So kommen doppelte Staatsbürgerschaften zustande

Hallo Mitmenschen,

lange habe ich mich gewundert, wieso es so viele Leute mit
doppelter Staatsbürgerschaft gibt. Trotz der Rechtslage, die
heute noch bei Einzubürgernden in Deutschland den Verzicht auf
die alte Staatsbürgerschaft verlangt. Jetzt weiß ich es.

Das geht so:

Ort: München, Kroatische Botschaft. Zeit: vor einer Woche.
(Ich bin ein in Kroatien geborener Volksdeutscher, von daher
konnte ich der Unterhaltung folgen.)

Ein kroatisches Ehepaar hat um die deutsche Staatsbürgerschaft
nachgesucht und die Voraussetzungen erfüllt. Es ist im Besitz
einer Einbürgerungszusicherung. D. h. sie werden Deutsche,
sobald sie aus der kroatischen Staatsbürgerschaft entlassen
sind.

Es tritt dort an, um die notwendige Entlassung aus der
kroatischen Bürgerschaft zu beantragen.

Es ergibt sich - sinngemäß - folgendes Gespräch zwischen
Botschaftsmitarbeiter und dem Ehemann:

„Sie wollen deutscher Staatsangehöriger werden? Dazu müssen Sie
auf unsere Staatsangehörigkeit verzichten.“
„So ist es, macht das Probleme?“
„Nema problema, haben Sie die Gebühren bezahlt?“
„Ja, hier ist der Beleg.“
„In Ordnung, das ist für uns nur eine Formalität. Sie bekommen
von uns ein Dokument über die Entlassung aus unserer
Staatsbürgerschaft. Wenn Sie dann den deutschen Paß haben,
kommen Sie einfach nochmal vorbei. Vergessen Sie nicht Ihre
„domovnica“ (Nachweis über die Geburt in Kroatien). Dann
unterschreiben Sie ein anderes Formular, dann bekommen Sie Ihren
kroatischen Paß und Ihre kroatische Staatsbürgerschaft zurück.“

Ich habe mich erkundigt. Bei Bosniern und Serben geht es ähnlich
unkompliziert zu. Nur die Gebühren sind unterschiedlich.
Selbst ich, der ich als Deutscher in Kroatien geboren bin,
könnte problemlos die kroatische Staatsbürgerschaft erwerben.
Ich habe eine „domovnica“ und damit die Option auf eine doppelte
Staatsbürgerschaft.

Ich könnte mich kringeln vor Lachen, wenn ich an die
Diskussionen um die doppelte Staatsbürgerschaft denke. Mit dem
oben beschriebenen Verfahren wird unsere Gesetzgebung zur Farce,
weil unsere Rechtsprechung überhaupt keinen Einfluß auf die
doppelte Staatsbürgerschaft hat. Sie wird von Kleinstaaten
ausgehebelt.

Und als ich mich erkundigt habe, habe ich sogar 4 Pässe EINER
Person gesehen: Deutsch, Kroatisch, Bosnisch, Serbisch.

Was denkt IHR darüber?

Ich grüße Euch

Otto

Servus Otto,

ich kenne auch jemanden mit doppelter Staatsbürgerschaft: Deutsche und österreichische.

Was ist eigentlich schlimm daran? Ich meine, außer daß er in beiden Ländern wählen kann?

Dafür kenne ich auch jemanden, der war 30 Jahre staatenlos. Er stammt aus Polen, hatte deutschsprachige Eltern, zog es vor in Österreich zu wohnen. Die deutsche Staatsbürgerschaft hätte er problemlos bekommen, hätte nur dort wohnen müssen.
Wie ist denn sowas möglich?

Dann kenne ich noch einen 30jährigen Türken, hier in Österreich geboren und hat noch immer nicht die österreichische Staatsbürgerschaft.

Übrigens, ich kenne noch eine Möglichkeit, eine Doppelstaatsbürgerschaft zu erwerben: Wenn man von einem Staat die Staatsbürgerschaft aufgezwungen bekommt, dann braucht man die Alte nicht aufgeben. Wenn Du z. B. in Frankreich geboren worden bist, österreichische Eltern hast, dann hast Du glaub ich beide Staatsbürgerschaften.

