Sorgen

Ich hatte die letzte Woche über eine Erkältung. So wie immer (das vierte Jahr in Folge) mit einem bellenden Husten und ziemlicher Anstrengung beim Husten.

Auch dieses Mal (das 3 Jahr nun in Folge) war im Auswurf eine geringe Menge Blut mit dabei (wobei ich aber nicht weiß was denn nun aus medizinischer Sicht viel oder wenig ist. Es war so wenig, dass ich mir zunächst keine Sorgen gemacht habe).

Meine Fragen im Einzelnen: Wenn es etwas Schlimmes wäre, würde
dann der Husten abklingen und auch das abhusten des Blutes aufhören? So ist es nämlich. Nach Abklingen der Erkältung und des Hustens, nun auch kein Blut mehr. Ich habe von dem Thema halt nicht viel Ahnung. Aber meine (evtl. naive) Vorstellung ist:

Bei einer schlimmen Krankheit wäre der Husten ohne erkennbare Ursache (also keine Erkältung) und würde (sowie das Blut) nicht Abklingen. Im Gegenteil würde es eher nicht schlimmer werden? Oder sehe ich das falsch?

Ferner war ich vor 1.5 Jahren bei meinem Hausarzt wegen dieser Sache und der sagte, als ich auf das Blut zu sprechen kam. Ach, machen sie sich keine Sorgen. Bei so einem starken Hustenreiz kann da schonmal was mechanisch aufreiben, so dass Blut mit rauskommt. Ich bat dennoch um eine Überweisung zum Lungenfacharzt. Der hat dementsprechend also vor 1.5 Jahren alles mit mir gemacht. Diese Tests halt und ein Röntgenbild der Lunge. Hier meine Frage: Wenn da was ersichtlich gewesen wäre, oder der Arzt einen Verdacht gehabt hätte, hätte der doch was gesagt, oder? Im Sinne von… „das müssen wir behandeln“. Der Lungenarzt hat halt einfach nur des Ergebnis zu meinem HA gesandt und mir nur angeraten mit dem Rauchen aufzuhören. (Hintergrundinfo noch: Ich bin 27, habe mit 21 angefangen zu rauchen. Bin jetzt seit 4 Wochen weg von der Kippe).

Ich weiß, Fern-Diagnose ist selbstverständlich nicht drin. Aber vielleicht kann mir ja jemand meine Befürchtungen nehmen. Der Husten ist jetzt wieder vollständig weg und Blut kommt (auch wenn ich mit Kraft bewusst huste) auch nicht mehr.

Ich habe allerdings noch ein geringfügiges ziehen im Brustkorb. Deswegen mache ich mir halt noch gewisse Sorgen.

Und nochmal zu meinem HA möchte ich auch nicht (natürlich werde ich es bei weiteren Bedenken machen), da ich ja auch nicht will, dass der sich denkt: Ach neeee, der schon wieder.

In welchem Alter und ab welcher Raucherkarriere kommt es denn zu schlimmen Krankheiten. Gibt es da Statistiken? Ist 27 ein typisches Alter?

Mir gehts soweit ganz gut. Nicht müde. Recht fit. Kein Fieber. Nix. Aber gestern hatte ich im Bett ein Ziehen von der Herzgegend aus bis in den Rücken. Beim tiefen Einatmen. Ich vermute ja fast, dass ich jetzt auf wirklich jedes Detail achte. Aber wenn ich etwas körperlich merke, ist es ja nunmal da.

Noch etwas. Beim Husten habe ich im Sputum auch gräulich-bräunliche Verfärbungen. Dieses recht regelmäßig beim Husten. Ich dachte evtl, dass es daran liegt, dass ich geraucht habe. Aber nicht mehr Rauchende sagten mir, so etwas hätten sie nicht gehabt.

Es wäre nett, wenn mir jemand zu meinen Fragen oben etwas schreiben könnte.

Gruß

Hallo,

es ist ganz normal, das bei starkem Husten irgendwann die Bronchialschleimhaut Schaden nimmt, und einige kleine „Fädchen“ Blut beim Sputum beigemengt sind. Mit dem Rauchen hat das so direkt höchstwahrschdeinlich nichts zu tun, natürlich ist es immer gut, mit dem Rauchen aufzuhören.

Akuter Husten dauert Definitionsgemäß 8 Wochen, sollte man sich Gedanken machen und sich auf den Weg zum Spezi machen. Der muß dann rausfinden, was die Ursache ist. Neben allgemeiner Funktionsdiagnostik (Lungenfunktionstest oder besser Ganzkörperplethysmographie) gehört dann auch die Bronchoskopie zum Spektrum. Wie gesagt, wenn der Husten chronisch vorhanden ist.

Die Farbe des Sputums gibt wertvolle Hinweise auf die mögliche Ursache:

Gelb-grün: also putride, eitrig, akute bakterielle Infektion
Weiß: eher viral bedingt.
Weiß-schaumig: Hinweis für Lungenstauung bis zum Ödem
gräulich: bakterieller Infekt in Abheilung, häufig bei Lungenetzündungen.
bräunlich: am ehesten altes Blut. Kann harmlos sein, muß aber nicht.

Ursachen für chronischen Husten gibt es viele, Spekulationen werden jetzt nicht weiter helfen und nur noch mehr Unbehagen und Sorgen bereiten.

Gerne mehr bei Bedarf, dann per Mail (aufgrund der Fülle der Informationen)

Gruß

Dr. W. Evermann