Dies ist die Fortsetzung einer Diskussion, (http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarticl… ) die im entsprechenden Brett off-topic geworden ist. Ich finde sie dennoch interessant und lenke mal um.
Salü Stefan
Hallo, Paul 
[…]
Danach kam der pauschale Ratschlag, es in Rich Text Format (RTF)
zu speichern. Da dieses Format immer wieder pauschal als
„sicher“ in der Relation zu den typischen Risiken des DOC (MS
Word Datei) genannt wird, widerlegte ich diese Behauptung
Es ging mir nicht um Kritik an Deinem Beitrag. Mein Ziel war eher ein allgemeineres.
2.1 MS - XML?
Der Link zum Heise Artikel den du zitierst
http://www.heise.de/newsticker/data/hps-23.01.04-000/
erwähnt sogar, dass XML ein offener Standard ist. Und immer sein
wird.
Zumindest so sicher wie der HTML / XHMTL Standard dem W3C
Gremimum gehört. Wie die Personen des W3C Gremiums zu Microsoft
stehen, bzw. wie sich die Zusammensetzung seit der Gründung
verändert hat, ist ein anderes Thema.
Wie Microsoft Standards einfach langsam durch Elefantengewicht so verbiegt, daß es genau einem Hersteller nutzt, ist sicher hinreichend bekannt. Das soll jetzt aber keine Ermunterung an Microsoft sein, sich erst garnicht an Standards zu halten. Man sollte nur genau überprüfen, ob das, was in Redmond als „Standard“ gepriesen wird, auch tatsächlich einer ist. (Preisausschreiben: Wer bekommt die meisten Standards aus dem Hause Microsoft zusammen, die nicht mutieren?)
Wie weit die Errungenschaften, die Microsoft in seinem
Patentantrag beschreibt, andere Office-Programme vom Gebrauch
des Formats XML abhalten, werden wohl die Patentanwälte klären
müssen. Immerhin gilt die Sprache XML allgemein als offener
Standard und darf an sich keinen Anspruch zu Lizenzforderungen
begründen. Die Sprache WordML, Microsofts XML-Abart zum Kodieren
von Dokumenteneigenschaften, dürfte aber nach einer
Patenterteilung als Speicherformat fremder Anwendungen tabu
sein.
Mittlerweile könnte ich mir fast vorstellen, daß Unternehmen existiere, die die Entwickler von OpenOffice nicht im regen stehen lassen, wen Microsoft gegen die klagt. Aus dem Privatvermögen wird die Open Source Community wohl kaum gegen den reichsten Mann der Welt prozessieren wollen. Wie das bei Programmen wie Gnumeric, AbiWord und anderen aussehen mag, will ich mir nicht ausmalen.
Das primäre Problem ist aber, daß jeder Murx patentierbar wird, insbesondere dann, wenn man über einen soliden finanziellen Background verfügt.
:aufrüsten, ist ja sowieso bunter…). Die Idee, daß XML
:irgendwie ein standardisiertes und offenes Format ist,
:schwirrt ja allgemein in den Köpfen herum, offiziell wird
:Microsoft das auch nicht anders darstellen. Hintenrum wird
:aber versucht, andere durch Patente aus dem zukünfigen Format
:der Office-Anwendungen auszusperren:
:http://www.heise.de/newsticker/data/hps-23.01.04-000/
Danke für Deine Überlegungen zu den Konsequenzen im XML-Format
zu speichern. Ich muss allerdings sagen, die die Microsoft in
den letzten
6 Jahren zunehmend kooperativ verhalten hat:
-Das DOC-Format hat sich seit Word 8 (Word 97) nicht mehr
verändert
Das kann ich nicht überprüfen, immerhin gibt es keine Spezifikation. Oder?
[…]
Natürlich öfters weil der Druck von aussen kam. Es ist eine
Firma und will seine Einnahmen optimieren. Genauso wie alle
anderen Firmen auf der Welt. (Wirtschafts-) Ethik ist halt immer
noch wie die Rocklänge bei der Frau: Was (noch) anständig ist,
bestimmt der Zeitgeist und die Anwälte.
Eben. Das schöne an dieser Welt ist, daß man sie mitgestalten kann. Man kann sich überlegen, wie weit man eine Firmenpolitik mittragen will. Ich habe kein Problem, wenn jemandfür eine Leistung Geld gaben will. Wenn aber gehörig Energie (letztlich dann auch meine eigene) darauf verschwendet wird, mich an das Produkt zu binden, so daß nicht die Qualität des Produktes den Ausschlag gibt, es weiterzuverwenden, sondern die „Sachzwänge“ (sprich: Inkompatibilitäten), dann pfeife ich auf sowas.
