Soll ich Germanistik studieren?

Hallo Leute,

ich studiere zur Zeit BWL (an der FH) und werde damit in ca. einem Jahr fertig sein. Leider ist mir so nach und nach klar geworden, dass das eigentlich nicht wirklich das ist was ich will. Ich habe schon immer sehr gern gelesen und geschrieben (Hatte auch Deutsch und Englisch LK in der Schule), und mir ist so nach und nach klar geworden, dass so etwas wie Lektor oder Korrekteur eigentlich viel mehr mein Fall ist.

Dazu muss man jedoch, soweit ich weiß, Germanistik studieren. Und das ist der Knackpunkt. Ich quäle mich jetzt hier mit BWL schon seit drei Jahren durch total trockene Materie, lerne ständig nur auswendig, schreibe die Prüfung und vergesse danach alles wieder. Ich habe auf gut Deutsch gesagt die Nase voll davon, immer nur stur auswendig zu lernen, zumal ich immer sehr lange brauche ehe ich alles im Kopf habe (lerne eher langsam auswendig). Und soweit ich weiß, ist das an der Uni noch viel schlimmer als an der FH.

Deswegen wollte ich fragen, wie denn ein Germanistik-Studium so aufgebaut ist, also ob man da auch haufenweise Theorie auswendig lernen muss? Oder liest man da eher Bücher und intepretiert sie anschließend, so wie in der Schule im LK? Das wäre dann nämlich eher mein Ding.

Vielleicht studiert ja jemand von euch Germanistik oder hat es studiert und kann mir da weiter helfen?

Vielen Dank schonmal im Voraus und liebe Grüße,
Steffie

Hallo,

an beinahe jeder Uni ist ein Germanistikstudium in drei oder vier Bereiche aufgeteilt: Neuere deutsche Philologie, ältere deutsche Philologie und Sprachwissenschaft/Linguistik eigentlich immer und dazu manchmal noch ein Bereich wie Didaktik, „germanistische Anwendungsfelder“ oder so.

Das Deutsch-LK-ähliche Bücherlesen findet im ersten dieser Bereiche statt (wobei „neuere“ hier alles ab ca 1500 bedeutet). Natürlich geht es auch in diesem Bereich um Theorie, aber „Lesen und Interpretieren“ tut man zumindest dort durchaus. Unterschiede zu (meinem…) Deutsch-LK bestehen vor allem darin, dass man, wie schon gesagt wurde, nicht ein oder zwei Bücher pro Semester hat und sich ewig an denen aufhält, sondern dass es üblich ist, diese Woche das eine Buch zu besprechen, nächste Woche das nächste, übernächste Woche das übernächste und so fort.
Mit so unfundierten gefühlsmäßigen Interpretationen wie bei uns im LK teilweise üblich kann man natürlich auch nicht ankommen, sondern man sollte sich schon auch Hintergrundwissen aneignen, aber das ist ja eigentlich klar.

Hier hören die Parallelen zum Deutsch-LK schon auf, in etwa kann man sagen dass zwischen 20 und 25 Prozent eines Germanistikstudiums auf Dinge aufbauen, die man im LK gelernt hat.

In der älteren Philologie geht es größtenteils darum, dass man mittelhochdeutsch lernt und dann halt auch alte Texte versteht und in der Sprachwissenschaft…da fängt das Theorielernen an.
Hier geht man systematisch vor, man zerlegt Sätze, Wörter, Texte, Gespräche in ihre Bestandteile, analysiert sie, macht Schemata und Tabellen und stellt auch ab und an mal eine Gleichung auf. Dahinter steckt natürlich eine Menge Theorie, mit der einige Studenten schon ihre Probleme haben.
Manche sagen, es ist wie Mathe nur ohne Zahlen. Ob das nun stimmt…nix übertreiben…aber logisch denken sollte man zumindest hier schon. Vielleicht fällt dir das als BWLerin auch leichter, ich sage mal ganz selbstkritisch, dass viele Germanisten gerne damit angeben, dass sie entgegen vieler Vorurteile auch mathematisch-logische Teilbereiche haben und dabei schonmal ein bisschen dick auftragen.
Wie schwierig das objektiv ist, ist schwer zu sagen. Ich mag dieses Gebiet ganz gerne.

