Hallo,
Der jetzige Inhaber des Sonnenstudios meinte aber, das es
rechtlich einfach so wäre, die angefangenen
Sonnenstudio-Bräunungskarten ab Januar weiterhin für Ihn
einzulösen. Da ich aber nicht weiß, wieviel Karten in Umlauf
sind oder noch bis Ende Dezember verkauft werden, kann es doch
rechtlich nicht sein, event. monatelang ohne Einnahmen
meinerseits, die Karten einzulösen?
das ist wieder so ein klassischer Fall, in dem ich als erstes mal ein Existenzgründerseminar empfehlen möchte.
Nehmen wir folgenden Fall an: das Sonnenstudio wird als GmbH betrieben und Du kaufst die Anteile an der GmbH. Emittent der Karten wäre die GmbH gewesen und die muß natürlich auch in Zukunft diese Karten einlösen und die Leute besonnen, bis sie schwarz werden.
In so einem Fall regelt man im Kaufvertrag, wie mit dem Thema umgegangen wird. Entweder setzt man den Unternehmenswert herab oder man vereinbart zwei Raten für den Kaufpreis, wobei der zweite Teil um die kostenlosen Besonnungen gekürzt wird, oder oder oder.
Etwas anders sieht das aus, wenn es sich um eine Personengesellschaft handelt oder der bisherige Besitzer als Einzelkaufmann handelte.
Ohne ein Mindestmaß an rechtlichem und kaufmännischem Wissen kann die Veranstaltung nur als Desaster enden. Wenn es nicht die ausgegebenen Karten sind, die Dir das Genick brechen, werden es die Instandhaltungen sein, die Personalkosten oder irgendwelche Schadensersatzklagen.
Mal abgesehen davon, daß Wolfgang natürlich auch vollkommen recht hat. Sonnenstudios waren nie Goldgruben und sie sind es heute erst recht nicht mehr.
Das Wetter in diesem Sommer läßt mich mutmaßen, daß der aktuelle Besitzer verkauft, weil die letzten 2 oder 3 Jahre richtig schlecht gelaufen sind und er mit dem Rücken zur Wand steht. Interessanterweise sind nämlich schlechte Sommer auch schlechte Umsatzbringer und umgekehrt.
Dementsprechend wird es vermutlich einen Investitions- und Instandhaltungsstau geben. Das äußert sich dann in alten Röhren, verschlissenen Handtüchern und fehlenden Kopfhörern an den Liegen. Da kommen dann schnell mal ein paar Tausender zusammen.
Für wirtschaftliche Schwierigkeiten spricht auch, daß der aktuelle Besitzer diese Werbeaktion gefahren hat. Damit hat er Umsatz und Kasseneinnahmen vorgezogen, die er mutmaßlich nötig hatte.
Daß er nun (angeblich) nicht weiß, wieviele Karten bzw. Sonnenstunden im Umlauf sind, spricht entweder gegen seine Vertrauenswürdigkeit, sein kaufmännisches Geschick oder seine Buchführung - oder alles drei.
Du hast ja schon gesagt, welche Konsequenzen die Nummer mit den karten für Dich hat: gerade die Stammkunden werden bei Dir bis weit ins nächste Jahr ein- und ausgehen, ohne auch nur einen Cent dazulassen. Das Geld hat nämlich der aktuelle Besitzer eingenommen, der sich bei dem Gedanken, die Bude an Dich zu verkaufen, vor Lachen vermutlich kaum noch aufrechthalten kann.
Gruß
Christian