Hallo,
ich habe zwei Kinder (3 und fast 5). Der knapp fünfjährige Sohn mag es selten, umarmt oder berührt zu werden, meine Tochter liebt es. Woran liegt es, daß mein Sohn im Alltag keine Umarmung mag, aber sonst beim spielen den Körperkontakt als normal empfindet?
Gruß
Michael
Hi
ich habe zwei Kinder (3 und fast 5). Der knapp fünfjährige
Sohn mag es selten, umarmt oder berührt zu werden, meine
Tochter liebt es. Woran liegt es, daß mein Sohn im Alltag
keine Umarmung mag, aber sonst beim spielen den Körperkontakt
als normal empfindet?
Ich vermute mal, daß das nicht immer so war?
Bei fast jedem Kind, das ich kenne, gab es irgendwann mal einmal eine Zeit wo Umarmungen und Berührungen gar nicht geschätzt wurden.
In diesem Alter lag das meist daran, daß viele Omas, Opas, Tanten… ständig an dem Kind „rumumarmten“.
Bei älteren Kinder ist es schlichtweg eine Weile uncool von Erwachsenen umarmt zu werden.
Gruß
Edith
Hi,
anfangs machen sich Baby darüber natürlich keinen Kopf und können auch nicht wirklich kundtun ob, wann und wo sie es mögen. So mit drei – vier Jahren fängt es aber an, dass Kinder auch Stellen haben, bei denen sie es gerne mögen und halt welche wo nicht. Dazu kommen dann wie bei uns Erwachsenen auch, Tage an denen man sich nach Streicheleinheiten sehnt und Tage wo man es nicht unbedingt mag.
Bei Kindern habe ich das eine oder andere mal schon erlebt und gehört, dass sie bei dieser Frage eher nach dem Motto Sekt oder Selters sprich ganz oder gar nicht handeln. Darum finde ich es wichtig den Faden nicht ganz abreißen zu lassen.
Als Eltern kann man etwas dagegen steuern wenn das Kind getröstet werden will, nach dem Baden eincremen oder auch mal eine kleine Massage, Spiele spielt bei denen der Körperkontakt zwangsläufig kommt.
Unser Kleiner zum Beispiel hatte eine relative kurze Phase bei dem wir uns nicht sicher waren was er wo mag. Wir haben mit ihm das ganze spielerisch aufgegriffen. Wenn er zum Beispiel Arzt spielen wollte, wir haben für so etwas im Kinderzimmer einen ausrangierten Erstehilfekasten und er der Verletzte war, durfte er sich aussuchen welchen „Krankheit“ er hatte und wo er behandelt werden wollte. Meist waren es in dieser Zeit eher die Füße und Arme als Bauch oder Rücken.
Als nächsten Schritt kann man dann auch mal gemeinsam bei Fernsehabend zusammen auf dem Sofa kuscheln oder man macht sich einen Leseabend im Ehebett.
Sicherlich ist es nichts Ungewöhnliches bei dem man Angst haben muss wenn das Kind so eine Phase hat allerdings denke ich kann man mit ein paar „Trix“ auch etwas dagegen halten damit der Faden nicht ganz abreißt.
Viele Grüße
Me
Hallo!
Den beiden anderen Beiträgen möchte ich zustimmen.
Außerdem noch dazu bemerken, dass Menschen eben sehr verschieden sind. Auch bei Erwachsenen ist die Freude an Körperkontakt sehr unterschiedlich. Meine Distanz ist da z.B. viel größer als die der meisten anderen. Ich meine, im Großen und Ganzen sollte man das einfach akzeptieren, sofern man nicht vermutet, dass irgendein ernsthaftes Problem dahintersteckt (Was man von hier aus kaum beurteilen kann).
Der andere Aspekt, der mir dazu einfiel: Vielleicht kann oder traut sich der Große einfach deutlicher „Nein“ zu sagen, wenn ihm etwas unangenehm ist. Glückwunsch dazu, es gibt ja extra Kurse und Bücher für Kinder, die das nicht können. Für mich eine Frage der Selbstsicherheit, eine Berührung zurückzuweisen, ohne Angst zu haben, dann weniger lieb gehabt zu werden. Hört sich für mich eher positiv an. Nur so ein Gedankengang.
Grüße
kernig
Hallo Michael,
kennst Du das Buch „Die fünf Sprachen der Liebe für Kinder“ von Gary Chapman & Ross Campbell?
Dort heißt es, dass es (auch natürlich noch bei Erwachsenen!) fünf Typen gibt. Der erste Typ versteht unter Liebe erhalten (und geben!!) „Ich streichle dich“, der 2.: „Ich lobe dich“, der 3.: „Ich bin ganz für dich da“, der 4.: Ich schenk dir was", der 5.: „Ich helfe dir“.
Wenn Du nun also einem Typen ein Geschenk machst, derjenige aber auf Lob steht - landet das Geschenk evtl. in der Ecke (hab ich schon erlebt).
Was bist Du für ein Typ?
Viel Spaß beim Forschen…!
Gruß, Susanne