Solaranlage, Erdwärmepumpe, Energiesparhaus

Hallo zusammen,
Wir wollen ein Zweifamilienhaus bauen in der näheren Umgebung von Köln. Angesichts der Energiepreise ist da natürlich auch der Gedanke, was können wir tun, um unsere künftigen Nebenkosten so gering wie möglich zu halten.
Das Haus wird als Kfw60-Haus ausgeführt. Zusätzliche Möglichkeiten, die uns erläutert wurden, sind eine Solaranlage sowie die Heizung über Erdwärme.
Aber - Rentiert sich das wirklich oder ist das eher eine Art Mode-Erscheinung?
Gerade bei der Erdwärme-Heizung bin ich skeptisch, da die Anschaffung ja doch sehr teuer ist und wenn ich das richtig verstanden habe, kann sie nur parallel zu einer herkömmlichen Heizung verwendet werden.
Und rentiert sich die Solaranlage auf jeden Fall oder nur dann, wenn man auch Strom ins Netz einspeist? Und woher soll man vorher wissen, wieviel Strom man erzeugt und wieviel man verbraucht und wieviel dann überhaupt noch übrig ist?
Ich wäre sehr dankbar für Eure Tipps, auch wenn Ihr vertrauenswürdige Firmen aus diesen Bereichen in der Kölner Umgebung empfehlen könnt.

Möglichkeiten, die uns erläutert wurden, sind eine Solaranlage
sowie die Heizung über Erdwärme.
Aber - Rentiert sich das wirklich oder ist das eher eine Art
Mode-Erscheinung?

Die betriebswirtschaftliche Rentabilität ist schwer vorauszusagen. Aber so, wie sich die Energiepreise entwickelt haben und noch entwicklen werden, würde ich versuchen, mit sowenig wie möglich zugekaufter Energieträger auszukommen, auch auf Kosten einer erhöhten Investition.

Gerade bei der Erdwärme-Heizung bin ich skeptisch, da die
Anschaffung ja doch sehr teuer ist und wenn ich das richtig
verstanden habe, kann sie nur parallel zu einer herkömmlichen
Heizung verwendet werden.

Das ist falsch. Die Geothermie ist autark, wenn Du sie richtig konzipierst.

Und rentiert sich die Solaranlage auf jeden Fall oder nur
dann, wenn man auch Strom ins Netz einspeist? Und woher soll

Du mußt den Strom ins Netz einspeisen, sonst lohnt sich die ganze Sache überhaupt nicht. Ich würde meine Dachfläche aber lieber für die Brauchwassererwärmung nutzen, als für die Stromerzeugung, besonders dann, wenn mehr als zwei Personen im Haushalt leben.

Hallo,

Solar = Warmwasser
Photovoltaik = Strom

Wenn Solar, dann braucht man auch Verbraucher, wie Warmwasseranschluss am Geschirrspüler oder Waschmaschine. Sonst hast du warmes Wasser und weißt nicht wohin damit.

Sparen kannst du, wenn du anstellen von Dachziegeln die Solar oder Photovoltaik Module ins Dach integrierst.

Firmen kenne ich keine, aber Referenzen sollte man sich zeigen lassen und die Verbrauchs bzw. Ertragswerte vergleichen.

Grüße

Thomas

Hallo,

Bleibt noch die Frage, wie unabhängig man vom Öl, Gas, Strom werden will. Nur für den Fall, dass dies mal ausgeht.

Grüße

Thomas

Wie schon erwähnt, arbeitet eine Erdwärmepumpe autark, ohne zusätzliche Heizung. Diese wird allenfalls für die ersten Wochen verwendet, um die Baufeuchtigkeit aus dem Haus zu bekommen. Anschl. wird die Heizpatrone ausgebaut. Wenn dir ein Handwerker was anderes sagt, dann suche dir einen Neuen.
Appropos Handwerker: Geh mal auf den Seiten der Wärmepumenhersteller (Siemens, Waterkotte, Ochsner usw). Die sind in der Regel extra von den Herstellern geschult…und damit entspr. qualifiziert.

