Sowjetische Eliteeinheiten im 2. WK

Hi

Ich habe schon x Texte über den 2. Weltkrieg gelesen und kenne viele Links, aber da gibt es was, dass ich noch nirgends zugesicht bekommen habe; sowjetische Eliteeinheiten.
Als Eliteeinheit bezeichne ich speziel auserwählte und trainierte Truppen, sozusagen das Gegestück zur deutschen Waffen- SS (Leibstandarte, Wiking, ect.)

Gab solche speziellen Truppen bei den Russen?
Wenn ja, dann schickt am besten eure besten Links.

Wäre froh wenn ihr was auf Lager habt, bekam beim googlen nichts Schlaues.

Danke im Voraus

MfG Flanker

Als Eliteeinheit bezeichne ich speziel auserwählte und
trainierte Truppen, sozusagen das Gegestück zur deutschen
Waffen- SS (Leibstandarte, Wiking, ect.)

Hallo,

in wie weit waren die Truppen der Waffen-SS „speziell auserwählt und trainiert“? Was die Auswahl angeht, so wurden, gerade gegen Ende des Krieges, „Volksdeutsche“ in grossen Massen zwangsverpflichtet. Ihren eigenen rassi(sisti)schen Vorstellungen hat die Waffen-SS in dieser Hinsicht noch nicht einmal ansatzweise genügt.

Zur Ausbildung ist festzustellen, daß sie bei der Waffen-SS, vor allem zu Anfang des Krieges, deutlich schlechter war als bei der Wehrmacht, da man es aus politischen Gründen abgelehnt hatte, erfahrene Ausbilder aus der Wehrmacht anzufordern. Dementsprechend hoch waren die Verluste z.B. im Frankreichfeldzug.

Was man der Waffen-SS zu gute halten muss, war der deutlich höhere Zusammenhalt und die entschlossenere (oder soll man besser sagen „fanatischere“) Haltung im Kampf. Die militärischen Erfolge der Waffen-SS, insbesondere in Russland, resultierten nicht daraus, daß diese Soldaten irgendetwas besser machten als ihre Kameraden von der Wehrmacht, sondern daß sie gegenüber eigenen Verlusten praktisch imun waren. Da wo jede andere Einheit wegen ihrer schweren Verluste auseinandergebrochen wäre, hielt die SS weiter stand - mitunter bis zum sprichwörtlich letzten Mann. Im weitere Verlauf des Krieges kam als Plus noch hinzu, daß die Waffen-SS bei der Verteilung von neuen Waffen und von Nachschub häufig vorrangig bedient wurde.

Was die Frage nach den russischen Einheiten angeht, so kommen mir die Gardedivisionen in den Sinn. Ob, und wenn ja, worin sich die Ausbildung dieser Divisionen von den normalen sowjetischen Heereseinheiten unterschied, enzieht sich allerdings meiner Kenntnis.

Grüße,
Ralf

Hallo,
das Pendant der Waffen-SS Einheiten waren die Gardeeinheiten der russischen Armee.
A propos Waffen-SS: Weisst Du wieviel Nationalitäten in der Waffen-SS vertreten waren?
Gruss
Rainer

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Falls es bei Russen Angfang Krieges irgendwelche Eliteeinheiten gab, wurden die schon im Juni-Juli 1941 vernichtet. Irgendwelche Info über die, und auch über andere sowietische Einheiten im Juni 1941, ist fast unmöglich zu finden. Die Angaben versteckt man immer noch in den geheimen Archiwen. Der Grun dafür ist, dass die Russen es verhemlichen wollten un wollen, dass di Rote Armee im Sommer 1941 einen Angriffskrieg vorbereitet hat. Darüber hat geschrieben Viktor Suworow in seinem Buch „Eisbrecher“. Ich weiss zwar nicht, ob das Buch auf Deutsch herausgegeben worden ist (auf Russisch, auf Englisch und auf Estnisch gibt es jedenfalls). Seine Theorie ist nicht besonders populär.
Als Gardeeinheiten hat man später die Truppen bezeichnet, die sich im Kampf bewährt haben. Es war so wie eine Ehrenbezeichnung.
Es gab auch Stosseinheiten, die bessere Ausrüstung bekamen und auch zahlenmässig grösser waren. Die hat man für Durchbruch- und andere Sonderaufgaben benutzt, aber eine Elite in dem Sinne bildeten di nicht.

Taavi Urb

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi

Der Grun dafür ist, dass die Russen es verhemlichen
wollten un wollen, dass di Rote Armee im Sommer 1941 einen
Angriffskrieg vorbereitet hat.

