Solarheizung gegen Kellerfeuchtigkeit ?

Hallo!

In unserem Altbau-Haus habe ich vor ca. 15 Jahren den Keller von aussen gegen Feuchtigkeit isoliert.
Das hat soweit auch geklappt, ist eigentlich alles trocken.

Nur, ein Raum, in der kältesten Ecke, wo niemals Sonne hinkommt, ist noch bischen feucht.
Vermutlich, weil da ein Waschbecken drin ist, die Waschmaschine - Wäschetrockner steht,
und wa wird immer bischen gematscht…
Einen Bodenablauf gibt es dort auch noch.

Das sieht so aus, dass da an den Wänden, unten, es etwas feucht ist, soweit, dass auf dem Kalkputz unten dukle Flecke sind.

Wie man einen Keller lüftet, weiss ich.

Nun, meine Idee:

Wenn ich mir einen Solar-Kollektor kaufe, und damit im Sommer (wenn ich kaum lüften kann, und die Heizung abgestellt ist) mit einem Heizkörper den Raum erwärme,
ist das sinnvoll?
Die baulichen Gegebenheiten würden das mit verkraftbaren Aufwand zulassen.

Bitte mal paar Meinungen dazu.

Grüße, Steffen!

Hallo Steffen, ich finde das keine so gute Idee und erst recht keine Lösung. Man soll die Symptome behandeln und nicht die Krankheit.
Nimm die Schaufel in die Hand und grabe Außen und innen ab, bis Du die Undichtigkeiten gefunden hast. Das ist die sicherste und beste Lösung und keine Bastelei wie von Dir beschrieben.
Gruß Wolfgang

Hallo Steffen,

ich sehe hier einen typischen Kondensatausfall durch Taupunktunterschreitung.
Diesem Problem kannst du nur durch Lüften begegnen.
Und zwar dann, wenn es draussen trockner ist als drinnen.
Zugegeben, das ist gerade im Sommer nicht immer ganz einfach;
aber auch nicht unmöglich.
Z.B. mit Hilfe von einem einfachen Hygrometer und ggf. einer
Umrechnungstabelle (rel. Feuchte -> abs. Feuchte).
Oder mit einer automatischen Kellerlüftung.

Zu Deinem Vorhaben:
Wenn Du die Temperatur in besagtem Raum erhöhst,
steigt auch die Aufnahmefähigkeit der Luft für das Medium Wasser.
Dein Problem wird sich also bei gleichem Lüftungsverhalten noch
verstärken.

Hier hast Du mal die Möglichkeit, die klimatischen Verhältnisse in
Deinem Keller nachzuvollziehen.
http://www.wettermail.de/wetter/feuchte.html

Beispiel mit angenommenen Werten:
Raumlufttemperatur : 18°C
rel. Luftfeuchte : 75%
ergibt:
Taupunkttemperatur : 13,5°C
abs. Luftfeuchte : 11,5 g/m³

Das bedeutet, dass ab einer Bauteil-Temperatur von unter 13,5°C
mit Kondensatausfall zu rechnen ist!

Gruß
Jürgen

Hallo,

Man soll die Symptome behandeln und nicht die
Krankheit.

und diesen Satz meinst Du so, wie er dasteht?

Gruß, Niels

Hallo Jürgen!

ich sehe hier einen typischen Kondensatausfall durch
Taupunktunterschreitung.

Das ist auch meine Vermutung.

Diesem Problem kannst du nur durch Lüften begegnen.
Und zwar dann, wenn es draussen trockner ist als drinnen.
Zugegeben, das ist gerade im Sommer nicht immer ganz einfach;
aber auch nicht unmöglich.

Na,da muss ich mir wohl mal die verlinkte Tabelle reinziehen.

Z.B. mit Hilfe von einem einfachen Hygrometer und ggf. einer
Umrechnungstabelle (rel. Feuchte -> abs. Feuchte).
Oder mit einer automatischen Kellerlüftung.