Servus
Herbert

Diese Verfahren ist eigentlich in fast allen Ländern gängige Praxis, weil niemand diese deutsche Scheindiskussion verstehen kann.
Aber es ist doch schön, wenn man sieht, daß die Politiker so gut wie keinen Schaden anrichten. Leider gelingt ihnen das noch nicht in allen Fällen so gut wie in diesem.
bodo

Hallo Otto,

Was denkt IHR darüber?

Als das Thema in der letzten hessischen Landtagswahl Furore machte, gab es zwar aufgeregte Diskussionen, ob dieses Thema verwendet werden darf, aber keine Argumente zum Thema selber.

Ich fasse mal die wenigen Argumente zusammen, die mir zur doppelten Staatsbürgerschaft bekannt sind:

Pro

  • Bessere Integration der Immigranten und ihrer Kinder
  • Kein Verlust von Erbansprüche in der Heimat

Kontra

  • Ungerechtigkeit -> viele Bürger finden es ungerecht, daß die hier lebende Ausländer zwei Staatsbürgerschaften haben können und sie sich mit einer Saatsbürgerschaft begnügen müssen
  • In einem Kriegsfall weiß man nicht zu welcher Seite sie halten
  • Es gibt zuviel Ausländer im Land (ich kann zwar keinen logischen Zusammenhang zum Thema finden, aber dieses war das Hauptargument gegen die doppelte Staatsbürgerschaft.

Mit diesen wenigen Argumente würde ich die doppelten Staatsbürgschaft zunächst befürworten, da sich die Gegenargumente hauptsächlich emotionell begründen.

Wenn sich nun einigen Menschen durch LEGALE Trickserei eine doppelte Staatsbürgerschaft verschaffen sehe ich darin auch nichts schlechteres, als sich Beispielsweise Lücken und Sonderfälle in der Steuergesetzgebung auszunutzen (Thema Steuerabschreibungsmodelle)

Gruß
Carlos

  • In einem Kriegsfall weiß man nicht zu welcher Seite sie
    halten

Fände ich positiv!
Mein Traum ist, dass die Nationalitäten auf der Welt so vermischt sind, dass eine Mobilmachung irgendeines Landes gegen ein anderes organisatorisch gar nicht machbar ist.

Ciao
Kaj

Hallo.

Übrigens, ich kenne noch eine Möglichkeit, eine
Doppelstaatsbürgerschaft zu erwerben: Wenn man von einem Staat
die Staatsbürgerschaft aufgezwungen bekommt, dann braucht man
die Alte nicht aufgeben. Wenn Du z. B. in Frankreich geboren
worden bist, österreichische Eltern hast, dann hast Du glaub
ich beide Staatsbürgerschaften.

Ich denke in allen anderen Länder der EU wird dieses so gehandhabt, nur nicht in der BRD. Diese Argumentation würde übrigends damals sehr wohl in die Diskussion gebracht. Es gab nämlich schon damals, zahlreiche Deutsche mit einer weiteren Staatsbürgerschaft.
Wahrscheinlich war dieses aber für die damalige Diskussion ungeeignet, weil diese Menschen ja Deutsche sind, es aber um die Angst vor den bösen Ausländern ging :wink:

So hat schon damals jedes Kind mit einem ausländischen und einem deutschen Elternteil bei der Geburt automatisch zwei Staatsbürgerschaften gehabt und musste diese auch nicht mit Erreichung der Volljährigkeit aufgeben.

Schalom,
Eli

jeder, der auf französischem Boden geboren wurde, ist automatisch Franzose. Auch wenn es reiner Zufall ist (B: Schwanger, Landung in Paris, Frühgeburt). Das war früher ein großes Problem. Wer im ertan Weltkrieg in französische Gefangenschaft kam und zufällig diese Art der Staatbürgerschaft hatte, wurde sofort erschossen: Hochverrat!
Das ist auch das Risiko einer Doppelten Staatsbürgerschaft. Der Vorteil ist natürlich, dass ich mich hervorragend aus dem kriegführendem Land absetzen kann… so ich nicht in das nächste kriesengebiet müsste.
USA kennt dieses Schollenrecht ebenfalls. Vor Jahren wollte Bayern das Schollenrecht einführen. Wurde so viel ich weiß von Bonn abgeblockt!
Grüße
Raimund

hallo, Eli,

wenn ich richtig informiert bin, haben alle deutschen Juden das Recht, offiziell auch noch die Israelische zu besitzen.