Wenn genügend Fläche vorhanden ist, braucht man auch kein Loch zu bohren - was sehr teuer ist.

Die Kosten sind natürlich höher als bei einer Gasheizung. Aber man muß kein Hellseher sein, um vorherzusagen, daß die Energiepreise weiter steigen werden. Und bedenke auch, daß Du auch - örtlich verschieden - rd. 1300-1500 EUR sparst, weil Du keinen Gasanschluß brauchst, und nochmal rd 1000 EUR, weil Du keinen Kamin brauchst.

Über die Verbraucherzentrale NRW bekommst Du aber auch Infos. Einfach anrufen und Termin machen :smile:

Wir haben auch gerade mit dem Gedanken gespielt auf Erdwärme zu setzen. Das geologische Landesamt konnte uns genau sagen, ob das bei unserer Bodenbeschaffenheit Sinn macht - da käme aber nur eine oder mehrere Bohrungen für die Sonden in Frage - Kostenpunkt rund 25.000 Euro für die Anlage!

Viel günstiger sind die sog. Erdwärmekollektoren, die wie eine Heizspirale relativ flach in den Boden (Garten) eingegraben werden. Das lässt sich am besten nutzen über eine Fußbodenheizung, was sich bei Neubauten ja ganz gut realisieren lässt, bei Altbauten müsste man alle Fußböden rausreissen. Guck mal bei www.geothermie.de.

Am besten, Ihr lasst Euch mal von einem Energieberater beraten, das sind die, die auch die neuen Energiepässe ausstellen. Die können auch eine sehr umfangreiche Expertise machen zu Eurem Haus bzw. geplanten Haus und alle Verbesserungsmöglichkeiten aufweisen. Das lohnt bestimmt!

Solaranlage lohnt sich auch, damit könnt Ihr fast den gesamten Warmwasserbedarf decken bis in den Herbst. Und es gibt Zuschüsse bzw. günstige Kredite von der KfW (bis zu 50.000 Euro beim CO2 Programm). Photovoltaik, also Kollektoren zur Stromerzeugung, ist ne andere Geschichte, den Strom muss man in jedem Fall einspeisen, ob sich das so lohnt weiß ich nicht. (Ganz gut fand ich auch die Seite der deutschen Energie Agentur www.dena.de, da sind alle möglichen Themen von Dachisolierung bis Keller gut erklärt)

Mein Energieberater riet übrigens zu einer Pelletheizung, ist zwar auch teurer als Gas oder Öl-Brennwertkessel, würde sich seiner Meinung nach aber auch auszahlen…

Hallo Tommi,

also bei Pellets wäre ich persönlich eher vorsichtiger. Denn die Nachfrage steigt…und damit wird auch der Preis steigen.
Hinzu kommt, daß Pellets zwar CO2 neutral sind, jedoch beim Verbrennen
eine Menge Feinstaub in die Luft blasen. Und es wäre ja denkbar, daß
die Politik das in einigen Jahren auch bemerkt, und dann Auflagen für
solche Anlagen erläßt, oder Abgaben fordert…was zugegebenermassen jetzt rein spekulativ ist :smile:

Bei den Erdwäremkollektoren muß man inzw. auch nicht mehr den ganzen Garten umgraben, um diese Kollektoren zu verlegen. Da gibt´s inzw. auch Rohrschlangen, die einfach in einem Graben geschleift werden. Und die Anzahl der Schlangen, also auch der Gräben die man buddeln muß, richtet sich dann einfach nach dem Energiebedarf des Hauses.
Generell sollte aber bei einer Wärmepumpe eine Fußbodenheizung vorhanden sein. Da hast Du völlig Recht.
Ansonsten kann ich dir nur beipflichten: Gerade da ist Information alles. Energieberater oder der Verbraucherschutz sind da schonmal gute Anlaufstellen. Teilw. auch die örtl. Stromerzeuger.

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also bei Pellets wäre ich persönlich eher vorsichtiger. Denn
die Nachfrage steigt…und damit wird auch der Preis steigen.

