Sommerdepression?

Wer kennt das auch? Strahlende Tage mit blauem Himmel - und statt Freude darüber empfinde ich Unruhe, eine unbestimmte Sehnsucht und das Gefühl, nicht dazuzugehören. Natürlich ist das nicht immer so, aber sehr oft. Vor allem dann, wenn ich alleine bin oder nichts Wichtiges zu erledigen habe.

Ansonsten neige ich überhaupt nicht zu Trübsinnigkeit. Nur mit dem Sommer hab ich ein Problem, dagegen ist der Winter MEINE Zeit: „Regen draußen - Ruhe in mir“, so lautet der Titel eines Gedichts, das ich schon mit 18 verfasst habe.
Es mag unglaubhaft klingen: Wenn das Barometer fällt, lebe ich auf…

Was ist da los?
Bin ich mit dieser „Sommerdepression“ alleine?
Anke

Wer kennt das auch? Strahlende Tage mit blauem Himmel - und
statt Freude darüber empfinde ich Unruhe, eine unbestimmte
Sehnsucht und das Gefühl, nicht dazuzugehören. Natürlich ist
das nicht immer so, aber sehr oft. Vor allem dann, wenn ich
alleine bin oder nichts Wichtiges zu erledigen habe.

Hallo Anke!

Nein, mir geht es ganzganzganz genau so! Gerade dein letzter Satz spricht mir aus der Seele!!!
Für mich habe ich die Lösung gefunden
a.) mit einem schönen Buch auf den Balkon zu gehen (da sieht man zwar Menschen, muss aber nicht alle ertragen :wink:)
oder
b.) mich an solchen Tagen mit Freunden/Familie zu verabreden.

Und ich glaube, dass sind auch die Sachen, die „die anderen“ von ganz allein getan haben und deshalb nie Sommerdepressionen hatten! :smile:
Lass dich nicht unterkriegen, lg Cleo!

Hallo Anke!

Naja, die Menschen sind ganz unterschiedlich und ebenso ihre circadiane Rhytmik.

Biologisch durchaus möglich, dass Dein Rhytmus im Winter aktiver als im Sommer ist.

Allerdings kann es eben ganz unterschiedliche Erklärungen für das Phänomen geben, darunter auch psychische.

Vor allem das hier:

Wer kennt das auch? Strahlende Tage mit blauem Himmel - und
statt Freude darüber empfinde ich Unruhe, eine unbestimmte
Sehnsucht und das Gefühl, nicht dazuzugehören.

hat mich aufhorchen lassen.

Nehmen wir an, Du hättest irgendwie geartete Probleme im Umgang mit Menschen, dann wäre das Risiko Menschen oder speziellen Situationen aus dem Weg zu gehen im Sommer schwieriger:

Die Menschen sind länger wach, auf den Strassen ist mehr los, die zwischenmenschlichen Barrieren - auch in Bereichen des Anstandes - liegen niedriger.

Dieses würde Dir - falls unbewusst präsent - dann im Sommer wesentlich mehr auf Dein Gemüt drücken können als im Winter, da die Situationen häufiger und die Ausweichmöglichkeiten eingeschränkter wären.

Lieben Gruß
Patrick

Lieber Patrick,
ja, Du hast recht, ein Aspekt ist sicher der, dass ich bei schönem Wetter mehr mit der Umwelt konfrontiert werde: Ich höre, wie man so schön sagt, „Flöhe husten“, habe also ein verdammt gutes Gehör, das mir schnell zum Verhängnis wird. Ich finde es schwierig, mich vor lärmenden Nachbarn, Rasenmähern und Basketballspielern zu schützen. Und mit Ohropax im Garten - naja, hab ich aber auch schon gemacht.
Von Reinhard Mey gibt´s so ein schönes Lied, das für mich geschrieben sein könnte: „Irgendein Depp bohrt irgendwo immer…“

Aber meistens habe ich hier Ruhe - und das innere Unruhe-Gefühl ist trotzdem da.

Liebe Cleo, stimmt schon, wenn ich mich verabrede, bin ich abgelenkt - immerhin :smile:)

Viele Grüße
Anke

Wer kennt das auch? Strahlende Tage mit blauem Himmel - und
statt Freude darüber empfinde ich Unruhe, eine unbestimmte
Sehnsucht und das Gefühl, nicht dazuzugehören.

bei mir ist es eher ein gefühl leidenschaftlicher lustlosigkeit. ich merke dann, dass ich einfach mal ein tag nicht daran denken darf, irgendwas zu arbeiten.
einfach mal den tag tag sein lassen oder auch 2.

Hallo Anke,

dem Sommer hab ich ein Problem, dagegen ist der Winter MEINE
Zeit: „Regen draußen - Ruhe in mir“, so lautet der Titel eines
Gedichts, das ich schon mit 18 verfasst habe.
Es mag unglaubhaft klingen: Wenn das Barometer fällt, lebe ich

1)Blutdruck zu gering ? Eine mögliche Ursache.
2)Du versuchst (unbewußt) Dein Gedicht zu leben ?.

