Hallo Ralph,
ich habe etwas verwechselt. Ich hatte Deine Antwort versehentlich Fritz zugeordnet. Also Fritz, entschuldige wahrlich.
Hallo Boris,
es gelten auch in der Finanzbranche ein paar Gesetze.
Die sind nicht so gleichmäßig und in jedem Einzelfall zwingend
folgend wie bei physikalischen Naturgesetzen - aber über viele
Ereignisse „gemittelt“ sind sie einfach da.
Natürlich ist das bei den Finanzen auch so. Was Du einmal
richtig entschieden hast, da rüttle nicht dran. Es war schon
richtig. Packe alles in ein Depot (Gebührensparen!) und dann
schau nicht mehr hin bis du was brauchen wirst.
Und keine unnützen Gebühren verursachen. Wenn Du
nichts änderst, dann machst Du auch nichts falsch.
Da ist ne ganze Menge Wahres dran.
So, wie Du es schreibst, nehme ich an, Du hast meine Beiträge
zum Thema „passives Investment“ rausgekramt.
Natürlich muß ich alle paar Jahre überprüfen, ob mein
Grund-Konzept noch stimmt, ob sich da nicht dramatisch was
geändert hat.
Wenn ich einen Vergleichsindex als Benchmark/Meßlatte nehme,
dann ist das Verhalten aller x-tausend Fonds und Millionen
Privatanleger nur eine Streuung um diesen Benchmark.
Dummerweise kann ich hier nicht im vorhinein in gut/schlecht
unterscheiden.
Ich bin also am besten beraten, einen Fonds bzw. eine
Anlageart zu wählen, die bei gleicher Rendite-Erwartung die
niedrigeren Kosten hat, nagt nämlich an MEINER Performance.
Bei gleicher Renditeerwartung. Wie wahr.
Und ich würde mich nicht von den Verkäufern verrückt machen
lassen, dieses Jahr Fonds XY zu kaufen und 3 Jahre später
unter Zahlung neuer Ausgabeaufschläge in Fonds YZ umzusatteln,
weil der ja der kommende Renner ist.
Würde ich auch nicht.
Zum Thema gute/schlechte Fonds der Zukunft noch eine Analogie,
die für mich verblüffend ist:
Glücksspiel/Casino: Es ist SOOOOOO einfach, eine Glückssträhne
im nachhinein zu identifizieren. Jeder Depp kann das.
Komischerweise glauben viele, daß dieser Glückliche auch in
Zukunft Vorteile genießt. Schwachsinn. Und aus dem Grund, daß
Menschen denken, Glückssträhnen/die guten Zahlen hervorsagen
zu können, ist Las Vegas gebaut worden. Gleiches gilt für die
guten Aktien/ die guten Fonds.
Der Ansatz muß stimmig sein, und ich muß ihn konsequent
durchziehen.
Konsequent. Wenn Du auf einem Pferd sitzt und das bricht sich ein Bein, dann kannst Du warten, bis es genesen ist. Pflege es liebevoll, es wird irgendwann genesen und es Dir dann danken. Konsequent.
Oder Du besteigst derweil ein anderes um zum Ziel zu kommen. Auch wenn es noch einmal etwas kostet. Inkonsequent.
Nicht alle paar Jahre meine Meinung ändern.
Sonst wandert das Geld nämlich im wesentlichen in die Hände
der Fondsgesellschaften, Vermittler, Broker.
Ja die Vermittler. Ich meine aber Berater. Da steht der Kundennutzen im Vordergrund.
Und ich bleibe dabei: 10% p.a. mit einem Mix aus Geld, Immo,
Renten, Aktien und Hedgefonds zu versprechen (oder auch nur
anzupeilen), ist purer Schwindel.
Das die ersten drei keine 10% bringen, wissen wir.
Bleiben also nur Aktien und der vermeintliche
Überflieger/Heilsbringer Hedgefonds.
Falls Du auf die Hedgefonds anspielst, laß Dir gesagt sein:
Ich lasse mir Vieles sagen…
Untersuchungen haben ergeben, daß Hedgefonds IM MITTEL nicht
mehr erwirtschaften als Aktienfonds.
IM MITTEL, Du hast Recht.
Erstens, weil Hedge
horrende Gebühren kosten,
ich meine immer die Nettorendite für den Investor.
zweitens (oft unbeachtet) weil man
für eine seriöse Durchschnitts-Angabe der Rendite eines
Hedgefonds auch die Fonds einbeziehen muß, die
Totalverlust/Schiffbruch erleiden.
Es gibt mittlerweile mehrere anerkannte Hedgefonds-Indizes.
Dieser „survivorship bias“ wird oft „vergessen“.
Welcher „Hedgefonds“, der hier in Deutschland dem Publikum zugänglich war, ist denn verlustig gegangen???
Hab ich gar etwas verpaßt?
Es gibt Alternative Investments, die mehr als 10 und auch mehr als 20 Jahre am Markt sind. Ob das in Deinen Augen Hedgefonds sind, das will ich nicht beurteilen.
Die Investments die ich meine, die bringen über so lange Zeiträume nahezu konstant zwischen 10 und 20 % Ertrag, nicht seit gestern und nicht durch eine theoretische Rückrechnung in die Vergangenheit. In der Praxis. Und wenn die Gesamtsumme nicht zu gering ist, dann wird gestreut.
Mein ganz persönlicher Anlagemix bringt mir, und das nicht seit gestern oder theoretisch, sondern ganz praktisch, im Monat regelmäßig 1%. In guten Monaten sind es auch schon mal 3%. Von Extremen ganz abgesehen. Meinen realen Kunden ergeht es ebenso. Derzeit auch noch steuerfrei.
Und gute Alternative haben auch nicht die Volatilität von Aktienfonds.
Warum soll Fritz die 10% nicht bekommen können?
Ach so ja, weil alles über 10% unseriös ist, unanständig, gefährlich, Schwindel… SEELENVERKÄUFER.
Viele gute Unternehmen erzielen Eigenkapitalrenditen von 20, 30 und 40%. Alles Ganoven?
Die von mir zitierten Renditen bei Anlagen sind keine Zinsen, sie sind Ertrag aus Handelstätigkeit, aus unternehmerischer Tätigkeit.
Es gibt noch eine Antwort auf das Original-Posting - keine
Angst.
Nein, hab ich nicht.
Gruesse,
Ralf