Manni, unser Energieberater ist der Ansicht, dass Pellets bei weitem nicht so teuer werden wie Öl/Gas, was vor allem daran liegen soll, dass man die Holzschnipsel ja (anders als bei Erdöl) aus allen möglichen Ländern bestellen kann und der Rohstoff nachwächst. Da hat also keiner ein quasi-Monopol. Trotzdem hats wohl letztes Jahr oder so einen drastischen Preisanstieg gegeben (inzw. wieder auf Normalniveau gefallen), der darauf zurückzuführen sei, dass die Pellets-Hersteller wohl von der Nachfrage überrollt wurden.

Wie auch immer, ich denke, da kann niemand genau sagen, wie sich die Preise entwickeln werden. Die Grundvorausstezungen sehen aber günstiger aus als bei Gas/Öl.

Wenn machbar würde ich auch lieber auf Erdwärme setzen, das ist doch ne tolle Sache! Soll in bestimmten Gegenden auch so sehr im Trend liegen, dass die wenigen Bohrfirmen o.ä. die Preise ziemlich frei bestimmen können (= teuer!). Erdwärmenutzung könnte also auch billiger werden, wenn sich mehr Firmen darauf spezialisieren.

beste Grüße
t.

Tommi,

ich will weiß Gott niemanden die Pellets ausreden.
Ich finde, alles ist besser als Öl und Gas. Nicht
nur ökonomisch, sondern vor allem auch ökologisch.

Was das Bohren angeht, das ist in der Tat noch sehr teuer.
zwar haben die Bohrfirmen volle Auftragsbücher, aber es wird
wohl noch etwas dauern, bis die Preise spürbar sinken.
Aber es gibt ja auch die Möglichkeit, Kollektoren ca 1m
unter der Oberfläche zu verlegen. Was natürlich ein ausreichend
großes Grundstück voraus setzt…
Und da bliebe noch die Luft-Wärmepumpe. Das ist zwar die Wp
mit der schlechtesten Energiebilanz aller Wärmepumpen - aber meiner Meinung nach immer noch besser als Öl und Gas.

hallo,
für die richtige kann viel spekuliert werden. Wie da vorher schonmal
geschrieben wurde: Information ist alles. Vor allem, was den
Wirkungsgrad von Pelletsheizung anbetrifft. Da wird gerne spekuliert
von den Herstellern. Ganz wichtig: einen nehmen, der wirklich die
neueste Brennertechnologie hat. Die anderen produzieren zu viel Ruß und
Asche und sind daher sehr wartungsintendiv. Einer der besseren
Hersteller hat gerade ein Angebot, bei dem man zudem einen Festpreis
für die Pellets über mehrere Jahre bekommt. Einfach mal recherchieren.
Thema Erdwäre: Da wird wohl ein wenig was verwechselt. Dafür muss immer
gebohrt werden. Das andere ist eine Wärmepumpe.

Grüßerle
Richard

Hallo Richard,

Du, das sind alles Wärmepumpen. Egal, ob Du die Wärme aus der
Außenluft beziehst, aus dem Grundwasser oder aus dem Erdreich.
Wobei es bei letzterem halt 2 Möglichkeiten gibt: Da sind einmal diese Bohrungen, zum anderen kann man auch die Kollektoren in ca 1 m Tiefe verlegen. Dies setzt allerdings ein genügend großes Grundstück voraus.

Gruß
Manni

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Moin, moin,

Du, das sind alles Wärmepumpen. Egal, ob Du die Wärme aus der
Außenluft beziehst, aus dem Grundwasser oder aus dem Erdreich.

Nee. Natürlich gibt es diese drei von Dir genannten Wärmepumpentypen,
aber Erdwärme (oder Geothermie)hat mit den Wärmepumpen nichts zu tun.
Hier geht es wirklich darum, gaaanz tief zu bohren und die dort
verhandende Wärme nach oben zu holen.
Grüßerle
Richard

Vielen Dank für Eure Tipps!

Du meinst diese elendig tiefen Borhungen von mehreren hundert Meter oder noch mehr? Ok, das weiß ich nicht., ob das auch Wp´s sind. :smile:
Aber soviel ich weiß, läuft doch sämtliche Wärmegewinnung aus der Erde unter dem Begriff „Geothermie“…?

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