Sohn bekommt Stromschlag in der Schule

Am Freitag hat mein Sohn es tatsächlich irgendwie hinbekommen einen Stromschlag im Klassenraum zu bekommen und er lag zur Beobachtung in der Klinik, ansonsten ging es ihm soweit gut.

Der Unfall ereignete sich während einer Freistunde, wo die Kinder sich sozusagen selbst überlassen sind. Im Klassenraum sind mehrere Steckdosen kaputt und bei einigen fehlt die Abdeckung. Meinen Sohn hat das natürlich nicht davon abgehalten dort sein Handy aufzuladen. Er hat es ja schon oft dort aufgeladen und es war nie was passiert…

Der Klassenraum ist mit einem Fehlerstromschalter ausgestattet. Dieser hat auch nach einer kurzen Zeit abgeschaltet wie es sich gehört. Trotzdem hat man ein riesiges Theater drum gemacht und gleich einen Krankenwagen gerufen. Ist das überhaupt nötig gewesen, oder war es übertrieben?

Sollte man trotz FI zum Arzt?

Hallo,

das Gemeine am Wechselstrom ist die Tatsache, dass er zu Herzkammerflimmern führen kann. Dabei geraten die einzelnen Muskeln des Herzens „aus dem Takt“. Das muss man nicht sofort bemerken. Und daran stirbt man auch nicht in den nächsten 10 Sekunden. Auch nicht unbedingt in den nächsten 10 Minuten. Aber vielleicht in den nächsten 10 Stunden.

Aus dem Grunde sollte man sich, so man einen Stromschlag bekommen hat, in eine Klinik bringen lassen. Dort wird unter Umständen in regelmäßigen Abständen Blut abgenommen. Aber auf jeden Fall wird ein EKG durchgeführt, um Kammerflimmern ausschließen zu können.

Ich persönlich finde es richtig und verantwortungsbewusst, dass die Schule den Jungen ins Krankenhaus hat bringen lassen.

Grüße
Pierre

P.S.: es gibt die Anekdote, dass der Elektriker den Hundertsten Stromschlag bekam. Wie immer geht er nicht zu Arzt. Abends fühlt er sich ein wenig schlapp und schläft auf der Couch ein - das letzte Mal …

4 Like

Lieber Tom.
Strom ist eine üble Sache, da können ewentuelleSchäden erst später auftreten. Also ist eine Untersuchung und Beobachten kein Spass, sonder eine notwendige Sicherheitsmaßnahme.
Was allerdings sehr befremdlich ist, ist , daß die Schule so einen miserablen Zustand duldet. Dat könnte für einen Rechtsanwalt ein gefundenes Fressen sein…
Sch

3 Like

Moin,

das finde ich ehrlich gesagt unverantwortlich!

Trotzdem hat man ein riesiges Theater drum gemacht und gleich einen Krankenwagen gerufen.

Das hingegen nicht.
Das Schulpersonal kann die Folgen eines Stromschlags, FI hin oder her, doch überhaupt nicht abschätzen. Drum finde ich das nur konsequent.
Noch konsequenter fände ich es, wenn der Raum gesperrt würde und erst nach der Freigabe durch einen Elektriker wieder zugänglich gemacht würde.

VG
J~

7 Like

Ebenso befremdlich finde ich, dass Klassen-/Schul-/Elternsprecher das dulden.
Lehrer müssen sich zu jedem Elternabend Gott weiß war für hanebüchene Ideen und Forderungen anhören, aber keiner kommt drauf, dass eine kaputte Steckdose lebensgefährlich sein kann? :confused:
Für ein paar neue Abdeckungen wird ja keine europaweite Ausschreibung nötig sein, oder? :nochconfuseder:

Gruß,

Kannitverstan

4 Like

@Kannitverstan
ich gebe Dir in allem recht, außer

Nun, sowas kostet schon Geld und über 10000 Euro biste da ratzfatz los und da ist „mal eben den Kollegen am Ort beauftragen“ je nach Richtlinien nicht möglich… Und über diese Summe kommste schnell, wenn das nicht nur in diesem einen Klassenzimmer ein paar Abdeckungen sind…

Aber selbst wenn man hinkriegen würde, stellt sich mir die bange Frage: hat die Schule dafür ein Budget? Denn solche Abdeckungen von Steckdosen gehen ja nicht „einfach mal so“ lose, da gehört ja schon ein bissle mechanische Einwirkung dazu, mit der man nicht so unbedingt rechnen muss. Vermutlich ist der Verursacher nicht zu ermitteln, so dass das die Schule schon selber zahlen muss.

Nichtsdestotrotzdem, und das wurde ja schon mehrfach erwähnt, ist natürlich „wir lassen das so wie’s ist“ die dümmste aller Ideen der Schule. Zunächst könnte man die betroffenen Steckdosen ja auch einfach stromlos machen (dann können die Damen und Herren Schüler halt mal ne Weile keine Handys laden) und man kann sich in Ruhe um Kohle und Elektriker kümmern…

1 Like

Javohlja, verdammichdoch. Ausführung in Gold 750 und an jeder Steckdose eine eingravierte persönliche Widmung. Der Bischof Tebartz-van Elst lässt grüßen.
Oder muss erst ein Gutachten erstellt werden, damit der Hausmeister einen Handschlag machen darf?