Nur zwei angedachte mögliche objektive „Mitursachen“.
Ansonsten sind die Ursachen von solchen geschilderten
subjektiven Befindlichkeiten meist nur spekulativ
benennbar.
Wirst eine Menge gute Ratschläge bekommen.
Gruß VIKTOR

Wer kennt das auch? Strahlende Tage mit blauem Himmel - und
statt Freude darüber empfinde ich Unruhe, eine unbestimmte
Sehnsucht und das Gefühl, nicht dazuzugehören.

Hi anke,

wollte nur noch sagen, dass ich das auch kenne, v.a. von früher her, heute ist es nicht mehr so
ausgeprägt.
Das Gefühl, nicht dazuzugehören, kommt bei mir daher, dass man in wärmeren Jahreszeiten viel
weniger Menschen allein durch die Straßen ziehen sieht, überall sind Leute mindestens zu zweit
unterwegs: im Park, im Café, beim Bummeln und Eis essen…
Auch auf Arbeit wird man davon nicht verschont: ständig sagt ein Kollege: „was für ein schönes Wetter,
ich will nicht hier drin sitzen, sondern raus.“. Als ob alle ständig tausend Verabredungen für
gemeinschaftliches Wettergenießen hätten.
Nun kann man, hat man keinen Partner, zwar ein paar Verabredungen treffen, aber dann fühlt man sich
einen halben Tag lang „zugehörig“ und schnell wieder nicht.
Zudem hat man bei gutem Wetter quasi auch gute Laune zu haben. Im Winter ist Melancholie erlaubt,
geradezu respektiert. im Sommer fehlt der „offizielle“ Grund, insofern verzeiht man es sich selbst
weniger.
Manche Menschen sind aber von Natur aus melancholischer, die haben es im Sommer etwas schwerer.
Wenn sie ohne Partner sind erst recht.
Ich selber habe für mich die warme Jahreszeit genießen gelernt, indem ich erstmal von den
Erwartungen, ich müsste jetzt zur „feiernden Meute“ dazugehören, losgelassen habe, dann von der
Erwartung, ich dürfe im Sommer keine Melancholie-Schübe haben, und schließlich habe mich nur noch
drauf beschränkt, einfach die Temperaturen und die Sonneneinstrahlung zu genießen (was einfach war,
denn ich bin eine Frostbeule). Und je weniger ich die Erwartung an mich hatte, ich *müsse* jetzt
dazugehören, desto mehr gehörte ich dann tatsächlich immer mal wieder zu einer dieser fröhlichen
Gruppen, die ich vorher immer nur neidvoll angeblickt habe. Manchmal passiert so viel von allein, wenn
man sich den Druck nimmt und sich so akzeptiert, wie man ist.

Gruß
Judy

Hi anke,

Wer kennt das auch? Strahlende Tage mit blauem Himmel - und
statt Freude darüber empfinde ich Unruhe, eine unbestimmte
Sehnsucht und das Gefühl, nicht dazuzugehören. Natürlich ist
das nicht immer so, aber sehr oft.

„Regen draußen - Ruhe in mir“, so lautet der Titel eines
Gedichts, das ich schon mit 18 verfasst habe.

Ich rede jetzt als Betroffene, bin also durchaus Experte auf diesem Gebiet. Ich kenne also Dein „Sommergefühl“… und ich habe für mich festgestellt, dass sich meine Depressionen vom Winter zum Sommer eigentlich gar nicht ändern, sie fühlen sich nur einfach anders an. Denn es ist klar: wenn es draußen düster ist, entspricht das Deinem Gefühl, deshalb ist es besser zu ertragen, steht im Gleichgewicht zwischen dem Innen und dem Außen; scheint dagegen die Sonne, blauer Himmel, alles strahlt, dann wird die Diskrepanz zum eigenen Empfinden unerträglich groß.

Mir geht es damit besser, seit ich einen Garten habe. Da ist nämlich schönes Wetter wichtig, damit sich die Pflanzen gut entwickeln können. Und so ist es heute so, dass ich mich auch über schönes Wetter freuen kann, weil es plötzlich Sinn macht und ich noch dazu eine Aufgabe habe.

Dir wünsche ich trotz Pfingstsonne einen schönen Sonntag,

Anja

Hallo,
mir gehts auch so. Fassungslos, wenn ich an einem Tag wie heute aufwache und die dicken Depressionen mich begrüßen. Die Sonne scheint, die Junx haben schon das Frühstück auf der Terrasse fertig, der Garten so schön wie nie und ich kann mich kaum aufraffen, die Zahnbürste in den Mund zu stecken…geschweige denn, einen kleinen guten Gedanken zu fassen.
Ein Besuch auf dem Flohmarkt und auf dem Strassentheaterfestival ( zu dem ich genötigt wurde) haben die Stimmung etwas verbessert, ich bin aber froh, wenn auch dieser Tag möglichst schnell zu Ende ist.

Gruß
Kosmokatze