Das sind Methoden, die im Hamburger Bahnhofsviertel Profit versprechen, aber nicht bei mir.
[…]
:- Benutzt Word, wenn ihr mit den fortwährenden Abstürzen leben
:könnt.
–> schnapp
Seit MS-Word eine 32 Bit Applikation ist, hatte ich so gut wie
keine Probleme. Ich habe nie mit Win 9.x. gearbeitet, vermutlich
daher kenne ich keine Abstürze.
Wenn ich mir die Word-FAQ so ansehe, bekomme ich Magendrücken. Auf Arbeit hängt Word immer mal 20 Sekunden(Win XP). Und stabilere Anwendungen habe ich auch schon gesehen…
[…]
:- Benutzt Word, wenn ihr glaubt, Monopole, gegen die die
:Bundespost ein Waisenknabe war, seinen irgendwie völlig
:unproblematisch.
–> schnapp
Jetzt wirds aber philosophisch und polemisch. Ja, ja das Böse
lauert überall. „Kartelle und Monopole“ haben den Konsumenten
i.d.R. nur interessiert, wenn er realisierte das er zuviel
zahlt…
Ja. Und das tut er bereits jetzt.
:- Benutzt Word, wenn Eure Daten nach 2 Jahren nichts mehr wert
:sind und es ohnehin egal ist, daß man sie dann wegen einer
ateiformatänderung nicht mehr gut geöffnet bekommt.
Die Beziehung von Text und Layout sind doch sehr komplex. In der
Spannweite einer Aktennotiz zu einem literarischen Text.
Ja. Und?
Der Verlust der Daten in der digitalen Welt ist zunehmend ein
anerkanntes kulturelles Problem. Entstanden durch das stürmische
Voranschreiten der (Software-) Technik sowie die explosive
Vervielfachung an Daten.
Ja. Es ist ein Problem. Man muß es aber nicht mutwillig vergrößern.
Word Dateien öffnen?
Wo bleibt das Beispiel?
Ich habe wirklich gerade keine alten Word-Dateien zur Hand. Und Problemberichte kann ich zugegebenermassen nicht aus erster Hand geben.
Meine Beispiele:
-MS Word 6 Format ist bald 10 Jahre alt.
Für Dateien dieses Format gibt es: 1. Viewer (kostenlos) 2. auf
allen!
32 Bit MS OS "Wordpad.exe (kostenlos). 3. Konkurrenzprodukte
(Star / Open Offcie). Dito. für Word 7.
- Word 8 DOC Format ist seiTher unverändert. D.h. ich kann es
mit allen nachfolgenden Office Versionen lesen.
Das Problem ist, daß es keine dokumentierten Formate sind. Es gibt einen Haufen geduldige Leute, die herausgefunden haben, wie man Word-Dateien lesen kann, aber verläßliche Informationen aus erster Hand gibt es nicht. Mag sein, daß man dadurch in der Tat auch in Zukunft noch die Informationen aus Word-Dateien herauspulen kann, aber um verläßlich zu archivieren lege ich Wert auf eine offene und allgemein zugängliche Spezifikation des Formates.
schnipp -->
:- Benutzt Word, wenn es euch egal ist, daß ein und die selbe
:Word-datei auf einem anderen Rechner völlig anders aussieht.
–> schnapp
Textverarbeitungen sind von der Applikationsarchitektur auf das
speichern von Daten konzipiert. Für Layout Aufgaben verwendete
man DTP
Programme wie Pagemaker.
Nun, jeder Text hat ein Layout und Word scheitert meinen (spärlichen) Erfahrungen nach schon auf erbämrlich niedrigem Niveau.
Das Textverarbeitungen in den letzten
Jahren
viele und immer bessere DTP Feature erhielten, nicht zuletzt
weil „Design“ uns immer penetranter in den Alltag verfolgt, ist
eine Enwicklung. Ändert somit nichts an der Idee von
Textverarbeitungsprogrammen und den damit verbundenen Grenzen.
Das, was als Vorteil gemeinhin gepriesen Wird ist WYSIWYG. Wenn aber die Seitenumbrüche von Rechner zu Rechner unterschiedlich sind, die Abbildungen munter umherspringen, kann davon nicht wirklich die Rede sein…
Wenn man die ersten HTML - Dokumente anschaut und man die
Tabelllen / Null Byte Gifs Konstrukte der letzten Jahre
vergleicht, so sieht man dieselbe Entwicklung. Daher auch XHTML
/ CSS.