Stimmt das?
Grüße
Raimund

Servus Otto,

Servus Herbert,

ich kenne auch jemanden mit doppelter Staatsbürgerschaft:
Deutsche und österreichische.

:wink:) nun ja, da sehe ich nun wahrlich keine Hinderungsgründe.
Wie sagte Madonna in einem Interview? „Nein, ich war noch nie in
Deutschland, nur in Österreich. Besonders haben mir Wien und
München gefallen“ :wink:)

Nö, das gilt nicht, für mich sind Österreicher Südbayern. Ihr
mögt uns Bayern wohl als Nordösterreicher ansehen. Auch in
Ordnung. Ließe sich geschichtlich sogar rechtfertigen.

Diese willkürliche Grenzziehung zwischen Deutschland und
Österreich, die ich HEUTE als unnatürlich ansehe, stammt ja aus
Bismarcks Kleindeutscher Lösung, weil er im Deutschen Reich zwar
gerne die Ostmark gehabt hätte, nicht aber die slavischen Völker
im Osten und Süden, auch nicht die Italiener. Ich glaube, Ihr,
in Eurer heutigen Konfiguratin, zusammen mit den Ungarn, wäret
ihm recht willkommen gewesen. Aber damals wart Ihr halt ein
Multi-Kulti-Imperium, das auseinanderbrechen mußte. Hitler hat
Euch dann als deutschen Reststaat vorgefunden, der erst die
Großdeutsche Lösung erlaubte.

Ich persönlich sehe in unseren unterschiedlichen Pässen und
Währungen keinen Grund, Österreicher und Österreicherinnen
anders zu sehen als Bewohner von Hamburg oder Berlin. Wir teilen
alles: Sprache, Geschichte, Kultur, Traditionen. Also gehören
wir zusammen.

Was ist eigentlich schlimm daran? Ich meine, außer daß er in
beiden Ländern wählen kann?

Ich sprach nicht von schlimm.
Die Argumentation stimmt ja auch, solange man als Staatsbürger
nur an Rechte und nicht an Pflichten denkt. Aber wir dürfen
nicht nur in Schönwetterperioden denken. Gelegentlich gibt es
Regen und Winter.

Also, nimm mein Beispiel des Menschen mit deutschem,
kroatischem, bosnischem und serbischem Paß. Nehmen wir an, der
Krieg bricht wieder los. Mit 4 Staatsbürgerschaften wird er zu 4
Armeen eingezogen. Jetzt hat er die Wahl, in welchen 3 Staaten
er fahnenflüchtig werden soll, in mindestens 2 davon kann er
standesrechtlich erschossen werden. Also, ich finde, daß die
Bibel schon recht hat, daß man nicht zwei Herren dienen kann.
Loyalitätsprobleme wären das Mindeste, wenn man die Sache auch
nur halbwegs ernst nimmt.

Dafür kenne ich auch jemanden, der war 30 Jahre staatenlos. Er
stammt aus Polen, hatte deutschsprachige Eltern, zog es vor in
Österreich zu wohnen. Die deutsche Staatsbürgerschaft hätte er
problemlos bekommen, hätte nur dort wohnen müssen.
Wie ist denn sowas möglich?

Gesetzeslage. Ich selbst bin Volksdeutscher. Zu Recht verlangt
der deutsche Gesetzgeber ein Minimum an Bekenntnis zum
Deutschtum. (Heute „Leitkultur“). Darunter auch den Aufenthalt
auf deutschem Gebiet. Daß Ihr nicht dazugehört, hat mit 1945 und
den Alliierten zu tun. Sonst hätte er die großdeutsche
Staatsbürgerschaft.
Warum zieht er nicht nach Bad Reichenhall oder Piding um?

Dann kenne ich noch einen 30jährigen Türken, hier in
Österreich geboren und hat noch immer nicht die
österreichische Staatsbürgerschaft.

Dann hat er sich nicht bemüht. „Nur, wer strebend sich bemüht,
den können wir erlösen“ (Goethe: Faust). Er wird sich nicht
dafür interessiert haben und gedacht haben, eine
Staatsbürgerschaft ließe sich abonnieren wie eine Tageszeitung.
Also nicht integrationswillig.