Das ist, vorsichtig ausgedrückt, umstritten

Darüber hat geschrieben Viktor
Suworow in seinem Buch „Eisbrecher“. Ich weiss zwar nicht, ob
das Buch auf Deutsch herausgegeben worden ist (auf Russisch,
auf Englisch und auf Estnisch gibt es jedenfalls). Seine
Theorie ist nicht besonders populär.

Und auch ziemlich überzeugend wiederlegt, als letztes wohl durch Overy.
Nur ein klitzekleines Problem:
Der Schukov-Plan, der im Frühjahr 1941 aufgestellt wurde, kam ein klein wenig später als der beginn der Angriffsplanungen des Deutschen Reiches… die Begannen nämlich schon spätestens 1940. Stalin, als oberster Kriegsherr, lehnte diesen Präventivschlag ab.

Grüssle
Mike

A propos Waffen-SS: Weisst Du wieviel Nationalitäten in der
Waffen-SS vertreten waren?
Gruss
Rainer

Nein, das kann ich dir jetzt nicht genau sagen.
Ich denke aber, dass Soldaten von jedem der besetzten Ländern in der Waffen- SS waren. Es gab ja auch rein nichtdeutschte SS- Divisionen, wie zum Beispiel die Estische SS- Polizeidivision.
Auf ZDF sah ich mal eine Doku- Serie über die SS (Totenkopfverbände, Waffen- SS), dort habe gehört, dass gegen Ende des Krieges fast nur noch Nichtdeutsche in der Waffen- SS waren.

Mfg Flanker

PS: Danke für alle Antworten.

Auf ZDF sah ich mal eine Doku- Serie über die SS
(Totenkopfverbände, Waffen- SS), dort habe gehört, dass gegen
Ende des Krieges fast nur noch Nichtdeutsche in der Waffen-
SS waren.

Genau genommen waren fast ausschließlich Nichtdeutsche (was die Staatsangehörigkeit betrifft) in der Waffen-SS, da die deutschen Staatsangehörigen in der Wehrmacht wehrpflichtig waren. Ausgenommen waren davon nur die, die freiwillig in der Waffen-SS dienten. Es war der SS zwar gestattet, z.B. an Schulen in Deutschland Werbung für sich zu machen, allerdings waren die Ergebnisse eher enttäuschend, zumal der „Personalbedarf“ im Krieg enorm war - eben wegen der hohen Verluste gerade bei der Waffen-SS.

Anders sah das bei den bestetzten Gebieten aus. Hier unterlag die Bevölkerung nicht der deutschen Wehrpflicht und deswegen konnte die SS dort massenhaft „Freiwillge“ einziehen. Wobei man sich das rekrutieren von Freiwilligen unter den Volksdeutschen etwa so vorstellen musste, wie die Aushebungen unter den Zaren 100 Jahre zuvor: die brauchbaren Leute wurden zusammengetrieben und wer nicht mitmachte, wurde kurzerhand abgeknallt. Dazu kam noch ein relativ kleines Kontingent an echten Freiwilligen aus den „germanischen“ Ländern (Skandinavien - auch Schweden - und Niederlande), sowie eine recht große Gruppe an „Fremdvölkern“ (namentlich ethnische Minderheiten aus der Sowjetunion), die meistens in eignen Divisionen zusammengefasst waren.

Was die „fanatischen Ausländer der letzten Tage“ angeht, so waren in der Tat z.B. die letzten Verteidiger von Berlin niederländische SS-Leute. Aber wo sollten sie auch hin? Als Angehörige der Waffen-SS sich den Russen zu ergeben war ebensowenig eine Option wie zu desertieren und in die Heimat zurückzukehren, wo sie als Verräter galten.

viele Grüße,

Ralf

Was die „fanatischen Ausländer der letzten Tage“ angeht, so
waren in der Tat z.B. die letzten Verteidiger von Berlin
niederländische SS-Leute. Aber wo sollten sie auch hin? Als
Angehörige der Waffen-SS sich den Russen zu ergeben war
ebensowenig eine Option wie zu desertieren und in die Heimat
zurückzukehren, wo sie als Verräter galten.

Franzosen, Schweden und Dänen…!!!

in wie weit waren die Truppen der Waffen-SS „speziell
auserwählt und trainiert“? Was die Auswahl angeht, so wurden,
gerade gegen Ende des Krieges, „Volksdeutsche“ in grossen
Massen zwangsverpflichtet. Ihren eigenen rassi(sisti)schen
Vorstellungen hat die Waffen-SS in dieser Hinsicht noch nicht
einmal ansatzweise genügt.

