Sollte ich zum Psychologen gehen?

Hallo liebe Forummitglieder…

mein Problem ist schon seit Jahren,dass ich mir Gedanken und Sorgen um jede kleine Sache mache. Jedem möchte Ich es recht machen und beziehe schlechte Laune oder ähnliches von anderen immer gleich auf mich und denke,ich könnte vielleicht etwas falsch gemacht haben.Dieser Gedanke lässt mich dann auch ewig nicht los,bis die „Sache“ geklärt ist. Meistens stellt sich dann im nachhinein heraus,dass es gar nicht an mir lag. Daraus lerne ich aber nicht und denke immer wieder so.Mir ist es auch wichtig,was andere Leute über mich denken,obwohl mir das in vielen Fällen total egal sein könnte.Von meinem Exfreund komm ich auch nicht wirklich weg,wenn ich es mal eine Zeit lang geschafft habe,mich nicht zu melden,treffen wir uns durch Zufall oder es entsteht auf irgendeine andere Art und Weise wieder Kontakt,der dann wieder in Stress endet. Und obwohl ich ja oft genug erfahren habe,dass es nicht geht und völliger Kontaktabbruch einfach das beste wäre,gehe ich wieder drauf ein. Wenn dann wieder Streit ist,mache ich mir wieder Gedanken,dass es nur an mir lag,entschuldige mich oft,kann keinen klaren Gedanken fassen und würde für Ihn sofort alles stehen und liegen lassen.Er kann auch sagen und machen was er will,ich versuche trotzdem weiter Frieden zu schließen… na ja das waren so grob ein paar Beispiele… ich denke mir,dass das alles nicht mehr so normal bzw. sehr grenzwertig ist. Nur woran liegt es??Habe ich nicht genug Selbstbewusstsein…Selbstwertgefühl??Sicherlich muss ich meine Einstellung ändern,aber das fällt mir extrem schwer. So richtig trau ich mich auch nicht zu einem Psychologen zu gehen,weil ich denke er könnte das vielleicht für Pille Palle halten?? Vielleicht könnt ihr mir ja weiter helfen. Vielen Dank schon einmal im Voraus. :smile:

Hallo Mirella,
was für ein anstrengendes Leben so, nicht wahr?

Alles sehe ich genauso wie Du.

Du hast Riesen-Angst vor:
NICHT-MEHR-GELIEBT-ZU-WERDEN.
Riesen-Angst.

Ungeliebt weiter zu leben ist undenkbar.
Lebensgefährlich.

(Stimmt natürlich nicht. Völliger Quatsch.
Passiert auch nicht. Aber: pssst !
Sags bloß nicht weiter an Deinen Kapitän im
Bauch, der uns leitet, ob wir wollen oder nicht.
Der würde es nämlich sowieso nicht glauben.)

Und daß ist der Punkt.

Möglichkeit 1:
Was-wäre-wenn-Spiele: Du versuchst Dir auszumalen,
was WIRKLICH passieren könnte, wenn sich alle
von Dir abwenden.
Das Ziel ist, sich klarzumachen,wie groß die Angst
ist und daß tatsächlich gar nichts passieren würde.
Geht halt mit psychologischer Anleitung WESENTLICH
effizienter.

Möglichkeit 2:
Ursachenforschung: Welche Wendungen in meiner Sozialisation haben hier das enorme Defizit erwirkt.
Oft war dieses Verhalten von einem Elterteil initiiert,
weil das Zusammenleben scheinbar so besser funktioniert.
Meine Mutter hat das mit mir gemacht:
Süße Geborgenheit und Belohnung, jedoch bei abweichendem
Verhalten subtile Strafe durch Liebesentzug.
Schau mal, wie Dein Verhältnis in früheren Tagen zu Deinen Elternteilen war (und wahrscheinlich ist).
Hier noch mehr: das läßt sich entbergen ohne psychologische Anleitung nahezu nicht.
Denn die seelische Einkrampfung bleibt, solange schmerzliches, daß nicht mehr empfunden werden soll, gut verdrängt bleibt. Schwierig, als Verdrängende die
Verdrängung aufzuheben. Dazu brauch es einen Match-Partner, der einem sanft die Steine hilft hochzuheben, unter die man alleine so schwer drunterschauen kann.
Er / Sie (vorher überlegen!) dosiert auch, daß Dich die Wucht der Aha´s nicht umhaut.