Übrigens, ich kenne noch eine Möglichkeit, eine
Doppelstaatsbürgerschaft zu erwerben: Wenn man von einem Staat
die Staatsbürgerschaft aufgezwungen bekommt, dann braucht man
die Alte nicht aufgeben. Wenn Du z. B. in Frankreich geboren
worden bist, österreichische Eltern hast, dann hast Du glaub
ich beide Staatsbürgerschaften.

Nein, gerade die Franzosen sind äußerst restriktiv. Sie haben
die Lehren aus ihrer verfehlten Kolonialpolitik und dem Umgang
mit den „pieds noirs“ gezogen. Als ich mein Leben für 4 Jahre in
Paris einrichtete, habe ich mich als Personalchef eines
internationalen Konzerns von Behörden in einer Weise behandeln
lassen müssen, die sich in Deutschland kein Asylant und kein
Sozialhilfeempfänger gefallen lassen würde.

Ich grüße Dich

Otto

Baybawütösterreiz die zweite…
Servus Otto,
also

Servus Herbert,

ich kenne auch jemanden mit doppelter Staatsbürgerschaft:
Deutsche und österreichische.

:wink:) nun ja, da sehe ich nun wahrlich keine Hinderungsgründe.
Wie sagte Madonna in einem Interview? „Nein, ich war noch nie
in
Deutschland, nur in Österreich. Besonders haben mir Wien und
München gefallen“ :wink:)

hihi, sie hat wohl ähnliche Geographiezensuren gehabt wie ich :wink:

Nö, das gilt nicht, für mich sind Österreicher Südbayern. Ihr
mögt uns Bayern wohl als Nordösterreicher ansehen. Auch in
Ordnung. Ließe sich geschichtlich sogar rechtfertigen.

Also, weiter unten habe ich mit Mathias über Baybawütösterreiz geblödelt. Sollten wir hier oben nicht etwas ernter bleiben? Ich denke nicht.

Diese willkürliche Grenzziehung zwischen Deutschland und
Österreich, die ich HEUTE als unnatürlich ansehe, stammt ja
aus
Bismarcks Kleindeutscher Lösung, weil er im Deutschen Reich
zwar
gerne die Ostmark gehabt hätte, nicht aber die slavischen
Völker
im Osten und Süden, auch nicht die Italiener. Ich glaube, Ihr,
in Eurer heutigen Konfiguratin, zusammen mit den Ungarn, wäret
ihm recht willkommen gewesen. Aber damals wart Ihr halt ein
Multi-Kulti-Imperium, das auseinanderbrechen mußte.

Da bin ich nicht Deiner Meinung. Daß Österreich-Ungarn damals zusammengebrochen ist, ist meiner Meinung der Engstirnigkeit der damaligen Führungsschicht im allgemeinen, und der des Kaisers im besonderen zuzuschreiben. Die Lösung wäre die Gleichberechtigung der Völker und die Einführung der Demokratie nach dem Muster von GB gewesen. Dann gebe es Österreich-Ungarn-Tschechien-Slowakei-Kroatien-Slowenien-Serbien noch immer und Hitler hätte keine Chance gehabt. (Zumindest bei uns). Die Frau des Kaisers hat das gut erkannt. Nur für das Aussprechen des Landesnamens hätte man sich einen Urlaubstag nehmen müssen.

Hitler hat
Euch dann als deutschen Reststaat vorgefunden, der erst die
Großdeutsche Lösung erlaubte.

Hitler wär verzweifelt, und wir hätten unsere Ruh’ gehabt.

Ich persönlich sehe in unseren unterschiedlichen Pässen und
Währungen keinen Grund, Österreicher und Österreicherinnen
anders zu sehen als Bewohner von Hamburg oder Berlin. Wir
teilen
alles: Sprache, Geschichte, Kultur, Traditionen. Also gehören
wir zusammen.

Traditionen? Naja, mich bringen keine 10 Hunde aufs Oktoberfest. Da geh ich lieber zum Heurigen. Und Sprache? Ich bin ja der Meinung, daß nichtmal die Nord- und Südniederösterreicher die gleiche Sprache sprechen, von selbe gar keine Rede. Und, die Mehlspeisen kannst ab Passau nimmer essen.