Grob gesagt: Ein Viertel des Studiums ist so, wie du dir das vorstellst, ein Viertel ist das komplette Gegenteil und der Rest ist wieder total anders. Das macht das Studium natürlich auch ziemlich vielseitig, wenn du Abwechslung magst, passt es also.

liebe Grüße
Sonja

PS: konkrete, detaillierte Inhalte zum Studium gibt’s bei der jeweiligen Uni bei Germanistik als Studienordnung zum runterladen

mir ist so nach und nach klar geworden, dass so etwas wie Lektor
oder Korrekteur eigentlich viel mehr mein Fall ist.

es ist ohne weiteres vorstellbar, daß ein verlag jemanden mit einem abschluß auch dann als lektor einstellt, wenn die studienrichtung nicht unbedingt germanistik war. bevor du ein neues studium beginnst und durchziehst, solltest du dich lieber mal erkundigen, welche qualifikationen zu deinem traumjob wirklich notwendig sind…

Hallo Steffi

Eine Bekannte meiner hat Germanistik studiert, aus denselben
Gruenden, die auch dich motivieren.
Begeisterung fuer das Studium ist aber nie so recht aufgekommen, da
es eben doch etwas anderes ist als schoene Buecher zu lesen und ein
paar Hausarbeiten zu schreiben. So manches verliert seinen Reiz, wenn
man beginnt, es professionell zu betreiben.
Jedenfalls bereut sie heute ihre Studienwahl. Warum?
Weil es verdammt schwer ist, damit einen Job zu finden. In ihrem Fall
bisher sogar unmoeglich. Du hast mit deinem BWL-Studium einen
Vorteil, den sie nicht hat, denn auch in der Verlagsbranche ist eine
kaufmaennische Ausbildung (oder besseres) gern gesehen.
In den Bereich Lektorat zu kommen ist schliesslich so schwer, dass
ein solcher Job einem Lottogewinn gleichkommt. Jeder Verlag hat so
1-5 Lektoren, und die sind dann auch da. Wenn einer geht,
dann rueckt der naechste wahrscheinlich aus dem Bekanntenkreis nach.

Geisteswissenschaftler werden auf dem Arbeitsmarkt sehr ausgenutzt.
Sie hangeln sich von Praktikum zu Praktikum, unbezahlt wohlgemerkt,
und koennen vielleicht irgendwann einen Volontariatsplatz fuer
300-400 EUR ergattern mit einer geringen
Uebernahmewahrscheinlichkeit.
Germanistik ist eines der Faecher, das zum ueberwiegenden Teil jene
studieren, denen nichts einfaellt, die keine besonderen Interessen
haben und auch sonst nicht gerade die Ueberflieger sind (ich bitte
alle um Entschuldigung, die sich verunglimpft fuehlen). Da es derer
viele gibt, ist die Anzahl von Germanisten, die den Arbeitsmarkt
ueberschwemmen, gross. D.h. wenn du dich irgendwo bewirbst, wirst du
hunderte Mitbewerber haben. Aber wie gesagt: BWL-Studium zusaetzlich
ist ein grosses Plus, das deine Chancen erheblich verbessert.

Ich wuerde es nicht tun, aber du bist nicht ich.

Gruss, Tychi

Hallo Steffie,

egal was Du machst, Du solltest Dein jetziges Studium zu Ende bringen.
Du kannst einem zukünftigen AG leichter „verklickern“, dass dir das Fach nicht so recht gelegen hat als dass Du einfach aufgehört hast.

Ein Abschluss und ein bewusster Neuanfang ist einfach sinnvoller und überzeugender.

Ich wünsche Dir viel Glück!