Zu Deinem Vorhaben:
Wenn Du die Temperatur in besagtem Raum erhöhst,
steigt auch die Aufnahmefähigkeit der Luft für das Medium
Wasser.
Dein Problem wird sich also bei gleichem Lüftungsverhalten
noch
verstärken.

Ich dachte eigentlich, den Keller zu erwärmen, damit die Luft tagsüber viel Feuchtigkeit aufnimmt,
um die Feucht-warme Luft dann nachts durch kalte trockene Luft auszutauschen.

Hier hast Du mal die Möglichkeit, die klimatischen
Verhältnisse in
Deinem Keller nachzuvollziehen.
http://www.wettermail.de/wetter/feuchte.html

Beispiel mit angenommenen Werten:
Raumlufttemperatur : 18°C
rel. Luftfeuchte : 75%
ergibt:
Taupunkttemperatur : 13,5°C
abs. Luftfeuchte : 11,5 g/m³

Das bedeutet, dass ab einer Bauteil-Temperatur von unter
13,5°C
mit Kondensatausfall zu rechnen ist!

Also so schlecht liegen Deine angenommenen Werte garnicht,
ich habe vorhin mal gemessen:

Lufttemperatur im Keller: 17°
Luftfeuchte im Keller: 76%
Mit einem Pyrometer hab ich mal die kalten Ecken gemessen,
da ist die Oberflächentemperatur 13 - 15°
Ich sehe, Du weisst, was Du schreibst.

Nun, ich bekomme morgen eine neue Waschmaschine,
hab gesehen, dass die alte immer etwas Wasser verloren hat.
Mit dem Abluft-Wäschtrockner muss ich mich auch noch beschäftigen, weil da die Abluftleitung immer mal rausrutscht, das muss ich irgendwie zuverlässig dicht bekommen.
Das sind ja auch solche Sachen, die Feuchtigkeit in den Keller hineinbringen.

Ich bin aber zumindest froh und dankbar für das Rechenbeispiel, dass die Feuchtigkeit durch Taupunktunterschreitung stammen KÖNNTE.
Ich habe nämlich keine Lust, diese Bude wie vor 15 Jahren nochmal auszugraben und zu isolieren.

Vielen Dank für Deine Antwort!

Grüße, Steffen!

Hallo Steffen,

Ich dachte eigentlich, den Keller zu erwärmen, damit die Luft
tagsüber viel Feuchtigkeit aufnimmt,
um die Feucht-warme Luft dann nachts durch kalte trockene Luft
auszutauschen.

Eigentlich beschreibst Du das Prinzip der Enfeuchtung durch Lüftung.
Aber unkontrolliert ausgeführt, schadest Du Deinem Gemäuer nur!
Da sich der Feuchtegehalt der Luft während der gedachten Erwärmungs-
phase relativ schnell erhöht und die Taupunkttemperatur an den
Bauteilen über einen längeren Zeitraum eher stabil bleibt,
wird ein erhöhter Feuchte-Ertrag zu beobachten sein!
Das Ganze funktioniert also nur, wenn es geregelt wird. Und wenn es einer
Regelung bedarf, kannst Du auf eine zusätzliche Erwärmung verzichten!

Mein Tipp:
Wenn Du Geld in die Hand nehmen willst, investiere eher in eine kontrollierte Kellerlüftung!
Diese misst gleichzeitig Feuchte und Temperatur sowohl innen als auch aussen.
Die Regelung rechnet die erfassten Werte in die absolute Feuchte um
und vergleicht ständig zwischen innen und aussen.
Erst wenn es draussen trockener als drinnen ist, wird auch gelüftet.
Durch parametrierbare Pausenzeiten wird der Luft die Möglichkeit
gegeben, vor dem nächsten Lüftungszyklus wieder Feuchte aufzunehmen.

Die Lüftung kann auf verschiedenste Arten ausgeführt werden.
Z.B. über Lüfter, Fensteröffner, Zu-/Abluftventile,
elektr. betriebene Lichtkuppeln, und, und, und…

Alle Ausführungen und Möglichkeiten zu nennen würde hier aber zu weit führen.

Gruß
Jürgen