Aber mit dem Staat bin ich einverstanden. Mathias und ich haben da schon über einen Staatsnamen nachgedacht: Baybawütösterreiz, oder Österrayern. Oder Österbayernreich? Sogar den Sitz des Gerichtshofes haben wir ausgehandelt.

Was ist eigentlich schlimm daran? Ich meine, außer daß er in
beiden Ländern wählen kann?

Ich sprach nicht von schlimm.

Dich hab ich ja auch nicht gemeint…

Die Argumentation stimmt ja auch, solange man als Staatsbürger
nur an Rechte und nicht an Pflichten denkt. Aber wir dürfen
nicht nur in Schönwetterperioden denken. Gelegentlich gibt es
Regen und Winter.

Pflichten? Regen? Winter? Bin ich nicht einverstanden.

Also, nimm mein Beispiel des Menschen mit deutschem,
kroatischem, bosnischem und serbischem Paß. Nehmen wir an, der
Krieg bricht wieder los. Mit 4 Staatsbürgerschaften wird er zu
4
Armeen eingezogen. Jetzt hat er die Wahl, in welchen 3 Staaten
er fahnenflüchtig werden soll, in mindestens 2 davon kann er
standesrechtlich erschossen werden. Also, ich finde, daß die
Bibel schon recht hat, daß man nicht zwei Herren dienen kann.
Loyalitätsprobleme wären das Mindeste, wenn man die Sache auch
nur halbwegs ernst nimmt.

Uäh, der Arme, von der Seite hab ich das noch gar nicht gesehen.

Aber: Zeig mir einen Menschen mit mindestens 4 Staatsbürgerschaften und ich zeige Dir einen Pazifisten. Solche Leute machen wir dann zu Präsidenten, und dannn haben wir vom Krieg a Ruah!

Dafür kenne ich auch jemanden, der war 30 Jahre staatenlos. Er
stammt aus Polen, hatte deutschsprachige Eltern, zog es vor in
Österreich zu wohnen. Die deutsche Staatsbürgerschaft hätte er
problemlos bekommen, hätte nur dort wohnen müssen.
Wie ist denn sowas möglich?

Gesetzeslage. Ich selbst bin Volksdeutscher. Zu Recht verlangt
der deutsche Gesetzgeber ein Minimum an Bekenntnis zum
Deutschtum. (Heute „Leitkultur“). Darunter auch den Aufenthalt
auf deutschem Gebiet. Daß Ihr nicht dazugehört, hat mit 1945
und
den Alliierten zu tun. Sonst hätte er die großdeutsche
Staatsbürgerschaft.
Warum zieht er nicht nach Bad Reichenhall oder Piding um?

Pffh, frag ihn… Vermutlich weil er hier seine Wohnung, seine Arbeit und seine Freunde hat… Außerdem wollte er ja Österreicher sein, weil das Gebiet in dem er geboren worden ist, einmal zu Österreich gehört hat. Also ist er Volksösterreicher. (Was immer das auch ist)

Dann kenne ich noch einen 30jährigen Türken, hier in
Österreich geboren und hat noch immer nicht die
österreichische Staatsbürgerschaft.

Dann hat er sich nicht bemüht. „Nur, wer strebend sich bemüht,
den können wir erlösen“ (Goethe: Faust). Er wird sich nicht
dafür interessiert haben und gedacht haben, eine
Staatsbürgerschaft ließe sich abonnieren wie eine
Tageszeitung.
Also nicht integrationswillig.

Im Gegenteil, das hat ganz andere Gründe. Er spricht gut und akzentfrei Deutsch. Mit Türkisch hatte er so seine Schwierigkeiten, oder besser gesagt, die anderen Türken mit seinem Türkisch. Also haben ihn seine Eltern für ein Schuljahr in die Türkei geschickt. Und so hat sich die österreichische Staatsbürgerschaft immer weiter verzögert.

Übrigens, ich kenne noch eine Möglichkeit, eine
Doppelstaatsbürgerschaft zu erwerben: Wenn man von einem Staat
die Staatsbürgerschaft aufgezwungen bekommt, dann braucht man
die Alte nicht aufgeben. Wenn Du z. B. in Frankreich geboren
worden bist, österreichische Eltern hast, dann hast Du glaub
ich beide Staatsbürgerschaften.

