Guten Tag allerseits,
das Thema Heizen mit Sonne beschäftigt mich seit einiger Zeit und
ich habe mich auch schon ein wenig eingelesen. Dabei sind Widersprüche
und Fragen aufgetaucht, die bis jetzt noch nicht geklärt werden konnten:
Die Hersteller von sog. Röhrenkollektoren hauen einerseits damit auf
die Sahne, dass sie behaupten, die Dinger ließen sich ohne weiteres
mit Wasser betreiben, so dass der teure Wartungswechsel der
Frostschutzsuppe entfällt. Andererseits habe ich gelesen, dass eben
auch Röhrenkollektoren genau mit diesem Frostschutz zu befüllen
sind.
Was stimmt denn jetzt ? Wasser oder Frostschutz ?
In welchem Intervall muss denn die Trägerflüssigkeit getauscht
werden?
Wenn es denn Frostschutz ist, wohin damit ? Muss ich dafür den
Extramüllentsorger kommen lassen ?
Was ist denn von der generellen Einlassung zu halten, wonach
der bessere Wirkungsgrad von Röhrenkollektoren gegenüber den
Flachkollektoren durch den höheren Gestehungspreis bei einer
Effizienzrechnung auf 20 Jahre nach heutigen Bedingungen in etwa
ausgeglichen wird ?
Hat jemand praktische Erfahrungen mit Röhrenkollektoren ?
Wie sehen denn die Dinger nach ein paar Jahren auf dem Dach aus ?
Kommt da noch ein Sonnenstrahl durch (große Oberfläche,
Blätterfang, Verschmutzung) oder muss man alle zwei drei Jahre
aufs Dach krabbeln und alles saubermachen ?
Das waren ziemlich viele Fragen und ich kann nicht erwarten, dass sich
jemand für alle Zeit nimmt. Ich bin deswegen dankbar für jede Teilantwort und Teilmeinung und Tipps jedweder Art.
Gruß
Günther
In unseren Breiten: Frostschutz. Nachts werden die Teile nicht von der Sonne geheizt und bei -10°C reicht die Restwärme nicht für eine ganze Nacht. Man könnte mit Wärme aus dem Haus nachhelfen, nur dann verliert sich der Ökogedanke.
In welchem Intervall muss denn die Trägerflüssigkeit
getauscht werden?
Jahre bis Jahrzehnte. Hängt von den Leitungen ab, aber wenn es ordentlich gemacht wurde und nix besonders vorfällt geht es sehr lange gut.
Wenn es denn Frostschutz ist, wohin damit ? Muss ich dafür
den Extramüllentsorger kommen lassen ?
In der Theorie ja.
Was ist denn von der generellen Einlassung zu halten,
wonach der bessere Wirkungsgrad von Röhrenkollektoren gegenüber
den Flachkollektoren durch den höheren Gestehungspreis bei
einer Effizienzrechnung auf 20 Jahre nach heutigen Bedingungen in
etwa ausgeglichen wird ?
Hängt vom Standort und der zur Verfügung stehenden Fläche ab.
Hat jemand praktische Erfahrungen mit Röhrenkollektoren ?
Wie sehen denn die Dinger nach ein paar Jahren auf dem Dach aus ?
Kommt da noch ein Sonnenstrahl durch (große Oberfläche,
Blätterfang, Verschmutzung) oder muss man alle zwei drei Jahre
aufs Dach krabbeln und alles saubermachen ?
Hängt auch sehr stark vom Standort ab. Wenn da Bäume in Windrichtung stehen must du oft (2-3x im Jahr) hoch. Weisen, Strassen,… usw tun nicht viel.
es gibt Drain Back Anlagen, die ohne Frostschutz auskommen. Bei diesen Anlagen läuft das Wasser in einen Ausgleichsbehälter zurück, bevor es gefrieren kann. Der Kollektor ist also nachts leer.
Niels hat ja schon gesagt, dass es DrainBack-Systeme gibt. Immer, wenn der Kollektor nicht in Betrieb ist (also z.B. nachts, aber auch im Hochsommer), fließt das Wasser in einen Vorratsbehälter im Haus zurück. Das Wasser braucht also kein Frostschutzmittel, und das Überhitzungsproblem im Sommer besteht nicht. Mit der Alternative Flachkollektor/Röhrenkollektor hat das aber nichts zu tun.
Röhrenkollektoren sind in der Regel teurer, aber effizienter. D.h. pro Quadratmeter Dachfläche können sie mehr Energie vom Dach holen. Außerdem erreichen sie höhere Temperaturen. Wenn Du also höhere Temperaturen brauchst oder Deine Dachfläche knapp ist, dann nimm Röhren. Ansonsten sind Flachkollektoren auch OK.