Hallo Ali
Ich bin mir nicht sicher, ob man den Ertrag bzw. eine Dimensionierung auf diesen Weg sinnvoll berechnen kann, den selbst die besten Metro Daten sind nur statistische Wahrscheinlichkeiten. Außerdem sind diese Daten kostenpflichtig für Private (zumindest in Österreich). Ich habe 1993 für meine 50m² Anlage mit 20.000L Speicher die Klimadaten für meinen Bereich bei der Zentral Meteorologischen Anstalt angefragt und habe sie auch bekommen für damals noch 2.500 ÖS umgerechnet ca. 85 € mit Inflation und Wertanpassung heute sicher min. 130 €.
PS.: Firmen erhalten in Österreich diese Daten übrigens Gratis.
Ich habe sie auch gekauft und es hat sich im Nachhinein als völlig unnötige Investition herausgestellt.
Wenn es nur um die Dimensionierung geht, bist du besser dran zuerst den Bedarf zu erheben und danach mit diesen „Hardwaredaten“ in ein professionelles Berechnungsprogramm gehst, wo du die Ertragshochrechnung zwar nicht siehst, diese aber darin einfließen. zB.: wären das mal auf die schnelle
T_SOL
F_CHART
GETSOLAR
SMILE
Eine Übersicht über diese Programme findest Du bei
http://www.volker-quaschning.de/downloads/thermsim99…
Auch gibt es „öffentliche“ Stellen zur Information zB.: in Deutschland
http://www.solar-berechnung.de
Trotzdem sollte man immer wissen was man will bzw. was man braucht, aber auch dabei nicht vergessen, was man platzmäßig dann auch „unterbringt“!!
Also als Mindestanforderung gilt um eine Warmwasserversorgung vom früh bis in den Spätsommer mit ca 80-85% zu erhalten, bei einer idealen Ausrichtung nach Süden und min. 43° Dachneigung:
Pro Person 1m² Vakuum, 1,5 m² Tinox oder 2 m² Schwarz Chrom.
Als Faustregel gilt für TINOX Absorber (das sind diese blau glänzenden Absorber) 70L Speicherfolumen pro m² Kollektorfläche als Mindestanforderung egal ob Puffer- oder WW-Speicher.
Ales darunter ist ein stiller Brüter alles darüber verlängert nur die Ertragsdauer.
Im Sommer ist der Ertrag sicher kein Problem, abgesehen von manchmal vorkommenden Sonne losen Zeiten aber in den Wintermonaten ist er nur zeitweise vorhanden und selbst das ist Anlagen und bedarfsabhängig.
Auch hat einen starken Einfluss auf den Wirkungsgrad der Anlage, die Methode der Wärmeübertragung und die Regelung.
Aufwendiger aber am effizientesten sind zB.: Anlagen mit externem Plattenwärmetauscher und Drehzahlregelung der Pumpen.
Einfacher, aber mit einem schlechteren Wirkungsgrad sind Anlagen mit Rohrwärmetauscher die sogenannten Solarspeicher.
Ich würde Dir folgende Vorgansweise für die Entscheidungs- bzw. Dimensionierungsfindung empfehlen.
Also zuerst legt man fest welchen WW Bedarf man hat entweder durch heranziehen des derzeitigen Verbrauches oder durch die Anzahl der Personen die im Haushalt einen WW-Bedarf haben. zB.:
2 Personen = 3 m² >> 210l WW-Speicher das liefert den benötigten Solarertrag am Wasserhahn.
Das ganze x 1,5 um die Übertragungsverluste zu kompensieren = 4,5 m² und 315L WW Speicher.
Oder
Bei 3 Personen 4,5m² und 315l Speicher x 1,5 = 6,75m² und 472,5L Speicher.
Wenn Du jetzt durch die Dachlandschaft schaust, wirst Du feststellen, dass der Großteil der montierten Anlagen in der Auslegung zwischen 3-5 Solarpaneele liegen ( die Standardgröße liegt meistens 1,2-1,35 m² NETTOFLÄCHE).
Auch ist es immer sehr Hilfreich Anlagenbetreiber zu fragen wie zufrieden Sie sind, und was Sie wieder und was Sie NICHT wieder machen würden.
Glaube mir alle Besitzer zeigen es gerne her was sie haben. Und die, die es lautstark verweigern sind meistens die Anlagen, die von vorne bis hinten totale Fehlkonstruktionen sind.
Erfrage dabei auch die Eckdaten (Orietierung, Dachneigung, m² Absorber, Speichervolumen, aber auch die Art des Wärmetauschers und der Regelung). Das Ganze ist zwar jetzt keine wissenschaftliche Abhandlung über die Berechnung eines (wahrscheinlichen)Anlagenertrages mehr, aber sicher nicht ungenauer.
Hoffe Dir damit weiterhelfen zu können.
mfg Christian