Hallo, liebe Hundefreunde,
jetzt habe ich noch ein 2. Anliegen, das aktuell wirklich zum Problem wird…
Heute morgen hat meine Hündin zum 2. Mal ein Reh gesichtet und ist hinterher. Da die Hündin sehr schnell ist (der Rüde würde ein paar Meter laufen und dann umkehren - wenn überhaupt), ist das Hinterherlaufen auch nicht so schnell beendet.
Als wir seinerzeit die Hunde aussuchten, war unsere Bedingung, daß die Eltern keinen Jagdtrieb haben, da wir es keinem Hund zumuten möchten nur an der Leine zu laufen und sich nicht austoben zu können… Das wurde auch in beiden Fällen zugesichert.
Das Gelände hier (dünn besiedelte Gegend, hier im Ort gibt es nicht einmal Straßennamen) ist traumhaft für Hunde - endlos weite Felder und Wiesen und - auch Wald. Das Wild ist hier so sorglos, daß es, egal zu welcher Tageszeit, auch relativ nah an die Häuser heran kommt.
Ich selbst bin mit Jagdhunden aufgewachsen und war auch dabei, wenn meine Eltern diese ausbildeten.
Bei der Hündin fiel mir sofort auf, daß sie schon als 3 Mon. alter Welpe ein absoluter „Nasen-“ bzw. Spürhund war. Wenn ich in der Whg. Suchspiele mache findet sie alles - der Rüde weiß gar nicht, was er tun soll - wenn er die Leckerchen nicht sieht und schaut er frustriert zu, wie sie die Leckerbissen einsammelt.
Insgesamt lernt sie auch viel leichter als er. Äußerlich ist er das Ebenbild eines Berners (75% Berner, 25% Rottweiler), sie ist 25% Berner, 25% Bouvier - Vater: „der große Blonde“ von nebenan, Rasse unbekannt - evtl. mit viel Leonberger oder Hovawart - genaues weiß man nicht). Sie ist sehr hoch (hinten höher), schmal, lohfarben und schw., die Decke tlw. „gestichelt“, der Kopf erinnert eher an einen Altdt. Schäferhund (schmal, langer Fang und schw. Maske), auf dem Rücken hat sie große Locken, was witzig aussieht. Jedenfalls merkt man ihr den Berner nicht an! Weder von ihrem sehr lebhaften Wesen und ihrer unermüdlichen Energie, noch von ihren Bewegungen - sie läuft leichtfüßig, fast wie ein Windhund - im Gegensatz zum Rüden, der halt „galoppelt“.
In der Regel gehorcht sie mir sehr gut, auch die Unterordnung funktioniert - solange sie kein Wild sieht.
Da sie vom Wesen eine ganz tolle ist und ich nicht möchte, daß sie bei solch einer Aktion entweder überfahren wird (da geht es über 1000 Äcker u. Wiesen - und leider auch Straßen) oder sich (absolut nachvollziehbar) eine Kugel fängt - sie aber auf der anderen Seite doch wenigstens ab und zu mal von der Leine sollte, alleine schon um mal richtig Gas geben zu können, hoffe ich sehr darauf, daß jemand uns einen guten Rat weiß. Denn sonst hieße es wohl, sie an jemand abzugeben, der sie richtig „arbeiten“ lassen kann - wie beim Grenzschutz, als Rettungshund, beim Zoll, evtl. bei einem Jäger, wozu sie durchaus Eignung hätte - denn, eines soll sie auf keinen Fall werden - zu einem wildernden Hund!!! Wenn es in erreichbarer Nähe eine Hunderennbahn gäbt, ließe ich sie dort laufen - bei ihren hervorragenden Gangarten und ihrer Geschwindigkeit. Bei dem Gedanken, sie weggeben zu müssen, blutet mir das Herz - da ich sie sehr liebe.
Was kann ich tun, um die Trennung von ihr zu vermeiden?
N.S. Seit ihrer 1. Hetzerei mache ich ihr zum Freilaufen einen Nylonmaulkorb um, mit dem sie gut hecheln kann, aber einen Wildriß unmöglich macht. Diesen toleriert sie zum Glück gut.


Durch Eigenschuld