LG Volker

Hallo Steffie

und mir ist so nach und nach klar geworden, dass so etwas wie Lektor
oder Korrekteur eigentlich viel mehr mein Fall ist.

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass Du es als Korrektor
etwas einfacher hast. Du kannst Dich auf Regeln berufen!
Als Lektor musst Du Dich durch Texte quälen, die Du lieber nicht
lesen würdest, musst auf den Autoren eingehen, der seine Furzideen
grossartig findet und bist möglicherweise mitverantwortlich, wenn das
Buch kein Erfolg wird.
Wie die Jobchancen für beide Richtungen sind, kann ich schlecht
beurteilen.

Gruss
Heinz

Hallo Tychi,

Germanistik ist eines der Faecher, das zum ueberwiegenden Teil
jene
studieren, denen nichts einfaellt, die keine besonderen
Interessen
haben und auch sonst nicht gerade die Ueberflieger sind (ich
bitte
alle um Entschuldigung, die sich verunglimpft fuehlen).

Verunglimpfung ist das eine, unqualifizierte Pauschalurteile sind das andere, und für solche muss man sich traurigerweise gemeinhin nicht entschuldigen.

Den Germanisten ist nur zu wünschen, dass sich „Überflieger“ vom Studium ihres Faches fernhalten, jedenfalls, falls ich diese eigentümliche Kategorie richtig verstehe, und junge Leute, die allgemeinere Interessen haben als das besondere, mit einem trockenen Brotstudium später mehr Geld verdienen zu können - was erfahrungsgemäß dann, wenn sie fertig sind, wieder ganz anders aussehen kann - erlauben doch schönere Hoffnungen für den zukünftigen geistigen und kulturellen Zustand unserer Gesellschaft.

Frohe Grüße
harry

Hallo Tychi,

Germanistik ist eines der Faecher, das zum ueberwiegenden Teil
jene
studieren, denen nichts einfaellt, die keine besonderen
Interessen
haben und auch sonst nicht gerade die Ueberflieger sind (ich
bitte
alle um Entschuldigung, die sich verunglimpft fuehlen).

Verunglimpfung ist das eine, unqualifizierte Pauschalurteile
sind das andere, und für solche muss man sich traurigerweise
gemeinhin nicht entschuldigen.

Da ich „zum ueberwiegenden Teil“ geschrieben habe und nicht „alle“
ist die Pauschalisierung eigentlich keine solche. Sie laesst all
jenen Raum, auf die die Aussage nicht zutrifft.

Den Germanisten ist nur zu wünschen, dass sich „Überflieger“
vom Studium ihres Faches fernhalten, jedenfalls, falls ich
diese eigentümliche Kategorie richtig verstehe,

Mit Ueberflieger meine ich nicht karriereorientierte Menschen, wie du
vielleicht glaubst. Fuer diese waere Germanistik tatsaechlich
ungeeignet. Ich dachte dabei vielmehr an besonders intelligente und
besonders gebildete Menschen, eben solche, deren Verstand und
Erkenntnisdrang deutlich ueber dem Durchschnitt liegt.

Gruss, Tychi

…warum mein Thema vom Board „Sprachwissenschaften“ ins Board „Erziehungswissenschaften“ verschoben wurde, kann ich nicht so ganz nachvollziehen…

Hallo und vielen Dank für die vielen Anregungen und Tipps!

Mein Studium werde ich auf jeden Fall noch fertig machen, hab es ja in ca. einem Jahr geschafft :wink: Und danach… naja mal sehen. Nachdem was ihr hier so geschrieben habt stehen die Chancen für Germanisten eh nicht so gut, und es ist nicht unbedingt sicher, dass ich mit dem Studium auch wirklich eine Stelle als Lektor bekäme. Und ich würde das Studium ja wirklich nur für diese eine Stelle machen, und ob ich da dann auch wirklich landen würde ist wohl eher ungewiss… Und das ganze Studium machen, um danach doch letzendlich in der Wirtschaft zu landen, das will ich auch nicht, die Qualifikationen hab ich ja jetzt schon :wink:

Ich werd man schauen ob ich es irgendwie als Quereinstieg hinbekomme… vielleicht bewerbe ich mich bei einem Verlag fürs Rechnungswesen und versuche dann so nach und nach mich ins Lektoriat vorzuarbeiten :wink: Habe ja auch einen Lektor in der Schwieger-Famile (der lebt nur leider in Irland, arbeitet aber für einen deutschen Verlag), vielleicht bekomm ich da ja irgendwie was hin… :wink:

Jedenfalls vielen vielen Dank an euch alle für die vielen hilfreichen Infos :smile:

Liebe Grüße,
Steffie

Nun, den Sinn meiner Aussage kann man für gut erachten oder nicht, man kann ihn aber auch zielgerichtet verfehlen.

Ich streite mich eigentlich ungern um Wörter, das überlasse ich den Germanisten, die müssen schließlich auch für etwas gut sein.
Trotzdem: Nach meinem schlichten Wörterbuch heißt „pauschal“ nicht „alle“, sondern „im großen und ganzen“; „überfliegen“ kommt nur als Adjektiv vor, in der Bedeutung „ein Meer überfliegen“ oder „flüchtig lesen“. Substantiviert: An flüchtigen Lesern als Studenten (Die Lindberghs können kaum gemeint sein) kann die Zunft der Germanisten nicht interessiert sein.

Trotzdem verstehe ich dich nach Deiner zusammenfassenden Erwiderung besser:
Germanistikstudenten sind danach überwiegend eher einfalls- und interesselose, nicht besonders intelligente und gebildete Menschen mit nicht gerade überdurchschnittlichem Verstand und Erkenntnisdrang.

Dieses Urteil ist keineswegs ein unqualifiziertes Pauschalurteil, sondern wohl ein qualifiziertes empirisches Urteil und lässt durchaus eine geringe Anzahl an Ausnahmen zu.

Grüße
harry

Hallo Harry

Trotzdem verstehe ich dich nach Deiner zusammenfassenden
Erwiderung besser:
Germanistikstudenten sind danach überwiegend eher einfalls-
und interesselose, nicht besonders intelligente und gebildete
Menschen mit nicht gerade überdurchschnittlichem Verstand und
Erkenntnisdrang.

Dieses Urteil ist keineswegs ein unqualifiziertes
Pauschalurteil, sondern wohl ein qualifiziertes empirisches
Urteil und lässt durchaus eine geringe Anzahl an Ausnahmen zu.

*Grins* Ja, so habe ich es wohl gemeint.
Aber du hast mit deiner Ironie schon Recht: Meine Aussagen sind durch
keine sorgfaeltige Studie untermauert, sondern gruendet sich vielmehr
auf ein Vorurteil, welchem eine zu kleine Stichprobe zugrunde liegt.
Es ist durchaus moeglich, dass sogar das Gegenteil meiner Behauptung
wahr ist.
Na ja, lassen wir das. Vielleicht bin ich das naechste Mal
vorsichtiger.

Gruss, Tychi

Liebe Steffie,
ich interpretiere Dich so, dass Dir nicht wirklich klar ist, womit Du Dich unbedingt und am liebsten beschäftigen möchtest. Germanisten iwe ich vertippen sich auch und sie interpretieren ständig und immer und alles, wie Du lesen kannst.
Ist das nicht furchtbar?
Ja? OK, dann lass es.
Nein? OK, dann lies weiter (schmnzelnd)

Germanistik hat verschiedene Schwerpunkte: Literaturwissenschaft und Linguistik Sprachwissenschaft).

Die Literaturwissenschaft hat u.a. ähnlich wie in der Schule wissenschaftlich Texte zu erforschen. Es geht aber nicht mehr um die Frage: „Was will uns der Autor damit sagen?“ Diese Frage, liebe dem noch nachgehenden Deutschlehrerkollegen, befanden Künstler und Literaten schon vor 3 1/2 Jahrzehnten als dämlich (Ausnahme: apellative Texte).