3 Like

Du hast ja soooo Recht. Weisst Du, was sich der Elektriker von Welt aktuell für so nen Quatsch zahlen lässt? [Nicht, dass das das Thema war, aber gut…] Ich hatte dieses Vergnügen dieser Tage…

Nun, diese Aussage lässt darauf schließen, dass Deine Fachgebiete anderswo liegen. Vermutlich kann der Hausmeister sowas auch machen (die meisten können das). Aber wenn er das macht, dann haftet er persönlich, falls doch was schiefgeht (und Hausmeister sind Menschen so wie wir alle und als solche machen die Fehler). Also kann er das, aber er sollte tunlichst die Pfoten davon lassen.

Ob das sinnvoll ist? Ich glaube es nicht, aber so sind nunmal die Richtlinien (glaub mir, ich hab das grad durch…). Und jetzt stell Dir mal vor, der Sohnemann aus der eigentlichen Fragestellung wäre nicht zu seinem großen Ärger 24 h „sinnlos“ im Krankenhaus gewesen sondern säße fortan sabbernd im Rollstuhl? Was glaubste, wie schnell man dann nach dem „Gutachten“ fragt?

2 Like

Hallo, geht es noch? Wo und für was soll er haften???
Also, entweder haste keine Ahnung, daß die Abdeckung nichts mit dem Strom an sich zu tun hat, sondern nur der Sicherheit dient, oder es ist tatsächlich schon so weit, daß in Deutschland 2 Semester Studium notwendig sind, um mit dem Schraubenzieher ein Schräubchen reindrehen zu können…dürfen…
Armes Handwerk.

2 Like

Jetzt hör mal zu. Ich habe diese Sache mit der Haftung auch nicht eingeführt, da darfste mich nicht für anpflaumen. Danke.
Und hätte die Abdeckung nix mitm Strom zu tun, dann wäre der arme Junge nicht jetzt im Krankenhaus (oder auch schon wieder daheim).

Die helfen Dir nichtmal, glaub mir… Du brauchst den Elektriker mit den richtigen Zetteln und der richtigen Versicherung. [Und nein, da sind wir uns allem Tonfall zuwider ja einig. Das ist Schwachfug, aber so isses nunmal]

Na, so wie sich manche Handwerker so geben, scheint „arm“ nicht der richtige Ausdruck zu sein :wink: Aber DAS geht nun wirklich off Topic…

1 Like

Verwarnung [MOD]

@schorsch0506
@Frau_Jana_Boemer

ähm ihr beiden. Für globale Plaudereien gibt’s das Plauderbrett. Bitte, danke. Sonst kommt der Löschfinger und dass will doch keiner.

J~ [MOD]

2 Like

Ist denn sicher, dass die das vor diesem Ereignis zur Kenntnis genommen haben?
Also, ich kann mich nicht daran erinnern, dass bei Elternversammlungen irgendjemand die Steckdosen überprüft oder auch nur darauf geachtet hätte, und es ist auch nicht gesagt, dass irgendein Schüler das seinen Eltern erzählt hat. - Jetzt natürlich schon, aber vorher?

1 Like

hi,

da du dich offenbar auskennst, erläutere bitte kurz, warum die reine Abdeckung bereits so brisant ist, dass ein Elektriker bzw. geschultes Personal nötig ist.
Das ist in sofern interessant, weil dann jeder Maler nen kleinen Schein haben müsste, um die Abdeckung von Schaltern und Dosen zu entfernen und wieder zu montieren.

Also abgesehen davon, dass ich denke du übertreibst maßlos, wäre die Antwort hilfreich, solltest du recht haben.
Ich ziehe bisher die Grenze, wenn der Einsatz selbst wieder befestigt werden müsste.

grüße
lipi

1 Like

Weil das Kind nen Stromschlag bekommen hat?
Ergänzung „Nur beim Laden vom Handy“
Noch ne Ergänzung (die Editierfunktion ist genial)

Mehrere. Kaputt. Nicht „hier fehlt ne Abdeckung, die jeder mal fix eben anschließen kann“.

Und nein, im Umgang mit Strom bin ich spießig, sorry. Grad mit Kindern. Und mit Hausmeistern, die ggf. privat haften müssen.

1 Like

hi,

Ohne Abdeckung ist es durchaus denkbar an den Kontakt zu kommen, wenn man das Ladegerät auch noch maximal dämlich hält.

Kaputt ist recht weit zu fassen. Dem Text hätte ich entnommen, das fehlen der Abdeckung ist das maximum der Kaputten. Aber da hast du recht, da ist alles hinein zu interpretieren.

Bei kaputt wie: herausgerissen, hängt an den Kabeln o.ä. wäre der Hausmeister doch ohnehin schon in der Haftung (oder was genau sollte sein Job sein?)

