Man kauft ein Sofa in einem Möbelhaus. Dieses wird geliefert.
Ausgepackt und aufgestellt wird selbst.
Zwei Monate danach soll das Sofa woanders hin getragen werden. Man trägt das Sofa weg und stellt fest, dass der neu verlegte Klickparkettboden von einem Fuss des Sofas kaputt gegangen ist und zwar weil das Plastikteil welches das Verkratzen des Bodens verhindern soll bei einem Fuss fehlt! Das Fehlen des Plastikteils ist aber nur ersichtlich wenn man genau hinschaut.
So, was für Forderungen kann man wegen des kaputten Bodens verlangen da der Schaden ja aufgrund mangelhafter Lieferung erfolgt ist?
Das dürfte in diesem Falle der punctus cnactus sein: zu den Pflichten aus einem Kaufvertrag gehört es auch, sich von der Vollständigkeit der gelieferten Ware zu überzeugen. Wenn das Plastikdings von Anfang an fehlte, hätte das beim Auspacken auffallen und unverzüglich reklamiert werden müssen. Das ist kein versteckter Mangel, der im Nachhinein irgendwelche Schadenersatzansprüche begründen würde. Hätte das Möbelhaus das Sofa aufgestellt, sähe die Sache anders aus. Auch, wenn beispielsweise ein Nagel aus dem Sofafuß herausgekommen wäre und das Parkett versaut hätte, könnte man es mit der Begründung „versteckter Mangel“ versuchen. Ein fehlendes Teil aber nach zwei Monaten zu reklamieren - noch dazu, nachdem der ganze Sums ausgepackt und aufgestellt wurde, ohne dass man etwas bemerkt hat - wird nichts bringen.