Angehörige der Waffen-SS waren speziell auserwählt Senkung der kriterien ab ca. 42 - 43)… von 100 Bewerbern nahm man anfänglich 10… die mussten entsprechenden Standards genügen…Grösse, Gewicht, Kondition, Gesundheit usw. In der Ausbildung wurde peinlichst darauf geachtet den Soldaten in der Gesundheit zu erhalten ebenso in der Fitness. Weiterhin musste jeder Offiziersdienstgrad zuerst den Mannschaftsdienstgard durchlaufen… was den Zusammenhalt stärkte, denn jeder Offizier kannte so das Los des einfachen Soldaten. Jeder Soldat sollte „Leichtathlet“ sein. Ein Manöver 1938 bestätigte den HOHERN Ausbildungsstand der Truppe. Schweiss spart Blut

Zur Ausbildung ist festzustellen, daß sie bei der Waffen-SS,
vor allem zu Anfang des Krieges, deutlich schlechter war als
bei der Wehrmacht, da man es aus politischen Gründen abgelehnt
hatte, erfahrene Ausbilder aus der Wehrmacht anzufordern.
Dementsprechend hoch waren die Verluste z.B. im
Frankreichfeldzug.

Was ist mit Paul Hausser… Wehrmachtsoffizier und Vater der Waffen-SS ???
Felix Steiner trat im Dezember 1933 aus der Reichswehr aus und trat 1935 der VT bei…

Was man der Waffen-SS zu gute halten muss, war der deutlich
höhere Zusammenhalt und die entschlossenere (oder soll man
besser sagen „fanatischere“) Haltung im Kampf. Die
militärischen Erfolge der Waffen-SS, insbesondere in Russland,
resultierten nicht daraus, daß diese Soldaten irgendetwas
besser machten als ihre Kameraden von der Wehrmacht, sondern
daß sie gegenüber eigenen Verlusten praktisch imun waren. Da
wo jede andere Einheit wegen ihrer schweren Verluste
auseinandergebrochen wäre, hielt die SS weiter stand -
mitunter bis zum sprichwörtlich letzten Mann. Im weitere
Verlauf des Krieges kam als Plus noch hinzu, daß die Waffen-SS
bei der Verteilung von neuen Waffen und von Nachschub häufig
vorrangig bedient wurde.

Dies hat zum Einen auch damit zu tun… das es eine eigene SS-Produktion gab… und man logistisch auch eher besser dastand als andere Einheiten… selbst in der SS gab es waffentechnische Untershciede… so war das AR der Leibstandarte 1940 mit tschech. beutegerät ausgestattet…

Was die Frage nach den russischen Einheiten angeht, so kommen
mir die Gardedivisionen in den Sinn. Ob, und wenn ja, worin
sich die Ausbildung dieser Divisionen von den normalen
sowjetischen Heereseinheiten unterschied, enzieht sich
allerdings meiner Kenntnis.

Ich würde sagen das Äquiavalent zur Waffen-SS dürften eher die NKWD-Einheiten der sowjetischen Seite gewesen sein. Gardedivisionen erhielten diesen Zusatz als Auszeichnung… für bestandene Kämpfe.

Robert

Grüße,
Ralf

Angehörige der Waffen-SS waren speziell auserwählt Senkung der
kriterien ab ca. 42 - 43).

Ja, das genau meinte ich: Die eigenen Standards wurde schnell über Bord geworfen, als es darum ging, die Waffen-SS als kriegsstarke Armee neben der Armee zu erhalten und auszubauen. Den Status einer Eliteeinheit der „deutschen Armee“ würde ich ihr auch daher schon absprechen.

Ein Manöver
1938 bestätigte den HOHERN Ausbildungsstand der Truppe.
Schweiss spart Blut

Die Ergebnisse dieses Manövers sind mir leider nicht bekannt. Ich bezog mich auf die Verluste im Feld, die - insbesondere in Frankreich - vor allem auf die taktischen Mängel bei der Führung der Truppe zurück zu führen waren (Angriff um jeden Preis).

Was ist mit Paul Hausser… Wehrmachtsoffizier und Vater der
Waffen-SS ???
Felix Steiner trat im Dezember 1933 aus der Reichswehr aus und
trat 1935 der VT bei…

Bittrich kam, glaube ich, auch von der Wehrmacht.

