in
Österreich zu wohnen. Die deutsche Staatsbürgerschaft hätte er
problemlos bekommen, hätte nur dort wohnen müssen.
Wie ist denn sowas möglich?
Gesetzeslage. Ich selbst bin Volksdeutscher. Zu Recht verlangt
der deutsche Gesetzgeber ein Minimum an Bekenntnis zum
Deutschtum. (Heute „Leitkultur“). Darunter auch den Aufenthalt
auf deutschem Gebiet. Daß Ihr nicht dazugehört, hat mit 1945
und
den Alliierten zu tun. Sonst hätte er die großdeutsche
Staatsbürgerschaft.
Warum zieht er nicht nach Bad Reichenhall oder Piding um?
Pffh, frag ihn… Vermutlich weil er hier seine Wohnung, seine Arbeit und seine Freunde hat… Außerdem wollte er ja Österreicher sein, weil das Gebiet in dem er geboren worden ist, einmal zu Österreich gehört hat. Also ist er Volksösterreicher. (Was immer das auch ist)
Dann kenne ich noch einen 30jährigen Türken, hier in
Österreich geboren und hat noch immer nicht die
österreichische Staatsbürgerschaft.
Dann hat er sich nicht bemüht. „Nur, wer strebend sich bemüht,
den können wir erlösen“ (Goethe: Faust). Er wird sich nicht
dafür interessiert haben und gedacht haben, eine
Staatsbürgerschaft ließe sich abonnieren wie eine
Tageszeitung.
Also nicht integrationswillig.
Im Gegenteil, das hat ganz andere Gründe. Er spricht gut und akzentfrei Deutsch. Mit Türkisch hatte er so seine Schwierigkeiten, oder besser gesagt, die anderen Türken mit seinem Türkisch. Also haben ihn seine Eltern für ein Schuljahr in die Türkei geschickt. Und so hat sich die österreichische Staatsbürgerschaft immer weiter verzögert.
Übrigens, ich kenne noch eine Möglichkeit, eine
Doppelstaatsbürgerschaft zu erwerben: Wenn man von einem Staat
die Staatsbürgerschaft aufgezwungen bekommt, dann braucht man
die Alte nicht aufgeben. Wenn Du z. B. in Frankreich geboren
worden bist, österreichische Eltern hast, dann hast Du glaub
ich beide Staatsbürgerschaften.
Nein, gerade die Franzosen sind äußerst restriktiv. Sie haben
die Lehren aus ihrer verfehlten Kolonialpolitik und dem Umgang
mit den „pieds noirs“ gezogen. Als ich mein Leben für 4 Jahre
in
Paris einrichtete, habe ich mich als Personalchef eines
internationalen Konzerns von Behörden in einer Weise behandeln
lassen müssen, die sich in Deutschland kein Asylant und kein
Sozialhilfeempfänger gefallen lassen würde.
Siehst? aber nur weilst nicht in Frankreich geboren worden bist.
Ich grüße Dich
Otto
Jou, griaß Di a
Seawas
Heabead