Ein Vorschlag…
Erstmal danke für deine Antwort. Es geht aber wirklich nicht
um mich. Aber ich kenne eine person, die sich regelmäßig
selbst verletzt. ich weiß, dass sie Hilfe braucht, aber sie
meint es wäre alles nicht so schlimm. Seit einiger Zeit ist
ihr oft schwindelig und übel. Als ich ihr sagte, sie solle mal
zum Arzt gehen, meinte sie, dass sie das nicht könnte, weil
dieser sicherlich ihren Blutdruck messen würde und dann ihre
Wunden sieht. Deßhalb traut sie sich nicht zum Arzt. Ich weiß,
es ist wahrscheinlich etwas unfair von mir, aber ich hatte
gehofft, dass es vielleicht mehr bewirken würde, wenn ihr ein
Arzt sagt, dass sie Hilfe braucht als wenn ich es dauernd tue,
verstehst du? Denn von allein würde sie diesen Schritt wohl
nie gehen.
Ja, verstehe ich. Es ist leider oft so, dass Menschen, die Selbstverletzer sind, den Ernst der Lage herunterspielen. Vielleicht gehört dies auch zum Krankheitsbild, ich weiß es nicht, bin kein Psychologe. Sie haben gelernt, mit ihren Problemen auf ihre Art umzugehen, auch wenn sie mitunter auch ahnen, dass dies nicht der richtige Weg ist. Aber wer will das festlegen…
Aber sie haben auch einen sehr wachen Blick dafür, dass sie bei einer Therapie SELBST aktiv werden müssen. Und da habe ich erlebt, wie panisch sie dann werden und vor allem, welche Kraft sie dann entfalten können. Leider nicht für sich selbst sondern gegen sich.
Ich kenne die betreffende Person nicht. Was meinst Du, Tina, würde es was bringen, wenn Du mal folgenden Versuch machst? Sollte sie eine Krankheit haben, die Schwindel und Übelkeit bringt, dann kann es bei einer Nichtbehandlung zu einer Verschlimmerung kommen. Dies solltest Du aber nur andeuten, denn es mag sein, dass diese Person keine Angst vor dem Tod hat, ja, ihn vielleicht annehmen will.
Aber man könnte wie folgt argumentieren: Wenn sie jetzt zum Arzt geht, so kann sie ihm klar begegnen, wenn er sie auf SVV anspricht. Stellt sich hingegen eine Verschlimmerung ein, so kann es geschehen, dass sie nicht die volle bewusste Möglichkeit dazu hat und somit über sie bestimmt wird. Geht so zwar nicht ganz in deutschen Landen, ist ja aber auch nicht der Zielpunkt.
Und ich halte es nicht für unfair, dass Du Dir Gedanken machst und Wege suchst, dieser Person zu helfen. Aber eines solltest Du auch bedenken: Geht diese Person auf Dein Anraten zum Arzt und kommt dann mit der Situation nicht zurecht, so kann es geschehen, dass sie Dich „verantwortlich“ macht. Und dies kann sehr weh tun…