Diesen Text den ich nun seit einiger Zeit tippe ist nur
Information.
Ja.
Das Layout ist nicht Teil dieser Information und
kann in jeder Form verändert werden, die die Aufnahme der
Informationen erleichtert.
Das ist korrekt. Leider verändert Word das Layout aber nach anderen Gesichtspunkten, etwa wie dem Druckertreiber.
Erleichtert wird der Lesefluß aber von anderen Dingen: gleichmäßiges Textgrau, keine Zwischenraumsprünge, sinnvolle Zeilenbreite und -abstände. Du solltest Dich mal mit Typographie befassen, das ist wirklich ein interessantes Gebiet. Und eben auch ein komplexes. Und nein, das ist kein esotherischer Hokuspokus, die Resultate sehen deutlich anders und besser aus.
Im Brett Textverarbeitung habe ich kürzlich eine geschützte PDF-Datei gepostet. Ich kann sie Dir gerne in ungeschützter Form zukommen lassen und als Nur-Text. Dann druckst Du sie einmal als LaTeX-Resultat aus und einmal, nachdem Du den Nur-Text" in Word bearbeitet hat. Und dann legst Du mal beide Seiten nebeneinander und entschiedest spontan, was gutes und was schlechtes Textaussehen ist. Und Du fragst irgendjemanden, der die Vorgeschichte nicht kennt und nicht weiß, welches Dokument mit welchem Programm erstellt wurde.
schnipp -->
:- Benutzt Word, wenn es Euch egal ist, daß mit Word
:geshriebene Texte die Ästhetik eines sterbenden Schafes
:ausstrahlen, wenn Euch guter Textsatz egal ist.
Als Informatiker - wenn auch nur ein halber (Wirtschafts - / PC
Informaikter) - fühle ich mich in Fragen der Ästhetik unwohl. Zu
relativ und Zeit bedingt.
Um so wichtiger kann es sein, diese Ästhetik den Experten zu überlassen, indem man sie es zum Beispiel in das Programm einbauen läßt.
[…]
Die Privatanwender und Mitarbeiter in den Firmen die ich kenne
sind zufrieden, wenn sie ihre Texte schnell und möglichst
fehlerfrei erstellen können. Das seit Word 6 das ausgedruckte
Dokument in 99% der Alltagsfälle mit dem Bildschirm
übereinstimmt, ist auch ein Punkt der Zufriedenheit.
Siehe oben. Es kommt darauf an, auf welchem Bildschirm man das Dokument betrachtet.
Das man die
Dokumente organisieren (Zentraldokumente, Hyperlinks,
Dokumenteneigenschaften,etc. ) kann, ist bei vielschreibern auch
eine „gefreute“ Sache.
Ich habe den Verdacht, daß das nicht Word-Exklusiv ist.
[…]
:- Benutzt Word, wenn Ihr in neuen Versionen kein Problem mit
:dem DRM habt. Wenn es Euch nichts ausmacht, daß bei jedem
:öffnen eines Dokumentes eine Nachfrage an einen zentralen
:Server gestellt wird. Wenn es Euch nichts ausmacht, bei
:Störugen dieses Servers oder der Verbindung dorthin eben die
:geplanten Arbeitsschritte auf „später“ z verschieben.
Schon wieder wirfst Du so viele verschiedene Dinge in einen
Topf.
„Digital Right Management“ (DRM) besonders in Hinsicht auf das
kommende „Longhorn“ ist ein „politisches“, bzw. juristisches
Thema.
Die Entscheidung für oder gegen ein Produkt kann durchaus eine politische sein.
Auch da ist mein erster Kritikpunkt die Apathie und
Bequemlichkeit zu vieler Menschen. Wo blieb der Protest, als
sich die EU das permanent verfügbare Hintertürchen zu allen
Mailprovidern sicherte? Das der Abbau der Grundrechte auch in
(West-) Europa vorangetrieben wird, lässt sich z.B. hier
ersehen:
http://www.bigbrotherawards.ch/2004/
http://www.bigbrotherawards.de/
Womit Du in der Tat schon auf einen Ort des Protestes hingewiesen hast
Ich bin mit dem Abbau der Grundrechte auch nicht zufrieden. (Wann habe ich eigentlich zum letzten Mal Werbung für GnuPG gemacht?). Fahrzeugerfassung, Passagierdatenübermittlung, Aufbau von Gen-Banken ist ein ganz sensibles und wichtiges Thema.