Dann wären aber alle Beteiligten nicht mehr ganz knusper.

das ist hier üblich.

grüße
lipi

2 Like

Ich springe mal kurz ein.
Es gibt ältere Steckdosen, hauptsächlich solche, die noch Schraubklemmen haben, bei denen nach Entfernung der Abdeckung spannungsführende Teile frei berührbar sind.
Die Arbeiten daran sind genau genommen „Arbeiten unter Spannung“ und dürfen nur nach einer Zusatzschulung und nur von Fachkräften ausgeführt werden (Ausnahme: Spannungsfrei schalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit sicherstellen). Maler machen das trotzdem.
Sollte aber jemand die Abdeckung entfernen, so dass man sich elektrisieren kann, ist tatsächlich der Tatbestand des §319 StGB erfüllt. Das interessiert nur dann, wenn etwas passiert.

Halbwegs neue Steckdosen haben jedoch Steckklemmen und sind auch ohne Abdeckung „fingersicher“.

Früher war es z.B. strikt verboten, 230V Steckdosen und Telefondosen zusammenzufassen. Der Telefontechniker hätte dann nämlich die kompletten Abdeckungen entfernen müssen, um an seiner Telefondose zu arbeiten - und das Entfernen der 230V-Abdeckung war ihm verboten.

Soweit die Theorie.

In der Praxis sieht es so aus:
Steckdosen mit freiliegender Spannung hinter der Abdeckung sind uralt. Dafür gibt es keine neuen, passenden Abdeckungen. Entweder, man pfuscht da irgendwie etwas zurecht (und riskiert, dass sich Kontakte verbiegen, oder dass man einen Stecker nicht mehr tief genug einstecken kann). Oder man ersetzt die gesamte Steckdose. Dadurch wird das de facto zur Elektrikerarbeit.

4 Like

Das wiederum ist ne gute Frage. Keine Ahnung, wie das üblicherweise gehandhabt wird - ich denke, wenn ihm das auffällt, dann müsste er zumindest die Sicherung rausdrehen und dem Rektor (möglichst schriftlich) Bescheid geben, um aus der Haftung zu sein. Was dann der Rektor mit dieser Information macht, kann dem Hausmeister streng genommen egal sein (menschlich ist’s ihm das unter Umständen nicht, rechtlich aber schon…)

Ja, da hast Du Recht - ich hatte „kaputt“ durchaus als „schlimmer als dass nur ne blöde Abdeckung fehlt“ interpretiert. Kann aber auch sein, dass die einfach - warum auch immer - stromlos sind. Aber auch in dem Fall kann nicht der Hausmeister hergehen und mal fix was reparieren.

1 Like

Moin,

ohne Abdeckung gibt es keinen Berührungsschutz an den spannungsführenden Teilen! Das „Ausschalten“ der „Sicherung“ reicht IMHO auch nicht aus. Da fehlt mindestens (!) noch „gegen Wiedereinschalten sichern“ und „Spannungsfreiheit feststellen“. Aber: ich bin kein Elektriker.

Das ist in sofern interessant, weil dann jeder Maler nen kleinen Schein haben müsste, um die Abdeckung von Schaltern und Dosen zu entfernen und wieder zu montieren.

kennst du die Niederspannungsanschlussverordnung? In §13 steht wohl drin wer was darf. Laien und Maler sind da nicht aufgeführt, aber IANAL. Vielleicht antwortet hier ja noch einer :slight_smile:

VG!
J~

2 Like

ähm…,das ist merkwürdig
eigentlich sollte ein FI äusserst schnell abschalten…bei direktem Berühren von Aussenleiter und Pe hab ich da mal von 8ms gelesen. Sollte der Übergangs/Körperwiderstand so groß sein das der Auslösestrom von 21mA nicht erreicht kann es natürlich länger dauern bzw. gar nicht erfolgen. Was dann natürlich wiederum weniger Lebensgefährlich wäre.
Hat denn dein Jung eine Strommarke?

Sicher ist sicher! und dein Jung kann sicherlich nicht genau einschätzen ob er tatsächlich eine geballert bekommen hat oder nur einen Kurzschluß mit hübschem Lichtbogen verursacht hat.

elektrische Grüße

1 Like

Hallo,

für eine ganze Schule schon, aber wir reden hier doch im Moment von einem Klassenzimmer. Eine Außensteckdose habe ich neulich komplett tauschen lassen und wenn ich mich recht entsinne, waren dafür am Ende um die 70 Euro auf der Rechnung - inkl. Material. Hier geht’s aber nur um die Abdeckungen. Selbst bei einer Handvoll Steckdosen reden wir da im Grunde von nicht mehr als einer Handvoll grüner Scheine. Das geht dann auch nicht zu Lasten des Budgets für laufende Kosten der Schule (das gerne mal deutlich darunter liegt), sondern auf das Instandhaltungsbudgets des Schulträgers und das gibt das in jedem Falle her.

Gruß
C.

3 Like