Allerdings hatte die SS, neben einigen Persönlichkeiten, es grundsätzlich abgelehnt, auf Personal der Wehrmacht zurückzugreifen. Zumal die angebotenen Wehrmachtsausbilder bei der Wehrmacht verbleiben sollten und auch die Ausbildung nach den Regeln der Wehrmacht erfolgen sollte.

Dies hat zum Einen auch damit zu tun… das es eine eigene
SS-Produktion gab… und man logistisch auch eher besser
dastand als andere Einheiten… selbst in der SS gab es
waffentechnische Untershciede… so war das AR der
Leibstandarte 1940 mit tschech. beutegerät ausgestattet…

Die Wehrmacht hatte vor dem Krieg und in der ersten Phase des WK versucht, die SS ausrüstungstechnisch möglichst an der kurzen Leine zu halten. Als Resultat war die Waffen-SS vor allem mit Beutewaffen ausgerüstet, was sich im Fall z.B. der tschechischen Panzer durchaus nicht als Nachteil herausgestellt hatte. Im weiteren Verlauf des Krieges war die SS schon im Schnitt besser ausgerüstet als die Wehrmacht.

Hierzu muß aber noch festgehalten werden, daß die SS auch schneller auszurüsten war, eben weil sie kleiner war. Zudem traf das auch auf die Luftwaffenfeldeinheiten zu, wo (übertrieben gesprochen) bis an die Zähne bewaffnete Soldaten die Flugplätze bewachten, während man „vorne“ mit bloßen Händen kämpfen musste.

viele Grüße,

Ralf

Ich würde sagen das Äquiavalent zur Waffen-SS dürften eher die
NKWD-Einheiten der sowjetischen Seite gewesen sein.
Gardedivisionen erhielten diesen Zusatz als Auszeichnung… für
bestandene Kämpfe.

Nichts destotrotz waren zu Anfangs die meissten Offiziere der Waffen-SS Diletanten.Hausser und Steiner bilden insgesamt die Ausnahme.Denn insgesamt war das Offizierskorps sehr jung.Nur zur Erinnerung:Eicke, vormals oberster Aufseher der Konzentrationslager,erlangte ersten taktischen Fähigkeiten dadurch,das er mit einer großen Landkarte und kleinen Panzern übte.Das ist wohl nicht die übliche Generalstabsausbildung die einen Offizier dazu befähigt eine ganze Division zu führen.Ihre fehlende fachliche Qualifikation glichen die Offizier durch ihre Todesverachtung und ihre ungehemmte Brutalität aus.
NKWD-Einheiten sind im übrigen nicht im geringsten als Eliteeinheiten zu bezeichnen.Es gab zwar ganze Divisionen davon,aber diese operierten im Hinterland,um Deserteure und Oppositionelle aufzuspüren und kurzerhand zu erschiessen.Der NKWD ist ja nicht mehr als Vorläufer des KGB.Er diente der Unterdrückung der Bevölkerung und brutalen Repression.
Im Gefecht war die Kampfmoral dieser Einheiten sehr schlecht.Gesehen bei der Schlacht um Rostow,als eine NKWD-Einheit sich schnell auflöste.Sie waren ja auch nur mit leichten Waffen ausgerüstet.
Die Gardedivisionen als Eliteverbände zu bezeichnen kommt da schon näher.Wobei sie den Namen nur aufgrund vorhergehender gewonnener Schlachten trug.Dennoch wurden ihr als Ersatz nicht besonders qualifizierte Soldaten zugeführt,sondern die ganz normal ausgehobenen.
Gardedivisionen und damit auch die Gardekorps und Gardearmeen erfreuten sich aber immer einer besseren Nachschublage,während die "normalen"Divisionen teilweise in zerlumpter Kleidung kämpfen mussten.
Bei den Stoßarmeen kann man nicht von Eliteverbänden reden.Im Gegenteil.In diesen Einheiten fand man die meissten Strafbattailone,die nur aufgrund ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit die Linien überrennen sollten.Stoßarmeen hatten auch meist die schersten Verluste.Siehe 5.Stoßarmee bei den Seelower Höhen.
Wenn man von richtigen Eliteverbänden reden kann,dann sind dies die Luftsturmbrigaden und die Marinesturmbrigaden.Diese Einheiten waren am härtesten trainiert und besstens ausgerüstet.Siehe Luftlandung im September 1943(Ort fällt mir im Moment leider nicht ein)und die amphibische Landung bei Novorossisk im Kuban-Brückenkopf.