Die Linguistik beschäftigt sich mit der Erforschung des Zusammenhanges zwischen Denken und Sprechen (Psycholinguistik), Sprachnorm und ihrer historischen Entwicklung, Sprachstruktur u.s.w… Das wird von manchen Menschen als etwas trockener empfunden, ist es aber nicht unbedingt.

Berufe danach hast Du schon genannt.
Du schreibst doch gern:
Hast Du schon einmal daran gedacht, die Vertiefungsrichtung Journalistik zu studieren? Wenn Du das mit BWL verbindest, könntest Du vielleicht einmal diesen dämlichen Stern-Kolumnisten ablösen, der sich -wie ich- immer und überall ungefragt zu Wort meldet (grins).

Ironie? Die Verbindung aus Germanistik mit Philosophie macht auch riesig Spaß. Ironie ist eine Ansammlung unterschiedlicher Denkhaltungen (Sokrates, Frühromantik …)

Spaß soll die Beschäftigung machen.
Welche Beschäftigung Dir Freude macht, kann Dir niemand raten:
Das musst Du allein herausfinden.

Herzlichst
Tischler Ole Welzel
(Die Verbindung von Technik und Germanistik ist auch spannend,
ach ja, und Schülerquäler (Lehrer) kannst Du mit Germanistik auch werden.)

Hallo Steffie,

guck mal hier zu Germanist http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/resultList.d…
Mach das Gleiche auch mit BWL. Mit BWL eröffnet man sich doch ein sehr breites Beschäftigungsfeld. Vielleicht ist doch etwas dabei, das dir Spaß machen könnte (Personalwirtschaft z.B. ist etwas ganz anderes als Controlling). Studium und Berufstätigkeit sind zwei verschiedene Dinge. Sehr oft braucht man das Meiste, was man gelernt hat nie unmittelbar im Beruf.

Gruß
Otto

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo steffie…

ich studiere zwar nicht germanistik, oder BWL. Aber ich kann dir einen Ratschlag weitergeben, den ich von sämtlichen professoren gekriegt hab, mit denen ich geredet hab (da ich einst vor einem ähnlichen Problem stand) und der glaube ich sehr gut ist: mach das was dir am meisten SPASS macht…

Im Endeffekt lernen Akademiker alle dasselbe: Wie man an Probleme systematisch herangeht und sie löst. Das (gesetzlich) festgeschriebene Ziel der Universitäten ist nicht die Vorbereitung der Studenten auf das spätere Berufsleben, sondern sie schlichtweg zu „gebildeten“ Menschen zu machen.

Die Frage ist jetzt: willst du diese Arbeitsmethoden in einem Fach lernen, daß garantiert keinen spass macht (wie BWL, und niemand hier soll mir erzählen, er würde BWL studieren, weil es sein Traum ist, und er schon immer BWL machen wollte…). Oder willst du lieber etwas tun, was dir spass macht, wofür du dich interessierst und deswegen möglicherweise auch von allein bessere Noten schreibst :smile:?

Jemand der „gut“ ist und eine akademische Ausbildung genißene konnte wird einen Arbeitsplatz finden, den er mag. Aber jemand der die Sachen nur studiert, weil er glaubt es „machen zu müssen“, vergeudet im schlimmsten Fall mehrere Jahre an zeugs, daß ihn nicht im geringsten interessiert, schöpft sein potential nicht aus, etc… kurz gesagt: er vergeudet tatsächlich 5 Jahre seines Lebens.
Meine Kritik an BWL studenten ist, daß sie leider allzuoft genau diee Ratschläge nicht beherzigen :wink:. Viele bemerken das leider immer erst hinterher.
Wenn einem etwas Spass macht, dann ist man auch bereit sehr viel mehr als nur schnödes halbjährliches Auswendiglernen in Kauf zu nehmen. Dann arbeitet man freiwillig. und es macht auch noch spass :smiley:. Trotdzem, würde ich dir jetzt, da du schon 3 Jahre dabei bist empfehlen dein Studium noch zu beenden (wirst später mal stolz sein, wenn du die restlichen 1 Jahre duchgezogen hast)… kannst ja nebenher bereits mit germanistik anfangen…

Lieber Tom, Du hast es auf den Punkt gebracht.
Das ist der Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung.