Nein, gerade die Franzosen sind äußerst restriktiv. Sie haben
die Lehren aus ihrer verfehlten Kolonialpolitik und dem Umgang
mit den „pieds noirs“ gezogen. Als ich mein Leben für 4 Jahre
in
Paris einrichtete, habe ich mich als Personalchef eines
internationalen Konzerns von Behörden in einer Weise behandeln
lassen müssen, die sich in Deutschland kein Asylant und kein
Sozialhilfeempfänger gefallen lassen würde.

Siehst? aber nur weilst nicht in Frankreich geboren worden bist.

Ich grüße Dich

Otto

Jou, griaß Di a
Seawas
Heabead

An Heabead
Hallo Heabead,

Deinen Beitrag habe ich als köstlich empfunden.

Ich sehe auch keine grundsätzlichen Reibungspunkte, deretwegen
wir uns streiten sollten.

Ich würde mich freuen, wenn wir die Gelegenheit hätten,
gemeinsam ein Täßchen Bier zu heben, wenn ich mal wieder in
Südbayern unterwegs bin - oder Du in Nordösterreich.

:wink:)) Ich mag Deinen Humor und grüße Dich

Otto

Hallo Raimund.

wenn ich richtig informiert bin, haben alle deutschen Juden
das Recht, offiziell auch noch die Israelische zu besitzen.
Stimmt das?

Ja und Nein. Wenn ein Jude (aber auch Nichtjuden) Israeli wird, muss er dazu seine alte Staatsbürgerschaft nicht aufgeben. Dieses wird aber auch in vielen anderen Ländern so gehandhabt. Aber ‚Offiziel‘ und ‚Recht‘ ist das nicht, da Mehrstaatlichkeit von Seiten Deutschlands nachwievor nicht gerne gesehen wird :wink:

Vielleicht stellt ja einmal jemand eine Liste mit allen Ländern auf, welche das so handhaben, dann kannst Du ja versuchen Dich dort überall einbürgern zu lassen - damit kommst bestimmt ins Guinessbuch *g*

Schalom
Eli

Hallo, Eli!
Danke, mir reicht eine!!
Hatto vor jahren die Möglichkeit, die Kroatische zu bekommen. War mir natürlich eine Ehre, doch ich sehe eine Staatsbürgerschaft auch als Verantwortung an. Ich habe dadurch nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten!

Nicht, dass ich an der Genze das gleiche mache, wie diese alte Karrikatur des Amerikaners, der beim Einkaufen seine Kreditkarten wie eine Zieharmonika aufklappt! „Suchen Sie sich eine aus!“ „Darf´s 2 Gramm mehr sein?“
Obwohl es natürlich schön wäre, wenn es nur noch eine auf der Welt gäbe: die menschliche!
Grüße
Raimund

Ottoooooo!
Dich weisen sie aus Bayern aus! Oder sicherheitshalber wirst Du verbrannt!Auf dem Scheiterhaufen mit Dir! Gotteslästerer!
Wie kannst Du von einen Tässchen Bier sprechen!
I glab, Du bist a Preiss! I glab Du isst Deine Weißwürscht mit Messer und Gobe!

An Herbert: Du kennst die Spätzle meiner Schwiegermutter nicht! Und ebenso die Kässpätzle meiner Frau!

Zur Geschichte: eine Vereinigung Österreichs mit Deutschland (Preussen) zu Bismarks Zeiten war undenkbar! Das waren 2 vollkommen unabhängige Kaiserreiche. Gegner! Die sich ein paar Jahre zuvor noch geschlagen haben! Und wenn unser schwule König Ludwig nicht dringend Geld für seine pervrsen Spiele und seinen Bauwahn gebraucht hätte, wäre Bayern damals zu Österreich gegangen! Aber Bismark bot mehr! (Und nacha hammsn umbracht, de Saupreissn!).
Frage: wie wäre dann die Braunauer Geschichte verlaufen?
Grüße
Raimund

in der Ziet vor 1871 möchte ich mal sehen. Und Bismarck hat m.W. bereits im 1866er Krieg Österreich ausschließen wollen, weil mit Österreich keine Vorherrschaft Preussens denkbar war.

Zur Geschichte: eine Vereinigung Österreichs mit Deutschland
(Preussen) zu Bismarks Zeiten war undenkbar! Das waren 2
vollkommen unabhängige Kaiserreiche. Gegner! Die sich ein paar
Jahre zuvor noch geschlagen haben!

