Hallo,
ich hab gesehen, es gab in letzter Zeit ein paar Stränge zu Anschreiben, ich hab aber trotzdem noch ein paar Fragen.
Ich beginne gerade wieder mich zu bewerben, hatte nach meinem Studium erst mal eine befristete Stelle im Ausland bekommen und angenommen.
Meine alten Anschreiben waren nach folgendem Muster aufgebaut: 1. Einleitung, die eine Verbindung zwischen der Firma und mir und meinen Fähigkeiten herstellt (ganz grob). 2. Warum ich fachlich so toll bin + irgendwie ein Bezug zu dem, was die Firma macht(hab fast nur Initiativbewerbungen geschrieben, deswegen konnte ich auch selten auf irgendwelche Punkte einer Stellenanzeige eingehen). 3. Auslandsaufenhalt erwähnt und soft skills. 4. Was ich machen möchte, Gehaltsvorstellung, Schlussformel.
So, nun bin ich dabei, das umzuarbeiten und bin natürlich furchtbar unsicher. Ich hab vor ein paar Tagen eine Stellenanzeige gesehen, und ich finde, dass die Stelle „meine“ ist! Knüpft genau an das an, was ich die letzten eineinhalb Jahre gemacht habe, allerdings deutlich weitreichender und umfangreicher (man will sich ja schließlich auch weiterentwickeln).
Ich geh im Augenblick im Anschreiben nicht zu sehr auf meine technischen Fähigkeiten ein (das hab ich auf meiner ‚dritten Seite‘), unter Anderem deswegen, weil in der Anzeige nicht zuviele Schlagwörter stehen und sich jemand vom Personal ja nun auch nicht zu sehr mit den fachlichen Eingeweiden auskennt. In der Stellenanzeige war neben dem rein fachlichen Wissen, nach Projekterfahrung gefragt, außerdem sind mit der Stelle Aufenthalte in Asien verbunden, Englischkenntnisse sind gefragt sowie Arbeiten im interkulturellen Umfeld.
Mein bisherige Version:
Sehr geehrte Frau xxx,
vielen Dank für unser Telefonat vergangenen Dienstag.
Wie bereits erwähnt, bin ich zur Zeit als xxx bei NAME(Konkurrenz)
auf dem Gebiet xxx(genau das Thema, was in der Stellenanzeige als Abkürzung steht) beschäftigt. An meiner Arbeit interessieren mich insbesondere die xxxaspekte, weswegen mich das Stellenangebot bei NAME sofort angesprochen hat und sehr interessiert.
Meine Arbeit bei NAME(Konkurrenz) umfasst xxx für xxx sowie xxx. Mittlerweile bin ich in drei zum Großteil parallel laufenden Projekten beschäftigt. Dadurch konnte ich sehr viel über die Zusammenarbeit mit internen Partnern, Industriepartnern und Partnern an Universitäten und
Forschungseinrichtungen lernen. Die Partner sind national und
international, innereuropäisch aber auch im asiatischen Raum
beheimatet.
Charakteristisch für mich sind eine analytische und ergebnisorientierte Denkweise; ich suche nach effizienten
Lösungen und Prozessen und bin sehr begierig,
Neues zu lernen und auszuprobieren. Ich schätze Diskussionen in
einem gerne multidisziplinär ausgerichteten Team.
Mein jetziger Vertrag ist bis Ende August befristet, ich stehe
folglich ab Anfang September für eine neue Tätigkeit zur Verfügung. Über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen,
So, jetzt meine Fragen: Wie ist der Absatz mit den Partnern? Ich wollte damit die Stichworte Projekterfahrung, Asienaufenthalte, interkulturelle Arbeitsumgebung und ein bisschen die Englischkenntnisse abhaken. Ich mein, ich hab eine Menge Fähigkeiten, in meinem Bereich kommt man ohne Englisch sowieso nicht zurecht. Deswegen finde ich es lächerlich, das im Anschreiben noch zu erwähnen. Die Stellenanzeige ist nebenbei bemerkt auf englisch, und ich hatte am Telefon auch gefragt, ob die Bewerbung auf englisch geschickt werden sollte.
Ich hab keine Gehaltsvorstellung genannt. Da bin ich ein bisschen feige und muss auch noch drüber nachdenken. Ich gehe davon aus, dass sie mir nicht das zahlen wollen, was ich mir so denke, allerdings hab ich zur Zeit keine besonders gute Einschätzung. Ich verdiene im Augenblick ungefähr das, was in Deutschland als Tarif gezahlt wird. Die Firma ist jedoch einer anderen Tarifgruppe zugeordnet, und ich weiß überhaupt nicht, wie ich da eingeordnet würde. Und ich bekomme mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld 14 volle Monatsgehälter. Meine Position ist in ein europäisches Projekt eingebettet, die Gehälter sind einheitlich, weswegen ich davon ausgehe, dass die sehr genau wissen, was ich im Augenblick verdiene (weiß aber nicht, wie die Wehnachts- und Urlaubsgeld handhaben).
Ich kriege hier netto sehr viel mehr raus, hab aber auch höhere Lebenshaltungskosten (höhere Mehrwertsteuer), sehr viel höhere Miete. Sprich, ich könnte mir vorstellen, dass ich in Deutschland auch mit einem geringeren Netto-Gehalt gut bis besser zurecht käme. Außerdem klingt die Stelle echt spannend.
Wie ist das mit dem ‚ergebnisorientiert‘? Klingt das nur nach Blabla? Es soll nicht zu stromlinienförmig sein, das wäre nicht ich. Aber ich ich bin wirklich gut im Auffinden von ‚wo’s hakt, warum’s hakt‘, alternativen Lösungen usw.
Dank an alle, die soweit mitgelesen haben. Ich bin nicht nur für konkrete Hinweise zu Formulierungen dankbar, auch allgemeine Denkansätze über den prinzipiellen Aufbau etc. sind herzlich willkommen. In wieweit soll man auf die Stellenanzeige eingehen? Soll man exakt die Schlagworte nennen oder lieber Synonyme, damit es nicht so gewollt aussieht?
Wie sieht das bei Namen von Firmen aus? Ich hab zB zweimal den Namen der Firma genannt, bei der ich aktuell arbeite. Beim zweiten Mal hab ich den Namen etwas abgekürzt. Muss der volle juristische Name sein? Sprich Firma Meier GmbH & Co. KG etc. oder reicht Firma Meier? Streckenweise kann so etwas sehr lang und unübersichtlich werden.
Gruß,
foo