Das war jetzt etwas grob beschrieben, ich hoffe, die Zeilen erreichen Dich in irgendeiner Form.
Gute Wege, offen für Rückfragen.

Und: Psychologen haben kostenlose Vorstellungsgespräche zu gewähren (halbe Therapieeinheit = 1/2 Stunde) meines Erachtens.
So können beide sehen, ob sie ein Team bilden können.
(-> Matching)
Kein gutes Gefühl im Bauch ?
Ab zum Vorstellungsgespräch beim nächsten !
Kein gutes Gefühl, kein Therapiefortschritt.
Weil kein Vertrauen zueinander.

Grüße aus Wien,
Wolf-Christoph Müller

Hallo Mirella,
was für ein anstrengendes Leben so, nicht wahr?

Alles sehe ich genauso wie Du.

Du hast Riesen-Angst vor:
NICHT-MEHR-GELIEBT-ZU-WERDEN.
Riesen-Angst.

Ungeliebt weiter zu leben ist undenkbar.
Lebensgefährlich.

(Stimmt natürlich nicht. Völliger Quatsch.
Passiert auch nicht. Aber: pssst !
Sags bloß nicht weiter an Deinen Kapitän im
Bauch, der uns leitet, ob wir wollen oder nicht.
Der würde es nämlich sowieso nicht glauben.)

Und daß ist der Punkt.

Möglichkeit 1:
Was-wäre-wenn-Spiele: Du versuchst Dir auszumalen,
was WIRKLICH passieren könnte, wenn sich alle
von Dir abwenden.
Das Ziel ist, sich klarzumachen,wie groß die Angst
ist und daß tatsächlich gar nichts passieren würde.
Geht halt mit psychologischer Anleitung WESENTLICH
effizienter.

Möglichkeit 2:
Ursachenforschung: Welche Wendungen in meiner Sozialisation haben hier das enorme Defizit erwirkt.
Oft war dieses Verhalten von einem Elterteil initiiert,
weil es Zusammenleben scheinbar so besser funktioniert.
Meine Mutter hat das mit mir gemacht:
Süße Geborgenheit und Belohnung, jedoch bei abweichendem
Verhalten subtile Strafe durch Liebesentzug.
Schau mal, wie Dein Verhältnis in früheren Tagen zu Deinen Elternteilen war (und wahrscheinlich ist).
Hier noch mehr: das läßt sich entbergen ohne psychologische Anleitung nahezu nicht.
Denn die seelische Einkrampfung bleibt, solange schmerzliches, daß nicht mehr empfunden werden soll, gut verdrängt bleibt. Schwierig, als Verdrängende die
Verdrängung aufzuheben. Dazu brauch es einen Match-Partner, der einem sanft die Steine hilft hochzuheben, unter die man alleine so schwer drunterschauen kann.
Er / Sie (vorher überlegen!) dosiert auch, daß Dich die Wucht der Aha´s nicht umhaut.

Das war jetzt etwas grob beschrieben, ich hoffe, die Zeilen erreichen Dich in irgendeiner Form.
Gute Wege, offen für Rückfragen.

Und: Psychologen haben kostenlose Vorstellungsgespräche zu gewähren (halbe Therapieeinheit = 1/2 Stunde)meines Erachtens.
So können beide sehen, ob sie ein Team bilden können.
(-> Matching)
Kein gutes Gefühl im Bauch ?
Ab zum Vorstellungsgespräch beim nächsten !
Kein gutes Gefühl, kein Therapiefortschritt.
Weil kein Vertrauen zueinander.

Kurze Antwort:
Du denkst zu oft an´s Rechtmachen.
Das sitzt zu tief drin, um es alleine rauszubringen.

Grüße aus Wien,
Wolf-Christoph Müller

Hallo und vielen Dank für ihre Antwort. Also im Prinzip hatte Ich eine recht schöne Kindheit. Meine Eltern waren streng oder besser gesagt,liebevoll konsequent.Aber vielleicht besteht die Ursache ja wirklich in der Vergangenheit,daran habe Ich auch schon oft gedacht. Ach und dieses Vorstellungsgespräch beim Psychologen,wie kann man sich das vorstellen? ich schildere ihm mein Anliegen und er beurteilt dann die Behandlungsrelevanz??Aber wenn Ich selber schon denke,dass manches Verhalten grenzwertig ist,gibt es doch auf jeden Fall Behandlungsbedarf,oder??Ich dachte auch eventuell an eine Art Verhaltenstherapie??liebe Grüße