:- Benutzt Word, wenn es Euch nicht stört, daß Word nicht nur
:einen ganzen Haufen Sicherheitslücken aufreißt, sondern auch
:immer wieder die Privatsphäre der Benutzer verletzt.
Word „reisst“ keine Sicherheitslücken auf.
Word hat Scripting-Funktionen, die sich nicht sicher abschalten lassen oder ließen. Eine Textverarbeitung, die mir „einfach so“ meine Festplatte formatieren kann, hat IMHO ein ganz, ganz großes Problem.
[…]
Im übrigen sprichst Du doch von den Benutzern, die über mobile
Telephone statt Festnetze telefonieren,
Da sehe ich kein nennenswert erhöhtes Risiko.
die über Kreditkarten
alles bezahlen, „Customer Relationship Managemnt“ (CRM) System
mit ihren Kundenkarten für 1% Rabatte füttern, mit aktivierten
Laufwerksfreigaben und ohne Firewall surfen, etc. ?
Zu der Firewall sag ich mal nichts. Klar. Jeder bekommt die Privatshäre, die er verdient. „Benutzt Word“ habe ich mehrfach gesagt. Benutzt es, wenn Euch das alles nicht stört.
[…]
:Wer Word nutzt, wird eingesperrt. Auf Windows. Auf ein mehr
:und mehr undefiniertes Format, welches zudem patentrechtlich
:geschützt ist.
Wer Word nutzt ist nicht auf Windows beschränkt. Diese Ausage
ist falsch. Zweitens ist sie auch inhaltlich falsch. Mögliche
Beschränkungen werden durch Dateiformate und nicht durch
Applikationen bestimmt.
Wenn eine Applikation die einzige erhältliche Definition eines Dateiformates ausmacht, kommt es eher auf die Applikation an…
„patentrechtlich geschützt“? D.h. ich sollte bei meiner
Stereoanlage „Dolby“ ausschalten, da es patentrechlich geschützt
ist?
Nein. Die Lizenzgebühren sind bezahlt. Wenn Du aber anderen mit Dolby vorbespielte Kassetten gibst, zwingst Du sie, ebenfalls Dolby zu besitzen (und zu finanzieren). Dabei war Dolby klanglich ohnehin ziemlich umstritten. (Jaja, heute nutzt man das nicht mehr. Und ich speichere meine Klänge im Wav-Format von Microsoft (sic!).
Falls Du damit auf den Heise Artikel und XML in Office 2003
anspielst, so bist du ein wenig zu früh. Das Patent wurde ja
(IMHO) noch nicht erteilt. Und wie der Artikel schreibt, ist XML
ein offenens Format.
Hoffen wir, daß es so bleibt. Dennoch: die tatsache, daß XML standardisiert ist, bedeutet nicht, daß die von Word (oder jeder beliebigen anderen Anwendung erzeugten) XML-Dateien universell lesbar wären.
:Wer Zeit zum Herumweinen hat, hat Zeit zum Wechsel. Zum
:Wechsel auf ein definiertes Format, auf ein Format, welches
:auch in 20 Jahren noch lesbar und benutzbar sein wird. Wollt
:ihr euch wirklich einsperren lassen?
Da merkt man wieder was für ein Zeithorizont Unix hat. Seit 40
Jahren legen die Jungs (sorry Mädels) Schicht um Schicht auf
ihren Kernel, noch immer meisseln sie den Code in Stein (äh mit
C) und selbst heute wo sie das „klickibunti“ Interface auf den
VW-Unixen (Linux) eingeführt haben, gehts einfach noch immer
nicht so richig vom Platz.
Huch? Deine Smiley-Taste klemmt 
Als MS 1993 NT einführte (Version 3.1) beherschte Novell fast
90% der Lanserver (ohne flams und polemiken der unix gang). 4
Jahre später hat
NT diese Phalanx massiv aufgebrochen. 10 Jahre später muss sich
Novell zum 2. Mal Unix in die Arme werfen.
Ich wüsste kaum jemanden, der ernstlich behauptet, die Verbreitung von Microsoft läge an der hervorragenden Qualität der Software und nicht an raffinierten Schachzügen im Marketing…
Gruß,
Sebastian
ateiformatänderung nicht mehr gut geöffnet bekommt.