Das gleiche gilt auch für den Unterschied zwischen Beruf und Job.

Hi!

Mal unabhägig von den Fächern:
Viel wurde schon geschrieben über Fachliches und Inhaltliches. Da mir hierzu der Einblick fehlt, enthalte ich mich dazu.
Aber: ich bin der Meinung, du solltest bei deiner Entscheidung berücksichtigen, dass du mit BWL eine universitäre Ausbildung abgeschlossen haben wirst. Willst du ein weiteres Fach studieren, solltest du mindestens mal daran gedacht haben: Zweitstudiengebühren und Finanzierung …
Ausserdem ebenfalls nur als Anregung zum Nachdenken: Zeit - für ein weiteres Studium brauchst du ja auch noch mal grob 5 Jahre. Passt das in deine Gesamt-Lebensplanung (soweit vorhanden)?

Prinzipiell muss ich mich anderen hier anschließen - tu das, was dir Spaß macht! Und verlier’ dabei dein Ziel und den Realitätsbezug nicht ganz aus den Augen!

Viele Grüße von einem Studenten, der sich am Anfang überhaupt nicht sicher war, ob er sich für das richtige Studium entschieden hat und nun feststellt, dass er mehr und mehr Spaß daran hat …
peherr

Hallo Steffie,

Voraussetzung für eine Stelle als Lektor oder Korrektor
ist nicht unbedingt ein Germanistik-Studium.
Aber unbedingte Voraussetzung für diese beiden Jobs ist
eine absolut einwandfreie Rechtschreibung sowie ein sehr
sicherer Umgang mit der Zeichensetzung.
Wenn Du also im ersten Absatz Deiner Nachricht die beiden
Zeichensetzungs- und den einen Rechtschreibfehler findest,
könnte das etwas werden :wink:
Vielfach muss man zwischen alter und neuer Rechtschreibung
kurzerhand umschalten können - das macht es nicht unbedingt
leichter.
Während in früheren Zeiten Korrektur und Lektorat auf dem
Papier stattfanden, ist inzwischen ein professioneller
Umgang mit entsprechender Software ebenso Voraussetzung.

Während der Korrektor „nur“ Texte korrigiert, muss der
Lektor zudem die Auswahl der zu veröffentlichenden Texte
treffen und auch die Kosten stets im Blick behalten.

Wenn Du Dir zunächst ein Bild von den Jobs machen möchtest,
arbeitest Du während Deines BWL-Studiums als Korrektorin.
Um als solche in einem Verlag oder einem anderen Betrieb
genommen zu werden, genügt zumeist eine fehlerfreie
Bewerbung mit nachfolgender Probekorrektur (diese findet
normalerweise auf Papier statt, die Korrekturzeichen
musst Du beherrschen).

In der Belletristik sind die Jobs im Lektorat allerdings
wirklich schwer zu bekommen. Anders sieht es aus, wenn
Du in Richtung technischer Text oder betriebswissenschaftlicher
Text schaust. Mit Deinem BWL-Studium würde sich ein
Fachverlag für BWL-Bücher oder -zeitschriften anbieten.
Da Du zudem gerne schreibst, kannst Du auch in einer
solchen Zeitschrift bzw. einem Online-Magazin versuchen,
eigene Artikel unterzubringen.
Quereinsteiger sind in diesen Bereichen häufig anzutreffen.

Wenn Du einfach mal ausprobieren möchtest, ob es als
Korrektorin klappen könnte, schicke mir eine Mail.
Ich sende Dir einen kurzen Probetext, den Du korrigieren
und mir zurückfaxen kannst.

Viele Grüße

Tanja
(techn. Redakteurin, die das Germanistik-Studium kurz vor
Schluss abgebrochen hat)