Eben das war der 1866er Krieg, der auch schon zu Bismarcks Zeiten war.

Karin

Das ist leider vorbei!
Hallo Otto!

Diese Möglichkeit ist leider abgeschafft worden (ausgerechnet bei der letzten Reform des Staatsbürgerschaftsgesetzes unter rot/grün). Wenn die beiden Leute, die Du gehört hast, zu ihrer alten Botschaft gehen und den alten Paß zurückhaben wollen, dann wird ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft wieder aberkannt.

Früher gab es die sogenannte „Inlandsklausel“, nach der Deutsche, die in Deutschland lebten, einen anderen Paß beantragen konnten, ohne den deutschen zu verlieren. Diese Inlandsklausel ist abgeschafft worden - leider, wie ich finde, denn ich bin für die doppelte Staatsbürgerschaft.

Ich habe das auf meiner eigenen Homepage näher erklärt, unter
http://www.diskussionen-im-netz.de/eliantw1.shtml
im Rahmen einer allgemeinen Diskussion zur doppelten Staatsbürgerschaft.

Weitere legale Möglichkeiten als Deutsche®, 2 Staatsbürgerschaften zu haben sind:

  1. Deine Eltern haben verschiedene Nationalitäten.

  2. Du hast irgendwie eine weitere Staatsbürgerschaft bekommen, ohne sie extra zu beantragen (durch Geburt in Frankreich, Heirat mit einem Iraner (gilt für Frauen), die israelische Staatsbürgerschaft für Juden, etc.)

  3. (Auch das ist neu): Du hast, bevor Du eine weitere Staatsbürgerschaft beantragt hast, einen „Beibehaltungsantrag“ bei den deutschen Behörden gestellt und nachgewiesen, daß Du ein berechtigtes Interesse hast, die deutsche Staatsbürgerschaft weiter zu behalten (unter welchen Bedingungen dies genehmigt wird, weiß ich allerdings nicht.)

  4. Du bist als Ausländer nach Deutschland bekommen, beantragst die deutsche Staatsbürgerschaft und kannst aus irgendeinem Grund die alte nicht aufgeben (z.B. als politischer Flüchtling, der nicht einfach zu seiner Botschaft gehen kann. Oder wenn Dein Ursprungsland grundsätzlich niemanden aus der alten Staatsbürgerschaft entläßt - davon gibt es viele - oder nach angemessener Zeit noch nicht darüber entschieden hat, etc.)

Es gibt also einige Möglichkeiten.

Viele Grüße, Stefanie

Einspruch
Protest !!!

Ich persönlich sehe in unseren unterschiedlichen Pässen und
Währungen keinen Grund, Österreicher und Österreicherinnen
anders zu sehen als Bewohner von Hamburg oder Berlin. Wir
teilen
alles: Sprache, Geschichte, Kultur, Traditionen. Also gehören
wir zusammen.

Wir Fischköpfe nördlich des Weißwurstäquators (also nördlich des Küstenkanals) haben mit eurer Alpenjodelkulturrepublik nichts zu schaffen. Lasst uns da blos raus. Wir arbeiten schon lange an einem vereinigten Friesland.

Freya Fresena :smile:

Marion

Nix ist vorbei, es fängt gerade erst an.

Mein Freund ist Namibier,
genauer gesagt ein Mensch mit deutschem Ausweis und namibischem Ausweis. Weil er in Namibia, also Deutsch-Südwestafrika, geboren ist und beide Eltern Deutsche sind, die ebenfalls deutsche Papiere zur Sicherheit noch haben.
So kann man, abgesehen mal von käuflichen legalen Ausweisen bei den diversen Botschaften gegen CASH!!!, munter sich die Rosinen rauspicken. Immer. Vorausgesetzt, man hat gerade den richtigen, gültigen und rechtmäßigen Ausweis zur Hand.

Viel Vergnügen noch in Eurer Bananenrepublik Deutschland.
Da geht viel mehr als ihr ahnt. Alles!!! Banane, aber das ist ja inzwischen bekannt.

Danke für die Blumen, Otto, scheint, ich hab Deinen Geschmack getroffen zu haben :wink: Vielleicht treffen wir uns ja bei einem w-w-w-Treffen? Dem Tassal Bia steht dann nix mehr im Wege.
Servus
Heabead

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